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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Altweltgeier, lat. Aegypiinae
zu dieser Unterfamilie gehören die Gattungen: Aegypius, Gyps (Gänsegeier), Gypaetus, Neophron, Necrosyrtes, Trigonoceps, Sarcogyps, Pseudogyps (Truggeier), Gypaetus, Gypohierax

01. Ohrengeier, lat. Aegypius Tracheliotus oder(!) Torgos Tracheliotus
02. Bartgeier oder Lämmergeier, lat. Gypaetus Barbatus
03. Himalajageier oder Schneegeier, lat. Gyps Himalayensis
04. Gänsegeier oder Weisskopfgeier, lat. Gyps Fulvus
05. Unterart: Indischer Gänsegeier(?) oder Zimtgeier, lat. Gyps Fulvus Fulvescens
06. Sperbergeier, lat. Gyps Rueppellii
07. Indischer Gänsegeier oder indischer Geier oder Langschnabelgeier oder Indiengeier, lat. Gyps Indicus
08. Schmalschnabelgeier oder Schlankschnabelgeier oder Dünnschnabelgeier, lat. Gyps Tenuirostris (früher: Gyps Indicus Tenuirostris)
09. Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier, lat. Pseudogyps Africanus oder(!) Gyps Africanus
10. Bengalgeier oder Begalengeier, lat. Pseudogyps Bengalensis oder(!) Gyps Bengalensis
 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.

01. Ohrengeier
lat. Aegypius Tracheliotus oder(!) Torgos Tracheliotus

Der Ohrengeier, der grösste afrikanische Geier, lebt in den trockenen und tropischen Gebieten, in Höhen bis zu 5000m, in den Wüsten und den Halbwüsten Afrikas, südlich der Sahara im mittleren Osten und in Südarabien und in Nord- und Südamerika, von Äthiopien bis zur Kap-Spitze, in Israel und Marokko. Der Bestand ist stark rückläufig. Der Ohrengeier ist eigentlich ein Einzelgänger, ist aber andererseits auch in Gruppen von bis zu 100 Vögeln beobachtet worden.

Der Kopf und der Nacken sind nackt und rot gefärbt. Die weisse Halskrause ist angedeutet. Das Gefieder ist dunkelbraun bis graubraun. Der Schnabel ist kräftig und gross, so dass grosse Fleischstücke aus der Beute herausrissen werden können. Die Beine sind weiss gefiedert. Die Grösse beträgt zwischen 100 - 115 cm. Die Flügelspannweite beträgt 280 cm. Das Gewicht beträgt 5,5 bis 9,5 kg.

Der Ohrengeier jagt einzeln oder in Familienverbänden. Mitunter wird auch anderen Geiern die Beute abgejagt. Der Ohrengeier erkennt auf 1,5 km Entfernung ein sterbendes Tier. Termiten und Heuschrecken frisst er ebenso.

Das mit Fell, Haaren und Gras ausgepolsterte 2 bis 3 m breite Nest ist ca. einen Meter hoch und befindet sich auf einem dornigen Baum oder auf breit gefächerten Büschen. Das eine mattweisse bis weissliche bis weisse Ei, welches mit braunen bis rotbraunen Flecken versehen ist, wird (je Region verschieden) im Dezember bis März gelegt. In Somalia und Uganda gilt der Zeitraum September bis November und in Tansania, Kenia und Südafrika der Zeitrahmen Juni bis August. Der Jungvogel ist in ca. 52 - 56 Tagen ausgebrütet. Der frisch geschlüpfte Jungvogel besitzt ein graues Duhnenkleid. Flügge ist der junge Ohrengeier in 95 - 125 Tagen oder einer anderen Angabe zur Folge in 4 bis 5 Wochen. Danach folgt eine 5 monatige Ausbildung. Selbst brüten die jungen Ohrengeier erst mit 4 - 5 Jahren.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Wildpark Bad Mergentheim und das Foto unterhalb dieser Zeilen wurde im Zoo Schmiding / Wels gemacht.

02. Bartgeier oder Lämmergeier
lat. Gypaetus Barbatus

Der Bartgeier, der seltenste Greifvogel Europas, lebt in den Bergregionen oberhalb der Waldgrenze, in Fels- und Schluchtlandschaften, Gebirgen Nord-, Ost- und Südafrikas, Südeuropas und Ost- bis Zentralasiens, Kleinasiens, in den Pyrenäen, auf Korsika, Griechenland, Türkei, Ägypten, Äthiopien in Höhen von bis zu 8.000 m in 4 Unterarten. Der Zentralasiatische Bartgeier, lat. Gypaetus Barbatus Hemalachanus ist die grösste Unterart und der in Ost- und Südafrika vorkommende Nacktfuss-Bartgeier, lat. Gypaetus Barbatus Meridionalis, der ca. 2 cm unbefiederte Füsse hat, ist die kleinste Unterart. Die Reviere des Standvogels sind 300 km² gross. Gleiten können die Bartgeier bis zu 150 km. Heute leben noch ca. 160 Paare sowie einige weitere ausgewilderte Exemplare. Zuletzt (Druckstand(!): 2007) wurde eine Spanne von 225 bis 250 Paaren festgestellt. Seit 1978 setzt sich die ZGF für die Wiederansiedlung der Bartgeier in den Alpen und im Mittelmeeraum ein. Von den in den Alpen freigelassenen 150 Bartgeiern wurden einige in der Schweiz und in Österreich illegal abgeschossen, im Jahre 2008 wurden jedoch 123 "sicher" gezählt.

Der Rücken und die Flügel sind blaugrauschwarz bis braunschwarz gefiedert. Der Kopf, die Vorderseite und die Beine sind hellbraun über goldgelb bis rostbraun oder aber auch weiss gefiedert. Auf der Vorderseite kann(!) sich ein braunschwarzer Latz befinden. Von den Augen führt ein schwarzer Streifen von Federn zum Schnabel. Diese schwarzen Federn oder Borsten bilden den „Bart“ und gehen links und rechts am Schnabel vorbei. Die Flügel sind lang und spitz. Der Schwanz ist lang. Die Augen sind weissgelb bis gelbbraun mit schwarzer Pupille. Um die Augen befindet sich ein roter Ring. Weibchen und Männchen sind gleich gefiedert. Die Flügelspannweite beträgt 230 - 290 cm. Der Bartgeier ist zwischen 94 - 125 cm gross. Das Gewicht beträgt 5 - 7 kg. Bartgeier erreichen Flug-Geschwindigkeiten von 130 km/h. Die helle bis weissliche Unterseite wird durch (instinktives Baden wollen; ein natürlicher Instinkt) eisenoxidhaltiges Wasser oder Staub rötlich oder rostrot (, was allerdings bei den Zootieren fehlt). Das Eisenoxid ist so fein, dass es an den Federn haftet und bald zum Bestandteil der Federn wird (und nicht mehr entfernt werden kann).

Zur Nahrung zählt Aas und davon zu 85 % Knochen. Der Bartgeier jagt mitunter kranke und schwache Tiere, wie zum Beispiel Klippspringer, Klippschliefer, Hasen und kleine Paviane. Die Bartgeier können ihre Beutetiere mit einer Länge von bis zu 60 cm forttragen. Landschildkröten hebt der Bartgeier in die Luft, um sie aus der Luft auf einen Felsen fallen zulassen, um an das Fleisch zu kommen. Anlog oder vielmehr trifft dieses für die Knochen zu. Diese lässt er aus 25 bis 150 m Höhe auf ausgesuchte Steine oder Flächen fallen, um sie zerschellen oder zerbrechen zu lassen, um so die Knochenstücke, seine Hauptnahrung, besser fressen zu können. Gerne frisst er das Knochenmark, an das er durch seine Zunge bei den zerbrochenen Knochen gelangt. Andererseits, so Beobachtungen, dauert das Zerbrechen lassen der Knochen mitunter 30 Minuten, da mancher Knochen erst nach dem 20. oder 50. Fallen lassen kaputt geht. Aufgrund des bis zu 7 cm dehnbaren Schlunds können bis zu 25 cm lange Rippenstücke verschluckt werden. Die Verdauung des Knochen im Magen beginnt, auch wenn dieser aufgrund der Grösse noch im Hals steckt oder gar aus dem Schnabel schaut. Vorzugsweise frisst der Bartgeier fettreiche Knochen von einer Grösse von 28 cm x 4 cm aufgrund des Nährungswertes. Verschlungen werden auch Knochen bis zu 30 cm Länge

Das Nest -im Revier befinden sich meist drei verschiedene Nistmöglichkeiten- befindet sich in eine Höhle oder in der Felswand in 300 bis 5000 m Höhe. Das Nest ist ausgepolstert mit Zweigen, Wolle, Fellstücken, auch auch Lumpen und Lappen. Dorthin werden die 1 - 3 hellbraun bis cremefarbenen bis stark rotbraunen bis rostbraunen und mit rot bis lilafarben (zum Teil braun) gefleckten Eier im Abstand von 3 bis 5 Tagen gelegt. Die Färbung der Ei-Schale hängt vom vorhandenen Eisenoxid ab. Die Eier werden im Zeitraum Dezember bis Januar (Südeuropa, Kaukasus und Nordafrika), im Februar bis März in den Alpen von den Weibchen gelegt. Im Gebiet Himalaja und Kaschmir gilt der gesamte Zeitraum von Dezember bis März. Andererseits brüten die Bartgeier in Äthiopien von Oktober bis November, in Kenia im Januar und im Mai und in Südafrika im Juni. Beide Elternteile brüten die Eier in 53 - 60 aus. Die jungen völlig (noch) dunkelbraun gefiederten Bartgeier werden in den nächsten 100 - 120 Tagen aufgezogen und am Ende überlebt meist nur ein Junges. Beide Eltern füttern den Jungvogel. Mit 3-4 Wochen verschlingen die Jungvögel erste Knochen. Nachdem die Jungvögel flügge geworden sind, werden diese noch 2 Monate betreut. Bis zum 5. und 6. Jahr sind die Jungvögel dunkelgraubraun gefiedert und erst ab diesem Alter erwachsen. Die Paare bleiben lebenslang zusammen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Diese Fotos wurden im Tiergarten Schönbrunn (Wien) aufgenommen.

Diese Fotos wurden im Alpenzoo Innsbruck (in der Mitte befindet sich eine Stellen mit eisenoxidhaltigem Staub / Sand) aufgenommen.

Diese Fotos wurden im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde aufgenommen.

Die Fotos (linke Spalte) wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg), (mittlere Spalte) im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) und (rechteSpalte) im Zoo Berlin Tiergarten aufgenommen.

03. Himalajageier oder Schneegeier
lat. Gyps Himalayensis

Der Schneegeier ist in den Hochgebirgen Mittelasiens, in Zentralasien, so unter anderem im Himalaja in Höhen von 1.300 bis 4.900 m (jedoch auch im Allgemeinen in Höhen von unter 1.200 m (im Winter) auf bis zu 6.000 m) verbreitet. Des Weiteren ist er in Butan, Nordindien, der Mongolei und Tibet einzeln, als Paar oder in kleinen Gruppen anzutreffen.

Der Schneegeier hat einen weiss gefiederten Kopf. Die Unterseite und die Oberseite sind gelblichweiss bis hellbraun gefiedert. Die Füsse sind weiss bis hellbraun gefiedert. Die Flügel haben einen grossen Anteil brauner bis dunkelbrauner Federn. Die Halskrause wird im Alter von gelblichweiss bis flauschig weiss. Die Flügelspannweite beträgt 260 bis 300 cm. Die Grösse beträgt 104 – 120 cm. Das Gewicht beträgt 8 – 12 kg.

Gefressen wird das Aas von Hirschen, Ziegen, Schafen und Rindern. Auf den "Türmen des Schweigens" in Tibet findet man neben den Begalgeiern auch die Schneegeier und die Schwarzmilane.

Die Schneegeier brüten mitunter in Gemeinschaften von 5 bis 6 Paaren in Felsen. Das Weibchen legt das eine weisse bis grünweisse Ei, welches rotbraun bis kastanienbraun gesprenkelt sein kann, von Dezember (Indien) bis Mai (Tibet). Anschliessend brüten beide Elternvögel das Ei in 50(?) 54 bis 56 Tagen aus. In ca. 80 weiteren Tagen (laut einer anderen Angabe sind es 6,5 bis 7 Monate) wird der Jungvogel flügge. Während der ersten Zeit besteht das Futter aus Vorverdauter aus dem Kropf kommender Nahrung.

Die linken und mittleren Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen. Die rechten Fotos wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach (erste zwei), im Wildpark Bad Mergentheim, im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark), in der Burgfalknerei Hohenbeilstein und im Sächsischen Jagdfalkenhof Schloss Augustusburg aufgenommen.

04. Gänsegeier oder Weisskopfgeier
lat. Gyps Fulvus

Der Gänsegeier, der häufigste Geier Europas, lebt in Südeuropa, in Frankreich, Griechenland, Türkei, Marokko, Tunesien, Algerien, Afghanistan, Indien, Nord- und Westafrika bis zur arabischen Halbinsel und zur Mongolei. Im Jahre 2004 wurden in Europa 17.404-17.535 Gänsegeier-Brutpaare gezählt. Insgesamt leben ca. 75 % der Gänsegeier in Spanien. Gänsegeier fliegen in Gruppen von 3 bis zu 5 Vögeln. Die Gänsegeier sind Standvögel. Die Jungvögel ziehen jedoch in der Umgebung umher. Im Sommer ist der Gänsegeier auch in Österreich anzutreffen. Sie kreisen und segeln in der Regel in 3.300 m Höhe. Dort überwintern nämlich die im Balkan lebenden Gänsegeier in den Hohen Tauern oder Salzburger Alpen in den Monaten Mai bis September, wenn die Schafe auf die Berge getrieben werden. An den Schlafplätzen versammeln sich mitunter 30 bis 40 Gänsegeier. Der indische Gänsegeier oder Zimtgeier, lat. Gyps fulvus fulvescens ist eine Unterart des Gänsegeiers (siehe dort).

Das Gefieder ist auf der Oberseite hellbraun bis sandbraun. Der Kopf und der Hals sind weissgraubraun bis weiss gefiedert. Die Unterseite ist rötlich bis beige bis hellbraun grundgefiedert und längsgestreift. Die Flügeloberseite hat hellbraune und dunkelbraune Streifen. Der Schnabel ist grauschwarz. Die Iris ist gelb über braun bis schwarz(?). Die Augen sind so gut, dass beispielsweise aus ca. 3.700 m ein ca. 30 cm langes Nahrungsstück erkannt wird. Der Hals ist lang und dünn. Die Halskrause wird im Alter erst hellbraun bis sandbraun bis weiss. Die Flügelspannweite beträgt 230 - 280 cm. Die Grösse ist 95 - 110 cm. Das Gewicht beträgt 6 - 11 kg.

Zur Nahrung zählt Aas, das entweder allein oder in Gruppen in der Luft segelnd gesucht wird. Sobald die Gänsegeier Aas gefunden haben, wird soviel gefressen, dass zum Teil das Fliegen nicht mehr möglich ist. Ein Fortfliegen ist nur bei einem Herauswürgen von Gefressenem zum Beispiel bei Gefahr wieder möglich. Des Weiteren ist auch beobachtet worden, dass junge oder schwache Tiere erbeutet wurden.

Die Gänsegeier führen ihre Balz im Dezember durch und dabei schrauben sich beide nebeneinander in die Höhe, um dann oben übereinander mit simultanen Flugbewegungen zu fliegen. Die Begattung erfolgt in der Nestnähe.

Das Nest wird in der Regel in Kolonien von 15 - 60 Paaren angelegt. Es können aber auch kleinere oder viel grössere Kolonien sein. Das Weibchen legt von November bis März (je Region verschieden und mitunter auch Januar bis April) das eine weisse mit rotbraunen Flecken versehene Ei auf einen Felsen und brütet es in 47 - 58 Tagen aus. Die Brutpflege betreiben beide Elternvögel. In den ersten Tagen wird der Jungvogel mit Vorverdauter Nahrung gefüttert, die hochgewürgt wird. Der Jungvogel wird in 110 - 130 Tagen grossgezogen. Mit 80 bis 90 Tagen verlässt der junge Gänsegeier das Nest und dieser macht mit 16 Wochen die ersten Flugversuche. In den folgenden Tagen wird der Jungvogel ausgebildet. Der Jungvogel besitzt noch eine braune Halskrause.

Diese Fotos wurden im Zoo Leipzig gemacht.

Diese Fotos wurden im im Zoo Stuttgart gemacht.

Die Fotos wurden in der Greifenwarte am Rennsteig aufgenommen.

Die Fotos wurden in der Greifvogelwarte Burg Landskron aufgenommen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden (links) in der Falknerei Adlerhorst, (mitte) im Adler- und Wolfspark Kasselburg und (rechts) im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach gemacht.

Diese Fotos wurden im Zoo Berlin Tiergarten gemacht.

Die linken Fotos wurden in der Falknerei Schillingsfürst gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) . Das rechte Foto wurd in der Adlerwarte Pfänder gemacht.

05. Unterart: Indischer Gänsegeier(?) oder Zimtgeier
lat. Gyps Fulvus Fulvescens

Der Zimtgeier ist eine Unterart des Gänsegeiers (siehe dort) und ist in Afghanistan bis Indien und Nepal verbreitet.

Die Fotos wurden in der Burgfalknerei Hohenbeilstein aufgenommen.

06. Sperbergeier
lat. Gyps Rueppellii

Der Sperbergeier lebt im trockenen Afrika, in Nordost-, Ost- und Zentralafrika im offenen Gelände, in den Savannen, den Bergregionen, so beispielsweise in den Staaten Senegal, Uganda, Äthiopien, Tansania, Kenia, Sudan und auch in Nordägypten in 2 Unterarten. Die grössere und hellere Unterart, der Somalisperbergeier, lat. Gyps Rüppelli Erlangeri, ist in Somalia und Äthiopien verbreitet. Die andere Unterart Gyps Rüppelli Rüppelli lebt oberhalb des Äquators. Sperbergeier sind in grösseren Trupps im Umkreis von bis zu 150 km auf der Suche nach Kadavern oder Aas unterwegs. Auch fliegen Sperbergeier mitunter sehr hoch, denn einer stiess mit einem Jet in einer Höhe von 11212 m zusammen. Ein anderer Sperbergeier stiess in 11.277 m Höhe mit einem Verkehrsflugzeug zusammen und beschädigte eines der Triebwerke so stark, dass es ausgeschalten werden musste.

Der Kopf ist federlos und die Haut blaugrau bis blauschwarz. Der blaugraue bis blauschwarze Hals hat mehr oder weniger kleine weisse Federn. Die Augen sind gelb bis silbergrau. Der Schnabel ist gelb bis bleifarben. Die Halskrause ist weiss. Das Gefieder ist grau bis mittelbraun bis braunschwarz grundgefiedert und enthält viele weisse Flecken (Genaugenommen haben die Federn auf der Ober- und Unterseite eine breite weisse Federnspitze). Der Schwanz und die Armschwingen sind schwärzlich. Die Spannweite beträgt 240 cm. Nur die Innenseiten der Unterschenkel sind weiss gefiedert. Die Flügelunterseite ist durch 2 weisse Bänder heller Flecken gekennzeichnet. Der Sperbergeier ist 89 – 101 cm gross. Das Gewicht beträgt 6,8 bis 9 kg.

Die Sperbergeier brüten in Kolonien von bis zu 100 Paaren in Felshöhlen auf Bäumen, Klippen oder Felsvorsprüngen. Als Brutzeit werden die Monate April, Mai-Juni und September angegeben. Für die Unterart Somalisperbergeier, lat. Gyps Rüppelli Erlangeri gelten in Somalia und Äthiopien die Monate November und im Hochland in Äthiopien die Monate Mai bis Juni. Das Weibchen legt grösstenteils während der Trockenzeit 1-2 grünweisse und mit braunen Flecken versehene Eier. Die Eier werden von beiden Elternteilen abwechselnd in 52 bis 56 Tagen ausgebrütet. Flügge wird der Jungvogel in ca. 3 Monaten.

Die linken Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst (erste drei) und in der Adlerwarte Berlebek (folgende zwei) gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Burgfalknerei Hohenbeilstein (erste drei), in der Falknerei / Wildpark Potzberg und im Wildpark Bad Mergentheim gemacht. Die rechten Fotos wurden im Vogelpark Irgenöd (erste zwei), im Wildparadies Tripsdrill und im Zoo Schmiding / Wels (folgendes Bild) gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Vogelpark Abensberg gemacht.

07. Indischer Gänsegeier oder indischer Geier oder Langschnabelgeiergeier oder Indiengeier
lat. Gyps Indicus

Der Indiengeier ist in den Halbwüsten, in Nordindien, in Südostasien, in Burma, in Malaysia und in der Gangesebene in Höhen bis 1500 m verbreitet.

Das Gefieder ist auf der Unterseite cremefarben bis hellbraun. Die Unterschenkel sind heller als die Unterseite. Die Oberseite ist braun gefiedert. Die Flügelspitzen sind dunkelbraun. Der Hals ist weiss bis grau. Die Krause ist weiss bis grau bis hellbraun. Der Indiengeier ist ca. 81 bis 103 cm gross und wiegt zwischen ca. 5,5 bis 6,3 kg.

Die Nahrung besteht aus Aas.

Das Nest befindet sich auf einem Felsen oder auf einem Baum. Als Brutzeit werden die Monate Oktober bis März angegeben.

08. Schmalschnabelgeier oder Schlankschnabelgeier oder Dünnschnabelgeier
lat. Gyps Tenuirostris (früher: Gyps Indicus Tenuirostris)

Der Schmalschnabelgeier ist im Himalaja, Bengalen, Kaschmir bis Nepal und in der Gangesebene verbreitet.

Die Unterseite ist weissbraun bis cremefarben gefiedert. Die Oberseite ist braun bis dunkelbraun bis dunkelbraunschwarz gefiedert. Der grauschwarze Hals ist nackt. Der Schnabel ist sehr lang. Die Krause wird im Alter weiss.

09. Zwerggänsegeier oder Weissrückengeier
lat. Pseudogyps Africanus oder(!) Gyps Africanus

Die Zwerggänsegeier, Standvögel, sind in offenen Gebieten, Wüsten, Buschsteppen und Savannen Afrikas, südlich der Sahara in Sudan, Senegal und Äthiopien verbreitet.

Das Gefieder des Zwerggänsegeiers braun bis dunkelbraun. Die Oberseite und die Flügel sind braun bis dunkelbraun gefiedert. Die Iris ist dunkelbraun. Die Halskrause ist weiss. Der Hals selbst ist auf der Hinterseite, an den Seiten weiss und am Vorderhals hellgraubraun gefiedert. Der Hals kann aber auch einfarbig hell bis weiss befiedert sein. Die Färbung des Halses und des Kopfes kann bis schwärzlich variieren. Die Unterseite ist hellbraun bis gelbbraun bis graubraun gefiedert. Das Gefieder auf dem Rücken kann sogar je Variante bis zu weiss variieren (und ein weisses Feld enthalten). Der eigentlich braune Schwanz kann bis zu schwarz gefiedert sein. Das Weibchen ist grösser und blasser gefiedert. Die Grösse beträgt 76 bis 97 cm und das Gewicht ist von 4,1 bis 7,2 kg angegeben.

Die Zwerggänsegeier segeln oft und suchen oder warten in Gruppen auf das Aas. Auch ist beobachtet worden, dass die Zwerggänsegeier die Wänderzüge grosser Säugetiere begleiten. Im Gleitflug verbraucht der Zwerggänsegeier nur ein Dreissigstel im Vergleich als wenn er im Ruderflug fliegen würde. Die Zwerggänsegeier, die sich gerade vollgefressen haben, benötigen zum Teil einen Aufwind, um in die Luft zu gelangen bzw. sich in dieser halten zu können.

Die Zwerggänsegeier brüten zum Teil in Kolonien. Das Nest befindet sich auf hohen Bäumen in der Nähe von Flüssen oder auf Felsen. Einerseits wird die gesamte Trockenzeit als Brutzeit angegeben. Andererseits werden als Brutzeit in Äthiopien die Monate September bis März, in Somalia die Monate Oktober bis Dezember und in Kenia, Sambia und Malawi die Monate April bis August angegeben. Das Weibchen legt ein weisses mit roten bis rotbraunen Flecken versehenes Ei. Anschliessend wird das Ei von beiden Elternteilen ausgebrütet. In anderen Beobachtungen heisst es, dass das Männchen das allein brütende Weibchen während der Brut füttert. Später beschafft das Weibchen die Beute für den Jungvogel auch mit. Der Jungvogel wird 7 bis 8 Monate geführt und aufgezogen.

greifgeier444ZwerggänsegeierSchillingsfürst

Die Fotos auf der linken Seite wurden in der Adlerwarte Berlebeck (erste sechs) und im Adler- und Wolfspark Kasselburg (folgende zwei) gemacht. Die Fotos in der mittleren Spalte wurden in der Falknerei Schloss Schillingsfürst (erste acht) und im Vogelpark Abensberg (folgendes Bild) aufgenommen. Die rechten Fotos wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach (erste vier), im Falkenhof Lenggries (folgende zwei) und im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg (folgende zwei) gemacht

10. Bengalgeier oder Begalengeier
lat. Pseudogyps Bengalensis oder(!) Gyps Bengalensis

Der Bengalgeier ist in kleinen Gruppen -mitunter auch mit anderen Geierarten zusammen- in den offenen Gras- und Buschlandschaften, den bewaldeten Gebieten, in Halbwüsten, in Steppen in Burma, in Indonesien, in Afghanistan, in Indien, in Südwestchina, in Südostasien verbreitet.

Der Kopf und der Hals sind nackt graublau bis dunkelgrau bis dunkelbraun. Der Hinterkopf und die Hinterseite des Halses können dunkler sein als der andere Teil des (rötlichgrauen) Halses. Die Iris ist braun bis gelbbraun bis schwarz. Das glänzende Gefieder ist graubraun bis schwarzblau bis schwarz. Auf dem Bauch befinden sich kurze weisse feine Längsstriche. Die Krause ist weiss. Am Unterrücken befindet sich ein weisser Fleck. Die Grösse beträgt 76 bis 93 cm. Das Gewicht liegt zwischen 4 und 6 kg.

Zur Nahrung zählt Aas. An den verendeten Tieren sind dann mitunter bis zu 50 Bengalgeier zu finden, die sich das Aas teilen. Auf den "Türmen des Schweigens" in Tibet findet man neben den Begalgeiern auch die Schneegeier und die Schwarzmilane.

Die Bengalgeier brüten in Kolonien von 20 bis 40 Paaren im Zeitraum Oktober bis Februar auf 13 bis 30 m hohen Bäumen an Flüssen. Das Weibchen legt ein weiss bis grünliches Ei, welches eventuell braun gefleckt ist, in ihr Nest. Dieses Ei kann rot bis rotbraun bis braun bis lavendelgrau gefleckt sein. Ausgebrütet wird es von beiden Elternvögeln in 40 bis 52 Tagen. Flügge ist der Jungvogel in 80 bis 90 Tagen. Der Jungvogel hat eine braune Krause und ein braunes Gefieder. Die Flügel enthalten auf der Oberseite einen grossen Anteil grauer bis weisser Federn. Auf der Unterflügelseite zeigt sich ein weisses Band.

Die Fotos wurden im Vogelpark Timmendorfer Strand aufgenommen.