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Beleg- und Hausarbeiten an der FH Mittweida geschrieben 1. „Die Entwicklung der Sonnenuhr im Laufe der Zeit“
2. „Die Graphologie oder Schriftdeutung“ 3. „Der Verbraucherschutz für die Bürger“
Diplomarbeit beim Höferlin-Institut (im Fernstudium) geschrieben
4. „Gibt es eine Umsetzung der "Die Idee der verbraucherorientierten Vermittlung im Finanz- und Versicherungsmarkt" und wie wird diese Idee
verwirklicht?“ (Stand: Dezember 1995)
Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de , genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html)
jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen daraus. Die eingescannten Texte wurden auf diese Teilseiten kopiert, so dass
diese hinsichtlich "Schriftart" und / oder "Schriftgrösse" und / oder "Seitenbreite, die für den Text zur Verfügung steht" vom Original abweichen. Die Seitenangaben habe ich
weggelassen und die Rechtschreibfehler habe ich berichtigt. Die Ausführungen spiegeln den damaligen Stand wieder und sind zum Teil veraltet, so dass gegenüber „heute“ Veränderungen möglich und
logisch sind.
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3. „Der Verbraucherschutz für die Bürger“ im Fach „Europäische Gemeinschaft“
HAUSARBEIT Fach: Europäische Gemeinschaft Thema: Der Verbraucherschutz für die Bürger
0. Inhaltsverzeichnis 1. Die Produzentenhaftung 2. Die Verbraucherkredite 3. Die Pauschalreisen 4. Die Arzneimittel
5. Das Lebensmittelrecht und die entsprechenden EU - Richtlinien 6. Der Versandhandel 7. Die Versicherungen 8. Kosmetika 9. Verbraucherschutz – Hilfen für den Verbraucher Beispiel 1
Verbraucherschutz im Finanz- und Versicherungsmarkt durch die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. Heilbronn 10. Verbraucherschutz – Hilfen für den Verbraucher
Beispiel 2 Die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. im Vergleich zur Stiftung Warentest 11. Verzeichnis zur verwendeten Literatur
1. Die Produzentenhaftung
Am 25.7.85 wurde die Richtlinie 85/374/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedsstaaten über die Haftung für fehlerhafte Produkte beschlossen. Die
Umsetzung in das deutsche Recht ist bereits erfolgt. Das Produkthaftungsgesetz ist auch schon seit dem 1. Januar 1990 in Kraft.
In diesem Gesetz wurden wichtige Regelungen getroffen. Beispielsweise wurden so wichtige Punkte geklärt, wie wer zahlt, wenn der neu erworbene Fernseher einen
Wohnungsbrand verursacht, haftet der Arzt für "Kunstfehler" oder kann man sicher sein, dass die Winterreifen im Sonderangebot nicht einen Unfall verursachen, weil sie etwa schon zu alt sind,
etc.. Dieses sind nur einige Beispiele, die geregelt wurden.
Hier haben die Gesetzgeber die grundlegenden Fragen des Verbraucherschutzes aufgegriffen. Nach dieser EG-Richtlinie muss nämlich derjenige haften, der fehlerhafte
Produkte herstellt, verkauft oder fehlerhafte Dienstleistungen erbringt. Entsteht nämlich hieraus ein Schaden durch diese fehlerhaften Produkte, so ist der Hersteller oder der Dienstleistende zum Ersatz
verpflichtet.
Der Vorteil für den Verbraucher ist dabei, dass den Beweis nicht mehr der Verbraucher bringen muss. Jetzt muss der Hersteller oder Dienstleistende beweisen, dass er den
Schaden nicht schuldhaft herbeigeführt hat. Dieses ist für den Verbraucher ein enormer Vorteil. Die Ersatzpflicht des Herstellers fehlerhafter Produkte, in Verbindung mit der Beweislastumkehr zu Gunsten
des Käufers oder Geschädigten, beinhaltet diese Produkthaftungsrichtlinie.
Das Produkthaftungsgesetz beinhaltet, "dass die Produkthaftung im geregelten Bereich künftig einer verschuldenunabhängigen Haftung unterliegt"(1) und dass ''neben
dem tatsächlichen Hersteller jede Person, die sich als Hersteller ausgibt, sowie der Importeur, der aus Drittstaaten einführt, und - unter engen Voraussetzungen - auch der Lieferant ersatzpflichtig sein
wird."(2) Weiterhin muss der Hersteller bei Personenschäden und bei Sachbeschädigungen im privaten Bereich Schadensersatz leisten.
Weiterhin ist durch diese Richtlinie vorgesehen worden, "dass der Hersteller auch künftig für Entwicklungsrisiken - mit Ausnahme im Arzneimittelbereich - nicht
haften muss, bei Personenschäden ein Haftungshöchstbetrag von 160 Millionen DM gilt, Schmerzensgeld weiterhin nur auf der Basis der \/erschuldungshaftung gewährt wird, landwirtschaftliche Naturprodukte
und Jagderzeugnisse von der verschuldensunabhängigen Haftung ausgenommen sind, es sei denn, diese Produkte sind einer ersten Verarbeitung unterzogen,"(3) Im Arzneimittelbereich muss der
Hersteller auch für Entwicklungsrisiken haften. Diese Regelung ist eine Sonderbestimmung zum Produkthaftungsrecht.
Wie groß diese Bedeutung ist, zeigt das folgende Beispiel. Beim Öffnen einer Flasche zerplatzt der Verschluss und aus diesem Grund entsteht eine Verletzung eines Auges
beispielsweise. Früher mussten die Verbraucher beweisen, dass im Herstellungsverfahren oder danach ein Fehler unterlaufen war. Für die meisten Verbraucher war dieses unmöglich, denn wer kam schon in die
Unternehmen zur Überprüfung der Produktion und des Vertriebes hinein. Nach dieser Richtlinie muss "nur" der Schaden nachgewiesen werden.
Die Produkthaftungsrichtlinie regelt die Ersatzpflicht bei eingetretenen Schäden. Für die Produktsicherheit gibt es eine weitere Richtlinie. Die EG - Richtlinie zur
Produktsicherheit versucht den Schaden zu verhindern. Diese Richtlinie schreibt den Herstellern vor, dass sie nur noch sichere Produkte herstellen und auf den Markt bringen sollen. Aufgrund dieser
Richtlinie müssen die EG Staaten, d.h. die EU - Staaten entsprechende Maßnahmen einleiten, um dieses Ziel zu erreichen. Ein Ziel ist z.B. der Aufbau von Kontrollen und Vorkehrungen, die im Fall eines
Falles eingreifen sollen, um gefährliche Produkte schnell aus dem Handel nehmen zu können. Um diese Rückrufaktionen möglichst schnell zu schaffen ist/war ein gemeinsames Informationssystem notwendig.
Eine weitere Richtlinie beschäftigt sich mit der Haftung von Dienstleistungen. In diese Richtlinie fallen alle "Sachen" des täglichen Bedarfs. Beispiele
hierfür sind die Arztbehandlung, die Beförderungsleistungen, der Gang zum Friseur, die Kfz-Reparatur, etc.. Eine Vorraussetzung ist hier der eingetretene Körper- oder Sachschaden. Auch bei dieser
Richtlinie muss der Verbraucher nur den Schaden nachweisen. Den Beweis, das alles ordnungsgemäß verlaufen/behandelt wurde, hat nun der Verursacher zu erbringen.
2. Die Verbraucherkredite
Durch die Richtlinie 87/102/EWG vom 22.12.1986 wurde die Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften über den Verbraucherkredit beschlossen. Diese trat in
Deutschland durch das Verbraucherkreditgesetz am 1.1.1990 in Kraft. Durch dieses Gesetz erhält der Verbraucher bessere Informationen über die mit der Kreditaufnahme verbundenen Kosten. Auch kann der
Verbraucher den Kreditvertrag eine Woche lang widerrufen. Dieses Widerrufsrecht beginnt mit dem Vertragsabschluß. Es wurde durchgesetzt, dass bei den Berechnungsmethoden und den Berechnungsfaktoren der
effektive Jahreszins angegeben werden muss. Letzteres wurde in einer Änderungsrichtlinie am 1.6.1989 beschlossen. Da aber in den verschiedenen EU - Staaten verschiedene Berechnungsmethoden existierten
zur Berechnung der Effektivzinsen, wurde eine einheitliche Berechung festgelegt.
3. Die Pauschalreisen
In der Richtlinie 90/314/EWG vom 13.06.1990 wird den Reiseveranstaltern ein Mindestmass an gemeinsamen Regeln zu Pflicht gemacht. Nach dieser Richtlinie sind die
Reiseveranstalter und Vermittler verpflichtet den Verbrauchern eindeutige, klare und genaue Informationen über die angebotenen Pauschalreisen zu geben. In jedem Fall muss der Verbraucher alle
Vertragsbedingungen erhalten und vor allem eine Vertragskopie. Ein weiterer Punkt beinhaltet den Fall der Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters oder Vermittlers. Hier müssen nämlich die Erstattung der
bezahlten Beträge und die Rückreise des Verbrauchers sichergestellt sein.
Seit dem 1.1.1993 sind schon die ersten Reglungen in Kraft getreten. So muss jeder Verbraucher die Vertragsbedingungen schriftlich erhalten. Auch dürfen die Prospekte
keine irreführenden Angaben (mehr) erhalten. So müssen beispielsweise die Preise, das Transportmittel, genauste Informationen zur Unterkunft, Visumformalitäten, im Preis enthaltene Ausflüge, die Anzahl
der Mahlzeiten etc. enthalten sein. Für Notfälle muss auch eine Kontaktanschrift am Zielort angegeben sein. Die Preise dürfen nur nach Vertragsabschluß geändert werden, wenn dieses im Vertrag steht.
Dieses wurde aber stark eingeschränkt auf einige wenige Ausnahmen. Falls der Veranstalter eine Reise stornieren sollte, so hat der Verbraucher einen Anspruch auf die Erstattung aller Kosten,
gegebenenfalls bekommt er noch eine Entschädigung. Oder der Verbraucher erhält eine andere oder höherwertige Reise angeboten. Wenn der Vertrag von Seiten des Veranstalters nicht eingehalten wird, es
werden z.B. nicht alle Leistungen angeboten, hat der Verbraucher einen Entschädigungsanspruch. Auch muss der Veranstalter für den Fall eines Falles (der Zahlungsunfähigkeit oder des Konkurses) nachweisen
können, dass die Verbraucher die gezahlten Beträge zurückerhalten, oder sichergestellt ist, dass der Verbraucher die Rückreise unternehmen kann.
Leider wurde aber diese Regelung, gerade zum letzten Punkt, von selten der Regierung nicht rechtzeitig umgesetzt.
4. Die Arzneimittel
Die Ursache für die Erstellung der Richtlinie zu diesem Punkt waren die enormen Preisunterschiede innerhalb der Europäischen Union. Abweichungen von 10% waren zwischen
einigen Staaten durchaus vorgekommen. Die Ursachen hierfür waren die Zersplitterung der Märkte und die unterschiedlichen Zulassungsverfahren, die in jedem Staat verschieden sind. So soll für
technologisch hochwertige Arzneimittel ein zentrales EU-Verfahren eingeführt werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Zulassung von dort für alle EU - Staaten gilt. Für die anderen Medikamente soll es ein
dezentrales Verfahren geben. Dieses Verfahren soll auf der gegenseitigen Anerkennung der einzelstaatlichen Zulassungen beruhen. Unterstützen soll die beiden Verfahren eine europäische Agentur.
Die erste Richtlinie legt beispielsweise fest, dass alle Medikamente der Humanmedizin in Sachen Verbraucherinformation den europäischen Standards entsprechen.
Beispielsweise ist der Beipackzettel in allen EU-Staaten Pflicht. Eine andere Richtlinie untersagt die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in der Öffentlichkeit. Dieses gilt auch für
Werbeaktionen von Seiten des Arztes. Eine weitere Richtlinie enthält die Kriterien zum Verkauf der Medikamente. Aus ihr geht hervor, welche Medikamente nur gegen Rezept verkauft werden dürfen. Aber auch
gehen aus ihr hervor, welche Medikamente frei verkauft werden können. Die nächste Richtlinie regelt die Zulassung für Arzneimittelgroßhändler. So wird von diesen die Buchführungspflicht gefordert. Sie
erlaubt ihnen aber den Vertrieb in der gesamten EU.
5. Das Lebensmittelrecht und die entsprechenden EU-Richtlinien
Dass die angebotenen und verwendeten Lebensmittel nicht gesundheitsschädlich sein dürfen, versteht sich von selbst. Es steht aber im Lebensmittelrecht. Es dürfen auch
alle Lebensmittel die in einem EU - Staat hergestellt werden (und dessen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen) auch in allen weiteren EU - Staaten vertrieben werden. Die Lebensmittel müssen deutlich
kenntlich gemacht werden. Diese Kenntlichmachung muss den Bestimmungen des lauteren Wettbewerbs erfolgen. Auch muss sie vor Irreführungen und Täuschungen schützen.
Einige Vorschriften gibt es schon seit Jahren. Beispiele hierfür sind für Kaffee - Extrakte, konservierte Stoffe, Tiefgefrorene Lebensmittel und Zusatzstoffe, die
verwendet werden dürfen, schon getroffen worden. Seit 1989 gibt es auch eine europäische Vorschrift für die Lebensmittelüberwachung. Bisher wurden 17 verschiedene Richtlinien erlassen. Die wenigsten EU -
Staaten haben sie jedoch umgesetzt. Umgesetzt haben sie als erstes Belgien, Dänemark und Griechenland. In den anderen Staaten gibt es Vertragsverletzungsverfahren.
Im Juni 1989 wurde im Interesse des Verbraucherschutzes eine gemeinschaftsweite Regelung getroffen. Durch sie wurde es möglich die Erzeugnisse in allen Stufen der
Herstellung bis zum Handel zu kontrollieren. Einer amtlichen Überwachung unterliegen beispielsweise die Rohstoffe, die Zusätze, die technischen Hilfsstoffe etc., aber auch der Hygienezustand der
Produktionsstätten und des Personals wird untersucht. Die Kontrollen erfolgen direkt beim Hersteller oder beim Importeur. Die amtliche deutsche Lebensmittelkontrolle wird durch die entsprechende EU -
Vorschrift erweitert. Beispiele hierfür sind die Einsicht in die Rezepturen, die strengere Kontrolle von exportierten Lebensmitteln und die Kontrolle der Betriebskontrolle. Im Februar 1992 wurden
ergänzenden Maßnahmen, denn es gab zu viele Lücken, beschlossen. Auch die Kontrolleure und Laboratorien sollen künftig zusammen arbeiten. Auch die Ausbildung dieser Mitarbeiter soll verbessert werden.
In der EU ist die Bestrahlung von Lebensmitteln noch umstritten. In einigen Staaten ist sie erlaubt. Beispielsweise dürfen Frankreich und Belgien Erdbeeren bestrahlen oder Kartoffeln
dürfen in Belgien, Frankreich und Spanien bestrahlt werden.
Die Zusatzstoffe, die bei den Lebensmitteln verwendet werden, sind verboten. Es sei denn sie sind erlaubt. Dieses wird auch gleichzeitig als das "Verbotsprinzip mit
Erlaubnisvorbehalt" bezeichnet. Genehmigt wird also nur, was nicht gesundheitsschädlich ist.
Auf der Verpackung muss es ebenfalls stehen, wenn die Lebensmittel bestrahlt oder entkeimt wurden. Seit 1979 fordert eine Richtlinie, dass europaweit das
Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden muss.
6. Der Versandhandel
In den Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden schon über 5% aller Warenverkäufe über den Versandhandel abgewickelt. Aus diesem Grund wurde auch ein Vorschlag für
eine entsprechende Richtlinie unterbreitet.
Geschützt wird der Käufer vor unzureichenden Informationen über die angebotenen Dienstleistungen und Erzeugnisse. Der Verkäufer soll auch die Verkaufsbedingungen genau
kennen. Aus diesen Gründen fordert auch die EG-Kommission einige Mindeststandards. So wird gefordert, dass der Verbraucher die Ware bestellt, so dass sie ihm nicht unaufgefordert zu gestellt werden kann.
Weiterhin muss der Besteller ein Rücktrittsrecht, ohne das Vertragsstrafen entstehen, haben. Dieses setzt eine Bedenkzeit von mindestens 7 Tagen ab Erhalt der Ware voraus. Auch muss er das Geld, was der
Verbraucher zuviel bezahlt hat, zurück erhalten können.
7. Die Versicherungen
Ab Mitte 1994 tritt die dritte Schadensversicherungslinie in Kraft. Diese wurde bereits 1992 beschlossen. Die Richtlinie enthält u.a. das die Aufsicht durch den
Herkunftsmitgliedsstaat durchgeführt werden soll. Die einheitliche Zulassung für die Aufnahme der Versicherungstätigkeit soll es in der gesamten Gemeinschaft geben. Außerdem muss es ein "Mindestmaß
an Koordinierung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften über Vermögenswerte zur Deckung versicherungstechnischer Rückstellungen und über die Liquiditätsmarge"(1) geben.
Diese Richtlinie soll ein Gleichgewicht zwischen der Freiheit der Versicherungsunternehmen und des Verbraucherschutzes darstellen. Gewährleistet wird die Freiheit der
Versicherungsunternehmen durch die Aufsicht durch den Herkunftsmitgliedsstaat, durch die einheitliche Zulassung und den Übergang zu den nachträglichen Kontrollen. Diese Kontrollen treten an die Stelle
der Anmeldung und Genehmigung von Versicherungskonditionen. Auch für die Anmeldung und Genehmigung neuer Versicherungstarife gilt dieses.
Gerechtfertigte Forderungen soll diese Richtlinie im Interesse des Verbrauchers zu lassen. Angemeldet müssen jedoch die "Bedingungen für die Pflicht und
Krankenversicherungen, die an die Stelle der Sozialversicherung treten" (2) werden. Die Änderung zur Festlegung von Vertragsbedingungen ohne eine vorherige Genehmigung ist beschränkt möglich.
Nach der Meinung der EG-Kommission wurde alles Mögliche für die Schaffung des Binnenmarktes im Versicherungswesen unternommen. (Im Bezug auf die dritte Richtlinie der
Schadensversicherung) Die Absichten besitzt auch die dritte Lebensversicherungslinie. Auch hier ist es möglich durch eine einzige Zulassung (die des Herkunftslandes des Versicherungsunternehmens) auf dem
gesamten EU - Markt tätig zu werden. Was auch dem Anbieten der Versicherung gleich kommt. Der Verbraucher hat nun den Vorteil von vielen Anbietern den besten herauszusuchen. Er kann also das beste
Angebot nehmen. Die Frage, die sich aber nun stellen sollte, wer verrät dem Verbraucher wer der beste Anbieter von allen ist. Ob dieser Vorteil ein Nachteil wird, wird sich Mitte 1994 herausstellen.
8. Kosmetika
Heute werden über 8000 verschiedene Substanzen in den Kosmetika verwendet. Leider wissen die Verbraucher nicht, welche der Substanzen sie sich auf ihre Haut schmieren.
Die Hersteller hüllen sich zumeist in Schweigen. Aus diesem Grund ist eine Richtlinie in Vorbereitung, nach der die Hersteller die Substanzen auf der Kosmetika-Schachtel angeben sollen in Vorbereitung.
Verabschiedet wurden schon Maßnahmen, die die Zusammensetzung sowie die Kennzeichnung und Verpackung von Kosmetika regeln. Auch wurden schon einige Substanzen verboten.
Die Verwendung von Farbstoffen wurde eingeschränkt.
9. Verbraucherschutz – Hilfen für den Verbraucher Beispiel 1 Verbraucherschutz im Finanz- und Versicherungsmarkt durch die Schutzvereinigung der
Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. Heilbronn
Ca. 95% der Finanz- und Versicherungsvermittler sind so sehr firmen- oder provisionsabhängig, dass über 95% der Deutschen zu teuere oder unnötige Versicherungen
abgeschlossen haben. Dasselbe trifft auch für die Spar- und Kapitalanlagen zu. Hier wurden unrentable Anlagen gezeichnet, die von Anfang an nicht richtig durchdacht waren. Eine Ursache liegt darin, dass
sich der Verbraucher im breiten Markt der Versicherungen, Beteiligungen, Sonderbestimmungen, Beitragsbefreiungen oder Rückvergütungen nicht auskennt.
Im Jahr 1987 wurde die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kleinanleger e.V. gegründet. Sie bezeichnet sich selbst als Förderverein für die
Verbraucherschutzorientierte Finanz- und Versicherungsvermittlung. Ihr können Verbraucher und Vermittler beitreten. Alle Vermittler, die ihr beigetreten sind, haben sich zur Arbeit nach den vorgegebenen
strengen Berufsrichtlinien der Schutzvereinigung verpflichtet. Den Familien, die der Vereinigung beigetreten sind, garantiert sie schriftlich mit einer "Geld-zurück-Garantie", dass diese die
besten Versicherungen vom gesamten Markt erhalten haben oder werden. Heute hat die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kleinanleger schon über 10000 Mitglieder. Überzeugt haben sie die hohen
Preisunterschiede im Preis- Leistungsverhältnis. Es gibt nämlich keine Versicherung, bei der man sich preiswerter versichern kann.
Beispielsweise kann die Ersparnis bei der Unfallversicherung bis 77% (inkl. Steuer) beim körperlich/handwerklichen Beruf sein. Im nicht handwerklichen Beruf kann es
"nur" bis 75% (inkl. Steuer) sein, die eingespart werden können.
Bei der Privat-Haftpflichtversicherung mit über 2 Millionen pauschal DM Versicherungsschutz und einer Selbstbeteiligung von 200 DM oder dasselbe bei einer Versicherungssumme von 5
Millionen DM kann die Ersparnis bis 68% (inkl. Steuer) betragen. Empfohlen wird die Selbstbeteiligung, da gerade der große Schaden den Ruin bringt und nicht der kleine Schaden. Der Jahresbeitrag beträgt
gerade 59,-DM (bei 2 Mio DM) und 64,90 DM (bei 5 Mio DM).
Über die Empfehlung der Schutzvereinigung bei der Gewässerschadenshaftpflichtversicherung (über 2 Millionen pauschal) kann ebenfalls 71% eingespart werden.
Eine Ersparnis bis zu 64% erreicht man bei der Wohngebäudeversicherung gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, wenn man die Empfehlung der Schutzvereinigung nutzt. Bei der
Hausratversicherung kann die Ersparnis in der Zone 1 bis 65% betragen, und bei der Zone 2 kann die Einsparung bis 78% betragen.
Diese Auflistung könnte man mit allen anderen Versicherungsarten, wie private und gesetzliche Krankenversicherung, Kfz-Haftpflicht, Rechtsschutzversicherung etc, fortgesetzt werden.
Derjenige, der Verbraucher, der diese Empfehlungen nutzt, spart viele DM ein. Die eingesparten DM kann der Verbraucher zum Aufbau seines privaten Vermögens nutzen. Da dieses der Verbraucher meist nicht
allein schafft, empfiehlt die Schutzvereinigung unabhängige Kostensenkungsspezialisten, die nach den strengen Richtlinien dieser Vereinigung arbeiten.
Zur Aufgabe der Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kleinanleger e.V. zählt die Aufklärungsarbeit im Finanz- und Versicherungsmarkt. Sie wendet sich dabei an
die Verbraucher, die Politiker und an die Anbieter von Kapitalanlagen und Versicherungen.
So hat die Schutzvereinigung bei ihrer Arbeit festgestellt, dass das „Was die Gesetzgebung für Vermögensplanung, Vermögensaufbau und Vermögenssicherung betrifft, … nicht nur
nicht verbraucherfreundlich, sondern zu einem großem Teil verbraucherfeindlich"(1) ist und stellte fest: "Über 95% der für die Gesetzgebung in Bund und Ländern verantwortlichen Politiker haben
selbst zu wenig Ahnung von Allfinanz-Fragen und lassen sich daher selbst von der Banken-, Bauspar- und Versicherungs-Lobby um die Finger wickeln."(2)
Dieses wird besonders beim Bausparen deutlich. Über 18 Millionen Bürger haben einen Bausparvertrag. Täglich hört oder liest man die Bausparwerbung im Radio, im Fernsehen oder in
Zeitschriften. Seit Jahren klärt die Schutzvereinigung die Bürger über das Bausparen auf. Sie beweist nämlich schwarz auf weis wie sich die Nachteile, die in der "9erbung "vergessen"
werden, auswirken. Einige der Nachteile sind beispielsweise, dass der Kunde beim Vertragsabschluß keine Sicherheit hat, wann das Darlehen zugeteilt wird, des Weiteren werden in der Ansparphase die
eingezahlten Bausparbeiträge gering verzinst. Die Gebühren sind öfters höher als die staatlichen Prämien. Gerade bei der Einbeziehung der Gebühren wird der Darlehenszins (und bei der Berücksichtigung des
Zinsverlustes in der Ansparphase) gegenüber Bankfinanzierungen "durchschnittlich etwa dreimal so hoch wie der 'offizielle' Bausparzins" (3) Da die meisten Zeitschriften, Zeitungen,
Fernseh- und Radiosender ungern auf die Werbeeinnahmen in Millionenhöhe verzichten, denn dieses könnte für einige Existenz gefährdend sein, sind auch demzufolge gesponserte positive Berichte,
Empfehlungen und Ratschläge des Öfteren zu lesen oder zu sehen.
Um die verantwortlichen Politiker aufzuklären, hat die Schutzvereinigung ein Bürgerbegehren erstellt und sammelt seither Unterschriften für dieses Begehren. Das Ziel ist ein
verbesserter Verbraucherschutz. Leider werden die meisten Artikel direkt oder indirekt von den Bausparkassen, den Banken und den Versicherungsgesellschaften geschrieben, die man hier und da hört oder
liest, so dass eine Menge Arbeit wohl noch getan werden muss.
Beispielsweise hatte es die Versicherungslobby geschafft die 10-Jahresknebelverträge bei den Unfall- und Sachversicherungen bei den Politikern durchzusetzen. Diese Verträge werden
durch Rabatte von 10% legalisiert, d.h. der Beitrag verringerte sich um die 10%. Dieses war die Bedingung, die die Versicherungs-Lobby erfüllen musste. Die Folge waren Beitragserhöhungen um mindestens
10%, denn dadurch wurde der alte Zustand wieder hergestellt oder noch verbessert. Auch dieses beweisst wieder, dass die verantwortlichen Politiker sehr starken Nachholbedarf im Verbraucherschutz haben.
Im Bürgerbegehren wird z. B. gefordert, dass die Verträge verbraucherfreundlicher werden, d.h. sie sollen zum nächsten Betragstermin auflösbar bzw. kündbar sein. In den Niederlanden
und in Großbritannien ist dieses nämlich schon so üblich. Eine weitere Forderung ist, dass die Versicherungsgesellschaften den Geldfluss offen legen sollen, denn jeder Verbraucher sollte wissen, was mit
seinem Geld geschieht. Leider ist dieses z. Z. noch nicht so, da auch ein Ende "der verbraucherfeindlichen Vermengung von Sparanteilen sowie Risiko-, Verwaltungs- und Abschlusskostenanteilen bei
Lebensversicherungen"(4) gefordert wird. Beendet soll auch der "Verkauf von Kapital-Lebensversicherungen, privaten Rentenversicherungen, Unfallversicherungen mit angeblicher Prämienrückgewähr,
Bausparverträgen, Bonus-Sparverträgen, Wachstumszins-Sparverträgen o.ä. ohne Angabe der Effektiv-Verzinsung"(5). Auch bei den Bauspardarlehensangeboten wird der wahre Effektivzins gefordert. Hier
dürfen nämlich die Bausparkassen bei ihren Effektivzins-Angaben mit staatlicher Erlaubnis die Einberechnung sämtlicher Gebühren "vergessen". So hat die Schutzvereinigung nachgerechnet, dass der
wahre Effektivzins für das Bauspardarlehn bis über 20% p.a. betragen kann. Dieses steht im vollen Gegensatz zu den Angeboten, die die Werbung z.B. von 4,5% p.a. verspricht.
Verbraucherfreundlich ist nach Meinung der Schutzvereinigung die Kreditgesetzgebung. Die Angabe der Effektivzinsen ist dort vorgeschrieben worden. "Dadurch sind die meisten
Tricks, Verbraucher mit dubiosen Darlehensverträgen über den Tisch zu ziehen, unterbunden worden."(6)
Zwei weitere Vorteile der Mitgliedschaft der Schutzvereinigung bestehen in ihrem umfangreichen Serviceangebot gerade für Verbraucher. Zum einen beurteilt sie Angebote von
Kapitalanlagen, um die Mitglieder und Verbraucher vor dubiosen Anbietern zu schützen. Zum anderen hilft sie den Mitgliedern bei ungerechtfertigten Forderungen von Versicherungskonzernen. Dieses schließt
die Hilfe -wie komme ich aus überteuerten Verträgen heraus- ein. Die Schutzvereinigung unterrichtet und berät ihre Mitglieder also in allen Fragen der Vermögensplanung, -mehrung, -sicherung und -bildung.
10. Verbraucherschutz – Hilfen für den Verbraucher Beispiel 2 Die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. im Vergleich zur Stiftung
Warentest
Die Verbraucherschutzzentralen und die Stiftung Warentest testen in der Regel alles, was es zu testen gibt. So beginnt es bei A -wie Auto- und endet bei Z, wie Zubehör
für Kameras, PC, Autos etc. Dadurch erhält jeder Verbraucher Informationen, die er für den nächsten Einkauf nutzen kann. Den Rat holt sich der Verbraucher in den vielen Verbraucherzentralen oder durch
die Zeitung, wie z.B. "Test", die von ihr herausgegeben wird. Aber auch eine allgemeine Beratung im Finanz- und Versicherungsmarkt gehört dazu. Finanziert wird die Stiftung Warentest durch
Steuergelder. In der Regel wird der Verbraucher, wenn er die Informationen erhalten hat, allein gelassen. Der Verbraucher muss sich dann selbst kümmern, woher er die beste Versicherung bekommt. Ob er
anschließend alle Versicherungskonzerne nach Angeboten anschreibt und es dann noch schafft, die mit Sicherheit kommenden Vertreter von A, wie Allianz bis Z, wie Zürich-Versicherungen zu empfangen, die
alle nur den Vertragsabschluss im Kopf haben, möchte man bezweifeln. Die wenigsten werden es wohl bis zum Ende schaffen und sich dann die beste Versicherung aussuchen können. Besser sieht es natürlich im
Technikbereich aus, denn hier genügen meist die Test-Urteile in der Zeitschrift "Test". Denn wer auf Qualität Wert legt, wird stets Produkte mit dem Urteil "sehr gut" oder mindestens
"gut" kaufen. Falls es mehrere Erzeugnisse mit demselben "sehr guten" Urteil gibt, kommt der Verbraucher nicht um die Beratung im Fachgeschäft herum. Aber auch für die Industrie sind
die Veröffentlichungen gut, da sie sich so am Markt orientieren können und die eigenen Erzeugnisse verbessern können. Dieses ist natürlich im Sinne der Verbraucher. Die Veröffentlichungen helfen damit
also dem größten Teil der Bevölkerung, die sich gute oder sehr gute Erzeugnisse leisten möchten oder sich vor Verlusten durch schlechte Qualität und den folgenden teuren Reparaturen schützen wollen.
Regelmäßige Tests sind die Folge. Aber die Verbraucherschutzzentralen helfen auch Geschädigten und Hilfesuchenden weiter. Sie erhalten dort Ratschläge und Tipps und sind deshalb oft einer der ersten
Ansprechpartner.
Im Gegensatz zur Stiftung Warentest hat sich die Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kleinanleger e.V. nur auf Versicherungen und Kapitalanlagen
spezialisiert. Die Schutzvereinigung trägt sich durch die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge selbst. …………….. Zwischenbemerkung: Aufgrund der „ururalten“
Ausführungen habe ich hier nicht alle Sätze wiedergegeben. „Aktueller“ ist die später im Jahre 1995 geschriebene Diplomarbeit. Siehe dort. …………..Der
Vorteil ist dabei, dass der Verbraucher, sobald er erfahren hat, welche die beste Versicherung beispielsweise für ihn ist, nicht mit seiner Entscheidung allein gelassen wird. Der Verbraucher würde sonst
im Endeffekt doch bei den großen überteuerten Versicherungskonzernen landen. Katastrophaler kann sich das bei Kapitalanlagen auswirken. Dort kann er nämlich alles verlieren.
Die Stiftung Warentest führt also Marktvergleiche durch und beurteilt die Qualität und verschiedene weitere Merkmale. Diese Beurteilung führt die Schutzvereinigung im
Finanz- und Versicherungsmarkt auch durch. Sie geht jedoch noch einen Schritt weiter. Die Schutzvereinigung fordert nämlich direkt bei den Banken, Versicherungsgesellschaften und auch von den Politikern
mehr Verbraucherschutz.
11. Verzeichnis der verwendeten Literatur
Verbrauchermagazin "Spitze" Hefte 1/93-1/94 Verbraucherschutzbriefe 91-93 EG - Informationen 7/92 Euro - Info z.B. Verbraucherschutz Faltblatt 23
Broschüre der Schutzvereinigung "So schützen Sie sich vor Fehlentscheidungen bei Bank-, Bauspar- und Versicherungsabschlüssen" „Verbraucherschutzgarantie“ der Schutzvereinigung
„Bürger-Begehren“ der Schutzvereinigung Werbeprospekt „Wetten dass …?“ der BDF GmbH Die hohe Schule des Vermögensaufbaus“ von F. Froehlich und P. P. Talkenberger
Auflistung der Quellen der Zitate aus dem Punkt 1.: Das Zitat (1) stammt aus der EG-Information 7/92 Das Zitat (2) stammt aus der EG-Information 7/92
Das Zitat (3) stammt aus der EG-Information 7/92 aus dem Punkt 7.: Das Zitat (1) stammt aus den EG - Informationen 7/92 Das Zitat (2) stammt aus den EG - Informationen 7/92
aus dem Punkt 9.: Das Zitat (1) stammt aus dem Verbraucherschutzbrief 2/93 Das Zitat (2) stammt aus dem Verbraucherschutzbrief 2/93
Das Zitat (3) stammt aus dem Verbrauchermagazin „Spitze“ Heft 1/93 Das Zitat (4) stammt aus dem „Bürger-Begehren“ (s.o.) Das Zitat (5) stammt aus dem „Bürger-Begehren“ (s.o.)
Das Zitat (6) stammt aus dem „Bürger-Begehren“ (s.o.)
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4. „Gibt es eine Umsetzung der "Die Idee der verbraucherorientierten Vermittlung im Finanz- und Versicherungsmarkt" und wie wird diese Idee
verwirklicht?“
Fertig gestellt im Dezember 1995
Diplomarbeit Höferlin-Institut (HBW) Thema:
>Gibt es eine Umsetzung der "Idee der verbraucherorientierten Vermittlung" im Finanz- und Versicherungsmarkt und wie wird diese Idee verwirklicht?<
Inhaltsverzeichnis:
1. Die Situation auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt 1.1. Aus der Geschichte 1.2. Der Verbraucher - jeder will sein Geld - und die bittere Realität
1.3. Das ideale und dazu noch sehr gut steuerbare "Massenbeeinflussungsinstrument" - genannt "Presse" 1.3.1 Die Zeitschriften 1.3.2 Die Branchendienste
1.4. "Verbraucherberatungsstellen im Test - glatt durchgefallen" 1.5. Die Milliardenmacht der Konzerne 1.6. Das große Bündnis zwischen den Konzernen und der Politik unter dem
"Zweckmittel: Konzern - Lobby" gegen die Verbraucherinteressen 1.7. "Nicht überall, wo Anlageberater drauf steht, ist auch Anlageberater drin!"
1.8. Der freie ("graue") Markt 1.9. "Was Versprechen morgen wert sind" 1.10 Zur Untergliederung oder die Fortsetzung der Geschichte 1.11 Zu den Beispielen gilt es zu beachten
2. Einproduktverkäufer 3. Einfirmenvertreter 3.1. Versicherungskonzerne 3.1.1. Die Vermittler der DBV: Versicherungen 3.1.2. Die Vermittler der Victoria - Versicherungen 3.2. Banken
3.2.1. Die Berater der CC Bank 3.2.2. Die Berater der Commerzbank AG 3.2.3. Die Berater der Citibank Privatkunden AG 3.2.4. Die Berater der Weberbank KG auf Aktien 3.3. sonstige
3.3.1. Die Vermittler der Badenia Bausparkasse AG 3.3.2. Die Vermittler der Colonia Bausparkasse AG 3.3.3. Die Anlageberater der AKJ - Gruppe 4. Abhängige Strukturvertriebsgesellschaften
4.1. Die Vermittler der OVB (OVB Allfinanzvermittlungs GmbH & Co KG) 4.2. Die Vermögensberater der DVAG (Deutsche Vermögensberatungs AG) 5. Die Mehrfachagenten
5.1. Des Finanz- , Immobilien- und Versicherungs - Service 5.2. Der Unabhängigen Finanz- Service GmbH 5.3. Der Engelhardt & Winkelmann GbR
6. "Sie sind reif für den Test" oder die Angebote der großen Verbraucherinteressenvereinigungen 6.1. Der BdV (Bund der Versicherten e.V.) 6.2. Die GVI (GELD und VERBRAUCHER
Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V.) 7. Unabhängige Unternehmen 7.1. Die Vermittler der Dresdner Schutzgemeinschaft Finanzberatung GbR
7.2. Die Vermittler der A.U.F. unabhängige Wirtschaftsberatungs GmbH 7.3. Die Vermittler des BCA Wirtschaftsverbundes unabhängiger Finanzdienstleister GmbH 7.4. Die Wirtschaftsberater des AWD
(Allgemeiner Wirtschaftsdienst Gesellschaft für Wirtschaftsberatung und Finanzbetreuung mbH) 7.5. Die Makler des VVV (Verband Verbraucherorientierter Versicherungs- und Finanzmakler e.V.)
8. Zwei Alternativen zur Masse 8.1. Werden Sie "Bankier" oder die Berater der Sparda-Bank e.G. 8.2. Die Kostensenkungsspezialisten
8.2.1. Der Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. (PRO ALTERNATIVE) 8.2.2. Die B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH 9. Was ist nun mit der
Umsetzung und Verwirklichung der Idee der verbraucherorientierten Vermittlung im Finanz und Versicherungsmarkt? 9.1. Gibt es eine Umsetzung der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< im
Finanz und Versicherungsmarkt? 9.2. Wie wird diese >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< verwirklicht, wenn sie schon existieren sollte?
9.3. Der Idealfall oder ein Blick in die Zukunft 10. Anhang 10.1. Übersichten und Beispiele zur besseren Veranschaulichung 10.2. Ein Auszug aus der Vielzahl der Versicherungen
10.3. "Kapital-Lebensversicherung ist legaler Betrug" 10.4. "Warnung vor privaten Rentenversicherungen"
10.5. "Bausparen ist Volksverdummung und legalisierter Anlegerbetrug" 10.6. "Millionendeals mit falschen Bankgarantien" 10.7. Vermögensaufbau Allgemeines
10.8. Vermögensaufbau Konkretes 10.9. Bücherverzeichnis 10.10. Unternehmens- und Werbeinformationen 10.11. Zeitschriftenverzeichnis 10.12. Quellenverzeichnis
1. Die Situation auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt 1.1. Aus der Geschichte
Bereits bis ins 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung wurde nachgewiesen, daß es "Tische" im alten Orient gab. Wobei hier das Wort "Tisch" für den
"Tisch des Geldwechslers" steht. Und diese ersten "Tische der Geldwechsler" standen vor oder in den Palästen und Tempeln, wo die Einlagen der Kunden aufbewahrt wurden. Im 16.
Jahrhundert wurde das italienische Wort "banco", das mit "Tisch" gleichbedeutend war, in das deutsche das Wort "Bank" übertragen. In der Zeit vom 8. bis zum 7. Jahrhundert
v.u.Z. entstand das erste Münzgeld im griechisch-kleinasiatischen Raum. Auch fingen dann die ersten Darlehensgeschäfte an. Die erste Bank >Monte-Vecchio-Bank< wurde im Jahr 1156 in Venedig
eröffnet. Die erste Bank >im heutigen Sinne<, so beschreibt es das Buch "Die Macht der Banken" wurde 1407 im italienischen Genua gegründet. Sie hieß >Banca die San Georgio<. Die
erste deutsche Bank -die Hamburgische Bank- wurde 1619 gegründet. "Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten sich Privatbankiers ihre vorherrschende Stellung im Kreditgewerbe erhalten.
>Das wichtigste Bankgeschäft bestand in der Unterbringung von Staatsanleihen, während der Anteil der Banken an der Finanzierung der sich langsam entfaltenden Industrie gering blieb.<"(6) Im
Jahr 1870 wurde die Deutsche Bank gegründet. Im selben Jahr eröffnete ebenfalls die Commerzbank (früher: Commerz- und Disconto-Bank AG) ihre Türen. Die Dresdner Bank AG begann im Jahre 1872 mit ihren
Geschäften in Dresden. Nur diese drei Unternehmen >überlebten< diese Jahrhundertwende bis heute.
Die erste Lebensversicherungspolice der Welt gab es ab dem Juni des Jahres 1583. Im Jahre 1699 wurde die erste Lebensversicherungsgesellschaft in London gegründet. Diese Gesellschaft
versicherte in diesem Jahr (1699) bereits 2000 Personen. Das erste Gesetz gegen den Missbrauch von Lebensversicherungen, das zum Teil sogar heute noch gültig ist, wurde im Jahre 1774 erlassen. Die erste
deutsche Versicherungsgesellschaft - die Gothaer Lebensversicherung- wurde 1827 gegründet. Im Jahre 1850 gab es bereits 75 britische Lebensversicherungen und zwanzig Jahre später gab es schon 28 deutsche
Lebensversicherungsgesellschaften.
Früher gab es wenige Versicherungs-, Bank- und/oder gar Allfinanzanbieter. Damals war die Auswahl für den Verbraucher noch einfach, da es sehr wenige gab. Früher wurde der
Verbraucher in Finanzangelegenheiten nicht ausgebildet. Nur die Reichen lehrten dieses Wissen der Geldanlage in den Familien weiter. Schließlich hatten die Armen ja nichts zum Anlegen. Auch die großen
Finanz-Konzerne dürften schon lange wissen, wie man das meiste aus dem eingesammelten Geld (z.B. für die Versicherungen) macht. Aber die große Masse Verbraucher erfuhr davon recht wenig und dieses ist
bis heute so geblieben. Die Masse trug das Geld eben einfach zur Bank (z.B. auf das Sparbuch), denn "so hat sie es ja eben immer gemacht." Weshalb sollte man sich da auch früher informieren?
1.2. Der Verbraucher -jeder will sein Geld- und die bittere Realität
Heute gibt es über 33 Bausparkassen, 4500 Banken, 750 Versicherungen und 300 Fondsgesellschaften in Deutschland. Und welcher Verbraucher kennt sie schon alle und weiß
ganz genau, was für ihn das Beste ist? Und wer vor allem kennt dazu noch alle einzelnen Angebote der einzelnen Unternehmen, um sich damit bestmöglich zu versorgen? Wer hat die Zeit, alles miteinander zu
vergleichen, um das Optimale für sich herauszufinden? Wohl die wenigsten. Gerade dieses dürfte heute eines der großen Verbraucherprobleme sein. Wer hilft ihm weiter? Heute gibt es für den Verbraucher
viele Zeitschriften und Bücher, die sich mit dem Thema Finanzen auseinander setzen. Nur gibt es leider eine Vielzahl von Verbrauchern, die entweder zum lesen keine Zeit oder Lust haben oder eben einfach
nur den >großen Namen< "blind" vertrauen und den Rest des Marktes >aus persönlicher Sicherheit< einfach für unseriös halten. Seit Generationen schaffte man das Geld >einfach
so< zur Bank und erhielt Zinsen. >So hatte man es früher gemacht< und >so kann man es auch weiter machen<. Wieso sollte man sich da als Verbraucher auch noch informieren und kostbare Zeit
opfern?
Die bittere Realität beschreibt die Zeitschrift Spitze in der Ausgabe (3/93). "Nirgendwo wird Unwissenheit so bestraft wie in Geldangelegenheiten. Der wahre Grund dafür, daß
Millionen von Menschen mit dem Abschluß von Bausparverträgen, Kapital-Lebensversicherungen oder Sparbuchverträgen sowie überteuerten und unnötigen Versicherungen das Geld kübelweise zum Fenster
hinauswerfen und damit nie eine Chance haben, die angestrebte Unabhängigkeit zu erreichen, ist ausschließlich mangelndes Wissen.... Auch in den Medien finden sich für die pressegläubigen Deutschen
überwiegend Jubelartikel ... über die werbeträchtigen Angebote der Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften und Banken. ... Es gehört aber auch genügend Naivität -um nicht zu sagen Dummheit- dazu, zu
glauben, daß die Medien, die eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen in Bank-, Versicherungs- und Bausparanzeigen haben, die Wahrheit über diese Themen verbreiten." Traurigerweise glaubt die große
Masse der Verbraucher offenbar blind demjenigen, der sich durch Millionenausgaben in Presse- und Fernsehwerbung immer wieder zeigt. Alles getreu dem Motto: >Der muß aber gut sein, wenn der sich das
leisten kann<. Vielleicht ist es aber auch das >gute< Gefühl, seine Versicherung öfters im Fernsehen in den Reklameblöcken zu sehen. Schließlich haben die Deutschen etwa 180 Milliarden DM für
Versicherungen 1993 ausgegeben. Die Schweizer haben ca. 25 Milliarden Franken ausgegeben. Ca. 90 Milliarden Schilling haben die Österreicher für Versicherungen im Jahre 1993 ausgegeben. Die Zeitschrift
Finanztest stellte in ihrer Ausgabe 1/94 eine grobe allgemeine Übersicht mit den verschiedensten Angeboten des Finanzmarktes auf. (Anhang 10. 1. 1. Nr. 1)
Die Zeitschrift Spitze (5/94) bringt zum Versicherungsmarkt einen Vergleich: "Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie müßten für einen Mercedes beim einen Händler 50.000 Mark,
beim anderen Händler 100.000 Mark und beim dritten Händler 150.000 Mark bezahlen und in allen drei Fällen würde es sich um ein gleiches Automobil mit gleicher Qualität handeln.... Das wäre im
Automobilmarkt undenkbar, aber im Versicherungsmarkt ist das etwas ganz Normales. ... Viele Millionen in Deutschland wohnende Familien werfen Jahr für Jahr mehrere tausend Mark zum Fenster hinaus, weil
sie sich von schlechten Finanz- und Versicherungsangeboten blenden ließen. ... Trotz gleichen oder ähnlichen Versicherungsumfangs muß man viel zu häufig zwei- bis viermal soviel bezahlen wie bei den
preiswerten Versicherungsangeboten. Die bekanntesten Gesellschaften gehören oft zu den teuersten Gesellschaften, da es ihnen gelingt, die Unkenntnis der Menschen mittels raffinierter Vermittlungs- und
Werbemethoden auszunutzen." "Die Versicherungsunternehmen dürfen doppelt und dreifach überkalkulierte Prämien kassieren, doch die Frage, was mit den zwangsläufig entstehenden Überschüssen und
den Spargeldern der Kunden geschehen soll, ist nicht eindeutig geregelt", heißt es im Buch "Das Versicherungs(un)wesen.
Die Bild am Sonntag (vom 29.9.91) schrieb: "Millionen Neubundesbürger haben seit August 1990 Hunderte oder Tausende von Mark verloren: Übereilt und gutgläubig
unterschrieben sie Versicherungsverträge, die nun für sie meist viel zu teuer und nicht selten auch völlig überflüssig sind." Aber "trotz des Medienwaldes sind Millionen Bürger aus
Informationsmangel und Unwissenheit seit Jahrzehnten nicht nur katastrophal versichert gewesen, sondern auch um Milliarden DM legal betrogen worden. 25 Millionen Haushalte zahlen durchschnittlich 1600 DM
für einen Versicherungsschutz, den sie auch für weniger als 200 DM im Jahr haben könnten. Über 35 Milliarden DM stünden Jahr für Jahr für eine anderweitige Verwendung zur Verfügung.... Etwa jeder zweite
Lebensversicherungsvertrag wird vor Ablauf gekündigt ... So hatten die Vereinigten Wirtschaftsdienste im August 1985 festgestellt, daß im Jahre 1984 zwei Millionen Bundesbürger, die vorzeitig ihre
Lebensversicherung >fast immer in einer wirklichen Notlage< kündigten, den >gigantischen Verlust von mehr als zehn Milliarden DM erlitten haben<" schreibt der Ratgeber Lebensversicherung.
Das Problem ist, "daß die meisten von ihren Fehlern und Verlusten gar nichts ahnen. ... Fast alle Familien haben keine ausreichende Versorgung für den Fall, falls dem Ernährer
etwas zu stoßen sollte. Fast alle Berufstätigen haben keine private Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Viele haben zu teure Auto-, Haftpflicht-, Hausrat- und Unfallversicherungen. ... Mit
all diesen Fehlern haben Millionen ... Haushalte Jahr für Jahr Milliarden Mark verloren. Die einzelne Familie Tausende von Mark. ... Logisch, daß die Verluste der Verbraucher für andere ein
Riesengeschäft sind, und daß diese Geschäftemacher alles tun, damit die Bürger nicht besser informiert werden."(26)
Das Buch >Die Hohe Schule des Vermögensaufbaus< bringt es auf den Punkt: "Über 95 Prozent aller Deutschen haben in Hülle und Fülle zu teuere oder unnötige Versicherungen
abgeschlossen. Oder sie haben vergleichsweise unrentable Sparprogramme und Kapitalanlagen gezeichnet. Oder Finanzierungen vereinbart, die von vorn herein nicht richtig durchdacht sind. Jahr für Jahr
werden auf diese Weise Milliardenbeträge aufgewendet, die eigentlich sinnvoller investiert werden könnten.... Der Endverbraucher ist heute fast außerstande, auf dem breit gefächerten Markt von Tarifen,
Verträgen, Bestimmungen, anfänglichen und effektiven Jahreszinsen, voraussichtlichen Gewinnentwicklungen und Agios, Disagios, Sonderbestimmungen, Gewinnbeteiligungen, Rückvergütungen, Beitragsbefreiungen
und sonstigen durch Fachchinesisch verkompliziertem Angebotsspektrum zu wissen, wo eigentlich vorne und wo hinten ist." "Kein Wunder also, wenn ihm heute Versicherungsvertreter A ... das genaue
Gegenteil dessen erzählt, was er gestern von Versicherungsberater B ... erfuhr. Oder Bausparkassenvertreter C ihm eine völlig andere Rendite vorgerechnet hat, als er von einem Finanzmathematiker
errechnet bekam." (53) ">Wer lügt am meisten? Diese Frage stellte das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Gewis den Bundesbürgern. Als Schwindel-Weltmeister gelten die
Versicherungsvertreter(71%), gefolgt von Politikern(67%).<" (29)
Die "Sparpläne, Kapitalanlagen, Finanzierungen und Versicherungen sind eine unsichtbare Ware, die niemand sofort durchschauen kann. Der Vertragsabschluß ist vergleichbar dem
Einpflanzen eines Samenkorns in die Tiefe der Erde. ... Erst wenn das Saatgut aufgegangen ist und dann die Ernte eingefahren werden soll, sieht man die Bescherung"; denn "Verbraucherschutz bei
Kapitalanlagen im Sinne des Schutzes vor Fehlentscheidungen bedeutet ... nicht Sicherheit durch Risiko- und Chancen-Meldung, sondern Sicherheit durch Risiko- und Chancen-Streuung, also durch Verteilung
des zu investierenden Geldes auf ganz verschiedene Gewinnquellen mit einem ausgewogenem Chancen-Risikoverhältnis."(14) Wer also "finanziell hoch hinauf will, muß früh anfangen, bei Finanz- und
Versicherungsverträgen in den Kosten runterzukommen; denn das beste Sparprogramm der Welt ist ein Kosten-Sparprogramm"(15)
1.3. Das ideale und dazu noch sehr gut steuerbare "Massenbeeinflussungsinstrument" -genannt Presse 1.3.1. Die Zeitschriften
Zeitschriften gibt es viele, die einen schreiben kritisch über den Finanz- und Versicherungsmarkt und die anderen wohlwollend. Die "Anzeigenblätter ... stehen unter
dem Druck der Anzeigenabteilungen, die von der Versicherungsbranche jährlich Aufträge in Millionenhöhe erhalten.... Die Medien übernehmen oft von der Lobby verfaßte Artikel, die schwarz auf weiß Lügen
enthalten - so eindeutig falsche Berechnungen zur Rendite der Kapital-Lebensversicherung oder zur Lebensversicherungshypothek. Und das Massenmedium Fernsehen hat sich" -von wenigen Ausnahmen
abgesehen- "bisher ausgeschwiegen - trotz jährlicher Versicherungsprämien der Bundesbürger von über 120 Milliarden DM.... Dabei ist das Schweigen noch nicht einmal die schlimmste Mediensünde.
Schlimmer ist die meist ahnungslose, oft sogar bewußte Übernahme von Lobby-Positionen und die dadurch verursachte Falschinformation und Verunsicherung der Öffentlichkeit."(1)
Nun ist aber auch jede Zeitschrift "eine Ware, die ihre wirtschaftliche Bedeutung aus Vertriebserlösen (Kioskverkauf und Abonnement) sowie Anzeigenerlösen einfährt. Dabei
überwiegt der Stellenwert der Anzeigenaufträge bei weitem die Erträge aus den Heftverkäufen. Je näher sich eine Zeitschrift an die Produktgeber (hier Versicherungen, Banken, Fondsgesellschaften) anlehnt
und mit diesen einen ausgewogenen bis positiv gefärbten Dialog führt, desto umfangreicher nehmen sich die Anzeigenvolumina aus. Manche Objekte kommen so zum Beispiel auf einen Heftumfang von 200 Seiten,
davon 100 Seiten Anzeigen. Die verbleibenden 100 Seiten spiegeln wiederum mehr oder weniger neutral den Markt der in den Anzeigen präsentierten Produkte wieder... nach dem Prinzip >eine Hand wäscht
die andere<." (2) "Positive Presseartikel -so die Verkaufserfahrung- kommen nämlich bei der breiten Masse der Kunden und Interessenten viel besser an. Das hat den Hauch von Neutralität ...
Die Verkaufs- und Werbestrategen haben längst erkannt, daß sich wegen der Pressegläubigkeit der Deutschen mit Zeitungsartikeln leichter verkaufen läßt als mit Werbeprospekten. So hat sich zur
Politiker-Lobby in Bonn schon lange einer Presse-Lobby der Banken, Versicherungsgesellschaften und natürlich auch Bausparkassen herangebildet. Auf der einen Seite versucht man, den Gesetzgeber für sich
einzunehmen, auf der anderen Seite die Medien."(3) Die Zeitschrift Mein Geld 2/95 stellte einmal die Einnahmen und die Gesamtseitenanzahl der Anzeigen gegenüber.
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Die Zeitschrift >Mein Geld< schrieb in der Ausgabe 4/95: "Wir haben es im Anlegerschutz nicht mit einem demokratischen Spiel der Kräfte und einer sachlich wie
auch fachkundigen Diskussion zu tun. Es geht um Meinungsführerschaft im Geschäft mit dem Verbraucher- / Anlegerschutz.... Sollten Sie selbst einmal das Vergnügen haben, einem mit den gelben Seiten aus
Oberursel (gerlach-report) demonstrativ wedelnden gegnerischen Anwalt gegenüber zu sitzen, dann wird Ihnen persönlich bewußt, welchen Grad der Verkommenheit die Verbraucher- / Anlegerschutz-Szene
erreicht hat."
Die Zeitschrift Spitze fragte in der Ausgabe 5/94 "Glauben Sie, daß Zeitschriften wie Capital oder DM, die jährlich von Finanz- und Versicherungskonzernen Anzeigenaufträge in
'zig Millionen Höhe bekommen, mit aller Kraft und Konsequenz alle Bank-, Bauspar- und Versicherungslügen entlarven würden? Allein in der Zeitschrift Capital in Westdeutschland erscheinen monatlich
bis über 50 meistens ganzseitige und mehrfarbige Anzeigen von Bank- und Versicherungskonzernen."
Aufgrund der kritisch sachlichen Schreibweise der Zeitschrift Spitze über den Finanzmarkt, erfolgte ein "Bombardement von vielen Klagen, jedesmal mit Millionenstreitwerten"
gegen Spitze. "Die Strategie war klar: Eine unbequeme Stimme, die man mit sachlichen Argumenten nicht besänftigen kann, muß man finanziell platt zu walzen versuchen."(4) Im Prinzip könnte man
folgende einfache Strategie fahren: >Wer nicht mitspielt und sachlich kritisch weiter schreibt, bei dem denke man sich einen Grund aus und verklage ihn einfach mit Millionenstreitwerten, damit er
einige Zeit >weg vom Fenster< ist<. Schon in der nächsten Ausgabe (von Spitze 4/93) wird gefragt: "Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, mit wie wenig aussagekräftigen bzw. wie wenigen
Prospekten Banken und Versicherungsgesellschaften arbeiten, im Verhältnis zu anderen Finanzanbietern?" In der Spitze (5/94) heißt es: "Diese Diktatoren ... sind u.a. die großen Finanz- und
Versicherungskonzerne in Verbindung mit den Mächtigen in den Massenmedien.... Wer gegen die Mächtigen ankämpft und versucht, diesen den Spiegel vorzuhalten, bekommt nicht nur Arger direkt mit den
Mächtigen selbst, sondern mit den Marionetten der Mächtigen in Gestalt z.B. von bestimmten Presseorganen, die für die Mächtigen eine Art von Stellvertreterkrieg führen." Mit anderen Worten, man
sollte nicht alles >blind< glauben, was so geschrieben wird; denn es geht in der Regel um viel, sehr viel Geld und bekanntlich >hört bei Geld die Freundschaft< auf.
Zum Schluß vielleicht die Beispiele Bausparen, Kapital-Lebensversicherung und private Rentenversicherung: Wenn man über diese Finanzprodukte in Zeitschriften, die eine
Menge Werbeanzeigen von Bausparkassen, Versicherungen und Banken enthalten liest, wird man in der Regel kaum ein negatives Wort über diese Finanzangebote finden. Im Anhang habe ich mir die Arbeit
gemacht, einmal aus den Zeitschriften und vor allem Büchern zu zitieren, die eben keine Millionenwerbeeinnahmen durch die großen Konzerne haben. Da fällt einem auf, daß diese in der Regel das volle
Gegenteil von dem schreiben, was die großen Wirtschafts- oder Finanzzeitschriften schreiben, die eben die Werbemillioneneinahmen haben.
1.3.2. Die Branchendienste
Europas größter Mediengigant, der Bertelsmann-Konzern, hat als Tochterunternehmen das Deutsche Finanzdienstleistungs-Informationszentrum. Dieses bringt den >gerlach
report< heraus. Im Werbeblatt des gerlach-reports heißt es: "Unsere Zielgruppe ist also der seriöse Vertrieb und der seriös arbeitende Initiator. Als >gerlach-report<-Abonnent sind Sie also
in bester Gesellschaft, wobei ich mir in -aller Bescheidenheit- nicht vorstellen kann, wie seriös arbeitende Vermittler und Initiatoren ohne unsere Informationen auskommen können." Der
>gerlach-report< überprüft Angebote des Finanz- und Versicherungsmarktes zur regelmäßigen Information der Vermittler.
Der Geldanlageberater schrieb im November 1991, daß dieser report "von den >meisten Verbraucherzentralen, zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften sowie
TV-Verbrauchermagazinen und sogar von Staatsanwaltschaften und der Kripo empfohlen< wird."
In der Zeitschrift Spitze (5/94) steht zum gerlach-report: "Für Aufsehen sorgen ... die wahrscheinlich zigtausend gerlach-report-Kopien, die nur zur
Konkurrenzbekämpfung überall herumgereicht werden.... Schwierig ist es für Nicht-Insider jedoch zu unterscheiden, wer vom gerlach-report zu Recht und wer zu Unrecht fertig gemacht wird. ... Doch in
diesem Geschäft mit überwiegend negativen Einschätzungen überwiegend Recht zu haben, wenn man in einem Rundumschlag alle -außer Freunden und Geschäftspartnern zusammenschlägt, ist nicht schwer." In
derselben Ausgabe werden eine Vielzahl von Gegenbeispielen aufgeführt, so u.a. liegen der Redaktion in einem Beispiel "über 50 Schreibmaschinenseiten von Gegendarstellungen zur
Gerlach-Berichterstattung" vor. Anschließend schreibt die Zeitschrift zusammenfassend über dieses Beispiel: "Das liest sich wie die Dokumentation eines in Deutschland beispiellosen
Kloakenjournalismus, der im wesentlichen mit Verunglimpfungen, reinen Stimmungsmache Vermutungen und aus der Luft gegriffenen Behauptungen" arbeitet und "wer dem gerlach-report und seinen
Freunden im Wege steht, der wird bekämpft, wobei dann leider die zu Recht und die zu Unrecht Bekämpften oftmals über einen Kamm geschoren werden."
Der markt intern Verlag ist Europas größter Branchendienst-Verlag oder Informationsbrief-Verlag. In diesem erscheinen regelmäßig verschiedene Informationsbriefe. Alle
diese sind anzeigenfrei, kritisch und voneinander unabhängig. Beispiele hierfür sind >recht intern<, >finanztip<, >steuertip<, >steuerberater intern<, >versicherungstip<,
>immobilien intern<, kapital markt intern<, >Telekommunikation<, >Möbel-Fachhandel<, Schuh-Fachhandel< und eine große weitere Anzahl verschiedener Informationsbriefe. Dabei hat
jeder Brief einen anderen Schwerpunkt.
>kapital markt intern< setzt sich mit dem freien Kapitalanlagemarkt auseinander. Das Ziel dieses Briefes ist es, vor den unseriösen Unternehmen der Finanzbranche
zu warnen und somit die Finanzvermittler, d.h. vielmehr dessen Kunden vor großen Verlusten zu schützen.
">kapital-markt-intern< (kmi), eine Konkurrenz des gerlach-report, wirft dem gerlach-report >marktschreierische, polemische und weitgehend unqualifizierte
Angriffe<, möglichen >Rufmord<, ... sowie eine >überzogene, oft diskriminierende Berichterstattung< über ihm mißliebige Anbieter im Finanz- und Versicherungsmarkt vor.... Laut kmi
Nr.:10/94 mußte der gerlach-report gegenüber kmi bis Anfang März" 1994 "fünfundvierzig Unterlassungsverpflichtungen abgeben, über kmi bestimmte aufgestellte Behauptungen zukünftig nicht mehr zu
wiederholen."(5)
Die G.U.B. GmbH prüft seit dem Jahr 1974 Finanzangebote des Kapitalmarktes. Bisher hat das Unternehmen 3,8 Millionen Analysen gedruckt und ca. 1500 Angebote analysiert.
Die Hälfte der 3,8 Millionen gedruckten Analysen war negativ. Die Analysen werden von einem unabhängigen Team geprüft. Vorrangig wird dabei geprüft, ob der Geldanleger sein Geld wieder zurück erhalten
könnte. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf die Analyse und Bewertung von Fonds.
1.4. "Verbraucherberatungsstellen im Test -glatt durchgefallen " (28)
Die Verbraucherberatungstellen gehören zu den Verbraucherzentralen. Diese sollen die Verbraucher beraten. So z.B. von der Kosmetik über verschiedene Computerprogramme
bis hin zur Überprüfung von Finanz- und Versicherungsprodukten. Der Verbraucher kann und konnte durch die Anwendung verschiedener Produktvergleiche und Qualitätsbeurteilungen viel Geld einsparen mit
einer Ausnahme, dem Finanzbereich.
Für ihre Arbeit erhielten diese Beratungsstellen und zusätzlich die Stiftung Warentest, die Verbraucherverbände und der Verbraucherschutzverein von 1983 bis 1993 vom Staat zusammen
viele Millionen Mark für die Erstellung der verschiedenen Vergleiche. (Angaben in DM)
Stiftung Warentest 145,502 Mio ; wobei allein Jahr 1993: 13 Mio Verbraucherzentralen 115,621 Mio ; wobei allein Jahr 1993: 15,306 Mio Verbraucherverbände 119,243 Mio ; wobei allein Jahr 1993: 16,406 Mio
Verbraucherschutzverein 13,681 Mio ; wobei allein Jahr 1993: 1,853 Mio Quelle Spitze
Die einzige Gegenleistung der Stiftung Warentest ist, daß man im >erheblichen Bundesinteresse< tätig sein bzw. es so schreiben muß, wie der Staat es wünscht.
Die "Stiftung Warentest ist eine vom Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium gefütterte und daher einseitig abhängige Institution.... Die von
Bundesaufsichtsämtern kontrollierten Bank-, Bauspar- und Versicherungskonzerne werden von Stiftung Warentest unterstützt, die konkurrierenden freien Anlagegesellschaften werden bekämpft. Mit
Sicherheitsgesäusel werden die Verbraucher in die Papiergeldanlagen bei Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften gelockt, obwohl feststeht, daß Papiergeldanlagen kosten-, kaufkraft- und
steuerbereinigt wenig bringen." Und: "Bei Sparverträgen über eine Versicherung soll sich zwar das Geld in 20 bis 25 Jahren verdoppeln. Davon bleibt jedoch nur ein Drittel Kaufkraft übrig. Diese
Tatsache kann dann das Bundesaufsichtsamt auch nicht ändern."(8)
Doch nun hat die Zeitschrift FINANZWELT (1/95) einmal das Spiel umgedreht und 80 Verbraucherberatungsstellen am Beispiel einer konkreten Entscheidungshilfe zu einer
Lebensversicherung getestet und ist zu folgenden Schluß gekommen: "Wer vor einem Versicherungsabschluß einen unabhängigen, individuellen und fachkundigen Rat einholen will, kann von deutschen
Verbraucherzentralen in der Regel keine persönliche Hilfe erwarten. Die von manchen Beratungsstellen verbreiteten Auskünfte -ein Gemisch aus Halbwissen, Falschinformationen und Meinungen- können Rat
suchenden Verbrauchern unter Umständen mehr schaden als nützen.... Über 60 Prozent der Besuche endeten gänzlich ohne Beurteilung des vorgelegten Angebotes, Beratung also gleich null!" Das Urteil des
Tests ist, daß "bei 90% der Beratungen nicht nach der persönlichen Situation des >Kunden< gefragt wurde, bei 13% der Beratungen die Ratsuchenden falsche Auskünfte erhielten,
-mindestens 40% der Berater(innen) hatten keine Produktkenntnisse, -die Art des Vertriebsweges subjektiv die Beratung beeinflußte."
Ein anderes Beispiel ist das von der Stiftung Warentest herausgebrachte Sonderheft >FINANZtest Spezial Bauen 1995<. Dazu heißt es in der >Bank Watch<:
">Ärgerlich ist es jedoch, daß es sich insgesamt um ein Heft handelt, wie es auch ein gemeinsamer Ausschuß der Bausparkassen, Lebensversicherer und Hypothekenbanken nicht anders gestaltet hätte
... mit Verbraucherschutz hat dieses Heft daher wenig zu tun. ... »Finanzangebote« statt Finanztest wäre wohl der zutreffende Name.<"(7)
Nachdem sich der Verbraucher bei den Zentralen oder über die Hefte der Stiftung Warentest informiert hat, ist er trotzdem gezwungen, sich bei den einzelnen
Gesellschaften ein individuelles, auf die persönliche Situation bezogenes Angebot einzuholen. Diese letztere Arbeit übernimmt eben kein Angestellter der Verbraucherzentrale.
Nun steht also noch folgende Frage von oben: ">Was heißt »erhebliches Bundesinteresse«?< Im Interesse des Bundes liegt es, daß im Allfinanzgeschäft die Gesellschaften
unterstützt werden, die den Staat unterstützen und die umgekehrt der Staat unterstützt, also Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften."(9)
1.5. Die Milliardenmacht der Konzerne
Die Banken, Versicherungen, Bausparkassen "sitzen wie Spinnen in kunstvoll geknüpften Netzen aus Beteiligungen und Einflußsphären. Die Fäden enden immer in
denselben Büros auf dem Schreibtisch der wirklich Mächtigen. Der Wettbewerb droht, auf der Strecke zu bleiben" schreibt Cash 5/94 und setzt mit einem Beispiel fort: "Von der Münchner
Allianz-Zentrale aus spannt sich ein Netz von Beteiligungen und Niederlassungen über den gesamten Globus. Ob Brasilien, Saudi-Arabien oder Singapur: Die Allianz ist überall: 257 Unternehmen in 42 Ländern
zählen mehrheitlich zum Konzern. Dazu kommen unzählige Minderheitsbeteiligungen und Kooperationen. Zum Beispiel die 20-Prozent-Beteiligung an der Adriatica de Seguros in Caracas (Venezuela) oder 38
Prozent an der Sark Hayat Sigorta A.S. in Istanbul (Türkei). Fast die Hälfte der Beitragszahlungen kommt aus dem Ausland (25,6 Milliarden Mark 1992).... Im vergangenen Jahr" 1993 "gingen die
Allianz-Manager ... in den gigantischen chinesischen Markt. Im Juni" 1994 "beteiligte sich die Allianz mit 30 Prozent an der Berner Holding, in der drei Schweizer Versicherungsgesellschaften
mit einem Prämienaufkommen von umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Mark zusammengeflossen sind."
Die Zeitschrift Cash (4/94) schreibt zur Verflechtung "Die deutschen Allfinanzunternehmen sind zu einem undurchschaubaren Geflecht geschürzt. Nebulös sind Beteiligungen unter
zwanzig Prozent, die nicht in den Geschäftsberichten ausgewiesen werden müssen.... Viele Beteiligungen bleiben das Geheimnis der Manager. ... Für GmbH's gibt es keine Offenlegungspflicht der
Beteiligungsverhältnisse.... Allein die Allianz hält in Deutschland Anteile an 26 solcher Gesellschaften. Dazu kommen unzählige Gesellschaften im Ausland, von denen wiederum Stränge nach Deutschland
laufen."
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Die Deutsche Bank hat beispielsweise verschiedene Produktpartner und Beteiligungen, die die Angebote über die mit der Deutschen Bank verbundenen Vertriebe anbieten.
1.Beteiligungen an Banken: -Frankfurter Hypothekenbank (94,3%) -Deutsche Centralboden (93,7%)
2.Lebensversicherungen: -DB Leben (100%) -Deutscher Herold (65,3%) -Gerling Konzern (30%; Anteil am Stimmberechtigten Kapital: 24,9%) Nürnberger Versicherungen (26%)
3.Bausparen: Deutsche Bank Bauspar AG (98%)
4.Investinent: DWS (93%) und DGI (90%) S.Intrnobilienvermittlung: DB Immobilien (100%) 6.Geschlossene Fonds: DIA (100%) 7.Privatbankiers: Grunelies KG (78,1 %) Dazu hat die Deutsche Bank noch eine Vielzahl von Wirtschaftsunternehmensbeteiligungen.
Die Zeitschrift Spitze (3/93) schrieb: "Milliarden gehen jährlich für die Versicherten verloren -durch Inflation, Kostenverschwendungen, Abschreibungen,
Manipulationen und ungerechtfertigte Gewinnentnahmen." Aber dann errechneten die Zeitschriften >Capital< und >manager magazin< übereinstimmend: "Wer um 1970 herum als Aktionär bei
der Allianz Leben 10.000 Mark anlegte, machte daraus in dreizehn Jahren einen Gewinn von fast 270.000 Mark, was einer jährlichen Rendite von jährlich etwa dreißig Prozent entsprach." Und die
"Lebensversicherten erhielten um die fünf Prozent!"
Zur Macht der Banken schreibt das >Handbuch Banken<: "Ohne Zweifel existiert sie. Das leugnen auch die Banker nicht. Da Menschen fehlbar und charakterlich unterschiedlich
ausgestattet sind, ist ein Mißbrauch von Macht nicht auszuschließen. ... Ein immer wieder als höchster Machtfaktor diskutierter Punkt sind die Aufsichtsratsmandate der Bankvorstände. Dort wird in der Tat
ein bedeutender Einfloß ausgeübt, der in Zahlen nicht zu messen ist. ... Hierzu zählen ein oft unbezahlbarer Informationsvorsprung, Einflußnahme auf die Geschäftspolitik des beratenden Unternehmens sowie
moralische oder sonstige Bindung des Unternehmens an die betreffende Bank. ... Allerdings dürfen die Unternehmensentscheidungen nicht gegen die Interessen der Bank gerichtet sein. Denn sonst könnten die
Kreditinstitute sich mit vereinten Kräften gegen die Vorschläge wenden und diese damit zu Fall bringen." Der >Bankenratgeber< schreibt, was schon Mark Twain sagte: ">Ein Banker ist ein
Mensch, der bei Sonnenschein einen Schirm verleiht -und ihn sofort zurückverlangt, wenn es zu regnen anfängt<" und setzt wie folgt fort: "Nirgendwo kann eine einzige falsche Entscheidung so
viel Geld kosten, wie bei Geschäften mit Banken und Sparkassen. Nirgendwo kann eine einzige unbedachte Unterschrift so schnell in den Ruin führen. Nirgendwo werden so hoch ungewollte Summen verschenkt.
Und trotzdem bekommt kein anderer Wirtschaftszweig von seinen Kunden soviel Vertrauensvorschuß" geschenkt. Schließlich wiederholte der Sprecher der Tagesthemen am 26.10.95, was schon Berthold Brecht
sagte: ">Was ist schon ein Bankeinbruch gegen die Gründung einer Bank.<"
Im Buch >Die Abzocker< heißt es zum Thema: "Den Beweis dafür, daß sich in Deutschlands Banken und Vermögensverwaltungen Geldvernichter tummeln, bewies das Hamburger
>manager magazin<. Neun Instituten hatte es am 1. Oktober 1990 je 250.000 Mark zur Verwaltung und Mehrung überlassen. Nach zwei Jahren brach die Verlagsleitung den Test entnervt ab und zog eine
>erschreckende Bilanz<: Sieben der neun Teilnehmer ... lagen zum Teil sogar zweistellig im Minus. 210.000 Mark waren weg. Nur der Bank in Lichtenstein und der Graf Lambsdorff Vermögensverwaltung
verdankt es das Wirtschaftsmagazin,,daß der Schaden nicht noch höher wurde." Aber natürlich "lieferten die blamierten Geldmanager teils haarsträubende Erklärungen. Mal war angeblich die
>miserable Börsenentwicklung in Japan< schuld, mal die >Zinspolitik der Bundesbank<.... Die Verlierer hatten mehr oder weniger wahllos mit Optionsscheinen und Aktien gezockt. Ging die
Rechnung nicht auf, stiegen sie entnervt mit Verlust aus und stürzten sich ins nächste Risiko. Mit einer solch konfusen Taktik kann man sogar ein Millionenvermögen in kurzer Zeit verspielen." Sehr
"aufschlußreich ist deshalb auch eine Studie von Karl-Werner Schulte, Professor für Finanzmanagement an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel. Er schickte den Besitzer eines sechs
Millionen Mark Vermögens auf die Suche nach einer geeigneten Vermögensberatung." Die Erfahrungen, die der Millionär machte, wurden in einer 900 Seiten starken Studie zusammengefaßt. Zwei Beispiele:
Eine Bank "reagierte auf die Anfrage des Millionärs gar nicht." Und eine andere Bank "rechnete gar aus, daß sich der Millionär im Alter einschränken muß, weil eine Versorgungslücke von
100.000 Mark jährlich klaffe." Das Fazit: "Was der Ratsuchende erlebte, ist teilweise niederschmetternd, die Bankmanager waren schlicht überfordert."
Nun "besonders desolat ist die Situation der Anlageberater dort, wo ihnen naive Kunden die größte Kompetenz zu trauen: bei den Aktien. Zwar beschäftigen nahezu alle großen
Geldhäuser eigene Analystenabteilungen ... Doch deren Erkenntnisse gelangen erst nach Filterung durch den Vorstand mit erheblicher Verzögerung an die Kundenberater. Und nicht selten kommt dann
>unten< etwas ganz anderen an als das, was die Experten ausgetüftelt haben. "(10) In Deutschen Banken, so schreibt das manager magazin (6/94) "tummeln sich über 2000 Analysisten zwischen
Kiel und München; sie kümmern sich hauptsächlich allerdings nur um die 30 im Deutschen Aktienindex enthaltenen Standardwerte. ... Denn während die Analyseabteilungen wachsen, konzentrieren sich die
Börsenumsätze auf immer weniger Titel." Aber trotzdem liegen die Analysisten "mit ihren Prognosen häufig schief." Ein Beispiel dafür ist die VW-Aktie. (Anhang 10.1.1. Nr.7)
"Wer sich von der Bank Geld leihen will, ist heftig umworben und herzlich willkommen ... Aber wehe Kunde König kann den Kredit nicht rechtzeitig zurückzahlen, Dann wird er
schnell zum Bettelmann ... Achtzig Millionen Deutsche stehen bei Banken und Kreditinstituten mit rund 367 Milliarden Mark in der Kreide -vom Säugling bis zum Kreis. Das bedeutet: 1,9 Millionen Haushalte
sind überschuldet und nicht mehr zahlungsfähig. Weitere fünf Millionen Familien befinden sich kurz vor dem Privatkonkurs schätzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Kassel. Oft genug
trifft die Banken an dieser katastrophalen Situation zumindest ein gehöriger Teil der Schuld: Weil sie schlecht beraten und zu Krediten verführen, die nicht rückzahlbar sind, schlittern immer mehr
Menschen in den Ruin. >So machen die Banken die Leute finanziell abhängig und bauen an deren Schuldenkarriere<, klagt Ulrich Felske ... von der Mainzer Schulderberatung" der Bild am Sonntag
(17.12.95). Die Zeitschrift Impulse (4/94) schrieb: "Wer Kredit hat, lebt gefährlich. Denn immer häufiger kegeln Banken ihre Firmenkunden unvermutet aus den Verträgen!" Und: "Nach
Schätzungen des Bonitätswächters Creditreform wird die Zahl der Firmenpleiten bis zum Jahresende" des Jahres 1994 "auf rund 25.000 ansteigen. Andere Experten sehen ganz schwarz. Sie rechnen mit
zusätzlich 20.000 bis 30.000 Konkursen, weil die Banken den Unternehmen aus purer Ängstlichkeit den Geldhahn zu drehen."
"Die spektakuläre Herstatt-Pleite im Jahr 1974 gab damals den Anstoß zur Gründung des Einlagensicherungsfonds. ... Als 1993 die kleine Benedikt Baudrexel Bankgeschäft KG in
Kempten im Allgäu zusammenbrach, hatten die Anleger schon nach wenigen Wochen ihr Geld zurück", schreibt das Kursbuch Finanzen. Jedoch sank die Sicherheit bezugnehmend auf die Einlage. Wieviel
dieses ist, ist im Kapitel >Vermögensaufbau Allgemeines< beschrieben.
Die Folgen von bankdominierten Unternehmen beschreibt !forbes (1/95): "Die negativen Folgen dieser Machtfülle hat der Mannheimer Wirtschaftswissenschaftler Manfred
Perlitz untersucht. Das Ergebnis: Bankdominierte Unternehmen sind weniger effizient. Überdies beanspruchen Bank-Vorstände überdurchschnittlich oft den Vorsitz im Aufsichtsrat." Ein ähnliches Fazit
zieht der Würzburger Banklehrstuhl. "Ihre Einflußnahme sei stärker als zugegeben. >In den Aufsichtsräten sitzen zahlreiche Vertreter, die nur scheinbar unabhängig sind. In Wirklichkeit fungieren
sie als Hilfstruppen der Banken<"
Zur Macht heißt es zusammenfassend: ">Die Macht der Banken wird weit überschätzt im Vergleich zu dem, was sich im Bereich der Assekuranz tut.< -Tatsächlich ist der
Lobbyismus der Assekuranz wesentlich effektiver als der anderer Finanzbranchen. ... Mit dem Geld der Versicherten als >Kriegskasse< und mit >kriegerischer< Skrupellosigkeit haben die Allianz
und ihre Schwester, die Münchener Rückversicherung, das bundesdeutsche Versicherungs-Unwesen geschaffen. Sie beherrschen die Vorstände, diktieren das in der Bundesrepublik extrem hohe Prämienniveau und
beeinflussen über Wissenschaft und Lobby Regierung, Staatsaufsicht und Rechtssprechung. Ohne die von den Politikern >erkauften< Rahmenbedingungen -wie Steuervorteile, Zehnjahresverträge,
ungeregelte Vermögensverhältnisse, falsche Rechnungslegung und blinde Staatsaufsicht- wäre der Siegeszug der Allianz unmöglich gewesen."(49)
1.6. Das große Bündnis zwischen den Konzernen und der Politik unter dem "Zweckmittel: Konzern-Lobby" gegen die Verbraucherinteressen
"Kapitalvernichtung?!" meinte die Zeitschrift >Mein Geld (3/95)< und ging ins Detail. "Durch Strukturvertriebe vermittelte Geldanlagen bedeuten eine
jährliche Kapitalvernichtung in Milliardenhöhe. ... Die aus dem Wachstum dieser Vertrieb heraus resultierende, flächendeckende Bearbeitung des Bundesgebietes führte zur >Zwangsversicherung< großer
Bevölkerungsteile, die ansonsten keinen Pfennig für ihre Vorsorge aufgewandt hätten.... Für die Politik heißt das: Notwenige Vorsorgeaufwendungen werden aus dem Volk herausgeholt, und die damit
beschäftigten großen Geldsammelstellen (Versicherungen) wachsen zu wirtschaftlich mächtigen und damit einflußnehmenden Größen der Gesellschaft heran. Die gigantischen Geldreserven der Versicherungen sind
für die Stabilität der Bundesrepublik ein bedeutender Faktor geworden. Mittel, die ansonsten im Konsum verbraucht würden, stehen für Investitionen langfristiger und substanzbildender Art zur
Verfügung."
Und der "Bundesfinanzminister tut nichts." Viele Abzocker "sind mit Pauken und Trompeten baden gegangen. Mit ihnen verschwinden Millionenbeträge, die inkompetente und
böswillige Vermittler bei unerfahrenen Anlegern eingesammelt hatten. ... Nach wie vor darf zum Beispiel jedermann dreist lügen und behaupten, über eine geheimnisvolle Beziehung zu den ersten Adressen der
Rankenwelt zu verfügen und könne deshalb bessere Zinsen zahlen als die streng beaufsichtigten Banken und Sparkassen. ... Das Bundesfinanzministerium unternimmt nichts gegen solchen Schwachsinn, obwohl
diesem die >Aufsicht bei Finanzdienstleistungen im nationalen und internationalen Bereich< obliegt", schreibt Capital (3/95). Das größte Problem ist jedoch, daß sich in "Deutschland ...
jeder Depp >Vermögensberater<, >Finanzberater<, >Wirtschaftsberater<. >Finanzmakler<, >Anlageberater<, >Finanzkaufmann< usw. nennen und anschließend seine Kunden
gnadenlos über den Tisch ziehen"(13) darf. Die Politik macht oder besser; darf es sich eben im Gegensatz einfach machen. "Ob Löcher im Westen oder im Osten zu stopfen sind -ob Schwarze, Rote,
Gelbe oder Grüne regieren-, immer wird nach einem altbewährten Muster finanziert: Der jeweils amtierende Finanzminister gibt neue Bundeswertpapiere heraus, macht also einfach zusätzliche
Schulden."(12)
Die Lebensversicherungskonzerne haben "1994 82,9 Milliarden Mark Prämien kassiert, nur 54 Milliarden davon wurden als Leistungen wieder ausgeschüttet. Der Bund der Versicherten
wollte erreichen, daß die Gesellschaften auch ihre stillen Reserven (etwa 100 Milliarden DM) teilweise auszahlen oder zumindest Auskunft über deren exakte Höhe geben. In einem Musterprozeß wurde dieser
Plan vom Bundesgerichtshof abgeschmettert" heißt es in der Bild am Sonntag vom 20.8.95. "Versicherten-Enteignung jetzt endgültig legalisiert. Jetzt ist es amtlich." schreibt Spitze (2/95)
"Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes scheinen die Kapital-Lebensversicherer ihre Kunden >angemessen< ... am Gewinn zu beteiligen. ... Der Bundesgerichtshof hat mit seiner strittigen
Entscheidung in letzter Instanz die Klage Erich Nolds ... zurückgewiesen", der gefordert hatte, "daß die Kunden an den Wertzuwächsen (>stillen Reserven<) der Versicherer angemessen
beteiligt werden müßten.... nach dem Urteil der Karlsruher Richter hat der Kunde nicht einmal Anspruch darauf, von den Versicherungsunternehmen, über die tatsächliche Höhe der stillen Reserven informiert
zu werden. Dies gilt jedoch nur für die vor dem 1.Juli 1994 begonnenen Verträge. Nach einer nunmehr geltenden EU-Richtlinie müssen die stillen Reserven von 1999 an >veröffentlicht< werden. Was das
dem Verbraucher bringen soll, bleibt allerdings noch ein Geheimnis." Nun "Hans Dieter Meyer vom Bund der Versicherten e.V. jedenfalls nennt" die Kapital-Lebensversicherung und ihre
Schwester namens private Rentenversicherung ">legalen Betrug. Legal deshalb, weil der Gesetzgeber -sicher auch unter dem Druck der Versicherungslobby einst die gesetzlichen Voraussetzungen dafür
geschaffen hat, daß den Versicherten ungestraft >das Geld aus der Tasche gezogen< werden darf. ... Die gesetzliche Handhabe zur Steigerung ihres heimlichen Vermögens liefert den Versicherten das
deutsche Bilanzrecht. Während in den Bilanzen der Firmen Verpflichtungen gegenüber anderen Geschäftspartnern immer mit dem höchsten Betrag bewertet werden müssen, dürfen die von den
Versicherungsgesellschaften mit dem Geld ihrer Kunden erworbenen Aktiva, also Immobilien, Wertpapiere oder Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien, >legal frisiert< in den Büchern erscheinen.
In ... anderen EU-Staaten sind solche Praktiken bei Lebens- und Rentenversicherungen verboten."
Die Lebensversicherer -so schreibt es Cash 5/94- legen das Geld der Kunden in festverzinsliche Wertpapiere, in Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen, in
Namensschuldverschreibungen, in Schuldscheinforderungen und Darlehen, in Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine, in Schuldbuchforderungen, in Beteiligungen, in und Aktien und Fonds und in
Immobilien an.
Die deutschen "Gläubiger haben keinen Anspruch auf Teilhabe an stillen Wertzuwächsen, sondern nur auf realisierte, d.h. durch Verkauf erzielte Wertzuwächse. So wachsen zwar im
laufe der Zeit die von Gesellschaften aus Kundengeldern erworbenen Immobilien. Doch die Kunden haben nichts davon, solange die Immobilien -einschließlich der so finanzierten protzigen Glaspaläste- nicht
verkauft werden. Im Gegenteil, nach dem so genannten Buchwertprinzip werden die Immobilien jedes Jahr um mindestens zwei Prozent abgeschrieben, also in den Büchern der Versicherungsgesellschaften im Wert
um zwei Prozent herab gesetzt. Da tauchen eines Tages die Immobilien in den Büchern nur noch mit einem Buchwert von einer symbolischen Mark auf. Das den Versicherungs-Kunden so entgangene Vermögen
beläuft sich ... auf schätzungsweise bis zu 250 Milliarden Mark." Die deutschen Gerichte bestätigen sogar, "daß deutsche Lebensversicherer keine Treuhandfunktion haben und
Versicherungssparraten wie Umsätze von Gemüse- oder Automobilhändlern gewertet werden, mit denen die Versicherungsgesellschaft für sich selbst optimale Profite erwirtschaften darf."(33)
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Ein Beispiel zum Niederstwertprinzip: Die Versicherung kauft z.B. Aktien:
Kauf bei: 500 DM, Stand heute bei: 800 DM und niedrigster Kursstand bei: 100 DM.
Das heißt nun: Es besteht nur noch ein Anspruch auf die 100 DM als Bewertungsgrundlage. Der Versicherte hat also einen Verlust von 400 DM je Aktie.
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Das Buchwertprinzip: Lebens- und Rentenversicherungen dürfen durch das Buchwertprinzip ganz legal durch Abschreibung, die von den Versichertengeldern erworbenen
Immobilien, dem Vermögenskonto der Versicherten abziehen und den Sparern Wertzuwächse vorenthalten.
Ein Beispiel dazu: Die Versicherungsgesellschaft kauft von den Vermögensgeldern z.B. eine Immobilie zu 3 Mio DM und verkauft diese nicht. Die Immobilie wird im Laufe der
Jahrzehnte intern auf eine Mark abgeschrieben, was für den Kunden heißt: 1. der Kunde hat nur noch einen Anspruch auf einen Teil dieser einen Mark und
2. eventuelle Wertgewinne dürfen dem Versicherungskonto vorenthalten werden.
Die >Wirtschaftswoche (3/95)< schrieb: "Deutsche Versicherer haben sich mit riskanten Termingeschäften Millionenverluste eingehandelt." Der dort beschriebene Konzern
"hatte durch den leichtfertigen Umgang mit Termingeschäften viele Millionen verloren.... Anders als bei Banken oder Industrieunternehmen ... zocken die Lebensversicherer dabei mit Geldern, die sie
nur treuhänderisch verwalten; den Spargroschen ihrer Kunden.... Rund 63 Millionen Mark müssen die beiden Lebensversicherer des Konzerns," Unternehmen 1 und Unternehmen 2", wegstecken. Der
Rest", der von den 100 Millionen Mark "in den Sand gesetzt" wurde, "bleibt an der Sachversicherungstochter und" einem weiteren dazu gehörenden Unternehmen "hängen."
Aber die Verluste können auch "als Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen" dem Versicherten belastet werden. Somit würde nicht einmal dem Konzern ein Schaden einstehen. Es heißt
nämlich auch: "Ungewiß ist allerdings, ob dabei immer mit offenen Karten gespielt wird." Und: "Jede auf dem Terminmarkt verlorene Mark belastet das Ergebnis und damit die Gewinnbeteiligung
der Lebensversicherten." Oder einmal mit anderen Worten: Egal was auch immer der Lebensversicherungskonzern -ob klein oder groß- mit dem Geld der Versicherten anstellen tut, nach deutschem Recht hat
der Konzern immer die Möglichkeit (er wäre verantwortungslos, wenn er sie nicht nutzen würde), die eigenen Verluste -in welcher oder durch welche Art auch immer- dem Kunden indirekt abzuziehen. Indirekt
deshalb, weil sie eben einfach nicht ausgeschüttet werden, getreu dem Motto: >Weil wir weniger Gewinn eingefahren haben, könnt Ihr Kunden weniger bekommen und von dem wenigen (den Überschüssen) nach
deutschem Recht aber mindestens 90% (oder 98%). Schließlich könnte man sich nun als kritischer Verbraucher einmal fragen, wenn ich Geld investiere, was macht es dann schon für einen Unterschied, ob man
90% von beispielsweise 1000 DM (also 900 DM erhält) oder 90% von 100 DM (weil irgend jemand >einfach so< beispielsweise 900 DM für sich einbehalten hat) also nur 90 DM erhält?!?<
Schlußfolgerung: >Des einen Freud (man muß weniger an die Verbraucher ausschütten und darf seine eigenen Fehler durch den Verbraucher bezahlen lassen) ist des anderen Leid (man erhält als Verbraucher
weniger)<. Fazit: "Hier wird deutlich, welche Auswirkungen es hat, daß bei Versicherungs-Aktiengesellschaften Versichertengeld als solches nicht ausgewiesen wird -ein gesetzgeberischer Fehler,
der die Branche und ihre hauseigene Wissenschaft und Lobby selbst herbeigeführt und bis heute erhalten hat. So sind skrupellose und selbst kriminelle Versicherungsmanager vor Strafverfolgung und
Gefängnis sicher. Entweder sind sie wirklich dumm, oder sie stellen sich dumm. Und sie können als Alibi für den legalen Betrug oder die legale Veruntreuung.anvertrauter Gelder sogar noch die von ihnen
beeinflußte staatliche Versicherungsaufsicht anführen.... Öffentliche Auseinandersetzungen werden gemieden. Kritiker werden mundtot gemacht oder eingeschüchtert.... Alles in allem: ein raffiniertes
System der Ausbeutung eines Volkes unter den Deckmantel der Versicherung -einer Branche jenseits von Recht und Wettbewerb. ... Der >Erfolg< der skrupellosen Strategien und Geschäfte von
Versicherungs-Aktiengesellschaften und der von ihnen geknebelten Vertreter steht und fällt mit dem Wissen der Bürger und auch der in unserem Lande Verantwortlichen um die tatsächlichen Vorgänge in diesem
Bereich."(97)
Die Lebensversicherung ist also "ein Bereich, in dem viel versprochen wird. Was zählt, sind die Fakten. Die Stärke einer Lebensversicherung resultiert nicht daraus, was sie in
der Zukunft verspricht, sondern insbesondere wie sie die Gelder ihrer Kunden verwaltet und anlegt."(11) Oder anders ausgedrückt: "Die Lebensversicherung ist ein Geschäft auf Vertrauen. Wer 30
Jahre einzahlt, vertraut auf seine hohe Auszahlung. Wieviel Geld er tatsächlich bekommt, hängt auch von der Finanzkraft seines Versicherers ab. Bei einigen Unternehmen sieht es da mau aus. ... Stille
Reserve nennt man die Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert einer Kapitalanlage und seinem Buchwert, dem Wert, der in der Bilanz steht. Bei der Bilanzierung von Anleihen und Aktien gilt das
sogenannte Niederstwertprinzip. ... Immobilien werden nach dem Anschaffungsprinzip bilanziert. Steuerlich werden sie jährlich abgeschrieben, stehen im Extremfall später mit einer Mark im Buch.
Tatsächlich sind sie oft viele Millionen Mark wert. Auf solchem Polster sitzen die Versicherer. Über den tatsächlichen Vermögenswert schweigen sie beharrlich. Die Höhe der stillen Reserven pro 100.000
Mark Lebensversicherungssumme hat Cash in der Ausgabe 2/95 einmal geschätzt." (Auszug):
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Im Buch >Das Kartell der Kassier< heißt es: "Ihren immensen Reichtum verdanken die Versicherungskonzerne vor allem der Fürsorge des Staates. Diese gilt aber
nicht, wie man als selbstverständlich annehmen sollte, den Millionen Versicherten, sondern viel eher dem Wohl der Konzerne. Wie keine andere Branche hat es die Versicherungswirtschaft verstanden, sich
den Staat gefügig zu machen.... Die Narrenfreiheit, die die Konzernmanager beim Verwalten ihrer Überschüsse genießen: Anders als jeder andere Treuhänder dürfen sie Kosten und Erträge aus ihren
Kapitalanlagen praktisch nach Gutdünken gegeneinander aufrechnen und so die Versicherten über die wahren Überschüsse im unklaren lassen." ">Die Versicherungsaufsicht soll den
Versicherungsnehmer vor Insolvenz seiner Gesellschaft bewahren. Hohe Gewinne sind die beste Garantie gegen Pleiten. Das ist Versichertenschutz durch Versichertenausbeutung<" schreibt Spitze 3/93
und Finanztest (2/95) fügt hinzu: "Aus dem Vermögen der Versicherten können sich die Versicherungsmanager nahezu unkontrolliert bedienen, um ihre Fehlentscheidungen zu kaschieren. Ein Minus im
Verwaltungsbereich oder Defizit bei anderen Versicherungstarifen aufgrund einer zu knappen Kalkulation lassen sich so zum Beispiel unauffällig ausgleichen." "Eine Pleite herbeizuführen, ist
wegen der ständig überkalkulierten, oft doppelt bis dreifach zu teuren Prämien schier unmöglich. So meinte Capital im November 1983: >Schon seit Jahren arbeitet die Branche mit einer so hohen
Gewinnmarge, daß selbst ein kriminell und betrügerisch veranlagter Vorstand Schwierigkeiten hätte, eine Lebensversicherungsgesellschaft in kurzer Zeit zu ruinieren.< -Ähnlich das Zitat eines
US-Bankiers in »International Business Week« vom 25.6.84: >Ich pflege zu sagen, daß Dummheit allein eine Lebensversicherungsgesellschaft nicht ruinieren könne -man muß schon böswillig
handeln.<"(47) Die "Lebensversicherungsunternehmen erwirtschaften -aus Versichertengeld- Renditen zwischen acht und 10 Prozent. Bei den Lebensversicherten landen aber nur um die fünf
Prozent. In den letzten Jahren etwas mehr" schreibt Spitze (3/93).
Der i-Punkt: "Den Gipfel der Manipulation entlarvte im August 1985 Der Spiegel : >Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Versicherungskonzerne und -verbände, auf deren
Spendenlisten weit über hundert Politiker stehen, darunter die meisten Minister des ... Bundeskabinetts.< Der Unternehmensverband räumte in seiner Zeitschrift (Versicherungswirtschaft (17/85)) selbst
ein, daß dafür bereits »seit Anfang der 50er Jahre über den >Arbeitskreis Private Versicherer‹ Mittel zur Verfügung gestellt wurden« -jährlich in Millionenhöhe. Der Zweck: >Die
Versicherungswirtschaft bitte lediglich darum, in versicherungsrelevanten Gesetzgebungsangelegenheiten ihren Sachvortrag anzuhören und zu würdigen<. Hierzu schreibt das US-Magazin Multinational
Monitor ... >Die große Ironie ist, daß die gewaltige Lobby und Propaganda der Versicherungsgesellschaften von den Versicherten bezahlt wird.<"(35) "Zusammenfassend kann man also mit dem
Informationsdienst >assekuranz report< feststellen, daß Öffentlichkeit, Politiker, Beamte und Richter dazu gebracht werden, an die Richtigkeit von Darstellungen zu glauben, die in Wirklichkeit
nichts weiter als >wissenschaftlich verkleidete Meinungsmache< sind. ... >Bei bösartiger Wertung dieser Sachverhalte könnte man zu dem Verdacht kommen, daß ein Machtfaktor, wie die
Versicherungsunternehmen ihn in der deutschen Wirtschaft nun einmal darstellen, die Wissenschaft und die Fachpresse so im Griff hat, daß von daher eine Beeinflussung der Rechtssprechung in einem den
Unternehmen genehmen Sinn möglich wird.< ... Die Lobby kommt ... gerne mit dem Einwand, ein paar schwarze Schafe gebe es in jeder Branche. Die Zahl der schwarzen Schafe unter den
Versicherungsvermittlern ist jedoch so groß, daß man von einer riesigen Herde sprechen muß. Vermutlich sind weit weniger als zwei Prozent der 300.000 Versicherungsvermittler weiße Schafe. Denn alle für
die großen und teuren Versicherungs-Aktiengesellschaften tätigen Vermittler sind schwarze Schafe, weil sie dem Verbraucher viel zu teure Versicherungen anbieten >müssen<. Fast alle Bundesbürger
sind dementsprechend schlecht versichert. ... Die Regelungen unseres Versicherungswesens, geboren im vorigen Jahrhundert, sind schon seit Jahrzehnten Unsinn, und der legale Betrug am Bürger ist eine
Plage. Aber was soll's, meint die brancheneigene Wissenschaft, das ist nun schon seit hundert Jahren so!"(41)
Der Präsident des Bundes der Versicherten "Meyer provoziert: >Die verantwortlichen Politiker sind in der Mehrheit von der Branche korrumpiert. Ob nun mental oder finanziell,
spielt dabei keine Rolle. Das Ergebnis ist immer gleich: lobbyhaftes Verhalten. Wirksame Hilfe ist von ihnen nicht zu erwarten.<"(36) Um einen direkten Draht zur Politik zu haben
"beschäftigen etwa 350 Unternehmen und 1500 Verbände Lobbyisten in Bonn. Nach vorsichtigen Schätzungen wird jeder der 662 Bundestagsabgeordneten von etwa 20 Interessenvertretern bearbeitet. ... In
den Hinterzimmern der Macht wird getrickst, gemauschelt und bestochen, daß sich die Balken biegen. ... Mit den im Hintergrund operierenden deutschen Lobbyisten ist es wie mit Insidern: Es wird viel
gekungelt: aber nur selten fliegt ein Deal auf."(37)
Interessant ist, daß die Bonner Abgeordneten "ihre Nebentätigkeiten und eventuell damit verbundene Spenden von mehr als 10.000 Mark nur an Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth
melden" sollten. Aber "ein Parlamentarier, der sich nicht daran hält, hat jedoch keine Konsequenzen zu fürchten. In Deutschland ist es nicht einmal verboten, Abgeordnete zu bestechen. Bei einem
solch großzügigen Verhaltenskodex kann es schon mal passieren, daß der Job des Abgeordneten zur Nebensache verkümmert." Ob dieses der Grund ist, daß bei einigen Sitzungen des deutschen Bundestages
(z.B. am 27.10.1995 live durch die ARD übertragen) so erstaunlich wenige -vielleicht nur ein Drittel der Abgeordneten- anwesend waren, wäre eine Frage, die zu klären wäre. "Doch eine offizielle
Liste darüber, wer für wen Lobby betreibt, gibt es in Bonn nicht.... In der US-Hauptstadt Washington ... ist solche Geheimniskrämerei undenkbar. Abgeordnete müssen Jahr für Jahr ihre Einkünfte und deren
Quellen offen legen. Bei Verstoß gegen die strengen Regeln für Lobbyisten droht Anwälten der Entzug ihrer Lizenz. In Bonn hingegen ... wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Es stehen nämlich viel
Geld, schöne Reisen und bequeme Pöstchen auf dem Spiel - und zwar für beide Seiten."(38)
1.7. "Nicht überall, wo Anlageberater drauf steht, ist auch Anlageberater drin!"
Herr Meyer vom Bund der Versicherten meint in seinem Buch > Ratgeber Lebensversicherung<: "Grundsätzlich sollte sich jeder Versicherungssuchende und
Versicherte Informationen von vielen Seiten besorgen und sie selbständig zu wirklichem Wissen verarbeiten.... Solange ein Verbraucher aber in seinen Entscheidungen noch nicht hundertprozentig sicher ist,
bleibt er ein potentielles Opfer für rücksichtslose Versicherungsvertreter und die vielen Nebenbei-Vermittler in seinem Verwandten-, Bekannten- und Kollegenkreis, die nur an die eigene Provision denken.
... Ein Versicherungsvertreter sollte, wenn überhaupt, die letzte Informationsquelle sein." Warum das so ist, beschreibt die Zeitschrift Spitze (1/93). "Die Statistiken sind alarmierend:
Schätzungsweise eine halbe Million Bundesbürger haben sich bereits für einen Obulus von nur 15-30 Mark beim Gewerbeamt den Persilschein für ihre Tätigkeit als >Finanzberater< gekauft, denn der
Beruf ist gesetzlich nicht geschützt. Von unrealistischen Verdienstaussichten angelockt, geraten gerade junge Menschen in die Mühlen schräger Hausierer und Strukturvertriebe von Versicherungspolicen und
windigen Finanzierungsmodellen. >Jährlich versuchen zigtausende junger Menschen, in unserem Beruf Fuß zu fassen, ... Die meisten davon springen in den ersten zwölf Monaten wieder ab -viele mit
horrenden Schulden.< ... Was zählt, ist nicht etwa das Wohl ihrer Mandanten, sondern vielmehr die maximale Provision." Der §646 BGB "ist in seiner Offenheit wohl einmalig in Europa. >Wer
anderen einen Rat erteilt, ... ist für die Folgen nicht verantwortlich.<" Es ist erscheckend, was die Zeitschrift Mein Geld (2/93) schreibt. "Die Bundesrepublik belegt einen EU-weiten
Spitzenplatz der schlecht ausgebildetsten Finanz- und Anlageberater!" Und: "Wenn der Verbraucher wußte, daß nur 50% der Prüfungsaufgaben richtig gelöst sein müssen, um die
>Versicherungsvertreter-Prüfung< zu bestehen, dann würden Sie verstehen, warum Verbraucherschützer wie z.B. der Bund der Versicherten (BdV) vor diesem >Vertreter-Persilschein< massiv warnen.
Der BdV warnt in seiner Verbraucherinfo wörtlich: >Wenn ein >geprüfter Versicherungsfachmann< mit Lichtbildausweis vor der Tür steht -lassen Sie ihn nicht rein: Es ist ein Einfirmen-Vertreter,
jemand, der an einen Konzern gebunden ist und die teuren Prämien dieser Gesellschaft und vor allem deren Kapital-Lebensversicherung >verkaufen< muß. Das Zertifikat ist nur ein >Persilschein für
legale Betrüger<, den die Branche zur Abwehr der ausländischen Konkurrenz und der unabhängigen Vermittler ausgedacht hat.<"
Im >Ratgeber Lebensversicherung< steht: "Wie genau die Versicherungsgesellschaften selbst das gesunde Mißtrauen gegen ihre Vertreter erkannt haben, läßt die
Tatsache erkennen, daß immer mehr Unternehmen dazu übergehen, die Verbraucher über persönliche Bande oder aber unter dem Deckmantel von Institutionen und Verbänden mit amtlich aussehenden Ausweisen zu
überrumpeln. Das Magazin stern berichtete im Jahr 1982 von einer Zusammenarbeit des Bundes der Steuerzahler mit" einem >großen Namen< der Versicherungsbranche "und des Volkswohl-Bundes
mit dem Bundesverband der Sozialversicherten." Derselbe >große Name "arbeitet in dieser Weise auch mit dem Bund der Kriegsblinden, Mietervereinen und anderen Organisationen zusammen ... Die
Drücker kommen dann als angebliche Verbands- oder Behördenvertreter, nennen sich in allen möglichen Versionen - Berater ..., oft auch Repräsentanz einer Bank oder Vermögensberatungsgesellschaft"
Die Bild am Sonntag vom 10.9.95 schrieb: "Fast alle Bundesbürger sind falsch und zu teuer versichert -weil sie glauben, von einem Vermittler >richtig beraten<
worden zu sein." Denn "Unsere soziale Marktwirtschaft hat einen Haken: Wer dumm ist, darf betrogen werden. ... Leider haben nur wenige Verbraucher überhaupt Lust, sich über Gelddinge oder
Versicherungen überhaupt zu informieren" heißt es im >Versicherungsratgeber für Geschäft und Beruf<. >Der praktische Versicherungsratgeber(2)< setzt wie folgt fort: "Bereitwillig
blättern viele Versicherte das Geld für ihre Lebensversicherungsbeiträge selbst dann noch hin, wenn in anderen Lebensbereichen längst rigoros der Rotstift angesetzt werden muß." Nun meint aber auch
Herr Meyer vom BdV: ">Die Versicherten" verlieren "mit falschen Lebensversicherungen Milliarden von Mark, und Regierung und die staatliche Aufsichtsbehörde tun so, als wäre alles in
Ordnung. Verständlich: Die Lebensversicherungsunternehmen sind neben den Banken Hauptfinanziers der Schulden des Staates. Und so wird keinem Bundesfinanzminister, der gleichzeitig Oberaufseher über die
Lebensversicherungen ist, daran gelegen sein, das Anwachsen seines Finanzierungskapitals bei den Gesellschaften zu beeinträchtigen oder gar zu stoppen.<" (51)
Für ihre Lebensversicherung gaben die Deutschen 82,9 Milliarden Mark im Jahr 1994 aus. "Rund 120 Versicherungsgesellschaften verwalten 81 Millionen dieser Policen im Gesamtwert
von 371,9 Milliarden Mark. Es sind Verträge, die oft mehr versprechen, als sie halten, die besonders beliebte Kapital-Lebensversicherung ist für Hans Dieter Meyer vom Bund der Versicherten sogar
>legaler Betrug<.... Die Vertreter kassieren dafür im Schnitt eine siebenmal höhere Provision als für eine eventuell nützlichere Todesfall-Lebensversicherung (Risiko-Lebensversicherung). Wer die
Sinnlosigkeit einer Kapital-Lebensversicherung erkennt und deshalb aussteigen will, zahlt drauf," schrieb die Bild am Sonntag am 20.8.95.
Dabei gibt es "bei allen Versicherungen .., riesige Beitragsunterschiede - bis zu 400% und mehr. ... Hier wird seit Jahrzehnten die Uninformiertheit über diese >unsichtbare
Ware< schamlos ausgenutzt. Die Masse der Verkäufer ist sich dessen gar nicht bewußt. Die meisten Versicherungsvertreter einschließlich >Vermögensberater< sind von einer Versicherungsgruppe
abhängig. Das heißt, diese Vertreter tun -oft mangels Wissen und daher ohne Schuldgefühle- alles, um das eigene Angebot in ein gutes Licht zu stellen und davon abzulenken, daß andere Angebote besser
sind."(52)
Die ">Vertreter sind besonders darin geschult, wie man in die Wohnung kommt und sich Vertrauen einschleicht. Es wird über angeblich gemeinsame Bekannte oder
Interessen geredet, über die Rosen im Garten des >Opfers<, über Fußball, Autos und Goldfische. Ist das Mißtrauen erst einmal gebrochen, dann werden verwirrende Zeichnungen und Rechnungen
vorgeführt, das die Kunden am Ende glauben, sich einen Tausendmarkschein mit einem Hunderter kaufen zu können. Voller Vertrauen und guten Glaubens werden so Versicherungen millionenfach falsch oder zu
teuer abgeschlossen.<"(50) Das Buch >Der praktische Versicherungsratgeber< meint: "Viele Vertreter (namentlich solche von >Drückerkolonnen<) geben sich erst zufrieden, wenn sie
ihren Kunden das ganze Spektrum aller möglichen und unmöglichen Risiken vor Augen geführt haben und die dadurch geweckten Ängste in eine (oder mehrere) Versicherungspolice münden."
In der GVI-Broschüre heißt es: "Nur wirklich freie und unabhängige Finanzkaufleute, Makler oder Mehrfachagenturen können Sie objektiv beraten. Aber auch hier gilt es die Spreu
vom Weizen zu trennen; denn viele nennen sich nur >Makler< oder >unabhängige Finanzkaufleute<, arbeiten jedoch nur mit mittelmäßigen, aber provisionsstarken Finanz- und
Versicherungsgesellschaften zusammen. Viele Makler sind zudem >Einzelkämpfer< und daher alleine deswegen oft überfordert, aus der enormen Vielzahl der Angebote für ihre Kunden das jeweils Richtige
herauszupicken."
Aber trotzdem sind sich viele der unabhängigen einig: >Das BESTE Produkt für jeden gibt es nicht<. Wirklich? Warum nicht? Vielleicht dazu das Beispiel
>Privathaftpflichtversicherung< (siehe folgende Abbildung aus der Spitze 4/95 Seite 20 (Auszug) mit einem BdV-Einschub). Nach der Patria erhöhen sich die jährlichen Beiträge zu Lasten der
Verbraucher. Die oben gegebene Aussage ist meines Erachtens eine Frage des Standpunktes. Versichern sollte man sich ohnehin nur gegen Großschäden und nicht die Kleinschäden, da man ja ein ehrlicher
Bürger ist. Meines Erachtens ist es auch der Grundgedanke einer Versicherung sich gegen Risiken, die die Existenz bedrohen zu schützen bzw. zu versichern. Kleinschäden, auch wenn sie bis zum Selbstbehalt
vielleicht weh tun, zerstören in der Regel keine Existenz und treten in der Regel auch nicht "am laufenden Band" ein. Schließlich gibt es für jeden Typ, also mit oder ohne Selbstbehalt bzw.
Mitglied oder Nichtmitglied der GVI und / oder BdV meines Erachtens DAS BESTE Angebot. (Zur GVI bzw. zum BdV siehe entsprechende Abschnitte und siehe Anhang "Ein Auszug ...") Oder einmal anders
gefragt: Gibt es als Verbrauchereinen vernünftigen Grund trotzdem eine teuere Versicherung abzuschließen?
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Der Honorarberater berät für ein Honorar seine Kunden. Dieser Berater vermittelt nach der Zeitschrift Mein Geld nichts. Nach der Zeitschrift Capital (10/95) soll er doch Angebote
vermitteln. Es gibt keine gesetzliche Regelung des Honorarberaterberufes. Es kann sich also jeder Homorarberater nennen und seinen Interessenten ein Honorar abfordern. Für den Bereich Versicherungen gilt
jedoch anderes. Hierfür gibt es 50 vom Gericht zugelassene Versicherungsberater. Tatsache ist, daß Versicherungsberatung Rechtsberatung ist und die ist nicht zugelassenen "Bestem" verboten.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Fonds von einer Vielzahl von Anbietern und dazu noch in allen Varianten, so z.B. Investment-, Immobilien-, Renten- und Aktienfonds. Nun gibt es
auch schon einige Fonds-Shops. Diese haben sich auf Fonds spezialisiert. Nach einer Analyse des Ist-Zustands und der Angabe der Ziele und Wünsche wird dem Kunden aus allen analysierten Fonds ein
entsprechender Anlagevorschlag unterbreitet.
Als Zusammenfassung möchte ich den WRS-Ratgeber "Anlagebetrug was tun?" zitieren, denn dort heißt der >Merksatz< im Punkt "Wie Sie einen Anlagebetrüger
erkennen": "Oberzeugendes Auftreten, ein Luxusfahrzeug und ein exklusives Büro bürgen noch nicht für Seriosität." Ein Gewerbeschein genügt nämlich schon, um als Finanzvermittler tätig zu
werden. Da im Prinzip alles so einfach ist, kommt die Zeitschrift Mein Geld (2/93) zur Schlußfolgerung oder "Konsequenz: Nicht überall, wo Anlageberater drauf steht, ist auch Anlageberater
drin!"
1.8. Der freie ("graue") Markt
Viele wissen es, die wenigsten kennen sie, aber einige warnen schon lange vor den unseriösen Angeboten des grauen Kapitalmarktes. In fast jeder Finanzzeitschrift gibt
Warnhinweise vor unseriösen Angeboten. Aber auch verschiedene Informationsbriefe oder Vereine warnen vor dem einen oder anderen Angebot nach einer entsprechenden Prospektprüfung. Die einen prüfen genauer
und die anderen schreiben Vermutungen als Prüfungsergebnisse. Aus diesem Grund ist es auch stets ratsam, niemals nur einem Prüfer >blind< zu vertrauen und deshalb das entsprechende Angebot von
mehreren überprüfen zu lassen.
Es gibt Verbraucher, die schließen Termingeschäfte einfach, ohne sich über den Anrufer zu erkundigen, per Telefon ab: "Warum funktioniert es immer wieder? ... Der Grund ist
sicherlich darin zu sehen, daß die Telefonverkäufer oft mit großem psychologischen Geschick an ihre potentiellen Klientel herantreten.... Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Element ist die
Selbstüberschätzung vieler Kunden. Zahlreiche Anleger, die es in ihrem Beruf, z.B. als Arzt oder Unternehmer, zu wirtschaftlichem Erfolg gebracht haben, meinen damit automatisch auch etwas von
Geldanlagen zu verstehen."(86) Auch aus diesem Grund "liegt auf der Hand, daß sich auf diesem Gebiet alle möglichen Leute tummeln, denen es vor allem und ausschließlich um eines geht: Ihr Geld.
Um an dieses möglichst schnell zu gelangen, wird der reinste Telefonterror veranstaltet. Wiederholte Anrufe -unerbittlich zu jeder Tages- und Nachtzeit sind die Basis dieser Branche. Das anvisierte Opfer
soll mürbe und gefügig gemacht werden" und es wird dabei "mittels Abspielen eines Tonbandes eine geschäftige Hintergrundkulisse geschaffen, die dem Kunden hautnahes Börsengeschehen suggerieren
soll"(87)
"Am Telefon angebotene Anlagen ... sind immer dubios und unseriös" schreibt Capital 12/95. Mit anderen Worten: Würde z.B. ein Bankberater einem guten und wohlhabenden
Kunden per Telefon ein Angebot z.B. für einen Investmentfonds machen, würde dieses unter "dubios und unseriös" fallen. Ich möchte diese Aussage zumindest anzweifeln. Aber anschließend schrieb
die Zeitschrift weiter und setzte mit Beispielen von Fragen, die der Verbraucher dem Vermittler stellen sollte, fort:
"Seit wann verkaufen Sie den diese tolle Anlage? Wie lange verkaufen Sie Anlagen, was machten Sie vorher? Wie gut und woher kennen Sie den Initiator dieser Anlage?
Warum gerade die und nicht z.B. einen Investmentsparplan? Haben Sie die Anlage selbst geprüft, und kennen Sie den Markt? Können Sie mir drei konkurrierende Anlageprodukte nennen?
Welche sichere/profitable Alternative empfehlen Sie mir? Wieviel bekommen Sie denn als Abschlußprovision?"
Meines Erachtens sind dieses schon knallharte Fragen, um die Streu vom Weizen zu trennen; denn es heißt auch: "Anleger neigen dazu, alles zu glauben, was ihnen ein redegewandter
Vermittler verspricht."
"Kennzeichnend für diesem Markt sind vor allem die Vertriebsmethoden. Während die Banken ihre Kunden in Schalterhallen und Besprechungszimmern bearbeiten, dringen die
Vertriebsprofis des grauen Marktes in die Wohnzimmer der Geldanleger vor. Mit ausgeklügelten höchst effizienten Gesprächstechniken kochen sie ihre Opfer per Telefon weich und überlisten sie im häuslichen
Ambiente zu folgenschweren Unterschriften.... Und längst betrachten die etablierten Geldmächte den grauen Markt als Experimentierfeld, um die Akzeptanz neuer Anlageprodukte zu testen."(88)
Das Bundeskriminalamt beauftragte einmal zwei Diplompsychologen, um heraus zu finden, warum die Anlagebetrüger so erfolgreich sind. "Die beiden Psychologen werteten insgesamt
906 Fälle aus, in denen ein Schaden von über 63 Millionen Mark verursacht worden war. Sie kamen zu dem Schluß, daß im wesentlichen drei Gründe ausschlaggebend sind. Die Anlagebetrüger wecken die Gier der
Sparer nach einer überdurchschnittlich hohen Rendite und Spekulationsgewinnen; nutzen das Bedürfnis der Anleger nach persönlichen Kontakten, menschlicher Wärme und aufrichtiger Anteilnahme an ihrem
Leben; bestätigen die Anleger in deren vermeintlicher Kompetenz in kaufmännischen und finanziellen Angelegenheiten."(89)
Was ist die Gerechtigkeit am grauen Kapitalmarkt? "Vor dem Gesetz sind alle gleich. Der Volksmund meint: Manche sind eben gleicher. ... Besonders im Kapitalanlagesektor bleibt
die Gerechtigkeit vielfach auf der Strecke. ... Kapitalanlagebetrüger setzen sich ab ... und kommen nach ein paar Jahren wieder -in den seltensten Fällen werden sie dann noch zur Rechenschaft gezogen-
und falls doch, dann gibt es eben eine Geldstrafe. 50.000 DM bei 50 Millionen Betrug, kein schlechter Schnitt.... Kapitalanleger scheuen hier sogar die Öffentlichkeit, weil sie die Steuerfahndung zu
befürchten haben."(90)
"In Deutschland werden täglich hunderte Kapitalanleger, Großverdiener wie kleine Sparer, von raffinierten, gut organisierten Betrügerorganisationen gleichsam
>über den Tisch gezogen<." schreibt Spitze 2/93 und >der Informationsfinder (5/92) setzt fort: "In den meisten Fällen haben" die Betrogenen "völlig unbekannten Personen oder
Firmen ohne jede Bonitätsprüfung Geld anvertraut, und manchmal gar nicht so kleine Beträge - meist auf Versprechen von Erträgen, die man woanders kaum erwirtschaften kann." Und: "Bestenfalls
bietet" der Vermittler "sehr risikoreiche Anlagen, bei denen man, wenn man Glück hat, wesentlich mehr erzielen kann als die genannten Normalrenditen; wenn man Pech hat, kann man aber ebenso gut
seinen gesamten Einsatz verlieren; ja und schlimmstenfalls handelt es sich schlicht und einfach um einen Betrüger, der sich gar nicht erst die Mühe macht, das ihm anvertraute Geld anzulegen, sondern es
gleich in die eigenen Tasche wandern läßt.... Natürlich kann man mit Optionen oder Aktienkäufen auf Kredit erreichen, daß man 50% verdient, wenn der Aktienmarkt um 10% steigt. Aber diese Hebelwirkung
wirkt in beide Richtungen." Zur Vertiefung des Punktes wäre vielleicht der im Anhang enthaltene Beitrag "Millionendeals mit falschen Bankgarantien" interessant.
In Berlin wurde "der >Arbeitskreis Grauer Kapitalmarkt< gegründet. Vertreter des Verbraucherausschusses beim Wirtschaftssenat, der Kriminalpolizei, der
Bundesaufsichtsämter für das Versicherungs- und Kreditwesen, des Deutschen Finanzdienstleistungs-Informationszentrums (bekannt als gerlach-report) und Verbraucherschützer entwickeln gemeinsam Kriterien
zur Bekämpfung der Mißstände auf dem grauen Kapitalmarkt. Ihr Ziel ist ein effizienteres und rechtzeitiges Zusammenwirken aller beteiligten Behörden und Organisationen." schreibt die Zeitschrift
test & rat (1/94). Schade ist, daß nur der zum mächtigen BertelsmannKonzem gehörende gerlach-report dabei ist und keiner der weiteren Konkurrenten des reports.
Aber auch die Stiftung Warentest, die Verbraucherzentralen, viele Zeitschriften (beispielsweise der Informationsfinder, der Geldanlageberater, das KapitalFORUM etc.) und schließlich
verschiedene Vereine (z.B. die GVI) warnen vor unseriösen Angeboten. Wobei man natürlich beachten sollte, daß die Stiftung Warentest oft das >blind< abschreibt, was der zu Europas größtem
Mediengiganten gehörende >gerlach-report< von sich gibt bzw. sie im Staatsinteresse schreiben muß.
1.9. "Was Versprechen morgen wert sind "(81)
Der Informationsfinder(6/91) schreibt: "Bei allen Kapitalanlagen, die nicht die in sie vom Erwerber gesetzten Renditeerwartungen erfüllen, geht es im wesentlichen
immer um Schadensersatzansprüche, die dann im nachhinein gegen den Berater, Vermittler, die Bank... oder andere erhoben werden. Dabei stehen grundsätzlich solche Fragen im Vordergrund, die sich mit einer
falschen, unvollständigen oder bewußt unrichtigen Beratung beim Abschluß des Vertrages über die bestimmte empfohlene Kapitalanlage beschäftigen.... Darüber hinaus kann es Schadensersatzansprüche wegen
fehlerhafter Betreuung im Rahmen der erworbenen Anlage geben.... Danach gibt es immer dann Schadensersatz, wenn während eines Beratungsvertrages oder auch eines Beteiligungsvertrages eine Partei
bestimmte, ihr obliegende Pflichten, wie beispielsweise eine sich verschlechternde wirtschaftliche Situation eines Vertragspartners, verschweigt.... Darüber hinaus gibt es noch den großen Bereich der so
genannten deliktischen Ansprüche, also wenn der Vertragspartner den anderen bewußt schädigt. Das sind beispielsweise die Fälle, in denen die Unerfahrenheit mancher Anleger ausgenutzt wird, um einen
Profit zu erzielen." Doch aber "nicht jeder Kursverlust, nicht jede fehlgeschlagene Renditeerwartung gibt einen Grund, um Schadensersatz zu verlangen. Grundsätzlich gilt, daß der Anleger für
Kursverluste der von ihm erworbenen Kapitalanlage selbst einzustehen hat, ebenso wie für die sonstigen damit verbundenen allgemeinen wirtschaftlichen Risiken, zumal es sich gerade bei der Aktienanlage
beispielsweise um eine echte unternehmerische Beteiligung handelt. Umgekehrt muß aber der Anlageberater oder -vermittler über die von ihm empfohlene Kapitalanlage so umfassende und zutreffende Angaben
machen, daß der Anleger in der Lage ist, zum einen die Funktionsweise und die wirtschaftliche Bedeutung des ihm angebotenen Beteiligungsmodells zu erkennen. Zum anderen muß der Anleger umfassend über die
mit der ausgewählten Anlage verbundenen Risiken unterrichtet werden."
Die Zeitschrift DM (6/95) beschreibt unter der Überschrift "40 Milliarden Mark verlieren deutsche Anleger jedes Jahr durch falsche Beratung oder Betrug" das neue
Wertpapiergesetz. "Dieses zwingt die Banken zum Ausfragen der Kunden bzw. zum Kennenlernen des Kenntnisstandes des Kunden zu verschiedenen Finanzangeboten. "Vermittler von
Finanzdienstleistungen sind von dem neuen Gesetz nicht betroffen. Dazu zählen vor allem die Vertreter der Strukturvertriebe." Nur stürzen diese "Vermittler und Verkäufer erheblich mehr Anleger
ins finanzielle Unglück als die vergleichsweise gut ausgebildeten Bankberater.... Die Gründe dafür reichen von Inkompetenz der Anbieter über Skrupellosigkeit bis hin zu Betrug." Bis zu "20
Milliarden Mark im Jahr verlieren Anleger zum Beispiel allein mit dem Kauf von überteuerten Schrottimmobilien." Solange das Gesetz nicht für alle gilt, "müssen die Kunden selbst um ihr Recht
kämpfen.... Es ist der Traum von der schnellen Mark, der Anleger Kontrakte unterschreiben läßt, die häufig ihren Ruin bedeuten." Die Zeitschrift Spitze (2/93) schreibt dazu: "Meiden Sie
Börsengeschäfte per Telefon mit unbekannte Dritten. Aus der Anonymität heraus geschehen die meisten Betrügerein. Geben Sie nichts auf die lobenden Berichte ihrer Bekannten. Nur zu oft werden anfangs
>Gewinne< bezahlt, die gar nicht erwirtschaftet wurden und von den Einzahlungen neuer Anleger abgebucht werden. Kommt nicht genügend Neugeschäft, oder wollen Anleger aussteigen, platzt plötzlich
der Luftballon, und alle Anleger erleiden einen Totalverlust -auch Sie und Ihr guter Bekannter"
Das große Problem beschreibt Finanztest (1/94): "Den Nachweis eines Beratungsfehlers muß der Kunde immer selbst erbringen, egal ob er von einem Makler oder von
einem Agenten beraten wurde." Aber das Schlimmste ist jedoch: "Unter dem Deckmantel >unabhängige Finanzberatung< plündern professionelle Abzocker die Konten ihrer Kunden. Der Verbraucher
ist vor den Überredungskünsten der Verkaufsprofis von Lebensversicherungen, Bausparverträgen und Investmentfonds gesetzlich nicht geschützt."(93)
1.10. Zur Untergliederung oder die Fortsetzung der Geschichte
Bevor ich zu den Beispielen komme, möchte ich noch auf die Gliederung eingehen. Am besten ist dabei die Fortsetzung des Punktes "Aus der Geschichte".
Es war einmal oder mit anderen Worten: Mit dem Einproduktverkäufer fing alles einmal an. Die Firma X hatte zum Beispiel eine Versicherung, und diese Versicherung wurde durch die
Mitarbeiter Y und Z verkauft. Das Buch "Spitzenverdiener in der Versicherungsbranche" beschreibt den Einproduktverkäufer wie folgt: "Die Mitarbeiter sind in der Lage, für dieses Produkt
ein perfektes Beratungsgespräch beim Kunden zu führen, woraus dieser Bedarf, Nutzen und Vorteil erkennen kann." Doch im Laufe der Zeit kamen zu dem einen Produkt verschiedene weitere Produkte hinzu.
So entstand dann der Einfirmenvertreter. Meines Erachtens dürfte einerseits der Einproduktverkäufer aus der Vergangen nicht mehr existieren. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die für sich selbst
Kapital einsammeln z.B. für den Aufbau ihres Unternehmens. Hier bietet der Anbieter/Initiator (Vermittler) nur eine Beteiligung an seinem Projekt an. Also wäre dieser meines Erachtens eine Art
"Einproduktverkäufer", da er nur an seinem Projekt interessiert ist, es zu vermitteln.
Die Einfirmenvertreter sind gebunden an ein Unternehmen und dürfen nur diese Angebote verkaufen. Dabei kann das Unternehmen verschiedene Angebote besitzen, zum Beispiel die gesamte
Spannweite der Versicherungen, also von der Haftpflichtversicherung bis zur Gebäudeversicherung. Aber es können auch verschiedene Angebote des Finanzmarktes, beispielsweise das Bausparen, dazu zählen.
Eben alles nur von einem Konzern (und seinen Partnern) oder einer Gruppe (z.B. Tochter- oder Schwesterunternehmen).
Das GVI-Verbraucherschutz-Buch schreibt zum Einfirmenvertreter: "Über 90% aller Vermittler und Vermittlungsgesellschaften im Finanz- und Versicherungsmarkt vermitteln
ausschließlich oder überwiegend die Angebote einer einzigen Bank, Versicherungsgesellschaft, Bausparkassen- und Investment-Konzerns.... Erwarten Sie daher von solchen Abhängigen nie eine unabhängige
Beratung. Auch der noch so seriös ausschauende "Berater" hinter einem vornehmen Bankschalter muß sie -dafür wird er bezahlt und ausgebildet einseitig informieren. Er will Ihnen >seine<
Bankangebote verkaufen, sowie der abhängige Versicherungs- oder Bausparkassen-Vertreter nur >seine< Versicherungs- oder Bausparangebote verkaufen will."
Die Zeitschrift "Bank und Markt" schrieb im September 1995: "Während im Finanzdienstleistungsmarkt die Anteile der Fremdvermittler immer mehr steigen, ist 1994 der
Absatz der Stammorganisationen von Bausparkassen und Versicherungen weiter gesunken. Mittlerweile dürften ca. 40 Prozent aller Versicherungsumsätze durch Makler, unabhängige Mehrfachagenten oder andere
Vertriebsgesellschaften erzielt werden." Auch diese Tatsache zeigt, daß Einfirmenvertreter -auf lange Sicht gesehen- nicht überleben werden. Auf der anderen Seite ist der Einfirmenvertreter der
ideale Ausgangspunkt, wenn man als Unternehmen in den großen Markt starten oder "eintauchen" möchte.
Im Buch >Chance Strukturvertrieb< heißt es schließlich: "Strukturvertrieb ist die härteste Arbeit. Nur wenn Sie den Willen aufbringen, mehr zu tun als jeder andere, werden
Sie Erfolg haben." Dabei sind die "strukturierten Vertriebsformen ... in unserem Lande erst 30 Jahre alt. In den USA ziehen sie seit 80 Jahren außergewöhnliche Erfolge nach sich."(79) Die
Kapitalanleger vertrauen mehr als 60 Milliarden Mark "in Deutschland jedes Jahr Allfinanzvertrieben an." Da dieses ein gigantisches Geschäft ist, "wollen die Geldinstitute nicht länger
abseits stehen". Die Folge: "Seit über drei Jahren bietet die Deutsche Bank ihre Produkte über ihre Vertriebstochter Bonnfinanz an. Die Dresdner Bank sicherte sich die Dienste des
Branchenprimus DVAG."(48) Die Zeitschrift >Mein Geld 12/95< beschreibt den Strukturvertrieb "Der Strukturvertrieb ist in mehrere Hierachiestufen gegliedert. Auf der untersten Ebene hat
die Versicherungsvermittlung (meist durch nebenberufliche Mitarbeiter) oberste Priorität. Bei guten Verkaufsergebnissen können die Vermittler in weitere Stufen aufsteigen. Neben die
Versicherungsvermittlung tritt dann eine Organisationsfähigkeit, wobei die Beteiligung an den Abschlüssen der betreuten Mitarbeiter erfolgt. Je höher die einzelne Stufe im Strukturvertrieb ist, desto
geringer der Anteil der reinen Vermittlungstätigkeit und umso mehr gewinnt die Organisationsfähigkeit an Bedeutung."
Einmal anders ausgedrückt steht es in Spitze 3/94: "Strukturvertrieb ist -eine gute Auswahl, Ausbildung und Kontrolle der Vermittler vorausgesetzt- Spitze, wenn das
Angebot Spitze ist. Strukturvertrieb ist das Letzte, wenn das Angebot das Letzte ist. Strukturvertrieb ist verbraucherfeindlich, wenn das Angebot verbraucherfeindlich ist. Strukturvertrieb ist
verbraucherfreundlich, wenn das Angebot verbraucherfreundlich ist. Aber es kommt nicht darauf an zu behaupten, man sei der Beste und habe das Beste, sondern man muß schwarz auf weiß beweisen können, daß
man Spitzenangebote verkauft. In direkt nachrechenbaren Bereichen wie Versicherungen dürfen nur die nachweislichen Nr. 1-Angebote vermittelt werden.... Lassen Sie sich bei Versicherungen vom Vermittler
eine schriftliche >Zuviel-Geld-Zurück-Garantie< für den Fall geben, daß Sie nachweisen könnten, daß sich jedermann zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bei einem anderen, in ganz Deutschland mit
Vermittlern tätigen Versicherer privat hätte günstiger versichern können. Wer das verweigert, gibt zu, daß er kein Spitzenangebot vertreibt. Vermittler, die Ihnen bei Versicherungen diese
>Zuviel-GeldZurück-Garantie< geben, sollten Sie zusätzlich fragen: >Was empfehlen Sie mir, wenn ich in etwa sieben Jahren bauen will und in der Lage bin, monatlich soundsoviel Mark zu
sparen?< Kommt dabei eine Kapital-Lebensversicherung und/oder ein Bausparvertrag heraus, dann wissen Sie Bescheid, was gespielt wird."
FORTSETZUNG AUF DER SPALTE RECHTS DANEBEN ------------------------------------ >>
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Den Soll-Zustand einer Bankberatung beschrieb die Zeitschrift >Mein Geld< (7/94): "Die anlegergerechte Beratung muß auf die persönlichen Verhältnisse des
Kunden zugeschnitten sein. Sie hat sich daran auszurichten, ob das beabsichtigte Anlagegeschäft der sicheren Geldanlage dienen soll oder spekulativen Charakter hat. Dabei ist insbesondere zu
berücksichtigen, ob es sich bei dem Kunden um einen erfahrenen Anleger mit einschlägigem Fachwissen handelt und welches Anlageziel der Kunde verfolgt. Die Kenntnis von solchen Umständen kann die Bank aus
langjährigen Geschäftsbeziehungen mit dem Kunden gewonnen haben. Verfügt sie nicht über entsprechendes Wissen, muß sie den Informationsstand und das Anlageziel des Kunden erfahren." Aber:
"Realistischerweise ist daran zu zweifeln, ob wirklich jede Bankfiliale oder Sparkassenzweigstelle die Fachleute besitzt, die die Werbung verheißt. Zweites großes Manko ist die Abhängigkeit des
Bank- oder Sparkassenberaters von Vorgaben des eigenen Hauses und das ungeschriebene Gesetz, nur Produkte des eigenen Hauses zu verkaufen, was oft zu Lasten der Qualität geht. Zudem sind Kreditinstitute
Makler, die einen prozentualen Anteil am Umsatz und nicht am Gewinn des Kunden erhalten." (45) Der FOCUS (12/95) schreibt: "Die Banken löchern ihre Kunden mit einem Erfassungsbogen ... Der
Anleger soll zum Beispiel sein Vermögen, Einkünfte und Ausgaben detailliert preisgeben." Die Ursache dabei liegt "im neuen Wertpapierhandelsgesetz, das seit Januar 1995 gilt. Es soll dafür
sorgen, daß Anleger aufgeklärt und vor Verlusten bewahrt werden." Ein Beispiel für einen Fragebogen liegt in den Anlagen. (Anhang 10.1.1. Nr. 12)
Die Zeitschrift Capital 4/95 testete die Bankbranche. Aus der Analyse ging hervor, daß bei 63% der Kunden ein Hinweis auf Steuern, bei 59% der Kunden niedrige Gebühren, bei 59% der
Kunden günstige Zinsen, bei 58% der Kunden ein Gespräch mit dem Fachmann, bei 57% der Kunden eine prompte Auskunft über Konditionen, bei 50% der Kunden eine schnelle Abwicklung, bei 50% der Kunden
verständliche Verträge und bei 50% der Kunden Angebote von Konkurrenzprodukten wichtig sind.
Als im Jahr 1994 der erste Discountbroker, die Direkt Anlage Bank, ihre Geschäfte eröffnete, setzte eine Gründungswelle unter den deutschen Banken ein. Die Direktanlage
Bank gehört zur Münchner Hypobank. Die Commerzbank gründete die Comdirekt Bank und die Deutsche Bank die Bank24. Alle Banken sind nur über Telefon, Fax und Brief erreichbar, dafür aber um bis zu 88%
günstiger als die Filialinstitute. Beispielsweise gewann die Comdirekt Bank in den ersten 2 Monaten ca. 6000 Kunden. Die Zielrichtung aller Direktbanken ist die jüngere Generation. Ein Grund für die
schnelle Akzeptanz der Banken sind die niedrigeren Gebühren.
Im Jahre 1925 gab es noch 1400 Privatbanken. Bei den Privatbanken liegt die Leitung der Bank in privaten Händen. Die Anzahl der privaten Banken in Deutschland sank von 88 zu Beginn
des Jahres 1990 auf 67 bis zum August des Jahres 1995.
Die Mehrfachagenten oder/und die freien Makler können sich die Angebote, also Versicherungen oder Finanzen (z. B Kapitalanlagen) in der Regel selbst heraussuchen und
sind von den Anbietern unabhängig.
Die echten Verbrauchervereine, die sich mittlerweile gegründet haben, haben sich auf die Verbraucherhilfe konzentriert und auf das Angebot von Versicherungen, die in der Regel den
Vermittler "überflüssig" machen.
Auch große unabhängige Unternehmen haben sich im Finanz- und Versicherungsmarkt gebildet. In der Regel sind dies Dachgesellschaften, also Gesellschaften, die die Verwaltungsarbeit
der unabhängigen Vermittler abnehmen und so die Vermittler betreuen. Die unabhängigen Betreuungsgesellschaften haben in der Regel eine große Anzahl von Unternehmen, deren Angebote (Versicherungen oder
Kapitalanlagen) ihre dazu gehörenden Vermittler vermitteln dürfen. Alle diese unabhängigen Betreuungsgesellschaften oder Vereine sind weder Initiator eines "Produktes", d.h. z.B.
Versicherungsanbieter, noch gibt es Umsatzabsprachen oder Fremdbeteiligungen an den Betreuungsgesellschaften. In der Regel vermitteln alle Vermittler dieser Gesellschaften >nur< deren
"geprüfte" Produkte. Aber was das "geprüft" im Einzelnen heißt, ist in der Regel eine Frage des Standpunktes oder der entsprechenden Geschäftsführung.
An den Schluß habe ich 2 Alternativen gesetzt. Diese unterscheiden sich meines Erachtens zum Teil erheblich von der breiten Masse.
1.11. Zu den Beispielen gilt es zu beachten
In der Werbebroschüre "7x7 Tipps für mehr Erfolg" von der Firma DR Training und Beratung heißt es: "Schon die Indianer sagten: >Urteile nie über einen
Menschen, wenn du nicht sechs Monde in seinen Mokassins gegangen bist< Gehen Sie in sein System, das heißt: Schauen Sie die Welt in seinen Augen an. Fühlen Sie mit seinen Gefühlen. Hören Sie mit
seinen Ohren und so weiter, und dann versuchen Sie mit ihm zusammen dahin zu gehen, wo es richtig ist" Mit anderen Worten: Es wurde stets versucht die entsprechende Unternehmensphilosophie mit
bestem Wissen wiederzugeben. Allen Unternehmen (außer den Verbrauchervereinen) habe ich eine Korrektur des aufgeschriebenen Textes (d.h. zu dieser befragten Firma) zugeschickt oder beim Folgetermin
mitgebracht. Dadurch konnten inhaltliche Fehler meinerseits korrigiert werden und somit bei den entsprechenden Unternehmen inhaltliche Fehler -sofern sie mir aufgrund meiner Bitte mitgeteilt wurden-
vermieden werden. Trotzdem übernehme ich keine Garantie für die richtige Wiedergabe und/oder die Vollständigkeit und/oder die Richtigkeit. Schließlich hatte nur ein äußerst kleiner Teil die Korrekturen
rechtsverbindlich(!) unterschrieben. Bei den Vereinen habe ich mich auf deren Informationen bzw. Informationsmaterial beschränkt.
Zu dieser Diplomarbeit habe ich über 20 verschiedene Unternehmen und 2 Verbrauchervereine um Hilfe bezugnehmend auf Informationen befragt. Mir ging es dabei um Basisinformationen
über das Unternehmen, also einfach ausgedrückt: Wer ist der Gesprächspartner, was hat er / macht er anders als die Konkurrenz und schließlich was versteht das befragte Unternehmen unter der
>verbraucherorientierten Vermittlung<. Bei den Banken habe ich teilweise andere Schwerpunkte aus deren Angeboten ausgewählt. Ein Dankeschön an alle, die mir hier mit Ihren Informationen geholfen
haben.
2. Einproduktverkäufer
Meines Wissens existieren die Einproduktverkäufer aus der Vergangenheit nicht mehr, da sie in der Regel schon weitere verschiedene "Produkte" im Angebot haben.
Aus diesen dürfte schon der Einfirmenvertreter hervorgegangen sein.
Auf der anderen Seite, wenn man beispielsweise den BETEILIGUNGSBRIEF einige Zeit gelesen hat, erfährt man, daß es verschiedene Initiatoren von Kapitalanlagen gibt. Letzteres heißt,
daß bestimmte Unternehmen Geld für eine geplante Investition benötigen. Oder die Firma X bringt einen neuen (ersten) Fonds heraus. In der Regel starten also diese "Vermittler" mit ihrem eigenen
Produkt und verkaufen die ersten Beteiligungen als "Einproduktverkäufer".
3. Einfirmenvertreter 3.1. Versicherungskonzerne 3.1.1. Die Vermittler der DBV: Versicherungen
DBV steht hierbei für Deutsche Beamten Versicherungen. Die Vermittler der DBV: Versicherungen gehören zur großen Gruppe der DBV Holding AG. Diese Holding besitzt
verschiedene Unternehmen ganz oder teilweise. Diese Unternehmen gliedern sich zu vier Sparten: in die Lebens-, in die Kranken-, in die Schaden und Unfallversicherungen und schließlich in die
Finanzdienstleistungen. Jede einzelne Sparte unterteilt sich wiederum in verschiedene nationale und internationale Finanzunternehmen.
Die Vermittler der DBV Versicherungen arbeiten in Kooperation mit der Commerzbank, ADIG (Renten- und Aktienfonds), CGI (Angebot des offenen Immobilienfonds HAUS-INVEST
der Commerz Grundbesitz-Investmentgesellschaft mbH), Leonberger Bausparkasse und der AUFINA (ein Franchisegeber auf dem Gebiet der Immobilien).
Zu allererst erfolgt eine Bestandsaufnahme der Versorgungssituation. Dieses geschieht durch eine mehrseitige Analyse. Diese Analyse ist der Ausgangspunkt für
individuelle Beratung. In der Analyse werden ebenfalls vom Kunden die Vorstellungen und Ziele, die die Voraussetzung der individuellen Beratung sind, aufgenommen.
In der Analyse wird beispielsweise gefragt, ob das Vermögensbildungsgesetz genutzt, was mit dem Kindergeld gemacht oder welche Versicherungen man hat. Danach werden die angegebenen
Daten ausgewertet. Anschließend wird, wenn gewünscht, eine Beratung durchgeführt. Hier werden entsprechende Hinweise gegeben. Dabei kann beispielsweise auf eine Überdeckung von Versicherungsleistungen
hingewiesen werden. Unter dem Einbezug der Wünsche, Ziele und Vorstellungen kann die persönliche Situation an den machbaren "Optimalfall" herangeführt werden.
Durch die regelmäßige Betreuung wird der Kunde auf dem laufenden gehalten. So geschieht dieses beispielsweise durch ein eigenes Büro in dem der Vermittler durch feste
Sprechzeiten erreichbar ist.
3.1.2. Die Vermittler der Victoria-Versicherungen
Die >Allgemeine Eisenbahnversicherungs-Gesellschaft< wurde im Jahre 1853 gegründet. Im Jahre 1875 wurde daraus die Victoria. Das erste Angebot war die
Transportversicherung. Die erste Volksversicherung für Arbeiter und Angestellte entwickelte die Victoria am Ende des 19. Jahrhunderts. Die erste Lebensversicherung wurde 1861 abgeschlossen.
Für den Rundumschutz der Versicherungskunden übernahm die Victoria die Mehrheit von Europas größter Rechtsschutzversicherung (D.A.S.). Nachdem die Victoria die Mehrheit der
Gilde-Krankenversicherungs AG erworben hatte, wurde daraus die Victoria Krankenversicherung.
Als Dachgesellschaft über dem Victoria-Konzern steht die Victoria Holding AG. Unter dieser Dachgesellschaft gibt es dann die Victoria-Lebensversicherungen AG, die Victoria
Versicherung AG (Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherung etc.), die Victoria Krankenversicherung, die D.A.S, und die Victoria Rückversicherung AG (für das In- und Ausland). Die Victoria International
hält die Auslandsbeteiligungen. Zusammengefaßt heißt das, daß der Kunde alle Formen und Arten der Versicherung über die Victoria erhalten kann oder anders ausgedrückt sich gegen alle Risiken absichern
kann.
Ebenfalls zu den Angeboten der Victoria zählen die Bausparverträge der Heimstatt Bausparkasse. Zusätzlich wurde eine eigene Kapitalanlagegesellschaft gegründet.
Die Victoria ist Inhaber des Versicherungspools. Zu diesem Pool haben sich die bedeutenden Versicherungsunternehmen zusammengeschlossen. Durch diesen Pool können die inländischen
Kunden für ihre im Ausland tätigen Mitarbeiter einen Versicherungsschutz in den meisten Ländern erhalten. Aber dieses gilt nicht nur für die Personenversicherungen, sondern auch zusätzlich für die
Sachversicherungen.
Was versteht die Victoria unter >verbraucherorientierter Vermittlung<? Bei ihr gibt es das 5 Punkte Konzept beim Kunden, welches alle selbständigen oder angestellten
Victoria-Vermittler -die alle zum Versicherungsfachmann ausgebildet werden- anwenden.
Zuerst werden die Informationen beschafft. Dieses heißt, es wird nach den persönlichen Verhältnissen, dem Umfeld, Vermögensverhältnissen und den Wünschen gefragt.
Dann folgt die Risikoanalyse. Also braucht der Verbraucher eine Versicherung oder eine Kapitalanlage? Ist der Verbraucher gegen sich (im Falle eines Unfalls oder bei
Berufsunfähigkeit) und gegen andere (bei einem Schaden) versichert? Wie schaut es mit seinem Vermögen aus; (steht er im Falle eines Falles vor dem >Nichts<)?
Anschließend ist das Deckungskonzept an der Reihe. Dieses Konzept geht vom Optimalfall aus, wie beispielsweise die entsprechenden Risiken am besten abzudecken sind. Dann
geht man auf den entsprechenden Einzelfall individuell ein.
Nun wird in den Optimalfall das bestehende Konzept der Absicherung des Kunden eingebaut. Sind Deckungslücken oder eine Überdeckung vorhanden, wird mit dem Kunden darüber
gesprochen.
Ein Beispiel für eine Deckungslücke: Ab einer Berufsunfähigkeit von 50% zahlt erst die Berufsunfähigkeitsversicherung. Unter dieser Prozentzahl erhält der Versicherte
nur unter bestimmten Bedingungen bei der Unfallversicherung Geld ausgezahlt. Wichtig ist deshalb auch, den Extremfall zu versichern, da man ja da nicht mehr arbeiten gehen kann.
Zum Schluß folgt die Schließung der Lücken. Dieses bedeutet, daß der Vermittler vom Optimalfall der Absicherung zum machbaren Absicherung des Kunden geht. Oder mit
anderen Worten: Was ist sinnvoll bei Singles, Verheirateten mit/ohne Kindern? Was kann der Verbraucher sich leisten?
3.2. Die Banken 3.2.1. Die Berater der CC-Bank AG
Die CC-Bank AG (früher: Centrale Credit Bank AG) hat ihren Hauptsitz in Mönchengladbach. Die Bank hat 52 Filialen und ca. 1000 Mitarbeiter. Die CC-Bank gehört je zu 50%
der Banco Santander und der RBSG (Europe) Ltd. Die Bank hat sich auf die Privatkunden spezialisiert.
Der Partner im Versicherungsbereich ist die Zürich-Versicherungen. Über diese können dann Lebensversicherungen, Unfallversicherungen oder Rentenversicherungen in der Bank
abgeschlossen werden.
Die Absatzfinanzierungsprogramme im Warengeschäft, im Kraftfahrzeug/Freizeitgeschäft und im Direktgeschäft werden durchgeführt. Jedoch Bau- und Existenzgründungsfinanzierungen werden
nicht angeboten. Die CC-Bank ist ebenfalls im gewerblichen und privaten Leasinggeschäft tätig, das ausschließlich mit Kraftfahrzeugen geführt wird.
Durch regelmäßige Fachseminare, Schulungen und Verkaufstrainings bleiben die Mitarbeiter auf dem Laufenden und qualifizieren sich weiter.
Das Abrufkonto gilt bei der CC-Bank als Einstieg in die Kundenbeziehung. Bei diesem können die Geschäfte mit der Bank per Telefon oder Fax getätigt werden.
Bei allen Neukunden wird sich vor einer Beratung im Anlagenbereich vorgestellt und anschließend werden die Fragen nach dem Anlagebetrag, der Laufzeit und der Vermögenssituation des
Kunden etc. gestellt. Neben den hauseigenen Angeboten (z.B. Festgeldanlage, Inhaberschuldverschreibungen, Sparbriefe etc.) können aber auch andere Wertpapiere bezogen werden. Eine Beratung im
Wertpapierbereich wird jedoch noch nicht durchgeführt. Hier muß sich der Kunde beispielsweise durch die Presse informieren.
Möchte man als Verbraucher einen Kredit aufnehmen, wird man zuerst überprüft. So wird geprüft, ob man kreditfähig ist und danach ob man kreditwürdig ist. Ist alles zur Zufriedenheit
geklärt, kann der Höchstkreditbetrag festgesetzt werden.
Zur Oberprüfung des Kunden zählt die Zahlungsmoral in der Vergangenheit, hat der Kunde zur Zeit einen Kredit und seine persönlichen Verhältnisse. Die Kreditfähigkeit
wird über eine "Haushaltsrechnung" ausgerechnet. In diese fließen beispielsweise das Einkommen und die Warmmiete ein. Geht aus dieser Rechnung hervor, daß der Verbraucher kreditfähig ist, wird
überprüft ob der Verbraucher kreditwürdig ist. Die Schufa des Verbrauchers wird überprüft. Ist alles in Ordnung werden die Fragen nach der Laufzeit, der Ratenhöhe des Kredits etc. gestellt. Die
Effektivzinsen werden dann per PC ausgerechnet. Für den Fall einer Arbeitsunfähigkeit oder im Todesfall kann eine Restschuldversicherung beim Partner Zürich-Versicherungen abgeschlossen werden.
Die Kreditwürdigkeit wird in einem Haushaltsscoring überprüft. Das Ganze ist vergleichbar mit einem Bewertungsschema. In diesem Schema gibt es Punkte, die für die
Kreditvergabe wichtig sind. Beispiele hierfür sind, ob man studiert hat, die Länge der Beschäftigung bei seinem Arbeitgeber, die Schufaauskunft etc.. Zu jedem Punkt gibt es eine oder keine Punktzahl. Ist
am Ende eine bestimmte Zahl erreicht, kann der Höchstkreditbetrag festgelegt werden.
Der Höchstkreditbetrag wird zur Sicherheit des Verbrauchers eingeführt. Geht der Bedarf des Kreditvolumens über diesen Höchstkreditbetrag hinaus, werden verwertbare Sicherheiten von
der Bank gefordert. Beispiele hierfür sind der Kfz-Brief oder die Lebensversicherung. Das Ganze geschieht dann entweder über eine Verpfändung oder über eine Sicherheitsabtretung. Ist all dieses geklärt,
kann man an die Finanzierung gehen.
3.2.2. Die Berater der Commerzbank AG ...
... reagierten nicht, d.h. die Geschäftsführung an die ich geschrieben hatte.
3.2.3. Die Berater der Citibank Privatkunden KG...
... reagierten nicht, d.h. die Geschäftsführung an die ich geschrieben hatte.
3.2.4. Die Berater der Weberbank KG auf Aktien ...
... teilten mir mit, daß sie für meine "Diplomarbeit sicherlich nicht der geeignete Partner wären." Die Fragen, die ich gestellt hätte, kannte die
Geschäftsführung in Dresden nicht einmal. Offenbar genügte das Nennen des Themas schon für die Absage. Diese Privatbank ist nicht "im Bereich der Versicherung" tätig und nimmt
"größtenteils auf direktem Weg Kontakt zu ihren Kunden" auf.
3.3. sonstige 3.3.1. Die Vermittler der Badenia Bausparkasse AG ...
... reagierten nicht, d.h. die Geschäftsführung an die ich geschrieben hatte.
3.3.2. Die Vermittler der Colonia Bausparkasse AG ...
... leiteten die Anfrage von der Dresdner "Geschäftstelle" an die Konzernzentrale nach Dortmund weiter. Die Konzernzentrale wollte mir gegen Einsendung meiner
Fragen weiter helfen, d.h. meine Fragen beantworten. Eine Antwort ist bis heute nicht gekommen.
3.3.3. Die Anlageberater der AKJ-Gruppe
Die AKJ-Gruppe führt das Konzept der Mehrfinanz durch. Ihr Ziel ist der maximaler Kundennutzen. Zur Zeit kooperiert die AKJ mit über 1.300
Finanzdienstleistungsunternehmen. Das Unternehmen arbeitet mit dem Leitgedanken "Heute erhalte ich für mein Erspartes zu wenig Zinsen. Morgen ist mein Geld weniger Wert. Übermorgen fehlt mir das
Geld zur Erfüllung meiner Wünsche."
Mit diesem Leitgedanken will die AKJ "das Kundenproblem mit entsprechend strukturierten Produkten zur Vermögensbildung des privaten Verbrauchers" lösen. So meinte es Herr
Just zur Finanzwelt 5/94.
Ein Höchstmaß an Sicherheit wird durch das Prinzip der Risikostreuung erreicht. Das Unternehmen hat den Ausfall einzelner Leasingnehmer oder Factoringgeschäfte schon mit eingeplant.
Aufgrund der Verteilung und Vielzahl der eingangenen Geschäfte beeinträchtigt dieses die Sicherheit der Gesamtinvestition nach der Meinung der AKJ nicht. Die Leasingnehmer werden nach den banküblichen
Kriterien überprüft.
Nach der Meinung der AKJ ist der Alffinanzgedanke "vom Anspruch her eine gute Sache." Jedoch konnte "der Alffinanzgedanke bisher... nur im Ansatz verwirklicht
werden."(39) Die AKJ setzt deshalb auf das Prinzip der Mehrfinanz. Realisiert wird das Mehrfinanzkonzept, dadurch das mit Leasing und Factoring spezielle Finanzierungsprobleme der Kunden gelöst
werden sollen.
"Nach einer Untersuchung des Allesbacher Instituts für Demoskopie vom Sommer 1994 sparen von je 100 Befragten 41 für den berühmten Notgroschen, 42 für Reise und Urlaub, aber nur
34 für die Altersrücklage. ... Es ist also nicht damit getan, Produkte zur Altersversorgung zu entwickeln und dem Kunden einen Vertrag auf 30 oder 40 Jahre Dauer anzubieten und ihm einzureden, daß genau
dies sein Wunsch sei" sagte Herr Just zur der Finanzwelt 3/95. Aufgrund dieses Ergebnisses hat die AKJ neben dem Leasinggeschäft mit den Schwerpunkten Auto- und Computerfinanzierung auch eine eigene
Lebensversicherung (AKJ-Leben) und ein eigenes Reiseunternehmen (AKJ-Touristik GmbH) gegründet. Die AKJ setzt auf einige wenige Produkte und möchte mit diesen besser als die Konkurrenz sein.
"Die AKJ Touristik GmbH wurde als Fernreiseveranstalter gegründet und ist als solcher auch tätig. Damit realisieren wir die zu erfordernde Kundenbindung und verfügen
gleichzeitig über eine weitere Schiene zur
Neukundengewinnung." Die AKJ-Leben nimmt jedoch noch nicht aktiv am Geschäftsleben teil. Die AKJ hofft, "die Zulassung zum Geschäftsbetrieb bis Ende 1996 zu erhalten"
und erst dann wird man "den Abschluß von Risiko-Lebensversicherungen anbieten können."(40)
Nachdem der Berater sich vorgestellt, die Wünsche des Kunden herausgefunden hat, erfährt der Kunde je nachdem die Vorteile einer Beteiligung (Kapitalanlage) an der AKJ, einer
AKJ-Auto- oder Computerfinanzierung oder eines AKJ-Reiseangebotes. Der Berater rechnet die Finanzierung z.B. eines Autos vor. Hat der Kunde dann anschließend die Vor- und Nachteile abgewogen, trifft er
seine Entscheidung. Die regelmäßige Betreuung des Kunden nach Vertragsabschluß gehört ebenfalls zur Aufgabe des Vermittlers.
Damit die Neueinsteiger ihr Geschäft ohne Abschlußdruck aufbauen können, gibt es neben der Courtage ein Fixum. Die Anlageberater werden auf den zentralen Seminaren und auf den
regionalen Schulungstreffen geschult.
Gerade an diesem Beispiel sieht man sehr schön, daß man klein anfängt und dann, wenn die eine Sache "läuft", die nächste (die Lebensversicherung) angegangen und aufgebaut
werden kann.
4. Abhängige Strukturvertriebsgesellschaften 4.1. Die Vermittler der OVB (OVB-Allfinanzvermittlungs GmbH & Co KG) ...
... reagierten nicht auf meine mehrfachen Anfragen.
4.2. Die Vermögensberater der DVAG (Deutsche Vermögensberatungs AG)
Die DVAG ist im Jahre 1995 20 Jahre alt geworden. Der Strukturvertrieb, der 12.500 Vermögensberater betreut, hat über zwei Millionen Kunden. Die DVAG arbeitet mit
verschiedenen festen Kooperationspartnern aus dem Bank-, Bauspar- und Versicherungswesen zusammen. Durch die festen Kooperationspartner kann an der Entwicklung neuer Produktinnovationen bei den
Gesellschaften mitgearbeitet werden. Die DVAG ist der Gründer der Allfinanzidee. Also, man arbeitet nicht nur mit einer Branche zusammen, sondern mit einer Vielzahl von Anbietern. Es werden von der DVAG
nur Produkte vermittelt, die von den Bundesaufsichtsämtern geprüft und genehmigt wurden.
Bei der DVAG kommt in der Regel jeder neue Mitarbeiter, der nebenberuflich einsteigt, aus dem Kundenstamm eines Vermögensberaters. Die Ausbildung läuft in drei Phasen ab. Die erste
Phase ist die nebenberuflich ca. drei monatige Grundausbildung. In den nächsten 6 Monaten beginnen die Schulungen mit dem Kennen lernen des Produktwissens. Der Mitarbeiter wird zum Assistenten des
Vermögensberaters. Die dritte Stufe ist für die hauptberuflichen Mitarbeiter gedacht. Schließlich dürfen nur die intern und extern ausgebildeten hauptberuflichen Vermögensberater den Kunden beraten.
Dabei wird nach den Richtlinien des Bundes Deutscher Vermögensberater e.V. gearbeitet.
Vor einer Beratung erfolgt eine Analyse des Kunden. In dieser ist die persönliche Situation des Kunden wichtig. Also beispielsweise die Kundenwünsche, die Ziele oder beispielsweise
die Frage wann der Kunde das Geld benötigt. Dabei wird alles auf seine steuerliche Situation und mögliche Subventionen abgestimmt.
In der Auswertung, die den Ist-Zustand zeigt, werden gleichzeitig Vorschläge für den Kunden unterbreitet. So wird beispielsweise gezeigt, wie zur Zeit die Situation ausschaut und was
für seine persönliche Situation sein sollte.
Wichtig ist für den Kunden, daß er richtig abgesichert (, d.h. versichert) ist. Anschließend kann dann mit dem Vermögensaufbau begonnen. Schließlich nützt ein Vermögensaufbau nichts,
wenn man nicht richtig abgesichert ist.
Ein Beispiel: Im Falle einer Berufsunfähigkeit sollte man das Geld zum Leben von der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Auf der anderen Seite sollte das Vermögen weiter
aufgebaut werden, um es am Ende (für die Rente) für sich nutzen zu können. Das Ziel ist die langfristige Zusammenarbeit mit dem Kunden.
5. Die Mehrfachagenten 5.1. Des Finanz-, Immobilien- und Versicherungsservice
Der von mir befragte Mehrfachagent ist freiberuflich tätig und arbeitet mit mehreren Mehrfachagenten in einer Bürogemeinschaft zusammen. Gegenstand der Tätigkeit ist die
Beratung und Vermittlung von Finanzdienstleistungen vielfältiger Art, zum Beispiel Versicherungen, Sparpläne, Immobilien etc..
Dabei arbeiten die Mehrfachagenten nach den Empfehlungen des Bundes der Versicherten sowie nach den Empfehlungen der einschlägigen Fachliteratur. Aus diesem Grund wurden auch
Angebote verschiedener Konzerne eingeholt und verglichen und das Ihres Erachtens bestmögliche für die Kunden herausgesucht.
Der Vermittler oder Mehrfachagent bildet sich in unregelmäßigen Abständen auf Seminaren und Fachtagungen der verschiedensten Gesellschaften sowie autodidaktisch weiter. Die
Beratungen im Rahmen der Bürogemeinschaft dienen ebenfalls dem Zweck der Weiterbildung.
Vor der Beratung nimmt der unabhängige Mehrfachagent den Ist-Zustand seines Klienten auf. Dadurch erkennt er, wie der Kunde früher mit seinem Geld umgegangen ist und welche
notwendigen Versicherungen er besitzt. Nach der Analyse stellt sich heraus, ob der Klient beispielsweise unter- oder überversichert ist. So kann dann der Mehrfachagent dem Verbraucher einen individuellen
"Maßanzug" schneidern.
Der Vermittler berät den Klienten und gibt bestimmte Hinweise oder Vorschläge zur Optimierung seiner Geldanlagen oder Versicherungen.
Ein Beispiel: Eine Lebensversicherung ist für ein Ehepaar mit Kindern) wichtig. Die Versicherungssumme sollte in diesem Fall das Vierfache des Jahreseinkommens betragen. Bei einer
Kapital-Lebensversicherung ist das Ehepaar in den seltensten Fällen in der Lage, die notwendige Prämie monatlich aufzubringen. Deshalb bietet der Mehrfachagent dem Kunden eine Risiko-Lebensversicherung
mit Vergleichsweiser niedriger monatlicher Beitragsrate an.
Aber auch im Vermögensaufbau bzw. des Sparens von Steuern hilft der Mehrfachagent weiter. Dieses geschieht in der Regel durch Sachwertanlagen. Gerade auf dieses wird besonders großer
Wert gelegt. Durch diesen Schritt hat der Kunde eine Inflationsgeschützte Anlageform, er spart dabei Steuern und hat etwas für seine private Altersvorsorge getan. (siehe Anhang "Vermögensaufbau
Konkretes")
Der Kunde wird langjährig betreut. So sind spätere Anpassungen bei Änderungen der individuellen Verhältnisse des Kunden möglich. Dadurch kann der Kunde über Produktneuheiten
informiert werden. Aber auch im Schadensfall ist der Mehrfachagent der Ansprechpartner.
5.2. Der unabhängigen Finanz-Service GmbH
Die unabhängige Finanz-Service GmbH betreut mehrere Mehrfachagenten und gehört der Vereinigung der Deutschen Finanz- und Wirtschaftsberater e.V. an. Die Mehrfachagenten
sind nicht an das Unternehmen auf Dauer fest gebunden, da sie sich jederzeit unter Mitnahme ihres Klientenstammes selbständig machen können. Der Finanz-Service arbeitet nach den Richtlinien des Bundes
der Versicherten. Es wird dabei nur mit Gesellschaften zusammengearbeitet, die zu den besten zählen und seit Jahren eine stabile Leistung (also beispielsweise konstante Tarife, kurze Vertragsdauer etc.)
angeboten haben. Die GmbH nimmt für ihre Mehrfachagenten verschiedene Arbeiten, beispielsweise die Marktforschung ab.
Die GmbH bildet ihre Mitarbeiter zu verschiedenen Spezialisten aus. Beispielsweise der eine für Rentenfonds, der andere für offene Immobilienfonds, der nächste für geschlossene
Immobilienfonds etc..
In Weiter- und Ausbildungsangelegenheiten arbeitet die Gesellschaft mit dem Institut für Personal und Management zusammen. Aber es werden auch Referenten von Gesellschaften
eingeladen.
Ein Beispiel: Der Kunde möchte Steuern sparen. Hier ist es wichtig, daß der Mehrfachagent zuerst einige Informationen (z.B. das zu versteuernde Einkommen) vom Kunden erhält. Hat der
Mehrfachagent die benötigten Informationen, kann der Verbraucher ein individuelles Angebot erhalten. Anschließend werden dem Verbraucher die Vorteile und die Risiken der Steuersparenden Anlage erklärt.
Die geschlossenen Immobilienfonds, mit denen man Steuern sparen kann, zählen zu den "Kostensenkungsangeboten" des Unternehmens.
5.3. Der Engelhardt & Winkelmann GbR
Die Mehrfachagenten dieser Firma haben sich zu einer Bürogemeinschaft zusammengeschlossen. Diese besitzen eine teilweise Maklerzulassung und arbeiten nach dem
>KONZEPT -Wir planen Vermögen.
Es werden nur "Produkte" vermittelt, die seit langem am Markt sind und positive Nachweise schon erbracht haben.
Zur Zeit bilden sich die Mehrfachagenten zum Versicherungsfachmann weiter. Neben den verschiedenen Seminarbesuchen finden wöchentliche Schulungen statt.
Vor der Beratung wird eine ausführliche Analyse durchgeführt. Hier wird beispielsweise nach den Versicherungen und Kapitalanlagen gefragt. Beispielsweise wird nach den jährlichen
Beiträgen zu den derzeit abgeschlossenen Lebens-/Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen einschließlich der Versicherungssummen, den prognostizierten Ablaufsummen, den prognostizierten monatlichen
Renten und der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente gefragt. Oder beispielsweise, ob die staatlichen Förderungen (Vermögensbildungs-, Wohnungsbauprämiengesetz und die Förderung des privaten Wohnungsbaus)
genutzt werden. Aber es wird auch eine genaue Aufschlüsselung der Einkommen und Ausgaben abgefragt.
Die Auswertung dieser Analyse erfolgt wertungsfrei. Es gibt eine allgemeine Empfehlung, jedoch ohne konkrete Namen von Gesellschaften zu nennen. So kann der Kunde den Soll-Zustand
sehen.
Zum Schluß möchte ich auf ein interessantes Finanzdienstleistungskonzept eingehen. Wünscht der Klient eine Finanzierung, kann man dem Interessenten beispielsweise durch die
Beschaffung der entsprechenden öffentlichen Fördermittel, Hypothekendarlehen, Zwischen- oder Refinanzierungskredite oder Policendarlehen weiterhelfen. Dieses geschieht durch eine Kostenermittlung, eine
Beleihungsgrenzenermittlung, eine Bonitätsprüfung, die Erstellung von Finanzierungsplänen, die Finanzmittelbeschaffung und die Finanzabwicklung.
6. "Sie sind reif für den Test" oder die Angebote der großen Verbraucherinteressenvereinigungen
6.1. Der BdV (Bund der Versicherten e.V.)
Fast alle "Vermittler und Drücker sind auf die ... Bundesbürger angesetzt, um ihnen falsche und zu teure Versicherungen aufzuschwatzen. Die Unwissenheit der Bürger
und ihr Vertrauen in die Vertreter -oft Verwandte, Freunde oder Bekannte- sind groß, daß sich die großen Versicherungskonzerne sagen: >Solange die Verbraucher so dumm sind, unsere doppelt und dreifach
zu teueren Prämien zu bezahlen, brauchen wir diese nicht zu senken.< ... Deshalb will der Bund der Versicherten mit seinen Gruppenversicherungen der Regierung, den Gesellschaften, Vertretern und
Bürgern zeigen, wie einfach und billig >Versichern< sein kann. ... Dementsprechend betragen" beispielsweise "die Beiträge zur BdV-Unfall-Gruppenversicherung in manchen Fällen nur etwa
zwanzig Prozent der Prämien teurer Gesellschaften." Aber es gibt auch noch einen anderen Vorteil: "bei Problemen, insbesondere im Schadensfall, stehen den Versicherten die Juristen des BdV zur
Seite."(25) Und zwar kostenlos gibt es die >versicherungstechnischen< Auskünfte. Weiterhin erhält keiner eine Provision und als Gruppenversicherter oder Mitglied des BdV (es gibt derzeit etwa
26.500 Mitglieder) bleibt man auf dem Laufenden in Versicherungsfragen durch die "BdV-Info"-Zeitschrift.
Die Zeitschrift Finanztest (5/93) schrieb als Verbrauchertipp: "Zusammen versichern, weniger zahlen: ... Die Versicherungswirtschaft ist für Hans Dieter Meyer >eine Branche
jenseits von Recht und Wettbewerb. Doch wenn es sein muß, macht der Vorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV) gemeinsame Sache mit der Assekuranz: BdV-Mitgliedern bietet Meyer Versicherungen für
Hausrat, Haftpflicht, Unfall und Rechtsschutz an, die bis zu 50 Prozent billiger sind als die Policen preisgünstiger Versicherer."
"Sie sind reif für den Test," schreibt die BdV-Broschüre >Der große Versicherungstest< und setzt wie folgt fort: "wenn Sie mit nachfolgenden Unternehmen zu tun
hatten: Aachener & Münchener, Allianz, (Frankfurter, Bayer. Versicherungsbank), ARAG, AWD, Barmenia, Bonnfinanz, Colonia, Continentale, Deutsche Vermögensberatung (DVAG), Dt. Herold, Dt. Ring, Dt.
Lloyd, F.m.G.a., Hamburg-Mannheimer, Hanse Merkur, HMI, Ideal, IDUNA, Karlsruher, Marschollek/Lautenschläger/Partner (MLP), Neckura, Nordstern, Nürnberger, Quinz Holding, OVB, R+V, Stuttgarter,
Transatlantische Leben, Vereinte, Vereinigte Vers. v. Amerika, Victoria, Volksfürsorge, WWK, Würtembergische, Würzburger, ZEUS, ..." Und: "Sie sind reif für den Test, wenn Sie
Kapitalversicherungen als Lebens-, Aussteuer-, Ausbildungs-, Sterbegeld oder private Rentenversicherung abgeschlossen haben. Das IST in aller Regel der SCHLIMMSTE Fehler im Bereich der Familien- und
Altersvorsorge. Fast alle Familien sind über Kapitalversicherungen miserabel versichert und verlieren bei jahrzehntelangen Versicherungssparen Zehntausende von Mark - durch die mäßige Rendite der
Kapital-Lebensversicherung und die Inflation. Da hilft auch keine >Dynamik<, die ständig die Versicherungssumme erhöht; denn dafür zahlt der Versicherte immer mehr Beitrag, der inflationiert wird.
Die Rendite wird noch schlechter."
In der Kurzdarstellung des BdV heißt es: "Der BdV nimmt an der Gesetzgebung teil (Stellungnahmen, Anhörungen), betätigt sich auf wissenschaftlicher Ebene (wissenschaftlicher
Beirat, Wissenschaftstagungen, wissenschaftliche Publikationen und Schriftenreihe >Versicherungswissenschaftliche Studien<, NomosVerlag), führt etliche Musterprozesse um Grundsatzfragen, initiiert
Fernseh-, Rundfunk- und andere Medienberichte (ca. 300 Femseh- und über 1000 Rundfunksendungen, unzählige Berichte in allen Printmedien), ... entwickelt computergestützte Informationssysteme und
informiert so die Öffentlichkeit und Nichtmitglieder."
6.2. Die GVI (GELD UND VERBRAUCHER Interessentenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V.)
Die GVI fordert ein Ende mit den verbraucherfeindlichen Gesetzen im Finanz- und Versicherungsmarkt, denn: "Deutschlands Banken, Bausparkassen und
Versicherungsgesellschaften beschäftigen ... Leute, welche die Parteien und Politiker im Sinne der Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften beeinflussen sollen."(16) Aus diesem Grunde
sind auch "Verbraucherschützende Maßnahmen seitens der Politik ... noch nicht zu erkennen. Die Politik sieht eigentlich im zunehmenden Wettbewerb einen Verbraucherschutz. Die angeblich mündigen
Bürger müssen durch Fehler lernen."(17) Die Ursache hierfür ist, daß "über 95% der für die Gesetzgebung in Bund und Ländern verantwortlichen Politiker... selbst zu wenig Ahnung von
Altfinanz-Fragen" haben und sich daher "selbst von der Banken-, Bauspar- und Versicherungslobby um den Finger wickeln"(18) lassen.
Die Versicherten, Sparer und Kapital-Anleger haben noch keine starke Lobby. Über 13 tausend Verbraucher haben sich deshalb schon in dieser Vereinigung zusammengeschlossen. Diese
Verbraucher-Lobby fordert z.B. in einem Bürgerbegehren, daß die Gesetze nicht mehr pro Banken, pro Bausparkassen und pro Versicherungsgesellschaften, sondern für den Verbraucher gestaltet bzw. verändert
werden. So wird beispielsweise gefordert: -Schluß mit fünf- bis zehnjährigen Versicherungs-Knebelverträgen", -"Schluß mit dem Verkauf von Kapital-Lebensversicherungen, privaten
Rentenversicherungen, fondsgebundenen Lebensversicherungen, Unfallversicherungen mit angeblicher Prämienrückgewähr, Bausparverträgen, Bonus-Sparverträgen u.ä. ohne Angabe der Effektiv-Guthabenverzinsung
im Rahmen von Beispielrechnungen", -„Schluß mit dem Bausparverkauf ohne Angabe der WAHREN Effektiv-Darlehensverzinsung" und ein -Ende "mit der Benachteiligung von
Versicherungssparern durch das verbraucherfeindliche Niederstwertprinzip und Buchwertprinzip! Geldanlagen bei Kapital-, Unfall- und Rentenversicherungs-Sparplänen werden dank staatlicher Sanktionierung
bei Vertragsbeendigung nicht mit dem tatsächlichen Wert berechnet, sondern -bei Wertpapieranlagen- nur mit dem niedersten Börsenwert seit Anschaffung der Wertpapiere und -bei Immobilienohne
Berücksichtigung des zwischenzeitlichen Wertzuwachses, ja sogar gekürzt um alle bisherigen steuerlichen Abschreibungsbeträge. Das führt zu einer gigantischen Versichertenausbeutung.".
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Als kritischer Verbraucher habe ich mir einmal die Arbeit gemacht und bin zu einigen Punkten aus dem Bürgerbegehren einmal in die Tiefe gegangen. Also siehe Anhang die Punkte:
"Kapital Lebensversicherung ist legaler Betrug'; "Warnung vor privaten Rentenversicherungen" und "Bausparen ist Volksverdummung und legalisierter Anlegenbetrug":
Die GVI empfiehlt Verbrauchern nur Vermittler, deren oberstes Ziel nicht die Maximierung des Provisionssatzes, sondern die Maximierung des Verbrauchernutzens ist. Der Vermittler der
A-Versicherung wird schließlich niemals die B-Versicherung empfehlen und ein abhängiger Bankangestellter kann ebenfalls keinen unabhängigen Rat erteilen. Die GVI führt "ein Register aller
verbraucherorientierten Finanz- und Versicherungsvermittler, die sich verpflichtet haben, gemäß den GVI-Richtlinien zu arbeiten, und nur Angebote zu vermitteln, die von" der GVI mit Saldo ...
positiven Ergebnis geprüft wurden."(19) Die Spitze (5/95) schreibt dazu: "Da weder vom Gesetzgeber noch von den Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften usw. noch von deren
Vermittlern, noch von der Masse der Medien eine gravierende Änderung erwartet werden kann, bedarf es der Entscheidung einzelner mutiger Vermittler im Finanz- und Versicherungsmarkt, sich zu verpflichten,
sich für den neuen Weg der kritischen, verbraucherorientierten, unabhängigen Fairmittlung zu entscheiden und sich freiwillig den Berufsrichtlinien für verbraucherorientierte Vermittler
unterzuordnen."
Die GVI hat zum Schutze der Verbraucher vor sinnlosen oder überteuerten Versicherungen und / oder Kapitalanlagen Analyse-Bogen für Vermittler herausgegeben. Mit diesem Fragebogen
können die Verbraucher jeden Vermittler testen. Aufgebaut ist der Bogen, wie eine Vergleichstabelle, wo auf der einen Seite die besten deutschen Angebote (kleiner Preis und große Leistung) stehen und auf
der anderen Seite Platz für die Eintragungen des Vermittlers sind. Nachdem der Vermittler den Bogen ausgefüllt hat, kann er selbst beurteilen wie gut oder schlecht sein eigenes Produkt ist. Er dürfte es
sich deshalb sehr genau überlegen, ob er zu diesem Kunden, der ihm den Bogen gab, noch einmal geht, falls sein Angebot schlechter abschneidet.
Ihren GVI-Mitgliedern bietet die GVI Versicherungen mit einer Tiefstpreisgarantie (so hat es die Stiftung Warentest formuliert) an. Beispielsweise für Unfall-, Privathaftpflicht-,
Lehrerhaftpflicht-, Hundehaftpflicht-, Pferdehaftpflicht-, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-, Gewässerschadenhaftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Die GVI garantiert, "daß es keine
in ganz Deutschland jedermann-/ jederfrau zur Verfügung stehende Versicherungsgesellschaften gibt, bei denen" man sich "insgesamt selbst direkt zu Normalpreisen preiswerter versichern
können." Sonst kann man "schon zur nächsten Beitragsfälligkeit, die entsprechende Beitragssenkung, falls nicht anders möglich: die Vertragsumstellung, verlangen. Für die ersten zwölf Monate
gibt es in diesem Fall sogar für Mehr-Beträge eine Geld-zurück-Garantie."(20) Dieses Angebot ist auf dem deutschen Finanz- und Versicherungsmarkt derzeit meines Erachtens das Beste vom Besten und
mit keinem sachlichen Argument zu schlagen. So ist es zum Beispiel möglich die Beiträge für die Krankenversicherung bis zu 54%, bei der Hausratversicherung bis zu 78%, bei der Kfz.- Versicherung bis zu
21 %, bei der Privat Haftpflichtversicherung bis zu 68%, bei der Lebensversicherung bis zu 56 %, bei der Unfallversicherung bis zu 77%, bei Finanzierungen bis zu 50% und bei der Altersversorgung bis zu
80% zu senken. Die GVI versucht ihren Mitgliedern und Interessenten eine lohnende Zukunft durch lohnende Kostensenkungs- und Gewinnsteigerungs-Strategien zu empfehlen. "Durch die
GVI-Kostensenkungstipps können die meisten GVI-Mitglieder jährlich bis über tausend, oft mehrere tausend Mark pro Jahr einsparen. Mit dieser Kosteneinsparung kann ein großes Vermögen praktisch zum
Nulltarif aufgebaut werden."(22) In der GVI-Broschüre heißt es: "Versichern Sie sich nur für die Fälle, welche Sie im Falle eines Falles finanziell in arge Bedrängnis bringen würden. Jeder
andere Versicherungsschutz ist überflüssiger Luxus!" Die meisten Menschen geben im Laufe ihres Arbeitslebens pro Monat mehrere hundert Mark für Spar- und Versicherungszwecke aus. "Wenn man
monatlich nur DM 200,- einsparen würde, weil man für unnütze Finanz- und Versicherungsangebote kein Geld mehr ausgibt, sowie für nützliche Versicherungen und Sparprogramme aufgrund von günstigen
Angeboten Geld einspart, würde man darauf im Laufe eines z.B. 40-jährigen Arbeitslebens ein großes Vermögen machen können. Würde man die hier angenommene Ersparnis von durchschnittlich monatlich DM 200,-
mit einer jährlichen Rendite von z.B. 7% p.a. anlegen, dann käme dabei ein Vermögen von etwa DM 500.000,- heraus".
Zum Punkt >überteuerte und / oder unrentable Versicherungen< verweise ich auf den Anhang Punkt: "Ein Auszug aus der Vielzahl der Versicherungen. "Hier
habe ich mich einmal etwas ausführlicher damit beschäftigt.
Die Zeitschrift Finanztest (5/93) schrieb als Verbrauchertipp, daß man als Mitglied der GVI deren Angebote nutzen kann, denn "sie bietet ihren Mitgliedern Versicherungen für
Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude und Unfallschutz mit Tiefstpreisgarantie: Wer ein billigeres Angebot findet, kann eine Beitragssenkung verlangen und bekommt für das erste Jahr des Vertrags sogar die
Differenz der Prämien zurück."
Die GVI bekämpft die Masse der Finanzierungen, die als Finanzierungskatastrophe entlarvt wurden. Sie beweist schwarz auf weiß, "daß viele Anlageempfehlungen, die von den
Massenmedien, ja sogar von Stiftung Warentest und den Verbraucherzentralen, verbreitet sind, ungeeignet sind, inflations- und steuerbereinigt lohnende Gewinne zu erwirtschaften". Schließlich
empfiehlt die GVI statt einer Risiko- und Chancenmeldung eine breite Risiko- und Chancenstreuung und "nicht prozyklisch das ..., was gerade im Trend der Masse liegt und daher meist viel zu teuer und
unrentabel ist, sondern antizyklisch das, was die Masse noch nicht entdeckt hat und das daher außergewöhnlich hohe Wachstums-Chancen bietet".(23)
Die Hauptaufgabe des Vereins liegt in der Öffentlichkeitsarbeit. Aus diesem Grund hat der Verein den Namen (früher Schutzvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V.
(SVSK)) durch die Übernahme des GELD UND VERBRAUCHER Verlages, der die Zeitschrift >Spitze, Wachrüttelndes rund ums Geld<, in GELD UND VERBRAUCHER Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und
Kapitalanleger e.V. geändert. Zusätzlich hat sie das GVI-Verbraucherschutz-Buch >Stop dem strafrechtlich geduldeten Taschendiebstahl im Finanz- und Versicherungsmarkt< sowie das >Schwarzbuch
Finanz- und Versicherungsmarkt< herausgebracht. Das Verbraucherschutzbuch gibt den Verbrauchern wertvolle Hinweise in Finanz- und Versicherungsfragen, die in der Regel sonst nirgendwo stehen. Im
Schwarzbuch sind die schlechtesten der überprüften Finanzangebote, die auf den Finanzmarkt gekommen sind, beurteilt enthalten. Die Zeitschrift Spitze ist, nachdem sie einige Jahre im Zeitschriftenhandel
angeboten wurde, nun zur offiziellen Vereinszeitschrift geworden und in der Regel nur noch für die Mitglieder erhältlich.
Die GVI "nimmt es ... in Kauf, sich bei 99% aller Banken, Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften und Kapitalanlagegesellschaften sowie deren >Freunden<,
Pressevertretern und Vermittlern unbeliebt zu machen." Und sie kritisiert sogar die Stiftung Warentest und die "Verbraucherzentralen, die wegen ihrer Abhängigkeit von hohen staatlichen
Subventionen die Grundinteressen der mit dem Staat verflochtenen Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften unterstützen."(21) Ein anderer wesentlicher Teil ist die "Beantwortung von
Mitgliederfragen zu Angebotsprüfungen, Hilfeersuchen u.ä.. Hier treffen etwa 100 Anfragen pro Monat ein. Auch mit Hilfe der ... entwickelten Musterbriefe konnte wieder Mitgliedern geholfen
werden."(24)
Die Verwaltung der bestehenden Gruppenversicherungen zählt ebenfalls zur Aufgabe der GVI.
7. Unabhängige Unternehmen 7.1. Die Vermittler der Dresdner Schutzgemeinschaft Finanzberatung GbR...
... reagierten nicht, d.h. die Geschäftsführung an die ich mich gerichtet hatte. Es wäre sicherlich sehr interessant gewesen einmal die Philosophie einer
Schutzgemeinschaft, die eine Finanzberatung durchführen darf, zu erfahren.
7.2. Die Vermittler der A.U.F. unabhängige Wirtschaftsberatungs GmbH ...
... reagierten nicht, d.h. die Geschäftsführung an die ich geschrieben hatte.
7.3. Die Vermittler des BCA Wirtschaftsverbundes unabhängiger Finanzdienstleister GmbH
Der BCA Wirtschaftsverbund hat zur Zeit über 800 Mitgliedsunternehmen und ist der größte Verbund unabhängiger Finanzdienstleister in Deutschlands. Dieser Verbund
vertritt die angeschlossenen Unternehmen, vermittelt selbst nicht und übernimmt die Routinearbeit. Zu den Dienstleistungen des Unternehmens zählen die "Produktion" von Informationen,
Kundenzeitung und Prospekten, die Durchführung von Fachseminaren und die Marketing-Unterstützung.
Das wichtigste jedoch, dieser Wirtschaftsverbund hat mit MaVIs die größte über Computer erreichbare Vermittlerdatenbank. In dieser Datenbank gibt es Gesetzestexte, Interpretationen
von Urteilen, Vergleichsprogramme und Produktinformationen von Kranken- oder Lebensversicherungen. Auch sind neutrale Informationen von Gesellschaften im Anlagen- und Immobilienbereich und ein aktuelles
Zeitungsarchiv erhalten.
"Der bisherige Weg, Geld bei Investmentgesellschaften ... zu placieren, war langwierig: Gespräch mit dem Finanzberater, Antragstellung, Antrag per Post an die Gesellschaft - und
wehe es war eine Rückfrage erforderlich." z.B. mit dem Kunden. Der BCA-Broker-Pool erledigt alles schneller. So kann das Geld schneller für den Kunden arbeiten. Und aus dem BCA Finanztelegramm 1/95
erfährt man weiter, daß dieses System "Finanzdienstleistern und Anlegern gleichermaßen eine unkomplizierte und schnelle Zusammenarbeit mit Investmentgesellschaften." ermöglicht. Das Programm
prüft sofort, ob alles ausgefüllt ist. Das Antragsformular wird fertig ausgedruckt. Anschließend wird es vom Kunden unterschrieben und geht direkt an die Gesellschaft.
Die Daten werden mittels Datenfernübertragung und mit Hilfe des von der BCA entwickelten Makler- und Vermittlerinformationssystems zur Gesellschaft übermittelt. Die Bearbeitung
erfolgt dann innerhalb von Stunden. Dieser Broker-Pool ist nicht exklusiv für Mitglieder.
Der Anleger kann so permanente Übersichten über den Stand der Einzahlung und über die jährliche Rendite erhalten. Über den Broker-Pool kann der Vermittler rund um die Uhr per
Computer die Depots der Kunden ansehen.
Der BCA Verbund prüft die Vermittler bevor diese mit ihr einen Vertrag eingeht, so z.B. muß die Stornoquote bei der Gesellschaft, für die er bisher vermittelt hat, unter 5% liegen.
Auch muß der Vermittler dem Kunden ausschließlich, daß für ihn optimale Angebot vorlegen, da er sonst haftbar gemacht werden könnte.
7.4. Die Wirtschaftsberater des AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst Gesellschaft für Wirtschaftsberatung und Finanzbetreuung mbH)
Der AWD ist Europas größtes unabhängiges Beratungsunternehmen und hat den Sitz in Hannover. Der Wirtschaftskurier (Januar 1994) schreibt, was der Geschäftsführer des AWD
sagte: ">Das Wichtigste ... ist, daß wir nicht gezwungen sind, für lediglich fünf oder zehn Gesellschaften als Partner zuzuarbeiten.< ... Erst nach intensiver Prüfung werden nämlich Produkte
zum Vertrieb durch die AWD-Mitarbeiter zugelassen." Die "Philosophie ist klar: Aus über 300 Gesellschaften können die Wirtschaftsberater vor Ort ... dem Kunden ein maßgeschneidertes Angebot
unterbreiten. Dabei" arbeitet man "mit den Top-Adressen der deutschen und internationalen Finanzszene zusammen" sowie auch mit "Billiganbietern und Direktversicherungen." Bei
allen Kunden wird eine langfristige Kundenbeziehung angestrebt. Der AWD vermittelt nur Produkte, die durch die Bundesaufsichtsämter für Kredit- bzw. Versicherungswesen überprüft wurden. Es gibt
bundesweit ca. 160 Büroleiter, die ausschließlich die von der AWD-Zentrale noch einmal geprüften Angebote vermitteln.
Die Börsenzeitung vom 15.4.94 schrieb zum AWD: "Gemessen am Umsatz bezogen sich je ein Viertel auf Kapitalbildende Lebensversicherungen, auf das klassische Bankgeschäft
einschließlich Kreditkarten, Immobilien und Bausparfinanzierungen sowie Sachversicherungen. Entsprechend der betont unabhängigen Geschäftspolitik mit klarer verbraucherorientierter Ausrichtung werde
zunehmend in Richtung der Kostenführer (VHV, HDI) vermittelt." Bereits im Juli 1995 schrieb der Wirtschaftskurier: "Wie der AWD mitteilte, hat sich im vergangenen Jahr der Trend von immer
preiswerteren Produkten und Angeboten besonders verbraucherfreundlicher Versicherungen fortgesetzt. Der Kundennutzen stand immer im Vordergrund. Betrachtet man die Verteilung der 1994 abgeschlossenen
Verträge nach den wichtigsten Investitions- und Anlagebereichen, so zeigt sich -nach Stückzahl berechnet- daß die früher dominierenden Lebensversicherungen mittlerweile von den Bereichen
>Kapitalanlagen / Investmentfonds< und >Sach- und Personenversicherungen< abgelöst worden sind."
Den Wirtschaftsberatern wird angeboten, bis zu 70 Aus- und Weiterbildungstage im Jahr zu nutzen. Der neue Karriereplan des Unternehmens sieht vor, daß man nur noch aufsteigen kann,
wenn man auch die entsprechenden Weiterbildungsangebote nutzt. Die Seminare sind: -das Grundlagenseminar, -die Fachausbildungsseminare, (in diesen wird die vernetzte Herangehensweise gelehrt, also
wie löse ich am besten das Verbraucherproblem unter Einbeziehung beispielsweise seiner Steuersituation). Reine Produktschulungen finden nicht statt. Bei einem Aufstieg in das Management werden dann
beispielsweise das Controlling, die Kommunikation etc. geschult. -die Praxistrainings.
Die Vertiefungsseminare -so wird es angestrebt- sollen über die IHK zum >Fachberater für Finanzdienstleistungen< bzw. zum >Fachwirt für Finanzdienstleistungen< geprüft
werden. Der AWD setzt sich für ein gesetzlich anerkanntes Berufsbild des Wirtschaftsberaters im Finanzbereich ein. Sinn und Zweck soll sein, daß die Mandanten am Ende genauso geschützt sind, wie die
Rechtsanwalts- oder Steuerberatungsklienten.
Jeder neue Mitarbeiter muß ab sofort zu Beginn ein Personalauswahlverfahren absolvieren. Danach erfolgt eine vier wöchige Probephase, in der der neue Mitarbeiter die Grundlagen
gelehrt bekommt. In dieser Zeit wird weder beraten noch verkauft. Danach erfolgt die Fachausbildung. Allein beraten und verkaufen darf der neue Mitarbeiter nur in den Bereichen, in denen er die
entsprechenden Prüfungen bestanden hat.
Das erste, was die Wirtschaftsberater unternehmen, ist die ausführliche Aufnahme des Ist-Zustandes des Kunden. Das Ziel ist es herauszufinden, wie der Verbraucher in der
Vergangenheit sein Geld angelegt und sich versichert hat, was sein Hauptwunsch, seine Probleme und seine Ziele sind. Die Auswertung kann zum Beispiel dann mittels PC-Ausdruck erfolgen. In dieser
Auswertung befinden sich dann seine Rentenschätzung, seine Ausrechnung der zukünftigen Miete bei einer Mietsteigerung bei verschiedenen Prozentzahlen, seine Kapitalanlagenbetrachtung unter Einbezug der
Inflationsrate und es wird sein freiverfügbares Einkommen ausgerechnet. Es werden auch seine Steuern geschätzt.
Anschließend kann dann der Wirtschaftsberater ein Konzept mit Alternativen, also einen individuellen Lösungsweg für den Mandanten erarbeiten und ihm anbieten. Hat dann
der Mandant einen Vorteil in dem Konzept für sich entdeckt und den Vertrag abgeschlossen, wird er langfristig betreut.
7.5. Die Makler des VVV (Verband Verbraucherorientierter Versicherungs- und Finanzmakler e.V.)
Der VVV beschreibt die Situation auf dem Finanzmarkt wie folgt in seinem Referat: "Viele Vertreter versuchen, ihre Kunden zu übervorteilen, indem sie z.B.
10-Jahresverträge unterschreiben lassen ... oder Kapital-Lebensversicherungen verkaufen ohne daß der Kunde über deren Risiken bei vorzeitiger Kündigung ... aufgeklärt wurde." In der
Presseinformation des VVV vom 8.7.94 steht weiter: "Die unabhängigen Makler des Verbandes haben sich verpflichtet, den Kunden vor zu teuren und nicht bedarfsgerechten Verträgen zu schützen und
andernfalls sogar Schadensersatz zu zahlen." Der VVV arbeitet mit 40 Partnern, d.h. Anbieter von Versicherungen oder Investmentfonds, zusammen. Auch arbeitet der VVV eng mit dem Bund der
Versicherten zusammen.
In der VVV-Satzung heißt es: "Bei Versicherungsabschlüssen, die dem ersten Anschein nach als ungünstig oder als nicht bedarfsgerecht erscheinen könnten, erfordert
die jederzeitige Nachvollziehbarkeit auch den Nachweis darüber, daß der Kunde ausdrücklich und hinreichend auf die mit dem Vertragsabschluß verbundenen zusätzlichen Risiken oder Mehrbeträge, sowie auf
mögliche Alternativen hingewiesen wurde. Dieser Nachweis ist insbesondere in folgenden Dingen unabdingbar:...
-bei Verträgen jeglicher Art, die ... als ungünstig oder als nicht bedarfsgerecht eingestuft" wurden; -bei Kapital-Lebens- und privaten Rentenversicherungen -"bei Spar- und
Geldanlageverträgen jeglicher Art, falls ein Kurs- oder Währungsrisiko besteht oder falls die erwarteten Gewinne der Höhe nach unvereinbar sind."
Die Makler nehmen beim Verbraucher zuerst eine Analyse des Ist-Zustandes auf. Also wie ist der Verbraucher früher mit seinen Finanzen und Versicherungen umgegangen. Bei der
Auswertung der Analyse geht man dann in die Tiefe und erläutert dem Verbraucher einzelne offene Fragen. In Bezug auf Versicherungen gibt es eine Check-Liste für den privaten Versicherungsbedarf. In Bezug
auf die Finanzen werden nur sichere Kapitalanlagen angeboten. "Sicher" sollen Investmentfonds und Bankanlagen sein.
Werden beispielsweise Versorgungslücken entdeckt, können sie geschlossen werden. Beispiel; Der Verbraucher besitzt keine Haftpflichtversicherung. Da der Verbraucher aber, wenn er
einem anderen einen Schaden zufügt, dafür haften muß, wäre also eine solche Versicherung schon extrem wichtig. Der Verbraucher erhält so ein Angebot aus einer Vielzahl von Alternativen.
Aus der Check-Liste des VVV geht beispielsweise hervor, daß eine Privathaftpflichtversicherung unverzichtbar ist. Wird eine Versicherung abgeschlossen erhält der
Verbraucher ein Merkblatt, in dem diese Versicherungsgruppe ausführlich beschreiben ist. So heißt es zum Beispiel bei der Privathaftpflichtversicherung: "Die Antragsfragen müssen vollständig und
wahrheitsgemäß beantwortet werden; andernfalls kann der Versicherer später Leistungen verweigern oder gar kündigen." Auch diese Punkte muß der Verbraucher lesen, da er sie dann unterschreiben muß.
Der Kunde wird langjährig betreut und erhält vom WV das "VVV-Telegramm" damit dieser auf dem Laufenden bleibt. Zur Sicherheit den Klienten führt die Zentrale
Stichproben bei den Vermittlern durch. Also die Zentrale möchte dort beispielsweise sehen, hat sich der Vermittler an die Satzung gehalten oder verstößt er gegen sie.
8. Zwei Alternativen zur Masse 8.1. Werden Sie "Bankier" oder die Berater der Sparda-Bank e.G.
Die Sparda Bank e.G. gehört zur Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Sie ist das größte genossenschaftliche Kreditinstitut aus den neuen Ländern und hat dort 59
Filialen. Die Partner sind die DEVK-Versicherungen und die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG.
Richtig, die Sparda Bank e.G. ist ein Einfirmenvertreter, der auch im Allfinanzgeschäft tätig ist. Dieses Institut unterscheidet sich meines Erachtens von den anderen
Kreditinstituten.
Schon nach §37(1) der Satzung können die Verbraucher durch den Erwerb eines Geschäftsanteils von 100 DM Mitglied der Sparda Bank e.G. werden. Allerdings gilt dieses nach dem §3 der
Satzung nicht für "jedermann", sondern beispielsweise nur für die angehörigen oder ehemals angehörigen der Deutschen Bahn AG oder beispielsweise Beamte, Angestellte und Arbeiter des
öffentlichen Dienstes. Aber nach der Broschüre "Uns finden Sie gut..." zählen doch "alle Arbeitnehmer" zu dieser Gruppe.
Der §2 der Satzung nennt den Zweck und den Gegenstand der Genossenschaft. Da heißt es u.a. "Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden
Geschäften". Anschließend folgt eine Aufzählung, was die Bank alles tun darf, so z.B. die "Annahme von Spareinlagen", "die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen
Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften", "Gewährung von Krediten aller Art" etc.. Wobei letzterer Punkt nur an die Mitglieder gewährt wird. Sehr interessant wäre
sicher der Punkt "Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften" gewesen. Leider habe ich hier nicht mehr erfahren können.
Gehört man anschließend zum Kreis der Mitglieder braucht man derzeit im Gegensatz zu allen anderen Banken und Sparkassen keine Gebühren für irgendetwas, was mit dem Girokonto
zusammenhängt, zahlen. So geht es zumindest aus der Broschüre für die neuen Länder hervor. Eine Dividende für die Mitglieder der Genossenschaftsbank wird ebenfalls auf den Geschäftsanteil der 100 Mark
gezahlt.
Die Sparda Bank e.G. versteht sich als Mehrfinanzdienstleister. In der Broschüre "Uns finden Sie gut..." heißt es "beim Bausparen und in Versicherungsfragen können Sie
bei uns" eine "genau auf Sie zugeschnittene Beratung und natürlich Lösungen bekommen." Das heißt also mit anderen Worten, der Kunde kann einen "Maßanzug" mit den Produkten eines
Unternehmens und seiner zwei Partner erhalten.
8.2. Die Kostensenkungsspezialisten 8.2.1. Der Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. (PRO ALTERNATIVE)
Im Buch "Die besten Verkaufstechniken im Anlagebereich" heißt es: "Der Verbraucherschutz ist inzwischen ein Wirtschaftszweig geworden, mit dem man sehr
viel Geld verdienen kann. Eine bekannte Situation, in der sich zwei Kräfte gegenseitig aufschaukeln. Wenn man das Szenario mit ein wenig Abstand durchleuchtet, wird sehr schnell klar, daß eigentlich
nur" verbraucherorientierte "Vermittler vonnöten sind, damit es keine Handhabe mehr gibt, an der Blauäugigkeit der Verbraucher zu verdienen. Diese Idee vor Augen, brachten wir dieses Klischee
ins Wanken, indem wir eine eigene Verkaufsphilosophie entwickelten, die einerseits -dem Verbraucher sowie dem Vermittler- zu messbaren Erfolgen verhilft." Ein Makler der nach diesen Ideen arbeitet,
verdient natürlich weniger. Aber "in Mark und Pfennig umgerechnet verdient er auf Dauer gesehen mehr, denn mehr und zufriedene Kunden bringen mehr Umsatz; eine einfache Rechnung." Ein
verbraucherorientierter Vermittler "ist in der glücklichen Lage das jeweilige Spitzenprodukt am Markt zu ermitteln, überprüfen und schließlich verkaufen zu können.... Wir übernehmen also die
komplette Verantwortung für das, was wir tun ... Wir garantieren, daß der Kunde zum nächsten Fälligkeitstermin die Umstellung seines" Versicherungsvertrages "verlangen kann, wenn etwas
Günstigeres auf dem Markt erscheint. Ja, wir gehen sogar so weit, daß wir dem Kunden sein Geld zurückgeben, wenn er innerhalb eines Jahres ein günstigeres Angebot findet und seine Umstellung des Vertrags
nicht möglich ist." Und wer kennt sie nicht, die Leute, die ständig behaupten, nur das Beste zu wollen, und dabei meinen sie "nur Ihr Geld. Ist die Unterschrift erst mal unter einen
entsprechenden Vertrag gesetzt, gelingt es nur noch mit einem gewieften Rechtsanwalt, einigermaßen heil aus der Sache herauszukommen. ... Die einzig dauerhaft erfolgreiche Verkaufstechnik ist die, dem
Kunden das absolut Beste am Markt zu bieten."
Die Philosophie von PRO ALTERNATIVE ist im Auszug: "-Nicht Provisionssatz-Maximierung, sondern Verbrauchenutzen-Maximierung...",
Kein Verkauf von überteuerten Versicherungen, unrentablen, vor Inflation ungeschützten Sparplänen und Geldanlagen sowie unsinnigen Finanzierungen, -Kein Verkauf von
Bausparverträgen, Deutschen Kapital-Lebens- und Rentenversicherungen, 08/15 Fondspolicen, überteuerten Risiko-Versicherungen, Erwerber- und Bauherrenmodellen und in der Regel von geschlossenen
Immobilienfonds, -"Objektive, verbraucherorientierte Beratung und Fairmittlung setzt völlige Unabhängigkeit von Finanz- und Versicherungsanbietern voraus, ->Sicherheit durch Risiko- und
Chancenmeidung< ist nur ein vermeintlicher, durch Re(n)nditeverzicht und Verzicht auf Inflationsschutz teuer erkaufter Anlegerschutz. Der bessere, Re(n)ndite und Sicherheit verbindende Weg heißt
>Sicherheit durch Chancen- und Risikostreuung< -Das beste Sparprogramm der Welt ist ein Kosten- und Steuersparprogramm. Wer sich besser/günstiger versichert, wer seine Spar- und Anlageziele mit
weniger Kosten bzw. weniger Steuern erreichen kann und das so eingesparte Geld rentabel anlegt, kann ein Vermögen zum Nulltarif und daher absolut risikolos aufbauen."(31)
Der Berufsverband kämpft nach seiner Anzeige in Spitze 6/95 gegen -verbraucherfeindliche, Verbraucherausbeutende Gesetze, -Finanz- und Versicherungsvermittler, die den
Versicherten, Sparern und Kapitalanlegern mit einseitigen Ratschlägen das Geld aus der Tasche ziehen, -überteuerte und/oder unrentable Versicherungen, -unrentable Spar- und Kapitalanlagen,
-unsinnige Finanzierungen, -von Inflation und Steuern aufgezehrte 08/15-Formen des angeblichen Vermögensaufbaus, -leichtsinnige Kamikaze-Spekulationen, Schneeball-Gewinnspiele und sonstige
>Gierverklebt-Hirn-Angebote<, -alle, die Sicherheit durch Risiko- und Chancenmeldung, statt Sicherheit durch Chancen- und Risikostreuung predigen,
-alle legalen und illegalen Betrüger, Irreführer und Täuscher in diesem Geschäft und -die >von oben< organisierte Volksverdummung und -unwissenheit.
Fazit: Der Berufsverband kämpft im Prinzip für dasselbe, für das auch die GVI kämpft. So zum Beispiel "dafür, daß die Menschen endlich die Wahrheit über Bank-, Bauspar- und
Versicherungssparen erfahren und das Medienspektakel um diese und ähnliche Anlageformen durchschauen und für die Schaffung einer starken - echten- Verbraucherlobby, d.h. wirklichen Interessenvertretung
der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger in Deutschland und Europa"(100).
Die Vermittler von PRO ALTERNATIVE arbeiten nach den Richtlinien der GVI. Die wichtigsten Punkte der Richtlinien für verbraucherorientierte Finanzvermittler sind die folgenden.:
Artikel 4 "Grundlage der Beratungs- und Betreuungstätigkeit des Vermittlers ist die Neutralität und Unabhängigkeit des Vermittlers. Jede einseitige Bindung an Versicherungsgesellschaften, Banken,
Bausparkassen, Immobilieninitiatoren oder Kapitalanlageseilschaften ist sowohl dem Vermittler als auch der mit ihm kooperierenden Vertriebsgesellschaft untersagt. Der Vermittler empfiehlt nicht die
Angebote mit den für ihn höchsten Provisionssätzen, sondern in den einzelnen Angebotsbereichen die Angebote, die nachweisbar zu den allerbesten gehören." Artikel 6 "Im Vordergrund der
Beratung steht immer die ganz persönliche Situation und Zielsetzung des Klienten und seiner Familie. Zu diesem Zweck erfolgt vor der Beratung eine sorgfältige Analyse der Finanzsituation sowie der
Vermögensaufbau- und Vermögenssicherungsziele des Gesprächspartners." Artikel 8 "Der Vermittler unterbreitet ausschließlich Angebote, welche von der GELD und VERBRAUCHER
Interessenvereinigung gemäß schriftlicher Bestätigung und den darin enthaltenen Hinweisen mit per Saldo positivem Ergebnis geprüft worden sind."
Alle Vermittler von PRO ALTERNATIVE müssen sich durch die GELD und VERBRAUCHER Interessenvereinigung regelmäßig überprüfen lassen. Dabei erfolgt zuerst die zum Finanzkaufmann (GVI)
und später -sofern man aufsteigt- wird man zum Finanzwirt (GVI) geprüft. Die Prüfungsvoraussetzungen sind die regelmäßige Teilnahme an den verschiedenen -oftmals mehrtägigen- Fachseminaren. Zusätzlich
werden Monatsmeetings und weitere regelmäßige Treffen zur Weiterbildung angeboten.
Einmalig in der Finanz- und Versicherungsbranche dürfte derzeit sein, daß alle Kunden Testbögen mit dem Titel "Verbraucher testen Vermittler erhalten können. In diesem Formular
sind eine Reihe Standardversicherungen aufgelistet; der jeweilige Vermittler hat also die Möglichkeit anzukreuzen, welchen Tarif er für die genau definierte Leistung verlangt. In einer zusätzlichen
Rubrik befinden sich Einträge der Tarife, die wir ... dem Kunden empfehlen. Man sieht dadurch sofort, daß manche Angebote bis zum Drei- oder Vierfachen teurer ausfallen. ... Damit ist es dem Kunden
möglich, erst den Vermittler zu analysieren, ehe er sich selbst von diesem analysieren läßt. So geht er sicher, daß er faktisch verbraucherorientiert beraten wird. Der Kunde bekommt von uns seinen
Vorteil schwarz auf weiß nachvollziehbar präsentiert."(30) Der Vorteil für den Kunden ist eindeutig. Es zählen nur die Fakten.
Vor der Beratung stellt sich der Kostensenkungsspezialist vor. Anschließend nimmt er die persönlichen Daten des Klienten in einer ausführlichen Analyse auf. Darin werden alle
Versicherungen, die der Klient hat, eingetragen (von der Direktversicherung über die Krankenversicherung bis zur Haftpflichtversicherung). In dieser wird dann auch alles, was mit dem Thema Geld
zusammenhängt, abgefragt, wie Nutzung des 936 DM Gesetzes, die derzeitigen Sparprogramme, die derzeitigen Kapitalanlagen etc.. Auch gibt es in diesem Analyse-Bogen im Gegensatz zu vielen anderen Modellen
sechs Arten der Geldanleger-Typen. Dabei gilt, je höher das Risiko, desto größer ist auch die Chance eines großen Gewinnes oder Verlustes. Die 6 Spartypen sind: Alles oder nichts, hoch spekulativ,
vorsichtig spekulativ, dynamisch, konservativ und stinkkonservativ. (siehe auch Anhang: "Vermögensaufbau Konkretes") Es sind weiterhin Fragen enthalten, wie: Wird das Geld für einen bestimmten
Zeitpunkt benötigt? Oder die Wichtigkeit der Sicherheitswünsche, wie die Sicherheit vor Veruntreuung, vor Verspekulieren, vor Inflation, vor übermäßigem Zugriff des Finanzamtes und/oder vor einer nicht
auszuschließenden Währungsreform, enthalten. Aber auch die Punkte Immobilien, Darlehen, Ziele (wofür wird gespart) und die persönlichen Daten werden abgefragt.
Nach der Auswertung der Analyse erfolgt die Auswertung beim Kunden und gegebenenfalls eine ausführliche Beratung. Sinn und Zweck der Beratung ist es; sofern der Klient es wünscht,
ihm auch zu helfen, seine Ausgaben für seine Versicherungen drastisch zu senken. Der Klient erhält einen individuellen Lösungsvorschlag. Hier können dann dem Klienten die Gruppenversicherungen, d.h. z.B.
die "Tiefpreis-Policen" der GVI angeboten werden. Die Klienten, die nicht der GVI angehören, können die nächstbessere Versicherung, hier aber dann ohne eine Mehr-Geld-Zurück-Garantie erhalten.
Mit dem so eingesparten Geld kann dann der Klient ein Vermögen zum "Null-Tarif" aufbauen. Es wird stets eine langfristige Kundenbetreuung angestrebt.
Der Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. arbeitet u.a. mit der B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH zusammen.
8.2.2. Die B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH
Laut der Anzeige in Spitze (5/95) ist die "B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH ... ein Sammelbecken anbieterunabhängiger,
kreativer Vermittler, die mit ihren ausgefeilten Kostensenkungs- und Gewinnsteigerungsstrategien die Menschen wachrütteln wollen." Schließlich vertreibt die B.D.F. "Programme, die den Kunden
echte handfeste finanzielle Vorteile bringen." Die "Devise lautet, am Markt das Beste für unsere Kunden zu finden."(32)
Nur die Kostensenkungsspezialisten von PRO ALTERNATIVE arbeiten mit der FAIR WAY Arbeitsgemeinschaft für verbraucherorientierte Kostensenkungs- und Gewinnsteigerungsstrategien -eine
"Sondervertriebsorganisation" der B.D.F. GmbH- zusammen. Aber es gibt auch Vermittler, die nicht mit PRO ALTERNATIVE zusammenarbeiten und nur einige der BDF Angebote vermitteln, da sie selbst
"eigene" Angebote vermitteln. Die Kostensenkungsspezialisten arbeiten zusätzlich nach den 7 Leitsätzen der FAIR WAY-Arbeitsgemeinschaft. Und diese sind:
1. Leitsatz "Nicht auf nominales Kaufkraftwachstum kommt es an, sondern auf reales Kaufkraftwachstum. Meiden Sie daher Anlagen in ständig wertloser werdenden
Papiergeldwerten." Dieser Teil ist im Punkt Vermögensaufbau Allgemeines (Anhang) ausführlich beschrieben.
2. Leitsatz "Ein Geschäft wird nur zu einem guten Geschäft, wenn man einsteigt, lange bevor die Masse eint, damit ein gutes Geschäft zu machen." Einmal angenommen, das
Wertzuwachspotential für eine Investition von einer Mark geht bis zu einhundert Mark. Dieses wäre eine Verhundertfachung. Wer bei fünfzig Mark einsteigt, hat nur noch eine Verdopplungsmöglichkeit. Und
wer erst bei hundert Mark einsteigen will, hat gar keine Chance mehr. Die große Masse wird erfahrungsgemäß kurz vor hundert Mark investieren, wenn es ihr als "sicher" erscheint, oder die Medien
pausenlos darüber berichten oder eben niemals einsteigen. (Und siehe Anhang: "Vermögensaufbau Konkretes")
3. Leitsatz "Das oberste Anlageziel sollte sein: soviel Gewinn wie möglich, soviel Sicherheit wie nötig. Das erreicht man nicht durch Risiko- und Chancenmeldung, sondern nur
durch Chancen- und Risikostreuung." (siehe Vermögensaufbau Konkretes (Anhang))
4. Leitsatz "Auf die Verdopplungsgeschwindigkeit des Geldes kommt es an. Die magische Zahl des Vermögensaufbaus lautet 72 (72 geteilt durch die Jahresrendite ergibt die Jahre
bis zur Geldverdopplung)." Aus 10 Mark werden 20 DM beispielsweise bei 3% in ca. 24 Jahren, bei 6% in ca. 12 Jahren, bei 12% in ca. 6 Jahren.
5. Leitsatz "Das beste Sparprogramm der Welt ist ein Kosten-Sparprogramm. Werfen Sie überflüssige Versicherungen über Bord und halbieren Sie die Kosten bei sinnvollen
Versicherungen durch Wechsel zu Tiefpreis-Policen." Als Mitglieder der GVI kann man beispielsweise bis zu tausend Mark durch den Abschluß von Tiefpreispolicen einsparen.
6. Leitsatz "Das zweitbeste Sparprogramm der Welt ist ein Steuer-Sparprogramm. Wählen Sie lukrative Kapitalanlagen, mit denen Sie auch Ihre Steuerlast senken können und so
Steuern in Vermögen umschichten." Die Zeitschrift SPITZE 5/93 schreibt dazu: "Wer sein Geld unternehmerisch investiert -zum Beispiel massiv als Mitunternehmer in Form einer atypisch stillen
Gesellschaftsbeteiligung-, kann bis zu 100 Prozent des Anlagebetrages steuerlich absetzen und hat -eine gute Wahl vorausgesetzt- Verdienstmöglichkeiten nach unternehmerischen Gewinnmaßstäben. Dabei
müssen jedoch auch höhere unternehmerische Risiken einkalkuliert werden. Die höhere Steuerersparnis und die höheren Gewinnmöglichkeiten sind sozusagen auch ein Risikoausgleich. ... Angenommen, jemand
erhalte auf eine Investition von 10.000 Mark 30 Prozent Steuerermäßigung, also 3000 Mark vom Finanzamt, dann beträgt der Eigenaufwand 7000 Mark. Angenommen, der Steuersparer lege die 3000 Mark
Steuerersparnis zu beispielsweise sieben Prozent pro Jahr an, dann wären nach 13 Jahren die 7000 Mark Eigenaufwand zurückgeflossen. Unabhängig davon besteht aber die unternehmerische Beteiligung von
10.000 Mark." (siehe Anhang 10.1.1. Nr. 8 und siehe Vermögensaufbau Konkretes)
7. Leitsatz "Arbeiten Sie mit anbieterunabhängigen, verbraucherorientierten Fairmittlern zusammen!" "Verbraucherorientiert" nennen sich viele Vermittler. Aber es
gibt derzeit nur den Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V., der durch die Tiefpreispolicen gleichzeitig die Kosten seiner Klienten in der Regel auf das niedrigste Niveau senkt.
9. Was ist nun mit der Umsetzung und Verwirklichung der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< im Finanz- und Versicherungsmarkt? 9.1. Gibt es eine Umsetzung
der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< im Finanz- und Versicherungsmarkt?
Um den Markt zu analysieren, habe ich 22 verschiedenste Unternehmen angeschrieben und größtenteils danach auch befragt. Geht man nach den Antworten und Aussagen der
befragten Unternehmen, Vermittler, Mehrfachagenten, Makler, Bezirksdirektoren oder Geschäftsführer, die alle vom Prinzip her bald gleich waren, arbeitet und/oder berät jeder -so haben sie es ausgesagt-
individuell auf den entsprechenden Einzelfall bezogen und seines Erachtens nach seiner Philosophie eben "verbraucherorientiert". Ob dieses genauso bei den 36% der Unternehmen ist, die überhaupt
nicht reagierten auf meine Bitte um Informationen, einen Gesprächstermin oder die Befragung ablehnten etc., ist mir unbekannt. Die Gruppe der Nichtreagierer könnte man vielleicht mit einem Beispiel
veranschaulichen: Wenn ich in einem vereisten See einbreche und die Leute, die gerade vorbei laufen frage, ob sie mir helfen könnten. damit ich nicht ertrinke, ist dieses eine Frage um Hilfe. Hier gibt
es Leute, die mich nur anschauen oder vielleicht noch >guten Tag< sagen, und weitergehen und nichts unternehmen, um mich aus dem vereisten See herauszuziehen. All dieses sind Taten, wo man sich
schon als Ertrinkender fragt, warum oder wieso tut der andere nichts? Was gibt es für einen Grund? Hätte ich ihn vielleicht gar erst einmal bezahlen sollen? Mit anderen Worten: Ich wünsche keinem, daß er
jemals irgendwann oder irgendwo an einen Nichtreagierer gerät. Dieses ist das Schlimmste, was einem Ertrinkenden / Hilfesuchenden passieren kann, denn bei 36% laufen eine Menge Leute blind und taub
vorbei.
Die Beantwortung dieser Frage ist eine Frage des Standpunktes. Für die einen ist die Unabhängigkeit vom Markt eine Voraussetzung. Bei den anderen ist sie in der Regel nicht zu 100%
vorhanden. Die einen wollen dem Verbraucher einen bezahlbaren "Maßanzug" anziehen. Die anderen suchen nach einer Versorgungslücke, um sie zu schließen. Die nächsten verstehen die
"Behandlung" des Kunden, so wie sie es gerade tun, als verbraucherorientiert. Und eine besonders kleine Gruppe von "Sonderlingen" bringt etwas "Stimmung" in den großen
Finanzmarkt. Diese tun nämlich das, was die anderen alle am liebsten für immer verhindern möchten oder dem Verbraucher am liebsten auf Dauer verschweigen möchten, nämlich die Aufklärung über deren
"Genie-Streiche", denn wer als Kunde zu viel weiß und zuviel Fragen stellt, könnte schädlich für den Umsatz der anderen Vermittler und/oder Konzerne sein. Ob dieses der Grund sein könnte,
weshalb so viele Unternehmen nicht antworteten, ist mir unbekannt. Auch wollte ich nicht jeden anschließend betteln mir Auskünfte zu geben. Schließlich; entweder man arbeitet verbraucherorientiert und
kann deshalb auch allen die Unternehmensphilosophie verraten oder man tut es nicht und könnte sich beispielsweise am Besten in Schweigen hüllen. Dieses heißt nun aber nicht, daß diese Unternehmen
verbraucherfeindlich -nur weil sie nicht reagierten- sein müssen. Meines Erachtens ist es aber auch sehr unrealistisch, daß bei allen "Schwelgern" meine schriftlichen Anfragen mit der Bitte um
einen Gesprächstermin die Geschäftsführung(en) nicht erreicht haben sollten. Zusätzlich habe ich 2 Verbrauchervereine beschrieben.
Durch diese Diplomarbeit kann meines Erachtens jeder Verbraucher und/oder Vermittler viel dazu lernen. Ich habe es auch getan. Aber dieses geht natürlich nur, wenn man sie
vollständig durchgelesen hat. Man könnte sie mit einem neuen und unbekannten Fernsehkrimi vergleichen. Wenn man nur die letzten 3 Minuten unvoreingenommen ansieht und nun weiß, daß X der Täter war, hat
man nichts davon. Richtig, es ist besser, als gar nichts zu wissen, aber wenn man die Handlung nicht kennt, nicht weiß, was X warum, wo und wie getan hat, ist es sinnlos die letzten 3 Minuten anzusehen,
da man mit X nichts anfangen kann. Unvoreingenommen heißt hier in dieser Arbeit; einfach ohne Vorurteil die Aussagen der Unternehmen zu lesen, um zu erfahren, wie es die einen oder anderen handhaben.
Derjenige, der sie mit Vorurteilen liest, braucht auch den Schluß nicht zu lesen, denn dieses wäre genauso sinnlos wie die letzten 3 Minuten des Krimis. Es heißt nämlich auch: "Wenn Du einen
Menschen beurteilen tust, darfst Du es nicht nur nach seinen Freunden tun, sondern auch nach seinen Feinden."(96) Wer sich nur einseitig als Verbraucher oder Vermittler über bestimmte Presseorgane
im Finanz- und Versicherungsmarkt informiert, wird meines Erachtens niemals einen Vermittler oder die Konkurrenz vorurteilsfrei kennen lernen. Fakt ist, das Argument "Das haben wir schon immer so
gemacht" ist im knallharten Wettbewerb ein knallhartes Todesurteil. Wer immer mit der Masse mitschwimmt und auch blind dort alles glaubt, wird -langfristig gesehen- mit der Masse langsam aber sicher
unter gehen. Nur wer gegen den Strom schwimmt, hat -langfristig gesehen- eine echte Chance. Nun liegt es am Verbraucher sich den "richtigen" Vermittler auszusuchen. Nun liegt es aber genauso am
Vermittler zu reagieren, BEVOR es die Masse tut. Schließlich heißt es auch: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet."(84)
Die Vermittler des Finanzmarktes teilen sich meines Erachtens in zwei total verschiedene Gruppen auf. Dabei "fährt" jede Gruppe eine total andere Philosophie.
Gemeinsam ist nur, daß alle dem Verbraucher einen individuellen "Maßanzug" nach einer mehr oder weniger ausführlichen Analyse (wobei die Banken und die Einproduktverkäufer bezugnehmend auf die
Analyse die Ausnahme sind) "anziehen" (wollen).
Die erste Gruppe von Vermittlern -und dazu gehören in der Regel alle- gehen davon aus, daß sich der Verbraucher an den Vermittler wenden soll, damit dieser ihn in
Finanzangelegenheiten aufklären und beraten kann. Ein paar Beispiele zu deren Vertretern:
Die Einfirmenvertreter schneidern dem Verbraucher einen "Maßanzug" mit den Produkten des eigenen Hauses. Oder besser ausgedrückt: Der Konzern sorgt dafür, daß der
Verbraucher alles aus "einer Hand" durch ein(e) Untemehmen(sgruppe) erhalten und "eingekleidet" werden kann. Dort liegt es am Verbraucher, ob er sich einem >großen Namen< eines
Versicherungskonzerns anvertraut und gerne derzeit z. B. viel zahlen möchte oder ob er sich einem günstigeren >Namen<, eines kleineren Versicherungskonzerns aussucht und für weniger Geld mehr
Leistung erhalten möchte. Weiterhin gibt es Einfirmenvertreter, die sich auf die Vermittlung von Kapitalanlagen einer Gesellschaft spezialisiert haben.
Etwas anders sieht es bei den Banken aus. Hier kommen die Verbraucher zum Institut, da sie beispielsweise das Girokonto "zum Leben" eben brauchen. Aber auch durch die
Banken (und deren Partnerunternehmen) kann der Verbraucher "eingekleidet" werden. Über die Partner (oder Tochter- oder Schwesterunternehmen) der Bank kann der Verbraucher z. B. Versicherungen
einer weiteren Firma oder/und Bausparverträge einer anderen Firma erhalten. Eine Auswahl zwischen verschiedenen Partnern (z.B. verschiedene Versicherungsanbieter) hat der Verbraucher in der Regel bei der
Bank nicht. Konkurrenzprodukte (zum Beispiel Bundeswertpapiere oder Aktien) kann der Verbraucher (vorausgesetzt, er hat sich informiert) über die Bank erhalten. Die Ausnahmen in der Regel, d.h. Banken
die keine Versicherungen vermitteln, gibt es sehr wenige. Aber hier liegt es an der Strategie des Unternehmens; wenig anzubieten, und besser als die Konkurrenz im Interesse des Verbrauchers
Kunden damit zu sein. Meines Erachtens sind die Direktbanken, die in der Regel keine ausführliche persönliche Beratung durchführen, nur für die Verbraucher gedacht, die sich selbst
in Finanzangelegenheiten weiterbilden oder auskennen. Zu allen Banken gilt, es zeigt sich an ihren Gebühren, Zinsen, am Schalterservice etc. wie kundenfreundlich sie sind. Ein ganz besonderer Vorteil bei
den meisten Banken ist, daß das Geld der Kunden dort in der Regel bis zu einer bestimmten Höhe über einen Einlagensicherungsfonds abgesichert ist.
Bei den großen unabhängigen Allfinanzvertrieben oder Betreuungsgesellschaften übernimmt die Auswahlarbeit der "Produkte" die Zentrale. Der Vermittler braucht die
"Produkte" dann nur noch zu vermitteln. Je nach den Vorgaben des Verbrauchers -hervorgehend aus der Analyse- kann dann der Vermittler einen entsprechenden Vorschlag aus einer mehr oder weniger
großen Vielzahl von vermittelbaren Angeboten dem Verbraucher unterbreiten. Also beispielsweise wünscht der Verbraucher einen "Preisführer" kann er diesen erhalten oder zahlt er gerne ein
"paar" Mark mehr für einen >große Namen, kann er auch diesen erhalten. Aber leider weiß der Verbraucher in der Regel nicht, was er alles vom Vermittler erhalten kann. Er muß ihm also unter
Umständen >blind< vertrauen können. Dieses ist meines Erachtens der Nachteil, wenn man zu viele "Produkte" anbieten kann. Hat man sich dagegen nur auf die besten Angebote spezialisiert,
ist die Auswahlarbeit für den Vermittler einfacher und der Klient kann sicherer sein.
Andere Vermittler werden sogar durch ihre Satzung dazu gezwungen, nur die von ihrer Zentrale geprüften und zur Vermittlung freigegebenen "Produkte" zu verkaufen. Ansonsten
wird ihnen (den Vermittlern) ein Schadensersatz angedroht. Und damit der Verbraucher auch besonders "sicher" sein kann, überprüft die Zentrale den Vermittler in unregelmäßigen Abständen durch
Stichproben persönlich.
Die große Masse der "Vermittler" schneidert >nur< einen individuellen "Maßanzug" für den Verbraucher zu oder vollendet ihn. Dieses ist meines Erachtens der
Anfang der verbraucherorientierten Vermittlung. Verfeinert wird dieser "Maßanzug" jedoch erst durch die Finanzangebote. Verbessert wird dieser "Anzug" durch eine freie (unabhängige)
Auswahlmöglichkeit von Spitzenprodukten. Gerade hier sollte eben der Verbraucher für wenig Geld viel Leistung erhalten. Der Verbraucher ist meines Erachtens vor allem an möglichst wenigen Ausgaben
interessiert. >Große Namen< zu vermitteln, wenn man auch >Kleine Namen< mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis im Angebot hat, würde an Schwachsinn gleichen. Vor allem, weil man dann
den Verbraucher zu seinen Gunsten als "Melkmaschine" behandelt.
Beim schneidern des "Maßanzugs" für den Verbraucher haben die unabhängigen Mehrfachagenten oder Makler keinen Zwang irgendein Produkt eines Konzerns zu
bevorzugen. Diese arbeiten in der Regel alle, wobei es auch Ausnahmen gibt, nach den Empfehlungen des Bundes der Versicherten. Bei einigen dieser Mehrfachagenten bzw. Makler geht die Tendenz in Richtung
der zweiten Gruppe. Hier schließe ich jedoch diejenigen aus, die nach den "Empfehlungen"(?) des BdV vermitteln und gleichzeitig private Rentenversicherungen erstaunlicher- oder
interessanterweise vermitteln!
Die andere Gruppe von Vermittlern, die die Ausnahme in der Regel oder die Alternative ist, kämpft für das, was keiner der anderen gerne hören will. Aus diesem Grund hört man auch in
der Regel derzeit überall nur negatives über diese Gruppe in den Medien. So setzt sich beispielsweise diese Gruppe dafür ein, daß der Verbraucher über die Medien, die Schule, die Hochschule etc. von den
Verbraucherverbänden aufgeklärt wird und eben nicht durch verschiedene durch Großkonzerne gesponserte und/oder einseitig gesteuerte Seminare oder Veranstaltungen. Der Verbraucher sollte also
beispielsweise erfahren, daß es extrem verbraucherfeindlich von den Konzernen ist, Angebote Verbrauchern anzubieten, die keine Effektivzinsangaben enthalten, wie beispielsweise bei Kapital-Lebens- oder
privaten Rentenversicherungen oder auch beim Bausparen. Das Ziel könnte sein, daß ohne die Angabe von Effektivzinsen kein Wunsch bestehen sollte, solche "Produkte" überhaupt als Verbraucher zu
verlangen. Als Verbraucher sollte man vielleicht solche "ewig gestrige" Unternehmen laut auslachen, denn "wir sind in einem Zeitalter, in dem keiner mehr ohne die drei großen L, Long Life
Learning (lebenslanges Lernen), auskommt. ... Wer dauemd Unüberhörbares überhört und Unübersehrbares übersieht, darf sich nicht wundern, wenn ihm eines Tages Hören und Sehen vergeht." (98) Mit
anderen Worten: Wer sich als Verbraucher nicht bei den großen Vereinen, wie BdV oder GVI sowie deren Vereinszeitschriften, beispielsweise Spitze informiert, sondern nur die Zeitschriften, wo in der Regel
>eine Hand die andere wäscht< als Verbraucher liest und >blind< dort alles glaubt, könnte früher oder später das Hören und Sehen bezugnehmend auf seine finanzielle Situation vergehen.
Die Verbraucherinteressenvereinigungen (BdV und GVI) schlagen mit ihren Angeboten in der Regel alle Angebote der Vermittler im Preis-Leistungsverhältnis, was zum einen eine Tatsache
ist und zum anderen auch nicht mit sachlichen Argumenten zu schlagen ist. Der Unterschied zwischen beiden ist, daß der Verbraucher bei dem einen Verein einen Vermittler als "Hilfsmittel"
benötigt, um eine Versicherung abzuschließen. Das "Hilfsmittel" oder besser der Kostensenkungsspezialist betreut dann gleichzeitig den Klienten und ist der Ansprechpartner vor Ort. Der
Verbraucher schließt beim BdV die Versicherungen per Post ab. Der BdV hat sich nur auf den Bereich "Versicherungen" beschränkt. Beide Vereine bringen in der Regel immer etwas
"Stimmung" in den Finanzmarkt durch ihre verschiedensten Veröffentlichungen.
Nach der Zeitschrift Spitze soll es über eine halbe Million Menschen geben, die den Gewerbeschein für die Finanzvermittlung schon besitzen. Eine halbe Million von ca. 80 Millionen
Einwohnern bedeutet, daß etwa jeder 160-ste deutsche Bürger ein Finanzvermittler ist. Hat beispielsweise eine Stadt 100.000 Einwohner bedeutet dieses, daß in dieser Stadt 625 Finanzvermittler
(durchschnittlich) tätig sind. Der eine Teil von diesen vermittelt nebenbei Versicherungen und/oder Finanzen und der andere Teil ist hauptberuflich tätig. Es gibt eine Vielzahl von
Versicherungsunternehmen oder Finanzvertrieben. Und alle haben sie Vermittler, die deren Angebote vermitteln. Die einen sind dabei, weil sie schon immer Versicherungen oder Finanzen vermitteln wollten
und die anderen um in der Freizeit unter Leute zu kommen (durch ihre Tätigkeit) und die dritten wollen etwas nebenbei verdienen. Leider werden viele durch falsche Versprechungen über Verdienst- und
Karrieremöglichkeiten angelockt. Diese sind in der Regel so hoch, daß man bei der Ausbildung "vergißt" zu sagen, daß man für Spitzenversicherungen, z.B. nur 15,- DM Provision erhält. Dieses
könnte ein Grund sein, weshalb diese Angebote in der Regel vielleicht auch nicht ausgebildet werden, denn leider kann man in der Regel nicht von diesen kleinen Provisionen auf Dauer (über)leben oder gar
neue Mitarbeiter/Vermittler gewinnen. Schließlich ist es am Ende auch verständlich, daß man seine Kosten decken möchte. Nur so denken offenbar die meisten der halben Million von Vermittler. Viele
vermitteln offenbar so überteuerte und/oder unnötige Versicherungen oder unrentable oder leichtsinnige Finanzangebote zu Lasten des Verbrauchers (aus Unwissenheit). Aus diesem Grund dürfte die Chance
auch sehr gering sein, daß alle Vermittler die GVI und deren Spitzenangebote kennen oder kennen lernen wollen. Wenn man aber den Finanz- und Versicherungsmarkt langfristig betrachtet, ist davon
auszugehen, daß denjenigen, die beispielsweise Bausparverträge, Kapital-Lebensversicherungen oder private Rentenversicherungen ohne eine ausführliche Erläuterung der Nachteile und der Angabe der
Effektivzinsen vermitteln, daß "Hören und Sehen" vergehen wird. Schließlich hat der Vermittler dann das Unüberhörbare überhört und das Unübersehrbare übersehen.
Da ausnahmslos jeder Vermittler nur das Beste eines jeden will, nämlich sein Geld, bin ich der Meinung, daß es derjenige erhalten sollte, der für wenig Geldeinsatz eine Menge
Leistung bietet. Schließlich wäre man ja als Verbraucher dumm, wenn man beispielsweise für eine 1,- DM-Briefmarke nicht eine Mark sondern beispielsweise sieben Mark ausgibt. Meines Erachtens braucht der
Verbraucher keine Versicherungspolicen oder Angebote von >großen Namen<, wenn diese X-mal teuerer sind und/oder ein schlechteres Preis-Leistungsverhältnis besitzen als >kleine Namen. Eine
>verbraucherorientierte< Beratung, die meines Erachtens das Ziel hatte, eine teure Versicherung (d.h, für viel Geld wenig Leistung im Ernstfall) dem Verbraucher >anzudrehen<, würde meines
Erachtens an Schwachsinn gleichen.
Schlußfolgerung: Ja, durch die Gespräche mit den verschiedenen Unternehmen bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Idee der verbraucherorientierte Vermittlung existiert. Nur hat eben
jeder eine andere Anschauung von der verbraucherorientierten Vermittlung. Für den Verbraucher zählt aber am Ende nur, was er bezahlen muß, und was er vor allem für sein gutes Geld erhält. Der Verbraucher
sollte ganz einfach "das Basiswissen" des Anhangs kennen. Er sollte also die Inhalte der Teile "Ein Auszug aus der Vielzahl der Versicherungen", "Kapital-Lebensversicherung ist
legaler Betrug", "Warnung vor privaten Rentenversicherungen", "Bausparen ist Volksverdummung und legalisierter Anlegerbetrug", "Vermögensaufbau Allgemeines" und
"Vermögensaufbau Konkretes" kennen. Aber dazu zählt auch der wichtige und vollständige Punkt "Die Situation auf dem Finanz- und Versicherungsmarkt". Nur bedauerlicherweise
interessiert dieses die wenigsten. Die meisten vertrauen >blind< ihrem redegewandten Vermittler oder Berater, der für Sie DIE LETZTE (hoffentlich richtige) Entscheidung treffen darf. Wie auch
immer. Die Masse "Mensch" glaubt leider immer noch, daß >große Namen< besser sind als >kleine Namen<. Schließlich gibt es ja von den >großen Namen< mehr große bunte Anzeigen
und/oder Werbespots als von den >kleinen Namen<. Die Masse spielt Lotto in der Hoffnung dort die Million bei einer Chance von 1 zu 14 Millionen zu bekommen. So hatten beispielsweise die Deutschen
nach der RTL-Sendung "RTL-Aktuell" am 5.12.95 im Jahre 1994 runde 16,7 Milliarden Mark für Lotto/Totto-Spiele ausgegeben. Weitere 12 Milliarden Mark setzten die Spielbanken um. Durch die
Spielautomaten in den Gaststätten und Spielhallen wurden weitere 8,8 Milliarden Mark umgesetzt. Meines Erachtens sind letztere die falschen Wege. Nur durch das Wissen, also das >Gewußt wie?< kann
man weiter kommen. Wie heißt es so schön? "Das Leben ist ein Spiel. Sie entscheiden ob Sie als Spieler oder Spielfigur teilnehmen." Also entweder geht man mit der Masse mit und ist somit eine
Spielfigur oder man setzt auf eine Alternative und schwimmt gegen den Strom und wird zum Spieler. Die Entscheidung am Ende muß der Verbraucher treffen. Also entscheidet der Verbraucher oder der
Vermittler über das Geld des Verbrauchers.
Allein die Kostensenkungsspezialisten des Berufsverbandes ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. vermitteln meines Wissens ausschließlich Angebote nach den strengen Richtlinien der GELD
UND VERBRAUCHER Interessenvereinigung. So können die Kunden für einen Mini-Beitrag (z. B. die GVI-Tiefpreis-Policen) eine große Versicherungsleistung erhalten. So können die Kunden aber auch
"Produkte" für den Vermögensaufbau erhalten, die nach der Rankenstrategie >Sicherheit durch Risiko-Streuung< aufgebaut wurden. Der Berufsverband kämpft gegen die verbraucherfeindlichen,
verbraucherausbeutenden Gesetze, die >von oben< organisierte Volksverdummung und -unwissenheit und "dafür, daß die Menschen endlich die Wahrheit über Bank-, Bauspar- und Versicherungssparen
erfahren und das Medienspektakel und diese und ähnliche Anlageformen durchschauen und für die Schaffung einer starken -echten- Verbraucherlobby, d.h. wirklichen Interessenvertretung der Versicherten,
Sparer und Kapitalanleger in Deutschland und Europa"(100). Was will man als Verbraucher eigentlich sonst noch mehr? Schließlich ist das "beste Sparprogramm der Welt ist ein Kosten- und
Steuersparprogramm." Meines Erachens ist dieses heute die beste Umsetzung der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung im Finanz- und Versicherungsmarkt< zu Gunsten des Verbrauchers.
9.2. Wie wird diese >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< verwirklicht, wenn sie schon exitieren sollte?
Im Punkt "Gibt es eine Umsetzung der >Idee der verbraucherorientierten Vermittlung< im Finanz- und Versicherungsmarkt?" wurde schon in den letzten
Absätzen auf die Existenz eingegangen. Der Berufsverband ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V. setzt diese Idee der verbraucherorientierten Vermittlung meines Erachtens am Besten um. Zur Umsetzung,
Verwirklichung und Anwendung möchte ich auf die sehr ausführliche Beschreibung des "Berufsverbandes ALTERNATIVER Finanzvermittler e.V." und der "B.D.F. Betreuungsgesellschaft Deutscher
Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH" verweisen.
Eine verbraucherorientierte Vermittlung sollte mit einer ausführlichen neutralen Analyse beginnen. Diese sollte den tatsächlichen Bedarf ermitteln. Das Ziel sollte sein, daß der
Verbraucher einen individuellen "Maßanzug" erhält, oder den bestehenden vollendet oder verbessert. Der Verbraucher sollte genau die Versicherungen vorgeschlagen bekommen, die im Ernstfall viel
Schaden vom ihm abwenden und ihn so wenig wie möglich kosten. In Bezug auf Kapitalanlagen sollte gelten, daß diese nach dem Tausendfüßlerprinzip aufgebaut sind, also >Sicherheit durch Streuung<. Es
sollte in mehrere Kapitalanlagen investiert werden, über mehrere Märkte gestreut werden, sowohl lang -als auch kurzfristig geplant werden. Langfristig sollte auf Sachwertanlagen hingearbeitet werden.
Dabei sollte niemals alles auf eine Karte gesetzt werden. An die Senkung der Steuern sollte ebenfalls gedacht werden. Aber trotzdem sollte gelten: "Erwarte stets das Allerbeste. Doch habe für den
Fall der Fälle vorgesorgt, falls trotzdem das Allerschlimmste eintrifft."
9.3. Der Idealfall oder ein Blick in die Zukunft
Es ist wie in allem. Zwischen Theorie und Praxis gibt es einen gewaltigen Unterschied. Der Kommunismus ist in der Theorie vielleicht sehr gut. In der Praxis versagt er,
weil der Mensch dafür nicht gebaut ist. In der Regel wird der Mensch immer an sich zu erst denken. Wobei sicher Ausnahmen die Regel bestätigen. Aber das Ergebnis was herauskommen kann, hat das Experiment
Sozialismus gezeigt.
Theoretisch verunglückt man nie tödlich bei Auto fahren. Praktisch diese Möglichkeit zu 100% auszuschließen wäre unglaubhaft. Aber trotzdem fahren Millionen täglich Auto, weil sie
einfach nicht das Extrem wahr haben wollen oder nicht davon ausgehen, daß es sie auch treffen könnte. Mit anderen Worten >Jeder Autofahrer lebt mit dem Risiko.
Theoretisch wäre die Ideal-Lösung für die Verbraucher und Vermittler eine große Kooperation, wo jeder Vermittler oder jedes Unternehmen nur sein Bestes einbringt. Also beispielsweise
erfolgt eine Kooperation in Sachen Ausbildung zwischen AWD und PRO ALTERNATIVE. Solange der Vermittler tätig ist, wird er in unregelmäßigen Abständen durch die Geschäftsführung des WV zur Sicherheit des
Klienten überprüft. Die Sicherheit für die Kapitalanlagen bringen die Banken ein. Wobei man natürlich nicht vergessen sollte, daß man als Kunde/"Bankier" für sein Girokonto nichts zu bezahlen
hat. Die >großen Namen< sorgen für die regelmäßigen TV-Werbespots und geben den hauptberuflichen NEUeinsteigern in das Finanzgeschäft ein kleines Fixum (Festgehalt) mit teilweiser Provision, damit
diese sich ohne Abschlußdruck einen Kundenstamm aufbauen können. Überprüft werden die Kapitalanlagen- und Versicherungsangebote durch die GVI. Nur die Angebote, die die Prüfung mit einem positiven Saldo
bestanden haben, dürfen vermittelt werden. Zur Zeit werden diese Angebote unter anderem schon von den Kostensenkungsspezialisten von PRO ALTERNATIVE vermittelt. Der BCA steuert für die Vermittler seine
große Datenbank bei.
Zum Schluß des Punktes möchte ich noch einige weitere Thesen für die Zukunft aufstellen. Im Interesse des Verbrauchers wäre es schon, wenn sich der eine oder andere Teil bewahrheiten
würde. Langfristig gesehen. Schließlich wird es verbraucherfreundliche Gesetze geben.
In der Zukunft wird die Anwendung des Buchwertprinzips bei den Lebensversicherungen auch in Deutschland per Gesetz verboten werden. Analog gilt dieses für das Niederstwertprinzip.
In der Zukunft wird die Beratung der Politik durch die Lobby der Bausparkassen, Versicherungen und Banken durch Gesetzeskraft untersagt werden. Ersetzt wird diese Lobby durch eine
Lobby der Verbraucher. Dabei ist es egal, ob dieses der BdV, die GVI, eine andere Verbraucherorganisation oder eine Kooperation ist. Ausschließlich die Verbraucherorganisationen werden die Genehmigung
zur Beratung der Politik besitzen.
Ein Vorbild für das Verhältnis zwischen Lobby und Politik könnte hier Amerika sein. Aber auch für die "Finanzprodukte" sollte beispielsweise nach dem >USA-Journal<
(IV/95) gelten: "Wo Bedarf ist, wird er gedeckt. Wo keiner ist, wird er geweckt. Was nicht gefällt, wird anstandslos zurückgenommen." Wobei ich nun anfügen möchte: >Und was die Angebote des
Finanz- und Versicherungsmarktes betrifft, die den Kunden im unklaren über bestimmte wichtige Sachen (z.B. die Effektivzinsen) lassen oder verschwiegen werden dürfen, wie beispielsweise beim Bausparen,
den Kapital- und privaten Rentenversicherungen, sollte entweder knallhart überhaupt nicht (mehr) auf den deutschen Markt kommen (dürfen) oder durch die Politik knallhart verboten werden. Mit anderen
Worten es wird für alles die Effektivzinsangabe Pflicht.
In der Zukunft darf jeder deutsche Vermittler dem Klienten mitteilen, daß er ihm eines unter den ersten besten fünf Angeboten im Preis-Leistungsverhältnis (z. B.
Haftpflichtversicherungsangebote) zugeschnitten angeboten hat. Damit dieses aber dann nicht jedermann >einfach so< behaupten kann, sollte dieses selbstverständlich bei den Vermittlern und
Verbrauchern überprüft werden. Alle anderen Vermittler, die diese Angebote nicht anbieten können, sollten vom Kunden unterschreiben lassen, daß sie sich nicht mit einem aus den ersten besten 5 Angeboten
versichern lassen wollten. Gleichzeitig sollte auf diesem Schreiben die Kontaktadresse eines Vermittlers stehen, der das Beste anbietet. Diese Vermittler werden ebenfalls unregelmäßig überprüft. Jeder
Vermittler, der sich nicht an diese Regeln hält, erhält ein sofortiges Berufsverbot für die Finanzbranche.
Die Kapitalanlagenbetrüger werden durch eine speziell dafür vorgesehene und ausgebildete Fahndungspolizei gejagt. Diese wird sich ausschließlich mit der Jagd nach diesen
Abzockern beschäftigen. Vor den entsprechenden Einsätzen, die weltweit erfolgen, wird es keine monatelangen Tagungen irgendwelcher "Bürokratenabteilungen" beispielsweise des deutschen
Bundestags geben. (Beispiel: Verwenden die Betrüger für ihre Geschäfte neu entdeckte Gesetzeslücken, müssen die entsprechenden Stellen innerhalb von 7 Tagen die Gesetzeslücke geschlossen haben, ansonsten
sind die entsprechenden Stellen für die Folgen verantwortlich.) Werden die Betrüger gefaßt, gibt es eine öffentliche Verhandlung und diese wird im Eilverfahren (das Strecken der Verhandlung über 7 Monate
wird in diesen Fällen untersagt werden) durchgeführt. Ihr gesamtes Familienvermögen wird eingezogen, egal wie hoch der Schaden ist. Sollten die Täter auf die Idee einer Vermarktung, also beispielsweise
das Schreiben eines Buches oder das Geben eines Interviews kommen, wird der Gewinn, der sonst unter Umständen ihnen zugestanden hätte, eingezogen. Dieses geschieht alles solange, bis der Schaden bezahlt
wurde.
Für die Zukunft der Banken gilt, daß sich die kleinen Banken weiter spezialisieren werden und sich zu kleineren Gruppen zusammenschließen. Die großen Banken werden ihr Angebot im
Finanz- und Versicherungsbereich ausbauen, also quasi wie im großen Kaufhaus gibt es dann das eine oder andere Angebot. Aber deren Filialen werden sich verringern. Die größte Zukunft werden die
Direktbanken haben.
Von den Finanzvermittlern haben -langfristig gesehen- die jenigen die besten Chancen, die dem Verbraucher helfen werden, seine Kosten zu senken. Die ersten, die dieses getan haben,
waren die Kostensenkungsspezialisten von PRO ALTERNATIVE.
Aber zu guter letzt gilt für den Idealfall natürlich: "Wissen ist Macht" -Aber nur, wenn man es anderen weiter gibt. Für die Zukunft gilt, daß der Verbraucher
schon in der Schule und/oder Hochschule über die Alffinanzlehre aufgeklärt werden wird. Der Verbraucher wird dann erfahren, wie verbraucherfeindlich heute im Jahre 1995 noch einige Gesetze waren und wie
groß die Milliardenmacht der Konzerne schon in diesem Jahr war. Aus diesem Grund werden sich auch immer mehr Verbraucher für die Verbraucherzeitschriften interessieren.
10. Anhang 10.1.1. Übersichten und Beispiele zur besseren Veranschaulichung
(Anhang 10.1.1. Nr. 1) Eine Kopie aus Finanztest 1/94 Seiten 52 und 53 (Anhang 10.1.1. Nr. 2) Eine Kopie aus Spitze 3/93 Seite 10. (Anhang 10.1.1. Nr. 3) Eine Kopie aus
Spitze 6/95 Seiten 26, 27 (Anhang 10.1.1. Nr. 4) Eine Kopie aus Spitze 1/96 Seiten 18,19 (Anhang 10.1.1. Nr. 5) Eine Kopie aus Spitze 2/94 Seite 11. (Anhang 10.1.1. Nr. 6) Eine Kopie aus Spitze 3/94
Seite 25. (Anhang 10.1.1. Nr. 7) Eine Kopie aus dem managen magazin 6/94 Seite 137. (Anhang 10.1.1. Nr. 8) Eine Kopie aus Spitze 5/93 Seite 24. (Anhang 10.1.1. Nr. 9) 3 Kopien aus Spitze 2/93 Seiten
17,18 und 20. (Anhang 10.1.1. Nr.10) Drei Kopien aus dem Kursbuch Finanzen zum Punkt "Inflation" und "Kaufkraft" Seiten 55, 56 und 57
(Anhang 10.1.1. Nr.11) Eine Kopie aus Spitze 4/93 Seite 29. (Anhang 10.1.1. Nr.12) Eine Kopie eines Fragebogens (aufgrund des Wertpapierhandelsgesetzes) der BHF- Bank (Anhang 10.1.1. Nr.13) Eine
Kopie der GVI-Übersicht: "So entwickelt sich eine Million Mark in einem Jahr" (Anhang 10.1.1. Nr.14) Eine Kopie zum Punkt >Deutsche Börsenneueinführungen< aus dem
GVI-Verbraucherschutzbuch.
FORTSETZUNG AUF DER SPALTE RECHTS DANEBEN ------------------------------------ >>
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10.2. Ein Auszug aus der Vielzahl der Versicherungen Die Haftpflichtversicherung
Die wichtigste Versicherung ist die Haftpflicht-Versicherung. Denn wenn man einem anderen einen Schaden zufügt, ist man zum Schadensersatz verpflichtet. Die GVI empfiehlt, nicht das
Kleinschaden-Risiko zu versichern sondern das Großschaden-Risiko. Denn eines ist sicher, ein Schaden von z.B. 500,- Mark ist leichter zu verkraften als ein Schaden von 6 Millionen Mark. Aus diesem Grund heißt es
dann in der GVI-Broschüre: "Vereinbaren Sie ... eine Versicherungssumme sowohl bei Personen- als auch bei Sachschäden über mindestens DM 5 Millionen, noch besser: DM 7,5 Millionen, bei z.B. DM 300,-
Selbstbehalt." Eine Versicherung ist eben für den Großschaden, der die Existenz zerstören kann gedacht. Schäden von der Summe des Selbstbehaltes zerstören, auch wenn es im Falle eines Falles weh tut, nicht die
Existenz. Versicherungssummen von 0 bis 2 Millionen DM sind zwar besser als gar nichts, aber wenn es einmal >richtig zuschlägt< und für diesen Schutz wurde sie ja abgeschlossen, sollte sich der Versicherte
stets nur eine Frage stellen: Woher nehme ich die restlichen Millionen DM, falls der Schaden z.B. 6 Millionen DM beträgt? Aber die Bild am Sonntag bringt am 13.8.1995 schon ein Problem zur Sprache: "schon
bei alltäglichen Schäden gibt es für die Geschädigten keinen Schutz." Denn wenn Kinder unter sieben Jahren etwas angestellt haben," zahlt die Haftpflicht keinen Pfennig - eine Gesetzeslücke erlaubt ihnen
das. Denn: Kinder unter sieben Jahren haften überhaupt nicht, ihre Eltern nur dann, wenn sie zugeben, die Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Der Geschädigte hat also den Schaden, den Spott - und auch noch die
Kosten." Interessant war aber auch, daß: "28 Prozent der Versicherten ... bei der Schadensabwicklung gar kein Geld oder viel zu wenig bekommen" haben, "fand die Stiftung Warentest" heraus
und ">Damit ist das Hauptargument der teuren Versicherungen, daß sie nämlich großzügiger sind, entkräftet<."
Die Unfallversicherung
Eine wichtige Versicherung ist auch die Unfallversicherung, denn es dürfte u.U. finanzielle Probleme geben, wenn man durch einen dummen Unfall Invalide werden würde. "Immerhin
passieren vier Fünftel aller Unfälle in der Freizeit. Passiert der Unfall während der ersten fünf Berufsjahre gibt es in der Regel auch nichts aus der gesetzlichen Rentenversicherung, da die ersten fünf Jahre eine
versicherungslose Wartezeit darstellen."(54) Dabei ist die "Wahrscheinlichkeit, in der dicht besiedelten Bundesrepublik einen folgenschweren Unfall" zu haben relativ hoch und dieses nicht nur mit dem
Auto. "Bereits mehr als 750.000 Bundesbürger sind durch einen Unfall dauerhaft verletzt worden. Selbst Haftpflichtansprüche an die gegnerische Versicherung oder Schmerzensgelder stellen in den seltensten Fällen
eine angemessene Entschädigung für bleibende Invalidität dar".(55) Aber auch vor "allem für Hausfrauen, Kinder, Rentner und chronisch Kranke" ist diese Versicherung wichtig, denn sie ist "ihre
einzige Möglichkeit, sich gegen Verlust der Arbeitskraft gegen Unfallfolgen abzusichern. ... Wenn ein Kind in Folge eines Unfalls ein Leben lang nicht arbeiten kann, müssen die Eltern möglicherweise bis zu seinem
Tod für seinen Unterhalt aufkommen." Zur Zahlung im Falle eines Falles fügt die Bild am Sonntag vom 3.9.95 noch weiter dazu: ">Unfallversicherungen zahlen nur den vollen Betrag" (d.h. die
entsprechende Prozentzahl der vereinbarten Versicherungssumme), "wenn die bleibenden Schäden direkt durch den Unfall verursacht wurden. Spielen Krankheiten oder Verletzungen eine Rolle, gibt es lediglich einen
Teilbetrag. Daher macht es für Berufstätige mehr Sinn, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen -die zahlt auch bei Folgen einer Krankheit.<" Die Zeitschrift Mein Geld 5/95 meint zur
Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr, daß diese" an dieser Stelle verschwiegen werden" sollte ", denn sie dient eher der Bereicherung der Versicherer als ihrem Geldbeutel." Der BdV warnt in
seiner Broschüre "Wie man sich richtig versichert und dabei viel Geld spart" (1.NEU-Aufl.) wörtlich: "Keine Unfallversicherung mit Prämienrückgewehr (>zum Nulltarif<) abschließen: Sie sind ein
noch größerer "legaler Betrug" als Kapital-Lebensversicherungen!... Bestehende Verträge können und sollten auch sofort gekündigt werden."
Die Berufsunfähigkeitsversicherung
Eine nicht minder wichtige Versicherung ist also die Berufsunfähigkeitsversicherung. "Laut Statistiken müssen rund 20 Prozent aller Angestellten und ca. ein Drittel aller
Arbeiter noch vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit aus dem Berufsleben ausscheiden. Gerade wegen dieser alarmierenden Zahlen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine
ideale Vorsorgegrundlage für" alle ", die noch keine oder ungenügende Ansprüche auf Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten aus der Sozialversicherung haben und über kein Vermögen verfügen, auf das Sie
schlimmstenfalls zurückgreifen könnten."(56) Berufsunfähig kann man durch Unfall und Krankheit werden und je älter man wird desto höher wird das Risiko. Das GVI-Verbraucherschutzbuch schreibt dazu:
"Berufsunfähigkeitsversicherungen bringen normalerweise erst ab 50% Erwerbsunfähigkeit einen vertraglichen Rentenanspruch, dann aber gleich in Höhe von 100%. Wären Sie im Falle des Falles nur zu 49% oder
weniger erwerbsunfähig, hätten Sie keinerlei Rentenansprüche." Anschließend folgt noch eine Warnung: "Geben Sie sich nicht der trügerischen Hoffnung hin, die Ärzte würden eine Erwerbsunfähigkeit ... kulant
auf 50% festlegen. Entscheidend ist letzten Endes, ob die Arzt- und die Rechtsabteilung der Versicherungsgesellschaft mitmachen. Im Zweifel werden sie das nicht tun." Eine Warnung kommt von der GVI:
"Vorsicht bei Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen (BUZ) als Anhängsel einer Kapital-Lebensversicherung! Das ist nämlich oft ein Vertreter-Trick, um über das Hintertürchen des Berufsunfähigkeits-Risikos eine
provisionsträchtige, aber meistens unsinnige Kapital-Lebensversicherung zu verkaufen. Eine BUZ in Verbindung mit einer wirklich preiswerten Risiko-Lebensversicherung ist viel besser. In Frage kommen kann auch eine
eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese ist zwar teuerer als eine BUZ, in der Regel ist sie jedoch am besten den individuellen Gegebenheiten anpaßbar. Vor allem kann sie -bei der Wahl des richtigen
Versicherers- mit einer lebenslangen Berufsunfähigkeitsrente abgeschlossen werden."(57)
Die Risiko-Lebensversicherung
Eine Versicherung, die in der Regel nur für Familien wichtig ist, ist die Risiko-Lebensversicherung. 'Wer eine Familie zu versorgen hat, muß sicherstellen, daß im Falle eines
unerwarteten plötzlichen Todes -z.B. durch eine tückische Krankheit- seine Angehörigen keine Einkommensverluste haben."(58)
Rechtsschutzversicherung
Im Buch >Richtig versichert< heißt es: "Eine Rechtsschutzversicherung kann niemanden davor bewahren, einen Prozeß zu verlieren. Sie zahlt auch nicht, wenn man zu
Schadensersatz verurteilt wird oder ein Bußgeld bezahlen muß." In der Regel" hat "bei gewonnenen Prozessen ... der Prozeßgegner sowieso alle Kosten zu übernehmen" -setzt die GVI-Broschüre fort.
Der praktische Versicherungsratgeber bringt es dann auf den Punkt: "Wenn ein Vertreter seinem Kunden schon alle" für ihn "profitablen Verträge aufgeschwatzt hat, zieht er vielleicht noch eine letzte
Police aus der Tasche. Nach dem Abschluß so unvorteilhafter Verträge wie der Kapital-Lebensversicherung, (Krankenhaus)tagegeld-, Reisegepäck und Ausbildungsversicherung für die Kinder kommt es vielen Leuten >auf
die paar Mark mehr< für eine Rechtsschutzversicherung nicht mehr an." "Grundsätzlich gilt: Nur wer Aussicht auf Erfolg hat, sollte vor Gericht gehen und sich dafür einen guten Anwalt suchen. ... Wer auf
Teufel komm'raus selbst aussichtslose Prozesse anzettelt, ist auch trotz Rechtsschutz nicht abgesichert" - schreibt Capital 3/95. Im Buch >Versichern aber wie< wird auf dieses genauer eingegangen:
"Vor Inanspruchnahme will das Versicherungsunternehmen über die Sachlage informiert werden, damit es prüfen kann, ob eine rechtliche Auseinandersetzung überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Denn für aussichtslose
Streitfälle gewährt das Versicherungsunternehmen keinen Versicherungsschutz." Oder anders ausgedrückt: "Weil sich Rechtsschutzversicherungen im Ernstfall immer wieder querlegen, müssen viele Kunden, um mit
Hilfe ihrer Versicherung vor Gericht ziehen zu können, erst mal die eigene Gesellschaft auf Übernahme der Prozeßkosten verklagen. ... Außerdem: Die Gebühren für eine Anwaltsberatung, die oft ausreicht, um die
Chancen für einen Prozeß beurteilen zu können, liegen in der Regel unter dem Jahresbeitrag für eine Rechtsschutzversicherung." >Der praktische Versicherungsratgeber< schreibt noch dazu: "Eine
Rechtsschutzversicherung ist im Prinzip eine Art Fonds für meist sehr wohl vorhersehbare rechtliche Zwistigkeiten. Deshalb schließen die Vertragsbedingungen eine Kostenübernahme für Fälle, die bereits eingetreten
sind oder in absehbarer Zukunft eintreten werden, von Anfang an aus. Besondere Haftungsausschlüsse sind weiter: Scheidungssachen, Bauvorhaben und strafbare Handlungen mit Vorsatz."
Der BdV bietet beispielsweise auch Rechtsschutzgruppenversicherungen mit einem Selbstbehalt von 1000 DM an. So beispielsweise für die Jahresbeiträge von 81 DM bei
Familienrechtsschutz bzw. für 49 DM bei Verkehrsrechtsschutz. Aber trotzdem gilt auch hier: Wenn sich herausstellt, daß der Versicherte nur aus "Lust und Freude" einfach so bald jeden wegen 08/15
Streitigkeiten verklagt, fliegt er schnell auch aus dieser Versicherung bzw. wird erst gar nicht angenommen.
10.3. "Kapital-Lebensversicherung ist legaler Betrug!" (61)
"Die Versicherungswirtschaft hat es geschafft: Eine Kapital-Lebensversicherung gilt als die Form der privaten Altersvorsorge. Sie haben die >Drei-Säulen-Theorie< der
Altersversorgung erfunden. Danach basiert eine Altersversorgung neben Sozialversicherung und betrieblicher Rente auf der Kapital-Lebensversicherung als der dritten Säule."(62)
Dabei werden die Beiträge der Kunden zur Kapital-Lebensversicherung in drei Töpfe aufgeteilt: -Der Risikotopf ist "so kalkuliert, daß daraus die Versicherungssumme an die
Hinterbliebenen gezahlt werden kann, falls der Kunde vorzeitig verstirbt." -Der Verwaltungskostentopf ist für "die Provisionen der Vermittler, die Gehälter der Beschäftigten, für mehr oder minder
aufwendige Firmengebäude". -"Der dritte Topf ist ... für die Sparanteile an den Beiträgen."(63)
-Fakt 1 Knallhart: "Es gibt in der Regel keinen vernünftigen Grund, eine deutsche Kapital-Lebensversicherung abzuschließen: Wer sparen will, kann anderweitig höhere Gewinne erzielen. Wer
sich versichern will, kann dies mit einem kleinen Bruchteil des Beitrags viel besser und flexibler mit einer Risiko-Lebensversicherung tun. Wer Steuervorteile erzielen will, dem stehen andere, bessere Möglichkeiten
offen. Wer die Steuer- und Sozialversicherungsbegünstigung der Direktversicherung nutzen will, steht sich mit einer gemanagten Investmenttondspicking-Police erheblich besser. Wer sein Haus finanzieren will, findet
woanders bessere Wege. ... Da bleibt nur noch die Frage: Warum haben so viele Deutsche eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen? Ganz einfach: Weil es dabei für die Verkäufer hohe Provisionen und für die
Versicherungsgesellschaften viel Gewinn zu erzielen gibt, weil deren Werbe-, Verkaufs- und Pressekonzepte mit staatlicher Duldung so raffiniert sind, daß die Masse der Verbraucher das noch nicht durchschaut
hat." (64) Aber trotzdem kommt auch Capital 3/95 zum Schluß: "Für Otto Normalverbraucher lohnt sich eine Kapital-Lebensversicherung ... nicht." Die Zeitschrift Mein Geld(2/93) entnahm Teile aus dem
>gerlach-report< und schrieb, wie einfach das ganze für den Vermittler ist: "Zitat: > Egal, was man oben rein wirft, rostige Nägel, tote Vögel oder was auch immer, unten kommt immer eine KLV
heraus.<"
-Fakt 2 Im >Ratgeber Lebensversicherung< heißt es: "In einer Geheimstudie der USA-Lebensversicherer wurde schon vor vielen Jahren festgestellt, daß ... das Überleben
der Kapital-Lebensversicherung von der Unwissenheit der Bürger über die schlechte Rendite und die Inflationsverluste abhinge. Auch der Generaldirektor der Allianz ahnt Schlimmes und sprach von einem >Weg vom
Paradies in die Hölle<, was umgekehrt für die Verbraucher den >Weg von der Hölle des legalen Betrugs in das Paradies einer vernünftigen Familienversorgung für wenig Geld< bedeuten könnte.... Und so wird
alles, was mit Lebensversicherungen zusammenhängt zu einem reinen Informationskampf, wobei leider auch wieder das Geld (der Versicherten) ... eine große Rolle spielt. Man denke an bestellte Gutachten und die
mehreren Hundertmillionen DM der Versicherungsbranche für Werbung und Anzeigen in Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen, nicht zu vergessen die Milliarden für die Vermittlertruppen."
-Fakt 3 Der "Ratgeber Lebensversicherung" fügt eine weitere Reihe von Fakten dazu: "Keiner erhält seinen Versicherungsschutz geschenkt" und jeder sollte sich
"zunächst einmal von der Vorstellung befreien, bei einer Kapital-Lebensversicherung würde erden Versicherungsschutz umsonst bekommen (weil er seine Beträge am Ende zurückerhält)", denn schließlich
"müssen alle Gesellschaften nach den Vorschriften des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen für einen gleichartigen Versicherungsschutz -egal durch welche Versicherung- den gleichen Risikobetrag in die
Prämie einkalkulieren.... Wer eine Risiko-Lebensversicherung oder eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, erhält seinen Versicherungsschutz erheblich kostengünstiger als über eine
Kapital-Lebensversicherung. ... Es entstehen fast immer hohe Verluste bei vorzeitiger Aufhebung einer Kapital-Lebensversicherung ..."
-Fakt 4 Auch die Bild am Sonntag schreibt am 29.9.1991: "Eine KLV kann auf Dauer niemals einen vernünftigen Versicherungsschutz für eine junge Familie bieten (nötig sind für
mindestens 200.000 DM Versicherungssumme), weil der einen Monatsbeitrag von um die 500 Mark erfordern würde. Eine Risiko Lebensversicherung dagegen ... würde den gleichen Versicherungsschutz bieten, aber nur etwa
ein Zehntel des Betrags kosten. ... Über die Spargelder kann der Lebensversicherte jahrzehntelang nicht mehr frei verfügen, kann sie also nicht für andere Vorhaben einsetzen.... Auch die Finanzierung
Selbstgenutzten Wohneigentums über den Abschluß einer Kapital-Lebensversicherung (Versicherungshypothek) ist nicht sinnvoll, hierbei wird dem Kunden ein langfristiges Darlehen gewährt, das erst bei Auszahlung
(Fälligkeit) der KLV mit einem Schlag getilgt wird. Nachteil: Die Zinsen für das Darlehen sind fast doppelt so hoch, wenn man den derzeitigen Hypothekenzins ... mit den Renditewerten bei Auszahlungen zu
Lebensversicherungen vergleicht ... Bei einer vorzeitigen Kündigung (Rückkauf) erhält der Versicherte von seinem eingezahlten Geld im ersten Jahr gar nichts und später oft nur einen Bruchteil zurück. Die Renditen
sind mäßig, nicht garantiert und unterliegen der Geldentwertung -das heißt aus dem Ersparten, wird nicht mehr, sondern eher weniger. Die zur Zeit noch geltenden Steuervorteile kommen in der Regel nicht zum Tragen,
weil die Sonderausgabenpauschale in der Steuererklärung meist schon durch andere Posten (z.B. Sozialversicherungsbeiträge) ausgeschöpft ist." Knapp vier Jahre später schrieb die Bild am Sonntag am 20.8.95
">Die Versicherungen warnen ihre Kunden nicht davor, daß sie viel Geld verlieren, wenn sie vorzeitig kündigen. Die Gesellschaften legen die Rückkaufswerte willkürlich fest - und spekulieren damit auf
Gewinne.< Tatsächlich hat man erst nach etwa fünfzehn Jahren eine Chance, wenigstens die eingezahlten Beiträge zurückzubekommen. Weil im Schnitt nur jede zweite Lebensversicherung tatsächlich bis zum Ende
durchgehalten wird, kassieren Versicherungen jährlich etwa 10 Milliarden Mark ab."
-Fakt 5 Das Buch >Versicherungsratgeber für Geschäft und Beruf< schrieb zur Kapital-Lebensversicherung (KLV): "Der Bund der Versicherten hat im Jahr 1986 ermittelt,
daß im Zeitraum von 1955 bis 1985 die Kaufkraftrendite der Kapital-Lebensversicherung unter Berücksichtigung der Inflation praktisch null war, bei schlechten Gesellschaften sogar negativ." Und: "Nach
heftiger Kritik ... versprechen die Lebensversicherungsunternehmen höhere Renditen für die Zukunft. Da sie aber nicht garantiert sind und der Versicherte nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nicht einmal
einen gerichtlich gesicherten Anspruch auf eine Überschußbeteiligung hat, ist völlig ungewiß, ob die Zukunftsrenditen auch Wirklichkeit werden."
-Fakt 6 Sehr ernst meint das Buch >Ratgeber Lebensversicherung: "Alle Lebensversicherten sollten dagegen einmal rechnen statt vertrauen: Verdopplung einer Geldsumme in
dreißig Jahren bei regelmäßigen jährlichen Einzahlungen bedeutet einen Zinssatz von 4,5 Prozent. Die Inflation der letzten 15 Jahre war im Durchschnitt fast fünf Prozent." Ob da eine Verdopplung bei einem
jährlichen Verlust von -0,5 Prozent überhaupt realistisch ist, muß mit einem sehr großen Fragezeichen geschrieben werden!
-Fakt 7 Zum Thema Kapital-Lebensversicherungen meint >Der Geldanlageberater<: "Unüberlegte Abschlüsse von Kapital-Lebensversicherungen kommen viele Versicherte teuer
zu stehen. ... Nicht Aufklärung der Versicherungskunden steht an erster Stelle, sondern Intransparentz und Vernebelung. Kein Wunder, wenn Versicherungsvertreter und angebliche Vermögensberater ins Stottern geraten
bei der Gretchenfrage des Geldanlegers: Wie hoch ist denn die Rendite? Der Verdacht liegt nahe, daß der Vertriebsgrundsatz >Umsatz ist zwar nicht alles, aber ohne Umsatz ist alles nichts< bei Vertretern und
Vermittlern eindeutig dominiert. Wenn Sie die Lebensversicherung aber in erster Linie als Geldanlage ansehen, kommt es entscheidend auf die Rendite an.... Da der Versicherungsnehmer keinen Anspruch auf eine
angemessene Verzinsung bei der Kapitallebensversicherung hat, kann selbst bei Ablauf der Versicherung die erwirtschaftete Rendite praktisch bei Null liegen." Künftige Überschußbeteiligungen sind "ebenso
unverbindlich wie die auf ihnen aufbauenden Rendite-Prognosen."
-Fakt 8 Aber auch Finanztest (2/94) schließt sich der Kritik an: "Wenn es um die Rendite ihrer Kapital-Lebensversicherung geht, halten Gesellschaften oft nicht, was sie
versprechen. Sie werben Kunden mit viel versprechenden Prognosen. Daß die Vorhersagen häufig mit der Realität wenig zu tun haben, bemerkt der Versicherte erst zu spät.... Was die Jahr für Jahr eingezahlten Prämien
dem Versicherten später tatsächlich einbringen, kann daher nur geschätzt werden. Bekannt ist nur die bei Vertragsbeginn vereinbarte Versicherungssumme. Über die Ablaufleistung, die sich aus der garantierten Summe
plus Überschußbeteiligung ergibt, kann man nur spekulieren. Auch bei der Auszahlung der Summe klärt sich wenig: Kein Versicherer weist Risiko- und Sparanteil, Gewinnbeteiligung, Abschluß und Verwaltungskosten im
einzelnen aus. Im Vergleich zu anderen Geldanlagen ist die Ertragsentwicklung der Kapital-Lebensversicherung aus diesem Grund sehr undurchsichtig." Und: "Die steuerfreien Erträge bei langfristigen
Lebensversicherungen, bislang ein Hauptargument für diese Anlageform, haben ... an Attraktivität verloren." Schließlich wurden die Sparerfreibeträge ja extrem erhöht (6.100 DM für Ledige und das Doppelte für
Verheiratete).
-Fakt 9 Auch das >Kursbuch Altersvorsorge< meint zu diesem Thema: "Der Versicherte finanziert mit den ersten Beiträgen zunächst die Kosten des Vertreters und der
Versicherung. ... Das bedeutet, daß Fehler teuer werden: Wer seine Versicherung in den ersten Jahren kündigt, erhält nicht einmal seine eingezahlten Beiträge zurück, sondern allenfalls zwei Drittel.... Ob die
Lebensversicherung wirklich die viel beschworene >dritte Säule der Altersversorgung< ist, ist fraglich."
-Fakt 10 "Doch welche Verzinsung letztendlich tatsächlich erzielt und dem Kunden gutgeschrieben wird, steht auf einem anderem Blatt. Im Prinzip bleibt dem Kunden nichts
anderes übrig, als bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften Angebote einzuholen, zu vergleichen und dann auf die gegebenen Zusagen zu vertrauen," schreibt das Buch >Rente und Altersvorsorgung. Oder
anders ausgedrückt steht es im Buch >Versichern aber wie<: "Die Kapital-Lebensversicherung mit einer hohen Familienversorgung ist für private Verbraucher fast unbezahlbar."
-Fakt 11 Aber die Lebensversicherungen sind "für die Gesellschaften und ihre Vertreter ein glänzendes Geschäft: Wem es gelingt, dem Kunden eine Lebensversicherung über
100.000 Mark aufzuschwatzen, der kann sich über eine Abschlußprämie von 3000 bis 5000 Mark freuen. Je schlechter der Vertrag für den Kunden, desto höher die Prämie. Da versteht man dann auch, warum man von den
Vertretern und >Beratern< immer wieder dazu gedrängt wird." Dieses fügt der >Bankenratgeber< bei.
-Fakt 12 Auch >Der praktische Versicherungsratgeber< schließt sich dieser Meinung an. "Die einträglichste Versicherungssparte ..., nämlich die
Kapital-Lebensversicherung, ist meist für die Versicherten die verlustträchtigste.... Bei der Kapital-Lebensversicherung sind die Kundengelder (ca. 42 Milliarden Mark jährlich) den Unternehmen auf Gedeih und Verderb
ausgeliefert. ... Die in der Werbung oft verlockend hohen Ertragskalkulationen sind aber keinesfalls garantiert; die Aufsichtsbehörde schreibt den Versicherungen lediglich eine Garantie-Verzinsung von mageren 3,5
Prozent vor. Davon schweigt die Höflichkeit der Versicherungsvertreter freilich zumeist. ... Gerade bei der Kapital-Lebensversicherung wirkt die Desinformation durch die Gesellschaften für die Versicherten oft
verhängnisvoll aus.... Unzählige Kunden mußten bereits empfindliche Verluste hinnehmen, sei es durch die vorzeitige Aufhebung eines Vertrages oder, schlimmer noch, durch Mißmanagement der Versicherungen."
-Fakt 13 Ein Beispiel für ein Ergebnis der Auszahlung aus einer Kapital-Lebensversicherung steht im praktischen Versicherungsratgeber: "Als >Erlebensfallleistung<
bekam" der Kunde "vom Deutschen Ring ... exakt 117.183,10 DM ausbezahlt, das waren ganze 1600 Mark mehr, als der enttäuschte Kunde im Verlauf von 13 Jahren eingezahlt hatte. ... Gegenwärtig ist es dem
Versicherungskunden noch unmöglich zu erkennen, wie sich seine Prämie zusammensetzt.... Keine Versicherung kann bei Vertragsabschluß eine attraktive Rendite für dessen Kapital garantieren.... Was viele Kunden
ebenfalls nicht wissen: Die Versicherungen dürfen sich ungeniert aus dem großen Topf der Zins- und Risikoüberschüsse für sämtliche anfallenden Verwaltungskosten selbst bedienen, und natürlich werden daraus auch die
nicht unerheblichen Kosten für Vertreterprovisionen bezahlt ... Erst der Betrag, der nach Abzug aller Kosten und für die Kunden nicht nachvollziehbarer Rückstellungen übrig bleibt, gilt schließlich als
>Überschuß<," wovon "mindestens 90 Prozent an die Versicherten ausgeschüttet werden müssen. Daß es cleveren Managern dabei jederzeit möglich ist, die finanziellen Folgen eventueller Fehler
auszugleichen, liegt auf der Hand. Der verbraucherfeindliche Modus, vom Bundesaufsichtsamt gutgeheißen und geduldet, macht's möglich."
-Fakt 14 "Von einer Beitragsmark wandern drei bis sieben Pfennige in die Taschen der Vermittler oder des Unternehmens, etwa vier bis sieben Pfennige werden für die
Todesfalldeckung aufgewendet und rund zwei bis sechs Pfennige gehen für die Verwaltung drauf. Der Rest wird angelegt." Und: "Die hohen Provisionen werden aus den Beiträgen der Kunden gezahlt. Das bedeutet,
daß zu Vertragsbeginn das Konto des Kunden im Minus steht," stellt die Zeitschrift Mein Geld (5/93) fest und DM (1/95) schreibt: "Versicherungen behandeln Kunden, die vorzeitig aus Verträgen wollen, mit
ausgesuchter Schlechtigkeit."
-Fakt 15 Zwei Varianten der Kapital-Lebensversicherung sind die Ausbildungsversicherung und die Aussteuer(Hochzeits-)versicherung. Die Idee der Ausbildungsversicherung: "Sie
hat nur die Besonderheit, daß die Todesfallsumme bei Tod der versicherten Person (meistens des >Ernährers< der Kinder) erst zum Ablaufzeitpunkt der Versicherung fällig wird, zum Beispiel zum 20. Geburtstag der
Kinder." Die andere Variante ist die Aussteuer- oder Hochzeitsversicherung. "Die Idee ist, bis zum Tag der Hochzeit der Kinder für diese die >Mitgift< anzusparen. Auf diese Weise sollen die Kinder
von den Eltern den Start ins eigene Leben finanziell erleichtert bekommen. ... Diese werden mit dem Ziel abgeschlossen, daß zum Hochzeitstag des begünstigten Kindes, spätestens zu seinem 25. Geburtstag, die
Versicherungssumme zuzüglich der bis dahin angesammelten Gewinnanteile der Versicherung ausgezahlt werden. Dies wäre auch so, wenn vorher die versicherte Person ... verstorben wäre."(65)
-Fakt 16 Der Bund der Versicherten meint in seiner Broschüre: >Wie man sich richtig versichert und dabei viel Geld spart<: "Kapital-Lebensversicherungen (auch
Aussteuer-, Ausbildungs- und Sterbegeld-Versicherungen) mit ihrem völlig undurchsichtigen Sparvorgang darf man hierzulande laut Gerichtsurteil als >legalen Betrug< bezeichnen. Sie sind im Grunde ein
Sparvorgang -mit mäßiger Rendite, wenn man diese langfristig betrachtet und die Geldentwertung berücksichtigt. Den Todesfallschutz, der hier teuer bezahlt wird, kann man -sofern man ihn benötigt- meistens für ein
Zehntel des Beitrags über eine Risiko-Lebensversicherung erhalten." Und: "Altersversorgung ist überhaupt kein Versicherungs-, sondern ein Geldanlageproblem. Und da gibt es viele bessere Möglichkeiten als
das undurchsichtige, unflexible, langfristige unrentable und Inflationsgefährdete Sparen in einer Kapital-Lebensversicherung. ... Milliarden von Versichertengeld verschwinden durch vielfältige Manipulation. Eine
Lüge ist, daß die Erträge und Überschüsse aus Versichertengeld zu mindestens 90 Prozent an die Lebensversicherten gehen. Tatsächlich erhalten die Versicherten nur 90 Prozent von dem, was die Gesellschaften von den
Erträgen und Überschüssen übrig lassen, nachdem sie ihre Verluste damit ausgeglichen und sich Gewinne daraus genehmigt haben. ... Und die allergrößte Lüge ist, die Kapital-Lebensversicherung sei neben der
Rentenversicherung und betrieblichen Altersversorgung, die >dritte Säule< im bundesdeutschen Absicherungssystem. -Dieser Lüge sind fast alle Bundesdeutschen zum Opfer gefallen. Dabei ist die dritte Säule
unseres Altersversorgungs-Systems die >private Vorsorge. Und die kann man ... über andere Geldanlagen auch weitgehend steuerfrei, wesentlich flexibler und ertragreicher betreiben. Der >legale Betrug< durch
Kapital-Lebensversicherungen konnte nur deshalb erfolgreich betrieben werden, weil die soziale Marktwirtschaft eine Haken hat: Wer dumm oder unwissend ist, darf betrogen werden. Das gilt vor allem in Sachen
Geld."
-Fakt 17 Die Zeitschrift test & rat 3/94 schrieb: Die "Prognosen der Versicherer über die Rendite erweisen sich jedoch oft als falsche Versprechungen. ... Sehen Sie beim
Abschluß des Vertrages besser nicht zu sehr auf die Ablaufleistung ... Die Ablaufleistung ist nämlich in Gegensatz zur Versicherungssumme keinesfalls garantiert. ... Bislang braucht nämlich kein Versicherer im
einzelnen auszuweisen, wie viel er für Risiko- und Sparanteil, Überschußbeteiligung, Abschluß- und Verwaltungskosten ausgibt. Würde er das tun, wäre es leicht, den Anbieter mit den geringsten Kosten und der
Geschicktesten Hand bei den Kapitalanlagen als den geeigneten Partner ausfindig zu machen. Untersuchungen der Stiftung Warentest aus acht Jahren brachten ein ernüchterndes Ergebnis ans Tageslicht: Die tatsächlichen
erreichten Renditen der Vergangenheit hinken bei allen Versicherern den für die Zukunft prognostizierten Werten hinterher."
-Fakt 18 Ein Beispiel für eine KLV (nach Spitze 3/93):
-Jahr 1963: X hatte ein Bruttoeinkommen von 650 DM. (= damaliges Durchschnittseinkommen aller Arbeitnehmer im Monat) -X schloß einer Kapital-Lebensversicherung ab. (über 10.000 DM auf das Endalter 65)
(Diese Summe war sogar noch 10% über dem Durchschnitt)
-Jahr 1978: Das Einkommen von X stieg bis dahin auf Brutto 2190 Mark. -X schloß eine weitere Kapital-Lebensversicherung ab. (über 25.000 DM auf das Endalter 65)
-Jahr 1993: Auszahlung aus der ersten Lebensversicherung DM 26.000 und eine Auszahlung aus der zweiten Lebensversicherung DM 34.000
Dieses sind zusammen: 60.000 Mark, wovon ca. 35.000 Mark an Beiträgen eingezahlt wurden. "In der Zwischenzeit hatte sich das monatliche Brutto-Monatseinkommen von 650 Mark vor
30 Jahren auf 4.000 Mark im letzten Arbeitsmonat erhöht. Das war mehr als eine Versechsfachung. Alleine der Kaufkraftschwund hatte die 25.000 Mark >Papier-Gewinne wieder zunichte gemacht."
-Fakt 19 Die Zeitschrift Spitze nennt in ihrer Ausgabe 3/93 15 Gründe, warum Verbraucher "mit einer Kapital-Lebensversicherung auf der Verliererseite stehen müssen:
1. Bei der Kapital-Lebensversicherung spart der Versicherungsnehmer im ersten Jahr voll für die Abschlußprovision, im zweiten und dritten, oft auch noch im vierten bis sechsten,
Jahr zur Hälfte ebenfalls nur für die Abschlußkosten. 2. Jährlich 5% gehen als Zuschlag für die monatliche Zahlungsweise drauf.
3. 3% des Jahresbeitrags werden zusätzlich für so genannte Bestandspflege abgezwackt. 4. Für Verträge unter 80.000 Mark werden Summenzuschläge bis über weitere 5% des Beitrags kassiert, oder es werden
Stückkostenzuschläge berechnet. 5. Für die ... Unfalltod-Zusatzversicherung wird ein Beitragszuschlag erhoben, der zwei bis dreimal so hoch ist wie bei einer separaten gleich hohen, aber günstigeren
Unfalltodversicherung. 6. Hinzu kommen in beachtlicher Höhe -jährlich mit Einkommens- und Mietsteigerungen wachsend- die von Beiträgen bezahlten Vorstandsgehälter (meistens sind das insgesamt Millionenbeträge),
Direktions-, Subdirektions- und sonstigen Personalkosten, ebenso die Pensionen für ausgeschiedene Führungskräfte, ebenso Abwicklungs- und Organisationskosten einschließlich Dienstwagen, Wettbewerbsreisen, ... nicht
zu vergessen die Kosten für die hypermodernen Glaspaläste der Versicherungsgesellschaften, sowie die Kosten für Werbekampagnen ... 7. Die eigentliche Lebensversicherung betrifft die Absicherung des Lebens der
versicherten Person. Dafür wird von den Beiträgen Geld in ebenfalls unbekannter Höhe abgebucht. Es ist wie im Selbstbedienungsladen, ohne dass die Versicherer Rechenschaft schuldig sind.... 8. Die
Versicherungsgesellschaften investieren das Spargeld, das nach den vorgenannten Selbstbedienungs-Kostenabzügen, noch übrig bleibt, in: -Staatswertpapiere ... -Pfandbriefe, die ... meistens von Hypothekenbanken
aus dem Konzern der Versicherungsgesellschaft ausgegeben werden ... -Hypothekendarlehen an Versicherungskunden ... weil man damit neue Versicherungspolicen verkaufen kann, die der Versicherungsgesellschaft neue
Profite bringen. -Immobilien, insbesondere Verwaltungsgebäude für die Versicherungsgesellschaft selbst ... -Aktien 9. Die erworbenen Immobilien werden zwar im Laufe der Zeit immer wertvoller; aber nur für
die Versicherungsgesellschaft selbst, nicht für die Versicherungssparer; denn gemäß dem mit dem Gesetzgeber... werden die Immobilien in den Büchern der Gesellschaft in Höhe der jährlichen Abschreibungsbeträge
laufend entwertet (so genanntes Buchwertprinzip)." Im Punkt "Das große Bündnis..." beschrieben. "10. Wenn Aktien und festverzinsliche Wertpapiere im Kurs steigen, aber noch nicht verkauft
werden, haben die Versicherungssparer nichts davon. Fallen sie aber zum Jahresende, wird das sofort den Versicherungssparern belastet. ... (so genanntes Niederstwertprinzip)" Im Punkt "Das große Bündnis
..." beschrieben. "11. Alle Kosten der Vermögensverwaltung gehen alleine zulasten der Versicherungsnehmer. Alle Gewinne werden, obwohl sich die Versicherungsgesellschaft schon vorher reichlich bedient
hat, bis zu zehn Prozent mit der Versicherungsgesellschaft geteilt. 12. Bei vorzeitiger Kündigung wird in der Regel ein Stornoabzug von 5 Prozent des ohnehin spärlichen Guthabensvorgenommen. 13. Die
steuerliche Absetzbarkeit von Lebensversicherungsbeiträgen ist bei nicht beamteten Arbeitnehmern ein reines Scheinargument, denn die steuerlichen Höchstgrenzen sind in der Regel schon durch die Sozialversicherung,
Kfz- Haftpflichtversicherung sowie die anderen bereits bestehenden Versicherungen ausgeschöpft, oder sie werden mit wachsenden Einkommen in den nächsten Jahren ausgeschöpft. 14. Alle Gewinnberechtigungen sind nur
schön frisierte Hochrechnungen bzw. Versprechungen, die fast immer im Widerspruch zu den tatsächlichen, viel schlechteren Ergebnissen der Vergangenheit stehen. 15. Die Kapital-Lebensversicherung ist eine
Geldwertanlage, die voll dem Kaufkraftschwund aufgrund der Geldinflation (d.h. der DM-Entwertung, ab 1997/99 der Entwertung der neuen Europawährung) und aufgrund der Anspruchsinflation (d.h. dem wachsenden
Lebensstandart-Index) unterliegt."
-Fakt 20 Ein anderer falscher Weg: "Bankdarlehen mit Tilgung per Kapital-Lebensversicherung" Denn: Die finanzierende Bank hat ... kein Sicherheitsproblem, wenn das
Darlehen in unveränderter Höhe stehen bleibt; denn der Wert des Haus- und Grundeigentums wächst mit der Immobilien-Inflation Schritt für Schritt an und sichert die Bank dadurch immer mehr ab. Das ist für die Bank
ein risikoloses Geschäft. Die Bank hat nur Gewinnchancen. Der Darlehensnehmer trägt alle Risiken."(66)
-Fakt 21 Fazit: ">Eine Kapital-Lebensversicherung braucht eigentlich niemand; denn diese so genannte Lebensversicherung ist überhaupt keine Versicherung. 90 Prozent
dieser Versicherung sind ein Sparvorgang - mit einer schlechten Rendite von fünf Prozent jährlich. Mit Augenwischereien, wie >verdoppeln Sie Ihr Kapital in 30 Jahren<, überreden die Versicherer den Bürger zum
Abschluß eines langjährigen Sparvorgangs (genannt Kapital-Lebensversicherung) als Altersversorgung< ... Auch Ängste, wonach eine weitere rapide Erhöhung der Staatsverschuldung einmal in einer Währungsreform enden
könnte, läßt die mit Festverzinslichen >gedeckte< Kapital-Lebensversicherung als weitere >Säule der Altersversorgung< bedenklich erscheinen." Und: "Natürlich würde mit diesem Wissen kein
vernünftiger Mensch eine Kapital-Lebensversicherung abschließen. Aber der Gesetzgeber übernahm das Marketing für die Kapital-Lebensversicherung.... Der Bundesfinanzminister ist der größte Schuldner der Branche.
Gleichzeitig untersteht ihm das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen. Und ihm obliegt weitgehend die Gesetzgebung für den Versicherungsbereich!"(67)
-Fakt 22 Hier möchte ich am besten auf die Kopien des Anhangs verweisen. Anhang 10.1.1. Nr. 2 zeigt den Geldkreislauf bei Kapital Lebensversicherungen.
Anhang 10.1.1. Nr. 3 zeigt eine Übersicht aller Kapital-Lebensversicherungen auf dem Prüfstand der G Vl. Anhang 10.1.1. Nr. 4 zeigt die "Stornokönige" der Kapital-Lebensversicherungen.
-Fakt 23 Der Bund der Versicherten warnt in seiner Broschüre "Wie man sich richtig versichert und dabei viel Geld spart (5.Aufl.) wörtlich: "Machen Sie hier nicht den
Fehler zu glauben, durchhalten und weiterzahlen könnte verlorenes Geld retten oder Verluste verringern." Mit anderen Worten könnte dieses also heißen: >Handeln Sie jetzt sofort und auf der Stelle -ohne wenn
und aber!<
10.4. "Warnung vor privaten Rentenversicherungen"(68)
Die privaten Rentenversicherungen "haben in der Vergangenheit oft noch schlechtere Renditen gebracht als Kapital-Lebensversicherungen. Nachdem die jahrelange Kritik des Bundes
der Versicherten (>legaler Betrug<) an dem intransparenten und unrentablen Sparvorgang der Kapital-Lebensversicherungen inzwischen allgemein anerkannt sei, werden jetzt... private Rentenversicherungen zur
Altersvorsorge angeboten ... Der Sparvorgang ist ... genauso ungeregelt und unrentabel wie das Sparen über Kapital-Lebensversicherungen, so daß auch hier der BdV-Vorwurf >legaler Betrug< gelte. Die Tatsache,
daß der Todesfall nicht mitversichert sei, lasse zwar eine bessere Rendite vermuten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall so der BdV: Was sich bei der Kapital-Lebensversicherung positiv auswirke, mindere hier die
Rendite. Die ständig steigende Lebenserwartung führe zu nicht einkalkulierten Tendenzzahlungen für immer älter werdende Menschen."(69)
-Fakt 1 Die Zeitschrift SPITZE faßte in der Ausgabe 2/94 die Nachteile der privaten Rentenversicherung wie folgt zusammen: Die private Rentenversicherung ist das gleiche wie eine
Kapital-Lebensversicherung. Es gibt keinen Todesfallschutz oder nur einen Mini-Todesfallschutz. Im Todesfall des Versicherungsnehmers werden das eingezahlte Kapital und die Gewinnanteile an die Erben ausgezahlt.
"Die Rentenversicherungssparer dürfen ... - ganz legal mit staatlicher Rückendeckung- von den Versicherungsgesellschaften und -vertretern wissentlich über diese Sachverhalte irregeführt und getäuscht werden....
Würde sich ein anderer Anbieter von Vermögensanlagen so etwas erlauben, würde er sich des Verstoßes gegen §4 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (>strafbare Werbung<) und des Verstoßes gegen §264A des
Strafgesetzbuches (>Kapitalanlagebetrug<) strafbar machen und müßte mit hohen Geld- sowie Gefängnisstrafen rechnen." Der >Bankenratgeber< nennt einen weiteren Nachteil: "Wer zwischendurch
aussetzen will oder muß, mal mehr oder weniger einzahlen möchte, riskiert nicht zu kalkulierende Verluste." Aber auch vor Inflation bietet diese Papiergeldanlage keinen Schutz.
-Fakt 2 "Bei einer privaten Rentenversicherung handelt es sich -wie bei den meisten Kapital-Lebensversicherungen auch- etwa im ersten Drittel der Laufzeit um ein reines
Verlustsparprogramm. ... Erstaunlich ist dabei, daß die Entwicklung des Rückkaufswertes, also des Versicherungsguthabens, bei der privaten Rentenversicherung trotz der fehlenden richtigen Todesfallabsicherung nur
geringfügig höher als bei der Kapital-Lebensversicherung ist."(70)
-Fakt 3 Ein Beispiel: Ein 30-jähriger Mann schließt eine 30 Jahre dauernde private Rentenversicherung mit einem Monatsbeitrag von 100 DM ab. (fortgesetzt im (Anhang 10.1.1. Nr.
6)).
-Fakt 4 Die Vermittler haben jedoch einen ganz anderen Vorteil. Sie können die "private Rentenversicherung ... als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung
erklären." Denn: "Das hört sich sowohl im Verkaufsgespräch als auch bei der Mitarbeitermotivation überzeugend an." Und: "Wenn die Kunden einen Todesfallschutz benötigen, wird die private
Rentenversicherung am besten mit einer Risiko-Lebensversicherung verbunden. Selbst eine teure Risiko-Lebensversicherung hört sich für die Laien noch günstig an, bringt aber eine vernünftige Provision -je teurer,
desto provisionsträchtiger das Geschäft. Dabei kann man sogar einen individuellen Todesfallschutz vereinbaren und ist nicht starr an die Vorgaben der Kapital-Lebensversicherung gebunden."(71)
-Fakt 5 Aber auch hier gilt: "Je größer der Name einer Versicherungsgesellschaft, desto größer ist das Vertrauen der Masse der Verbraucher, daß die unterbreiteten Angebote
gut sind. Wer bei einem der bekanntesten und umsatzstärksten Versicherungskonzerne z.B. eine private Rentenversicherung abschließt, meint, daß dieser große Name auch für ein großes Geschäft steht. Doch oft ist das
Gegenteil der Fall."(72)
-Fakt 6 Hier verweise ich auf den Geldkreislauf (Anhang 10.1. 1. Nr. 5) bei privaten Rentenversicherungen. (Zum Vergleich siehe Anhang 10.1.1. Nr. 2)!Aber trotzdem heißt es
beispielsweise in der Kundeninformation 2/1995 (Weihnachtsausgabe) eines großen Konzerns: "Gerne berate ich Sie zum Thema private Rentenversicherung - die neben der gesetzlichen und der betrieblichen Rente ein
ganz wichtige Säule der Altersvorsorge ist."(59) Wie auch immer. "Eine Kapital-Lebensversicherung gilt als die Form der privaten Altersvorsorge." Die Versicherungswirtschaft hat "die
>Drei-Säulen-Theorie< der Altersversorgung erfunden. Danach basiert eine Altersversorgung neben Sozialversicherung und betrieblicher Rente auf der Kapital-Lebensversicherung als der dritten Säule." (62)
Die private Rentenversicherung ist also nach dieser Aussage die vierte Säule. Nach diesen Fakten könnte man sich nun fragen: Sind dieses wirklich eine gute Alternativen für die persönliche PRIVATE Vorsorge?
10.5."Bausparen ist Volksverdummung und legalisierter Anlegerberbetrug"(73)
">Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause,<" heißt es in einer Werbereklame, die das >Handbuch Bausparen< übernahm und anschließend empfiehlt es: "Wenn Sie
einen Bausparvertrag abschließen wollen, lassen Sie sich dazu von ihrer Freundin oder wem auch immer werben! Es springt dann häufig nicht nur ein hübsches Werbegeschenk heraus, sondern auch noch eine
Werbeprämie." Unklar ist jedoch, weshalb nach einer solchen Werbung geschrieben wird: "Ihr Bausparvertrag hat einen schwachen Start. Dafür sorgt die Abschlußgebühr.... die Abschlußgebühr ... erscheint ...
in dem ... Beispiel eines Kontoablaufs nicht." Und: "Gelegentlich werden von einigen Kassen Renditen genannt, die insofern an der Realität vorbeigehen, als dabei keine Gebühren berücksichtigt sind. Wie
jedes Kreditinstitut berechnen aber auch die Bausparkassen für unterschiedliche Dienstleistungen Gebühren. So wird jedes Bausparkonto zu Beginn eines jeden Jahres mit einer Kontoführungsgebühr (kurz Kontogebühr)
belastet. Hinzu kommt gegebenenfalls eine Gebühr für die Gutschrift der Wohnungsbauprämie.... Diese Gebühren sind fest und richten sich nicht nach der Höhe des Guthabens oder der Prämie. Sie fallen daher um so
stärker ins Gewicht, je niedriger die Bausparsumme ist. In jedem Falle schmälern sie den Gewinn ... Auch die unverzinsliche Abschlußgebühr kann nicht gänzlich unberücksichtigt bleiben, selbst dann, wenn sie
zurückgezahlt wird." (74)
-Fakt 1 "Können sich Millionen Bausparer irren?" fragte der Finanzpunkt (1/94). Anschließend beantwortete er sie mit einem glasklaren und eindeutigen "Ja".
Trotzdem steht eines fest:" 18 Millionen Bundesbürger" besaßen "1993 einen oder mehrere Bausparverträge. Der Durchschnittsbausparer hat also eine gesamte Bausparsumme von knapp 60.000 Mark. Jeder
zweite Bausparer hat sogar mindestens zwei Bausparverträge."(75)
-Fakt 2 Richtig stellte die GVI-Broschüre fest: "Um Bausparen richtig zu verstehen, muß man sich erst einmal klar machen, daß eine Bausparkasse ein Kreditinstitut ist, d.h.
eine Spezialbank für Eigenheimfinanzierungen. Die Finanzierungszusage wird dabei u.a. davon abhängig gemacht, daß vorher ein bestimmtes Eigenkapital mit Zins und Zinseszins angespart und dann noch bis zur
Darlehenszuteilung eine gewisse Zeit zu warten ist. Wie und ob sich das rechnet, hängt vom Mix der Anspar- und Darlehenszinsen sowie von einer Anzahl offener und versteckter Gebühren ab. ... Je niedriger der
Ansparzins, desto höher der Ansparverlust, der sich wie eine Vorauszahlung auf spätere Darlehenszinsen auswirkt. Der Ansparverlust ist also der Preis für die optisch niedrig aussehenden Darlehenszinsen."
-Fakt 3 "Hans-Wolff Graf, Präsident des Deutschen Bundesverbands für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik e.V. und Vorstand der ersten Finanz- und Vermögensberater AG, über
Bausparen: >Als Finanzierungsinstrument sind Bausparverträge völlig ungeeignet. Daß überhaupt noch so viele Bausparverträge abgeschlossen werden, von denen weniger als ein Viertel tatsächlich zur Finanzierung
verwendet werden, hat folgende Gründe: 1. die staatliche Bausparförderung, 2. die aggressive Werbung der Bausparkassen mit immer neuen Varianten (und alten Sprüchen),
3. die noch zulässige Verschleierung der tatsächlichen Kosten, 4. die >traditionelle< Erwartungshaltung der gutgläubigen Bausparer, 5. die Legionen der Vertreter, die dieses -scheinbar erklärungsarme,
vor allem aber stornofreie- Produkt feilbieten.<"(76)
-Fakt 4 Der Finanzpunkt (1/94) schreibt: "Der Darlehenszins von 4,5 bis 6 Prozent ist zwar auf den ersten Blick günstig. Doch der zweite Blick sollte den Ansparverlusten
zugewandt werden. Und dann wird aus dem günstigen Bauspardarlehen ein teueres Unterfangen mit über 10 Prozent." Und: "Staatliche Fördermittel und Arbeitnehmer Sparzulagen werden stolz präsentiert und
suggerieren den Bausparwilligen Gelder, die er entweder nicht erhält, weil die Einkommensgrenzen von 27.000 Mark für Alleinstehende und 54.000 Mark für Verheiratete überschritten werden, oder auf die er besser nicht
zählen sollte. Denn wer weniger als 27.000 bzw. 54.000 Mark verdient, sollte den Traum vom Eigenheim über Bord schmeißen." (siehe Fakt 21) "Die stetig wachsende Zahl von Zwangsversteigerungen ist Indiz für
wacklige Finanzierungskonstruktionen." Denn: "die Inflation von derzeit vier Prozent läßt klar erkennen, daß mit einer 4,5 bis 6 prozentigen Verzinsung des Bausparguthabens, das Ziel eigene vier Wände zu
realisieren, immer weiter entrückt. Aber da sind dann die Bausparkassen mit Zwischenfinanzierungen u.ä. zu 8,5% und mehr behilflich. Auf diese Hilfen sollten Sie verzichten. Denn Sie werden systematisch an den Rand
des Ruins getrieben."
-Fakt 5 Ein Beispiel aus dem Finanzpunkt (1/94) über eine Finanzierung eines Eigenheims, das zur Zeit z.B. 300 TDM kostet: Bei einer Preissteigerung von 5% p.a. nach dem
Baubeginn hat das Eigenheim in 8 Jahren dann einen Wert (oder würde kosten) von 443.250 DM. Was einen jährlichen Verlust von 17.906 DM ergibt. "Zusätzlich müssen Sie den Bausparvertrag auffüllen, und wenn Sie
auch noch leben wollen, müssen Sie weit über fünftausend DM im Monat verdienen. Aber dann würden die suggerierten staatlichen Gelder nicht fließen". Und dann erfolgt die Baufinanzierung, "wenn mindestens
20% Eigenkapital zur Verfügung stehen," und "ein Lebenshaltungskostenlimit von 45-50% Maximalbetrag des Nettoeinkommens (Richtlinien der Bonitätsprüfung der Banken) beträgt."(77) (siehe Fakt 21)
-Fakt 6 Die Zeitschrift Spitze (1/93) schreibt: "Da wird mit augenscheinlich günstigen Zinsen für Bauspardarlehen von 4,5 bis 6% p.a. geworben. Daß der wahre Darlehenszins
ehrlicherweise, aufgrund des Zinsverlustes in der Ansparphase und der vielen Gebühren, aber weit über 10% liegt, wird nicht erwähnt."
-Fakt 7 Doch dazu auch ein Beispiel bezugnehmend auf Spitze (1/93): Ein Grundstück kostet z.B. heute incl. aller Nebenkosten 350.000 DM und soll zum Teil über den Bausparvertrag
finanziert werden. Bei einer Preissteigerung von z.B. 6% p.a. wird in 7 Jahren das Grundstück incl. aller Nebenkosten dann 526.000 DM oder in 10 Jahren mindestens 625.0 DM wert sein.
Ein Beispiel für die jährliche Preissteigerung; z.B. der Friseur oder das Benzin wird jährlich durchschnittlich um eine Zahl (beispielsweise 6%) teuerer. Dasselbe trifft für das
Einkommen zu. Durch diese Preissteigerung ergibt sich dann ein jährlicher Verlust durch Inflation von 27.600 DM (monatlich 2300 DM). "Angenommen Sie würden in zehn Jahren für DM 650.000 bauen und wollen die
üblichen 20% Eigenkapital per Bausparen zu 2,5% Zinsen ansparen, dann müßten Sie neun Jahre lang monatlich rund DM 1.100,- sparen. Nach etwa einem weiteren Wartejahr wäre dann Ihr Bauspardarlehen fällig." Die
wichtigste Frage wäre nun, ob man schon jetzt weiß, ob man "in den nächsten neun Jahren kontinuierlich jeden Monat DM 1.100 sparen" kann; denn es folgt die nächste Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, wenn
gleichzeitig damit monatlich DM 2.300,- Inflationsverlust hinzunehmen ist?
"Bei einer monatlichen Sparrate von DM 1.100 würde man in 10 Jahren DM 130.000,- Bauspardarlehen mit einem Zinssatz von nominal, d.h. nur auf dem Papier stehend, z.B. 4,5%
bekommen. Die Tilgung würde bei einer Laufzeit von ca. 10,5 Jahren mindestens 7,5% pro Jahr betragen: Belastung pro Jahr DM 15.600. Bei DM 130.000,- Eigenkapital und DM 130.000 Bauspardarlehen benötigen Sie also
noch DM 390.000 aus einem Hypothekendarlehen mit vielleicht 8,5% Zinsen und 1% Tilgung: Belastung pro Jahr DM 37.050; Gesamtbelastung pro Jahr DM 52.650.
Im Idealfall hätten Sie also in den ersten Jahren nach Einzug in Ihre eigenen vier Wände eine monatliche Belastung in Höhe von ca. DM 4388 zu tragen. ... Hinzu kommen noch die
laufenden Kosten für Strom, Wasser, Heizung, Hausversicherungen, Grundsteuer, Gartenpflege und Instandhaltung, so daß Sie monatlich auf eine Mindestbelastung von DM 5.000 kommen.... Doch selbst wenn das
Netto-Einkommen von monatlich heute z.B. DM 3.500 um jährlich 5% auf dann DM 5.700 gestiegen sein sollte, wäre die Finanzierung ein
Unding; denn Sie und lhre Familie müssen auch noch leben, um das (noch nicht lange) eigene Heim überhaupt genießen zu können.... Der Normalfall zeigt, daß weder das Ansparen noch das
Zurückzahlen der Darlehen so reibungslos verläuft, wie ... vom Bausparkassenvertreter suggeriert. Zumindest nicht unter diesen festgesetzten Einkommensgrenzen. Außerdem muß man realistisch einkalkulieren, daß die
Wartezeiten bis zur Darlehenszuteilung drastisch steigen werden, sobald die jetzt noch Bauspar-Gläubigen ihren Irrglauben erkennen und die Bauspar-Einzahlungen zusammenbrechen.
Die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmer-Sparzulage ... aber auch die Zusatzkosten" wie Abschluß-, Kontoführungs- und Prämienantragsgebühren u.a. wurden in diese Berechnung nicht mit
einbezogen. (siehe Fakt 21)
-Fakt 8 Die Nachteile des Bausparens sind (zitiert) nach den Zeitschriften Spitze und Mein Geld: -bei Vertragsabschluß des Bausparvertrags besteht keine Sicherheit oder
verbindliche Zusage, wann das >zinsgünstige< Darlehen zugeteilt wird. -die geringe Verzinsung der eingezahlten Sparbeiträge in der Ansparphase. (In der Regel niedriger als die Inflationsrate) -viele
offene und versteckte Gebühren, die größtenteils sogar höher, als die maximal möglichen staatlichen Prämien sind -die kurze Laufzeit des Bauspardarlehens von 10 bis 11 Jahren; d.h. viel zu hohe Belastung des
Bauherren mit derzeit mindestens 12% Jahresbelastung. -der wahre Darlehenszins ist beim Bausparen, unter Berücksichtigung aller Gebühren und des erzwungenen Zinsverlustes in der Ansparphase, höher als bei
Bankfinanzierungen, durchschnittlich etwa dreimal so hoch wie der >offizielle< Bausparzins von 4,5%. -lange Wartefristen bis zur Zuteilung, -Darlehensvergabe maximal bis zu einer Beleihungsgrenze von 80
Prozent des Verkehrswertes, also ca. 70 Prozent des angemessenen Kaufpreises oder der Baukosten, -hohe Ratenbelastung -ohne staatliche Förderung eine geradezu lächerliche Anlage-Rendite
-Fakt 9 Das Taschenbuch >Bausparen -Hilfe zur Selbsthilfe< schreibt: ">Die Crux des Systems sind jedoch die langen und länger werdenden Zuteilungszeiten für
Darlehen, wenn Neugeschäft und Gesamteinzahlungseingänge aus Sparen und Tilgung rückläufig werden.< ... Die Zinsmehrbelastung wird auf die Bausparer abgewälzt ... Jeder Vorgang präsentiert eine neue Art von
Ungewissheit. Die Schlussfolgerungen sind nicht sehr optimistisch.... Aber es bleibt so, wie in anderen Bereichen des Lebens auch: Alle Menschen sind genötigt, Dispositionen auf der Grundlage von Ratespielen über
die Zukunft zu treffen, weil sie die Zukunft nicht kennen können."
-Fakt 10 Das Haushaltssparbuch vergleicht das Bausparen mit dem Sparbuch und kommt zum Schluss: "Beim Sparen hat das Sparbuch jedoch ausgedient. Mit nahezu lächerlichen
Zinsen unterhalb der Inflationsrate verliert man nämlich jeden Tag bares Geld. Noch schlechter wird das eingezahlte Kapital nur noch bei Bausparverträgen verzinst. Dies muß nun wirklich nicht sein."
-Fakt 11 Ein weiteres Beispiel: Ein Alleinstehender "der einen Bausparvertrag abschließt und auf eine jährliche Einzahlung von DM 800 nach sieben Jahren eine Bausparprämie
von 10% erhält, weil er bis dahin weniger als DM 27.000 Jahreseinkommen zu versteueren hat." (siehe dazu auch Fakt21 und Anhang 10.1.1. Nr. 9)
-Fakt 12 Ein Gegenargument, das Bausparkassen bringen könnten, lieferte die Zeitschrift Spitze (2/93) gleich mit: "Aber vielleicht kommt jetzt zur Antwort, daß bei der
Bausparkasse XY ... die Abschlußgebühr wieder zurückzubekommen. In fast allen Fällen ist dies jedoch nur so, wenn auf ein zugeteiltes Bauspardarlehen verzichtet wird. Nur in allen ... gezeigten Beispielen ist nach
sieben Jahren noch kein Darlehen zuteilungsfähig! Also ist das Angebot einer Abschlußgebührenrückerstattung nur ein trauriger Werbetrick. Es gibt eine Bausparkasse, die die Rückerstattung anbietet, wenn man einen
mindestens gleich hohen Folge-Bausparvertrag abschließt. Der Kunde wird also gezwungen, nochmals die gleiche Dummheit zu begehen. Aber selbst bei Rückerstattung der Abschlußgebühr wären immer noch -je nach
Bausparkasse- folgende Kosten entstanden:" (aus Spitze 2/93)
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-Fakt 13 Die Reaktionen der Bausparkassen auf die ersten kritischen Veröffentlichungen: Statt sachlicher Auseinandersetzung folgten nur "rein emotionale oder ablenkende
Argumente wie: ->Bei unserer Bausparkasse ist das ganz anders; denn bei uns betragen die Gebühren nicht X, sondern Y Prozent.< ->Ein Vergleich mit einem alternativen Ansparprogramm zu einer jährlichen
Rendite von 6,5 Prozent ist doch unseriös! Wer zahlt denn so sicher 6,5 Prozent jährliche Rendite wie bei unserer Bausparkasse eine jährliche Verzinsung von 2,5 Prozent?< ->Die Bausparkritik ist doch
erstunken und erlogen. Unsere Fachleute haben das nachgerechnet und festgestellt, daß die SPITZE-Berechnungen nicht stimmen!<"(34) Nur hatten die Bausparkassen dann natürlich vergessen, beim letzten Punkt zu
erwähnen, daß die Zahlen in Wahrheit noch viel schlechter sind, denn die Bausparkassen hatten "nicht die Kontogebühren während der Darlehenszeit und die in der Regel verlangten überzogenen Kosten einer
Risiko-Lebensversicherung berücksichtigt."(46) (Und siehe Anhang 10.1.1. Nr. 11)
-Fakt 14 Doch "obwohl sich Bausparen in Deutschland ... quasi zum Volkssport entwickelt hat, wird immer wieder Kritik laut. Wichtigster Angriffspunkt: die niedrigen Zinsen, die ein
Bausparer auf seine Einzahlungen erhält. Je nach Tarif sind das zwischen 2,5 und vier Prozent. Wer sein Geld alternativ anlege, so die Argumentation der Kritiker, bekomme sein Spargeld besser verzinst. Das höhere
Guthaben reiche meist aus, um die höheren Zinsen auszugleichen, die der Alternativsparer für ein Darlehen zu Marktkonditionen aufnehmen muß. In der Tat lassen sich mit Beispielrechnungen solche Nachteile des
Bausparens belegen," schreibt die Zeitschrift DM (5/94).
-Fakt 15 Die Tageszeitung >Dresdner Neueste Nachrichten< schrieb am 18.8.1995 unter der Überschrift "Bausparkassen agieren oft unseriös: Die Praktiken, die ... von der
Düsseldorfer Verbraucherzentrale und ... der Stiftung Warentest gestern bei einem Workshop der Deutschen Bank Bauspar AG in Frankfurt anprangerten, sind zum Teil nicht nur unseriös, sondern kriminell. Da waren 1994
in Nordrhein-Westfalen, >Kloppertruppen<... unterwegs und" diese "jubelten Aussiedlern und Asylbewerbern völlig unsinnige Bausparverträge unter. Mehr noch: Sie forderten die Vertragsnehmer auf, zur
Zahlung der Beiträge das Kindergeld zu opfern." Die Zeitung schrieb weiter, daß "Der Verbraucherschützer" (gemeint ist der Verantwortliche der Düsseldorfer Verbraucherzentrale, welcher sich mit diesem
Gebiet beschäftigt)", dem alljährlich 1000 Beschwerden von Bausparern auf den Tisch flattern, berichtet von falschen Beratungen bei der Finanzierung, die dazu führten, daß Sparer nach 15 Jahren immer noch auf
der gleichen Schuldenlast sitzen, obwohl sie Jahr für Jahr bezahlt haben. Er geißelt überhöhte Vertragssummen und falsche Angaben über die Zeit bis zur Zuteilung des Geldes. Er prangert fragwürdige Gewinnspiele der
Bausparkassen an, bei denen praktisch jeder gewinnt: Ein Bausparvertrag auf den zwar 50 DM eingezahlt sind, dessen Kosten aber wesentlich höher sind. ... Die Hauptforderung der Warentester und Verbraucherschützer
wird freilich nicht erfüllt: Daß die Zahlung der Provision von der Höhe der abgeschlossenen Bausparverträge abgekoppelt wird. Solange sich da nichts ändert, werden sich unseriöse Vermittler weiter am Bauspargeschäft
schadlos halten."
-Fakt 16 Nach dieser massiven Kritik an den Bausparkassen am Freitag, den 18.8.95 folgte sofort am Montag, den 21.8.95 ein "EB" (eigener Bericht?) aus Leipzig mit der
Empfehlung zum Bausparabschluß. Unter der Überschrift "Bausparen stagniert im Osten" folgten dann ein paar Gründe für den Zurückgang der Bausparabschlüsse, wie Arbeitslosigkeit, erhöhte Steuern und Abgaben
und das Nachlassen der Sparneigung. Aber anschließend begann man mit der massiven Bausparwerbung, so unter anderem einer ausführlichen Erläuterung, wie z.B.: "Jeder Bausparvertrag läuft in drei Etappen ab.
Sparen, Warten und Tilgen." Als kritischer Verbraucher sollte man sich nun fragen: Was hat die Zeitschrift oder den Schreiber des Artikels veranlaßt, plötzlich so werbend -also das volle Gegenteil vom Freitag-
zu schreiben?
-Fakt 17 Das Buch >Mein Geld und die Bank< weist ebenfalls auf die Nachteile hin, so z.B.: "Neben der Abschlußgebühr müssen Sie allerdings auch noch eine
Kontoführungsgebühr an die Bausparkasse bezahlen.... Auch alle anderen Gebühren, die mit der Gewährung des Bauspardarlehens anfallen, müssen Sie tragen. Hier sind besonders die Gebühren zur Grundschuldeintragung und
ähnliche zu nennen." Und: "Niedrige Zinsen bedeuten nicht automatisch eine niedrige monatliche Belastung. ... Während Bankdarlehen bis zu 30 Jahre laufen, müssen viele Bauspardarlehen innerhalb von 7 bis
16 Jahren zurückgezahlt werden. Eine schnelle Rückzahlung bedeutet aber auch eine hohe monatliche Belastung"
-Fakt 18 Besonders der >gerfach-report< schrieb knallharte Punkte zum Bausparen und zur Lobby der Bausparkassen. Die Zeitschrift Spitze faßte in der Ausgabe 4/95 die Meinungen der
Branchendienste >gerlach-report< und >kapital-markt-intern< zusammen.: "Der Anlegerschutz-Informationsdienst >kapital-markt-intern< nannte Bausparen >Volksverdummung und legalisierten
Anlegerbetrug. Sogar der Brancheninformationsbrief >gerlach-report<, der bis 1992 noch Verkaufstrainings-Seminare zur Verdopplung des Bausparumsatzes veranstaltet hatte, machte eine totale Kehrtwendung und
bezeichnet Bausparen jetzt schlicht als >Unsinn< und: >Ein Bausparvermittler, der von Baufinanzierung eine Ahnung hat, verkauft sicher keine Bausparverträge mehr. Und: >Der Unsinn, der einem Anleger
erzählt werden muß, damit er einen Bausparvertrag abschließt, ist natürlich nicht gerade im Sinne des Anlegerschutzes<." Später schrieb "der gerlach-report: >Der Effektivzins bei Bausparkrediten -ein
geradezu lächerlicher Unsinn: Gesetze und Verordnungen, die das deutsche Bauspar(un)wesen regeln, haben die Bedeutung von Witzblättem. Das kann nach unserer Ansicht nur die Folge überzogenen Lobbyistentums sein<.
Der gerlach-report zweifelt sogar an, ob die von den Bausparkassen veröffentlichten angeblichen Effektivzinsen >den ohnehin schwachsinnigen Gesetzen und Verordnungen entsprechen<, zumal das
>überraschenderweise nicht mal vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen geprüft< würde. Der gerlach-report setzte noch eins oben drauf: >Bausparen gibt es in Deutschland nur deshalb, weil Lobby-Politiker
das so wollen. Die eigentlich im Sinne des Verbraucherschutzes zu sehenden Maßnahmen der Notwendigkeit eines Effektivzinssatzes werden bei einem so unsinnigen Produkt aber nur zu noch unsinnigeren Folgen führen. Das
ist deshalb zwangsläufig, weil die Wahrheit, daß nämlich das Produkt Bausparen in seiner heutigen Gestaltung unsinnig ist, einfach nicht ans Licht darf<."
-Fakt 19 Die Zeitschrift Capital (10/93) merkte zum Thema Bausparen an: "Gehen Sie nie auf schön gerechnete >Schaufenstertarife< ein, die Vertreter am liebsten
verkaufen." In der nächsten Ausgabe (11/93) kritisiert die Zeitschrift den Verband der privaten Bausparkassen, der da wie folgt zitiert wird: ">Bausparen ist fürs Leben gut<, wirbt der Verband der
privaten Bausparkassen um neue Kunden. Geht es nach den Kassen, so tun Sie mit Bausparen nur Gutes: -Die Sparer werden dazu erzogen, Eigenkapital anzusammeln. -Im Baugewerbe werden Arbeitsplätze geschaffen.
-Bausparen bringt Sicherheit im Alter, wenn der Bausparer im eigenen Haus mietfrei wohnt.
Mit Bausparen lassen sich die Finanzierungskosten eines Eigenheims auf ein vernünftiges Maß begrenzen." In der Ausgabe 5/94 von Capital wird Hans Wielens Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Bank Bauspar AG zitiert: "Ich bin für Bausparen, weil Menschen aller Einkommensgruppen darüber zu Wohneigentum kommen." All diese Punkte kann man auch für Alternativ-Eigenheimfinanzierungen
verwenden.
-Fakt 20 Auch die Zeitschrift Mein Geld 3/95 kommt zum Schluß: "Nach meiner Meinung wird mit der Unwissenheit des Verbrauchers bei der Finanzierung mit Bausparverträgen ein
böses Spiel getrieben. Alle freuen sich: die Bank, die Bausparkasse und der Abschlußvermittler. Nur der geleimte Verbraucher zahlt kräftig drauf" Oder anders ausgedrückt heißt es zusammenfassend in Mein Geld
(3/93): "Nach alledem müssen wir zu der eingangs gestellten Frage, wozu man Bausparen braucht, schlicht und einfach antworten: Eigentlich zu nichts!"
-Fakt 21 "Das Bausparen erfährt ab dem 1. Januar 1996 eine weitere Förderung im Bereich der Wohnungsbauprämiengewährung. Danach erhalten Alleinstehende Wohnungsbauprämien,
wenn Sie nicht mehr als 50.000 Mark zu versteuerndes Jahreseinkommen haben, Verheiratete 100.000 Mark. Ledige können bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 Mark jährlich zehn Prozent Wohnungsbauprämie erhalten,
Verheiratete bis einem Höchstbetrag von 2.000 Mark," schreibt die Cash Special 6/95. Nun sollte man sich einfach die oben gegebenen Fakten noch einmal durchlesen. Und da hat sich mit dieser Ausnahme in der
Regel nichts verändert. Fazit: Fakt 20.
-Fakt 22 Eine Variante zur schnellen Finanzierung soll die Bauspar-Sofortfinanzierung sein: Dazu meint Capital (2/95): "Dies ist eine der unsinnigsten Formen der
Finanzierung. Die Bausparkasse gibt zwar Geld, wenn noch nichts oder nur ein Minibetrag angespart ist, aber der Kunde zahlt meistens drauf. ... Hände weg!" Finanztest (1/94) setzt fort: "Wie immer die
Sofortfinanzierung im Einzelnen aufgebaut ist: Für Bausparer geht die Rechnung nicht auf. Niemand würde auf die Idee kommen, zum Beispiel einen Kredit über 100.000 Mark zu sieben Prozent aufzunehmen, um das Geld
anschließend fürdrei Prozent auf einem Sparbuch anzulegen. Der Unsinn liegt auf der Hand. Bei der Bausparsofortfinanzierung macht der Kunde das gleiche". Und: "Wie teuer der vorfinanzierte Bausparvertrag
kommt, wird jedoch systematisch verschleiert. Würden Bausparkassen und Kreditinstitute mit offenen Karten spielen, müßten sie den Effektivzins der Kombinationsfinanzierung nennen. Das Bausparmodell wäre direkt mit
einem normalen Hypothekendarlehen vergleichbar, der höhere Effektivzins würde sofort ins Auge stechen." Die Zeitschrift Finanztest (1/94) schreibt weiter: "Wenn ein Bausparvertreter die Kosten der
Sofortfinanzierung mit den Kosten eines Hypothekendarlehens vergleicht, wird es für Kunden gefährlich -und für Finanzmathematiker zum Grausen. Bei solchen Vergleichen werden einfach sämtliche Zahlungen des Kunden
zusammengezählt und bei beiden Finanzierungsformen miteinander verglichen. Fast immer schneidet die Bausparvariante günstiger ab als eine herkömmliche Finanzierung -oft um fünfstellige Summen. Mit seriöser Beratung
hat das nichts zu tun. Denn in der Regel arbeitet der Berater mit einem unsauberen Trick: Er vergleicht eine Sofortfinanzierung mit hoher Anfangsbelastung und kurzer Gesamtlaufzeit mit einem Hypothekendarlehen mit
niedriger Belastung und langer Laufzeit.... Dem Kunden wird mit einer Bausparsofortfinanzierung nicht nur eine besonders teure Finanzierung aufgeschwatzt. Darüber hinaus wird er meist auch über seine langfristige
finanzielle Belastung im unklaren gelassen. Das zeigen eine Reihe von Praxisfällen, die der Stiftung Warentest von Verbraucherzentralen zur Verfügung gestellt wurden. Soweit der Kunde überhaupt einen Zahlungsplan
erhält, sind die Angaben über die finanzielle Belastung oft lückenhaft oder falsch. Meist erfährt der Kunde nicht einmal, wann mit der Zuteilung des Bausparvertrags oder der einzelnen Teilbausparverträge zu rechnen
ist. Eine vernünftige Kalkulation der langfristigen Belastungen ist dann ebenso unmöglich wie ein Vergleich mit anderen Finanzierungen. Aber einen solchen Vergleich will der Bausparvertreter ja auch nicht
ermöglichen." Das Fazit von Capital 5/95 lautet: "Sofortfinanzierung: Der blanke Unsinn".
10.6. "Millionendeals mit falschen Bankgarantien"(83)
Die Zeitschrift Mein Geld (8/95) bringt die Definition: "Die Bankgarantie ist eine zeitlich befristete, schriftliche Zusage, die unter Berücksichtigung der in dieser Garantie
vereinbarten Klauseln eine ersatzweise finanzielle Beanspruchung der Bank voraussehen kann. Je besser die Bonität des Geldinstituts, das die Garantie gibt, ist, desto mehr ist die Garantie wert und desto sicherer
ist erfahrungsgemäß die Erfüllung der Garantie."
Capital (4/95) schreibt: "Annoncen in deutschen Tageszeitungen verheißen fantastische Renditen: Ein schwunghafter Handel mit Bankgarantien soll Anlegern 36, 72 oder gar 200 Prozent Profit
bringen.... Zwar gibt es diese Bankpapiere, auch SLC genannt, doch nirgendwo auf der Welt wird damit gehandelt. Das Commercial Crime Bureau der Internationalen Handelskammer mit Sitz in London warnt bereits vor
solchen Bauernfängern."
Hier sind die Opfer "bevorzugt Unternehmer und andere reiche Privatleute, die schon mal eben zehn Millionen Dollar locker machen können. Ihnen offerieren die international operierenden
Gauner entweder neuartige Finanzinstrumente wie > Standby Letters of Credit< (SLC), >Certificates of Deposit< (CD) oder >Prime Bank Promissory Notes< (PBN), die angeblich alle von bedeutenden
Banken ausgestellt worden seien und zu Discountpreisen angeboten werden. ... Hinterher stellt sich dann für gewöhnlich heraus, daß die Großbank, die die Einlösung dieser Papiere gewährleistet hat, entweder gar nicht
existiert oder nichts davon weiß", heißt es im Buch >Das Kartell der Kassierer<.
Nach einer drei jährigen Recherche kommt die Redaktion der Zeitschrift Mein Geld zum Schluß, daß vor dem Handel mit diesen Garantien gewarnt werden sollte. Sie konnte keinen einzigen Fall
finden, wo es zu einem seriösen Geschäftsabschluß gekommen war.
10.7. Vermögensaufbau - Allgemeines
Das Buch >Geldanlage ohne Risiko< beginnt mit einer alten Weisheit: "Reich wird man nicht mit dem Geld, das man spart, sondern mit dem, das man nicht ausgibt. ... Für
Normalverdiener, die sich keine großen Sprünge leisten können, gilt das erst recht. Dennoch wenn Sie etwas Geld übrig haben, sollten Sie versuchen, es sinnvoll zu sparen. ... Wer Fehltritte in seiner
Vermögensplanung umgehen will, ist auf verläßlichen Rat angewiesen.... Gute Geldanlagen zeichnen sich im wesentlichen durch fünf Merkmale aus", nämlich Sicherheit, Rendite, Liquidität, Inflationsschutz und
Steuerersparnis. Eine der Faustregel für den optimalen Anlage-Mix ist nach diesem Buch: "langfristig auf Sachwerte hinarbeiten, denn die steigen im Wert und bieten attraktiven Schutz vor der Geldentwertung"
Zum Thema Inflation heißt es im KapitaIFORUM 7-8/94: "In amtlichen Publikationen hat es sich eingebürgert, eine Preissteigerungsrate von zwei oder gar drei Prozent mit Geldwertstabilität
gleichzusetzen. So legt die Bundesbank ihren Geldmengenzielen seit 1986 Jahr für Jahr einen >normativen< Preisanstieg von 2 Prozent zugrunde. Der berühmte >Warenkorb< wird scheinbar von Statistikern
gefüllt, die entweder realitätsfremd durch die Lande gehen oder auf einem anderen Planeten leben. ... Fragt sich nur, wo dann die viel gepriesene Inflationsrate von weniger als 4 Prozent geblieben ist? Gewiß
Computer, Video, Fernsehgeräte und Photoapparate sind billiger geworden. Nur wer wohnt schon in seinem Computer, verspeist täglich nur Disketten, schaut dabei fern, zeichnet alles auf Video auf und fotografiert so
nebenbei noch alles so um sich herum? ... Wir brauchen... Brot, Butter, Milch und Marmelade und die ist seit 1960 zusammengefasst um 300 Prozent gestiegen. Gemessen an den Löhnen sind die Preise für die
Lebenshaltung ... billiger geworden". Zur Vermögensplanung gehört also die Auseinandersetzung mit dem Thema Inflation. In Mein Geld (8/94) heißt es auch: 1. Die Betrachtung der wirklichen Inflation ist ein
absolutes Muß für Ihre private Vermögensplanung und als Altersvorsorge! 2. Unser alter Tip: Investieren und sparen Sie in Sachwerte, vermeiden Sie die Altersvorsorge über Geldwerte! 3. Dynamik bei
Versicherungen bedeutet Inflationsschutz, den Sie jedoch selbst(!) zahlen, wobei der Inflationsschutz bei Sachwertanlagen über die Sache quasi schon eingebaut ist."
Das Kursbuch Finanzen schreibt unter dem Abschnitt "Enteignung auf Raten": "Die Entwicklung der Preise kennt offenbar nur eine Richtung: stetig nach oben. ... Als die
deutsche Automobilwirtschaft 1993 in ihre schwerste Absatzkrise seit Gründung der Bundesrepublik geriet und die Nachfrage nach Automobilen rückläufig war, sanken die Preise für PKW's nicht. Im Gegenteil, sie
stiegen weiter." Und "der Sparer jedoch kann machen, was er will. Eine hohe Inflationsrate enteignet automatisch den Anleger, der sein Geld nach alter Manier unter dem Kopfkissen aufbewahren will. Aber
selbst derjenige, der mit dem klassischen Sparbrief sein Vermögen machen will, stellt verwundert fest, daß er die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. ... die Anlage auf dem Sparbuch mit 2,5 Prozent Guthabenzins ist
nichts anderes als eine gigantische Form der Geldvernichtung. Und die Bundesbürger haben immerhin noch mehr als 500 Milliarden D-Mark auf dem Sparbuch liegen. ... Es ist einfacher gesagt als getan, sich gegen die
Inflation zu schützen. ... je höher die Inflationsrate, desto mehr sind Sachwerte gegenüber Geldanlagen im Vorteil."
Die Zeitschrift test & rat 2/94 meint: "Für eine erfolgreiche Anlage ist es nicht entscheidend, die höchstmöglichste Verzinsung anzustreben, wenn damit unnötige Risiken
verbunden sind. Viel wichtiger ist es, grundlegende Fehler zu vermeiden, die zwangsläufig zu Vermögenseinbußen führen müssen.... Das vielleicht wichtigste Prinzip einer erfolgreichen Geldanlage ist das der Streuung:
Geld nicht nur in eine Anlageform investieren, sondern verschiedene Formen wählen.... Wer sein Geld in gleiche Anlageformen bei verschiedenen Banken >streut<, handelt völlig sinnlos.... Wer selbst jedes Risiko
scheut, kann Fehler machen. Der noch immer mit Abstand häufigste Fehler dieser Art besteht darin, Anlagegeld in ein Sparbuch zu investieren."
Im Jahre "1960 mußte ein Arbeitnehmer im Durchschnitt rund vier Monate für den Staat arbeiten. 1995 werden es bereits sechs Monate sein, die ein Arbeitnehmer für direkte und indirekte
Steuern sowie Sozialabgaben arbeiten muß. ... Bei rund 3% Inflation pro Jahr erleben wir pro Tag eine fast unmerkliche schleichende Geldvermögensvernichtung von über 300 Mio DM, die auch durch die Zinszahlungen kaum
ausgeglichen werden. ... Der Inflation kann sich nur entziehen, wer in der Lage ist, Sachen zu erwerben. Beispielsweise garantierten Immobilien, Unternehmen, Rohstoffe und Raritäten im Regelfall eine nominale
Werterhöhung, die es ermöglicht, die Kaufkraft des investierten Geldes zu erhalten."(94)
Zum Punkt Inflation und Kaufkraft möchte ich auch auf die Übersichten im Anhang (Anhang 10.1.1. Nr. 10) verweisen.
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Die Wirtschaft 7/95 schreibt zum Risiko: "Die großen Errungenschaften der Menschheit sind eng mit dem Begriff des Risikos verbunden. Ein Leben ohne Risiko ist nicht nur
unvorstellbar, sondern bedeutet Stillstand. Kolumbus wäre nicht in die neue Welt aufgebrochen, Henry Ford hätte nicht die Wagnis unternommen, eine Fabrik für Automobile zu bauen, und die NASA wäre nicht zum Mond
geflogen. Das kalkulierbare Risiko ist die notwendige Voraussetzung für jede Investition.... Wer nicht bereit ist, ein Risiko einzugehen, kann nichts verändern und entsagt der Chance, auf Ereignisse reagieren zu
können. Er bringt sich um die Möglichkeit, die Zukunft mitzugestalten. Jedes Handeln birgt die Möglichkeit des Scheiterns in sich. Risiko ist eng mit unserem Zeitbegriff verbunden, denn jede Entscheidung beinhaltet
ein Risiko für die Zukunft. Henri Deterding, lange Jahre Chef des britisch-holländischen Ölkonzerns Royal Dutch, meinte dazu: >Es ist gefährlich, in die Zukunft zu schauen, aber verantwortungslos, es nicht zu
tun.<"
Dazu schreibt das Kursbuch Finanzen: "Der Investor kann dem Dilemma zwischen Risiko und Rendite niemals entgehen. Wer eine höhere Rendite will, muß ein höheres Risiko eingehen.... Da kein
Investor vor seinen eignen Emotionen Reißaus nehmen kann, und immer entweder ein Angsthase ist, der jedes Risiko vermeiden möchte, oder aber von der Geldgier getrieben wird, werden Anleger oft genug Opfer ihrer
eigenen Emotionen. Es gehört wahrscheinlich zu den schwierigsten Aufgaben überhaupt, Anlegern die Risikodimension ihrer Anlage bewusst zu machen."
"Daß sich Kapitalanleger gerne -und zu Recht- gegen Risiken versichern, haben auch die Initiatoren von Anlegermodellen erkannt. Die Folge: Es wird kaum noch eine Investition ohne
>Kapitalgarantie< angeboten. Solch eine Kapitalgarantie läßt sich immer auf einen Nenner bringen: »Wenn wir versagen, können Sie sich immer noch mit den Zinsen und Zinseszinsen aus dem Kapitalanteil trösten,
den wir netterweise nicht in unser Projekt gesteckt haben.« ... Den Anleger vor möglicher Fehlleistung des Initiators zu versichern, ist sicher kein abwegiger Gedanke. Noch besser wäre es, den Anleger die
Entscheidung über die Notwendigkeit und Form der Versicherung selbst treffen zu lassen. Niemand ist gerne überversichert, und jeder möchte selbst entscheiden, ob und welche Risiken er versichert. Wer sich auf dem
Kapitalmarkt auskennt, kann selbst einen Teil seines Kapitals in Triple-A-Papiere (AAA) anlegen ..., oder er streut sein Kapital und damit das Risiko auf mehrere unternehmerische Beteiligungen. Und wenn er zu dem
Schluß kommt, daß die Anlage des garantierten (nicht für unternehmerische Beteiligungen eingesetzten) Kapitalanteils von Profis mit bester Reputation verwaltet wird, dann entscheidet er sich vielleicht auch für
einen >Kapitalgarantierten Fonds<." (78)
Eine Geldanlage ist stets Vertrauenssache. "Der Anleger muß darauf bauen können, daß der Schuldner nicht nur zum versprochenen Termin das geliehene Geld zurückzahlt, sondern auch pünktlich
die Zinsen überweist."(95) Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit sich über die Bonität des Kreditnehmers zu informieren. So beispielsweise bei den beiden amerikanischen Rating-Agenturen Standard &
Poor's und Moody's Investors Service. Diese vergeben Gütesiegel für die finanzielle Qualität. Die amerikanischen Rating- oder Bewertungsagenturen durchleuchten schon seit Jahrzehnten die Kreditnehmer. Die
Voraussetzung für eine Beurteilung ist, daß sich die zu Beurteilenden in die Karten schauen lassen und nichts >verstecken<. Beurteilt werden neben Staatspapieren, Unternehmen auch Staaten. "Nicht immer
kann dieses den Anleger vor unliebsamen Überraschungen bewahren. Eine realistische Sichtweise des begrenzten Informationsgehalts dieser Bonitäts-Benotung schützt vor falschen Schlussfolgerungen."(93) Standard
& Poor's (S&P) vergibt z.B. Gütesiegel beginnend von AAA, dem Besten bis zum D, dem schlechtesten Schuldner. "Bewertet werden die Fähigkeit und die Bereitschaft eines Schuldners zur fristgemäßen
Zinszahlung und Kapitalrückzahlung." (92)
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Die Schuldner erster Qualität sind z.B. bei den Staaten: Deutschland, Großbritannien, Österreich, USA, Schweiz, die alle mit dem AAA bewertet wurden. Ein BBB erhielten
beispielsweise die Staaten China, Griechenland, Türkei, Chile, Israel und Indonesien. Aber auch Unternehmen werden neben den Wertpapieren beurteilt. Das AAA erhielt z.B. die Deutsche Bank. Ein AA- erhielten z.B. VW,
Hoechst, Bayrische Hypothekenbank und die Commerzbank. (Stand 10/93 Quelle: Capital)
Zur Sicherheit der Einlage bei den Banken dient der Einlagensicherungsfonds. Dieser Feuerwehrfonds hat in den verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Höhen und dient als Einlagenschutz vor
einem Konkurs der Bank.
"Pro Anleger sichert der >Feuerwehrfonds< Einlagen von bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank" in Deutschland ab, d.h. mit Ausnahme der
Mody Bank, Integra Bank, Ökobank und der Securenta Bank. Aber auch die "Filialen deutscher Banken im Ausland unterliegen der deutschen Sicherung."(82) Bei zwei Drittel aller Banken in Deutschland beträgt
die Höhe der Sicherung bis zu 30 Millionen DM pro Kunde.
In den anderen Ländern sieht es bei der Einlagensicherung anders aus, so ist dieses z.B. in DM umgerechnet: (Quelle: FOCUS 3/95; also Umrechnungskurs zu dieser Zeit)
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Noch sicherer als bei den Banken ist das Geld bei den Sparkassen. Nach der Zeitschrift Capital 4/95 schützt ein regionaler Stützungsfonds sogar die Existenz des Instituts. Im
Extremfall müssen eben die Kommunen zahlen.
Der BETEILIGUNGSBRIEF (3/92) schreibt zum Punkt Sicherheit: "Wer spekuliert, muß dabei mögliche Verluste in Kauf nehmen. Diese Erkenntnis verliert auch durch ihr Alter nicht an Gültigkeit.
Es gibt keine 100prozentige Sicherheit - auch nicht bei Zinsverzicht. Aber man kann gegen mögliche Verluste Versicherungen abschließen. Kleinsparer sind über den Feuerwehrfonds der deutschen Kreditinstitute
abgesichert; Festgeld-Sparer kaufen Bundesobligationen in der Hoffnung, das der Staat nicht zahlungsunfähig wird; Aktien-Anleger streuen ihr Kapital auf mehrere Titel, um einen möglichen Totalausfall mit Gewinnen
aus anderen Aktien ausgleichen zu können.... Versicherungen gibt es genug - es stellt sich jedoch immer die Frage, ob die Versicherungsprämien nicht teuerer sind, als die versicherten Verlustrisiken." Und:
"Wer festverzinsliche Papiere kauft, verzichtet auf höhere Renditen, die Aktien bieten. Wer sein Kapital auf mehrere Beteiligungen verteilt, verzichtet darauf, mit dem Gewinn aus der einen, der ultimativen
Anlage nächstes Jahr vorzeitig in Rente gehen zu können."
10.8. Vermögensaufbau - Konkretes
Im Fachbuch >Die Hohe Schule des Vermögensaufbaus< heißt es: "Nun, unser Anliegen besteht nicht darin, die bekannten Wege zum Vermögensaufbau oder zur Vermögensvermehrung
ein weiteres Mal zu beschreiben," denn "wenn Sie dies wünschen, setzen Sie sich mit Ihrer Bank in Verbindung oder fragen Sie Ihren Versicherungsvertreter. Dort erhalten Sie Tipps und Hinweise über
Sparbücher, Sparverträge, Kapital-Lebensversicherungen, Investmentsparen und Finanzierungen. Dort erhalten Sie auch Renditen, die nach der Inflation sicherlich nur ein, zwei oder drei Prozent betragen. Manchmal
weniger, manchmal auch etwas mehr. ... Uns ging es in erster Linie darum, Wege des Vermögensaufbaus, der Vermögensvermehrung und der Vermögenssicherung aufzuzeigen, die alles andere als allgemein bekannt sind. Dem
Unbekannten gegenüber herrscht jedoch Mißtrauen, oft zu Recht. Daher war es uns daran gelegen, nur solche Modelle und Strategien vorzustellen, deren Grundlage eine Sicherheitsbetonte, solide Anlagepolitik ist"
und nicht sein könnte. "Was blieb, war ein Spektrum von Möglichkeiten, die bei ungewöhnlichen Renditechancen dennoch ein Höchstmaß an Absicherung bieten. Mit diesen Anlagekonzepten setzten wir uns
auseinander.... Mit anderen Worten, es war uns daran gelegen, Chancen aufzuzeigen, von denen man gewöhnlich nicht einmal ahnt, daß sie existieren."
Auch das GVI-Verbraucherschutzbuch bringt zum Vermögensaufbau einige Beispiele. Schon wenn man eine dieser Strategien befolgt, kann man mit dem so eingesparten Geld ein Vermögen zum
>Null-Tarif< aufbauen. Einige Beispiele: 1."Umwandlung von überflüssigen Versicherungskosten in sinnvollen Vermögensaufbau und Vermögensschutz"; denn "das beste Sparprogramm ist ein
Kostensparprogramm." Wenn Sie z.B. von teuren und überflüssigen Versicherungen in Tiefstpreis-Policen wechseln, können mehrere tausend Mark eingespart werden. "Durch Inflation und wachsenden Lebensstandard
steigt dieser Betrag im Vergleich zur unveränderten alten Situation Jahr für Jahr weiter an. Die erzielten Kostenersparnisse sollte man von vornherein für einen besseren ... Aufbau eines Vermögens investieren....
Das ist alles zum >Null-Tarif< möglich; denn es wird ja aus Kostenersparnissen finanziert." Aber trotz des Wissens, das sich viele Leute falsch versichert oder ihr Vermögen falsch angelegt haben, bleibt
bei den meisten alles beim alten. Die möglichen Gründe werden auch gleich mitgeliefert: a)" Der Vertreter ist ... ein guter Bekannter oder gar ein Freund oder naher Verwandter. ... Nach unserer Erfahrung ist
es leider so, daß die lieben Freunde, Bekannte und Verwandten nur rein gefühlsmäßig mit schlecht machenden Argumenten reagieren; denn sie verlieren ja dabei Provision und Ansehen.... b)Die Versicherung wurde von
>Ihrer< Bank vermittelt. Mit der wollen Sie sich doch nicht schlecht stellen ... c)Die Versicherungsgesellschaft, bei der Sie jetzt Kunde sind, bietet eine gute Schadensabwicklung, das hat sie vielleicht bei
einem vergangenen Schaden bewiesen.... d)Sie haben Verträge, an die Sie gemäß Police noch längerfristig gebunden sind. Vielleicht hat Ihnen die Versicherungsgesellschaft auf eine vorzeitige Kündigung hin einen
bösen Brief geschrieben -mit der Androhung gerichtlicher Schritte. ... Bei Lebensversicherungen sind Drohbriefe der Versicherungsgesellschaften nichts als Angstmacherei ... Wenn es dann ernst wird, greift ... das
Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen ein. Letzteres hat nämlich alle Lebensversicherungen angewiesen, Beiträge zwar anzumahnen, aber nicht gerichtlich einklagen zu dürfen. e)Der betreffende
Versicherungsnehmer ist einfach zu bequem, zu entscheidungslahm oder schlichtweg zu dumm." 2."Umwandlung von unrentablen Spar- und Anlageplänen ... in wirklich lohnende Geld-Arbeitsplätze" Hier
seien beispielsweise die Worte Inflation und Kaufkraft des Geldes im Anhang im Teil Vermögensaufbau Allgemeines erwähnt. Aber es gilt auch weiter zu lesen. 3."Umwandlung von Steuern in Vermögen, d.h. von
Staatsvermögen in Privatvermögen"; denn "nahezu alle reichen Leute verdanken einen Großteil ihres Reichtums der Tatsache, daß sie dem Finanzamt nur das gelassen haben, was unbedingt erforderlich war. ...
Wer aber nicht die gesetzlichen Möglichkeiten nutzt, seine Steuerlast zu minimieren, obwohl er darüber informiert wird, ist dümmer als der Staat erlaubt.... Angenommen, Sie könnten durch Nutzung legaler
Steuersparmöglichkeiten Ihre jährliche Steuerlast um ein Fünftel ... oder sogar um die Hälfte senken, und Sie würden diese Steuerrückerstattungen in Ihren Vermögensaufbau investieren ..., dann könnten Sie daraus im
Laufe ihres restlichen Arbeitslebens ein unglaubliches Vermögen bilden." 4."Umwandlung von Lottosteuern und Lotto-Spielgeld in Vermögen. Über 17 Millionen Deutsche investieren jährlich über 17
Milliarden DM in Lotto oder ähnliche Glücksspiele. Das sind pro Person über DM 1.000!" Die Chance aus den 49 Zahlen die richtigen zu tippen, beträgt 1 zu 14 Millionen. Wenn Sie stattdessen das Geld in Ihren
Vermögensaufbau stecken würden, könnten Sie sich ein Vermögen zum >Nulltarif< aufbauen. 5."Umwandlung von Tabaksteuer und sonstigen Tabakkosten in Vermögensaufbau" Wenn das Geld anstelle in
Zigaretten nun in den Vermögensaufbau investiert wird, wird das Vermögen zum "Null-Tarif' aufgebaut. 6."Umwandlung von Kirchensteuer in Vermögen und Spenden" Durch einen Kirchenaustritt kann mit
dem so eingesparten Geld ein Vermögen aufgebaut werden. Nachdem das Vermögen aufgebaut wurde, können Sie sich immer noch entschließen, einen Teil des Geldes der Kirche zu spenden. 7.Wechsel zu einer günstigeren
Gruppenversicherung. Das eingesparte Geld kann somit dann zum "Null-Tarif' angespart werden. (siehe auch die Teile "Der BdV ... " und "Die GVI ...') 8."Zusätzlicher
Vermögensaufbau durch Beachtung des Faktors >Zeit<", denn ">Zeit ist Geld!<" Eine langfristige Geldanlage sollte deshalb unter Beachtung des Zinseszinseffektes gesehen werden.
Oder einmal anders ausgedrückt: "Beim Lotto spielen >6 aus 49< hat man 14 Millionen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten; aber nur eine davon ist die richtige. Bei Vermögensaufbau
und Vermögenssicherung müssen Sie vielleicht 60 Angebote aus 49.000 verschiedenen Angeboten heraussuchen und richtig miteinander kombinieren. Aber auch hier ist nur eine einzige Kombination die richtige für
Sie."(60)
Die Anforderungen an die Anlageformen sind nach dem Buch >Denken & Anlegen: Die Reale Substanzerhaltung (also Sicherheit vor Verlust). Und diese teilt sich in vier Unterpunkte auf.
Bonitätsrisiko: Dieses steht für die Qualität des Schuldners bzw. des Unternehmens, in welches investiert wird. Vor allem geht es um die Frage: Kann oder wie sicher wird der Schuldner den Betrag wieder zurückzahlen.
Marktrisiko: Die Werte von Grundstücken können, aber müssen nicht unbedingt steigen. Genauso sieht es beispielsweise bei Aktien aus. Hoffen genügt nun einmal nicht. Geldwertrisiko: Die Preise sind "Jahr
für Jahr im Durchschnitt um 3% gestiegen. Das bedeutet, daß die Kaufkraft 1,- DM von 1950 an bis zum Jahre 1980 auf 39 Pfennige geschrumpft ist!" Politisches Risiko "Außen": Was ist zum Beispiel,
"wenn wieder einmal ein Land nach einem politischen Umsturz es ablehnt, die Schulden aus der Zeit vor dem Umsturz zu bedienen?" Politisches Risiko "Innen": Zum innenpolitischen Risiko zählen
Änderungen der Gesetzgebung und des Steuerrechts. Der zweite Punkt ist die subjektive Rentabilität (welcher Ertrag bleibt nach den Steuern?) "Dabei ist zu beachten, daß der Kaufpreis zumindest um die beim
Kauf entstehenden Nebenkosten zu erhöhen ist." Aber es steht auch die Frage, wie viel nach den Steuern noch übrig bleibt. Die Liquidierbarkeit ist der dritte Punkt. (Wie schnell kann man eine getätigte
Geldanlage wieder in Geld zurückverwandelt werden?) "Bei jeder Anlageentscheidung sollte eine Vorfrage beantwortet werden: Sind in den nächsten Jahren größere Ausgaben zu erwarten..., die aus dem Vermögen
bestritten werden müssen? Diese Frage ist deshalb von so großer Bedeutung, weil die bald benötigten Mittel für eine längerfristige Anlage nicht in Frage kommen." Und dieses trifft z.B. zu, wenn man kurzfristig
Geld für einen Notfall benötigt. Die Verwaltbarkeit (wie viel Arbeit muß ich aufwenden) ist der vierte Punkt. "Man muß sich darüber im Klaren sein, daß für die Verwaltung eines Vermögens neben Sachkunde auch
Zeit und/oder Geld (Verwalter, Berater) zur Verfügung stehen müssen. Streuung darf auch nicht zur Zersplitterung führen."
Das Fazit des Buches >Denken & Anlegen< ist: ">Nicht alles auf ein Pferd setzen<, >Nicht alle Eier in ein Körbchen legen<.... Wer sein Geld auf ein Pferd setzt, ist
mittellos, wenn sein Pferd nicht gewinnt. Wer alle Eier in ein Körbchen legt, hat überhaupt keine mehr, wenn das Körbchen herunterfällt." Denn: "Jede Anlageform hat ihre charakteristischen Merkmale: Gold
bringt keine Zinsen. Festverzinsliche Wertpapiere bringen ... einen festen Zins. Aktien bringen Dividenden (nicht immer!). Eine Risiko-Lebensversicherung wird nur beim Tod des Versicherten ausgezahlt. Immobilien
sind im allgemeinen unbeweglich usw. usw."
Im Geldkreislauf gibt den direkten und den indirekten Weg. Der indirekte Weg ist, wenn der Anleger sein Geld direkt zur Bank bringt und dafür Zinsen erhält. Die Bank gibt das Geld an eine
Vielzahl von Unternehmen als Darlehen weiter und bekommt von diesen Zinsen. Selbst wenn das eine oder andere Unternehmen zahlungsunfähig würde, fällt das aufgrund der breiten Streuung der Darlehen auf viele
Unternehmen kaum auf. Die Unternehmen verwenden die Gelder für Investitionen. Diese müssen soviel einbringen, daß das Unternehmen die Darlehenszinsen an die Bank zurückbezahlen kann und selbst noch einen Gewinn
einfährt. Beim direkten Weg schließen sich viele Anleger zu einer Anlegergemeinschaft zusammen und investieren ihr Geld gemeinsam (oder als einzelner investiert man das Geld) direkt in ein Unternehmen oder in eine
Vielzahl von Unternehmen.
Nachdem die Deutsche Bank AG ein paar Peanuts, für andere sind es ein paar Milliarden DM, durch den Fall "Schneider" verloren hatte, könnte sie das von ihr angewendete
Sicherheitskonzept >Sicherheit durch Risiko-Streuung< bei der Kreditvergabe zum Beispiel zum Anlaß genommen haben, einige der schönsten TV-Werbespots in das Fernsehen zu bringen. In diesen heißt es (sinngemäß
und/oder wörtlich): "Das erste Gefühl, daß ein Mensch entwickelt ist Vertrauen. Vertrauen zu einem anderen Menschen. Vertrauen zu seiner eigenen Leistungsfähigkeit. Vertrauen zu seiner Entscheidung. Ohne
Vertrauen entsteht nichts. Vertrauen ist der Anfang von allem." Allein dieser Fall zeigt, wie sicher das Konzept >Sicherheit durch Risiko-Streuung< ist. Schließlich ist der Ausfall einzelner Kreditnehmer
mit ein paar Peanuts eingeplant. Die Deutsche Bank "steht" weiter sicher an ihren Orten. Gerade weil das Sicherheitskonzept so sicher ist -so die Botschaft meines Erachtens- kann man der Deutschen Bank
weiter sein gutes Geld anvertrauen. Eine Kapitalanlage sollte möglichst auch so sicher viel Geld erwirtschaften. Genauso sicher wie dieses Prinzip oder wie der Tausendfüßler eben läuft. Er läuft eben weiter, wenn
eine Katastrophe, z.B. ein Vogel 3 Beine >verspeist<. Auch eine Kapitalanlage sollte auf solch sicheren und vielen Standbeinen, also >Sicherheit durch Streuung< stehen bzw. aufgebaut sein. Was ist
nämlich, wenn das Unternehmen, in das investiert wurde, plötzlich durch eine Situation nicht mehr existiert? Oder die Produkte nicht mehr abgenommen werden, aufgrund eines Umstandes? Was ist, wenn der entsprechende
Aktien- oder Investmentfonds aufgrund einer Krise plötzlich fällt?
Dann hat der Verbraucher in der Regel ein Problem. Und dieses tritt in der Regel stets zu einem ungünstigen Zeitpunkt oder unter Umständen kurz vor der Rückzahlung ein. Schließlich kann nun
einmal in der Regel kein ständiger Anstieg bei einem Fonds oder ein 100%-iger Erfolg garantiert werden. Schon vor vielen, sehr vielen Jahren sagte der große Cäsar einmal: ">Große Probleme sollte man lösen,
solange sie noch ganz klein sind.< Doch es ist viel besser sich mit Problemen zu befassen, bevor sie entstanden sind. Der beste Zeitpunkt zur Lösung einer Aufgabe ist, bevor sie sich stellt. Lassen Sie es gar
nicht erst so weit kommen." (99)
Der Geldanlageberater hat ein "7-Punkte-Konzept für Ihren privaten Vermögensaufbau". Also: 1. Analyse: Oder die Bestandsaufnahme. Erst wenn man weiß, wo man steht und wie man in der
Vergangenheit mit dem Geld umgegangen ist, kann man die richtigen Weichen für die finanzielle Zukunft stellen. 2. Ziele: Wofür soll gespart werden?
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Für jedes Ziel kann es verschiedene Alternativen geben. "Die Anlageziele >Sicherheit< und >Rendite< stehen sich fast wie zwei feindliche Brüder gegenüber. Die
Anlageregel >Je höher die Sicherheit, desto geringer die Rendite< ist praktisch unumstößlich." 3. Das persönliche Anlegerprofil (des Geldanlageberaters s.o.). 4. Das Timing; denn "auf den
richtigen Zeitpunkt ... kommt es an. Die meisten Anleger hingegen erwischen dagegen meist immer den falschen Zeitpunkt, da sie wie die Masse handeln und ihrem Herdentrieb folgen.... Aktien oder Anleihen werden von
der Mehrheit zu Höchstkursen gekauft, nachdem sie schon monatelang im Kurs gestiegen sind. Sinken die Kurse aber rapide, gerät die Mehrheit in Panik und verkauft aus Angst, noch mehr zu verlieren. >Nur tote
Fische schwimmen mit dem Strom< -an diesem Wort können Sie sich orientieren und die genau umgekehrte Konsequenz für Ihr Anlageverhalten ziehen: >Schwimme gegen den Strom! Gehe anders vor als die anderen!<
Gefragt ist also antizyklisches Handeln, mag es im Einzelfall auch noch so schwer fallen." 5. Die Mischung oder die Streuung von Vermögen und Risiko "Nie sollten Sie bei Ihrer Geldanlage alles auf eine
Karte setzen. Wer nur mit Aktien spekuliert, kann ebenso böse reinfallen wie derjenige, der sein ganzes Geld in Immobilien steckt. ... Real verlieren kann aber auch der ängstliche Sparer, der mit seinen
Sparbuchzinsen nicht einmal der Inflation ein Schnippchen schlagen kann." 6. Das Barometer: Zur Bewertung von Anlagen sollte auch gelten: Auf dem Laufenden bleiben durch die Presse oder durch den Vermittler.
7. Die Einschaltung von Experten. Dazu zählen die Allfinanzberater, Makler, Einfirmenvertreter und Banken etc..
Unter der Oberschrift: "Reich werden mit System" bestätigt die DM 1/95: "Eine Analyse der persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Kunden mit Erkundung der
individuellen Ziele und Wünsche" gehört "zur >Grundvoraussetzung eines qualifizierten Geldmanagements<."
Das Kursbuch Finanzen nennt die wichtigsten zehn Punkte einer Geldanlage, auf die der Anleger achten sollte. "1.Streuen, Streuen, Streuen." Also das Geld auf verschiedene
Anlagearten und -formen aufteilen. 2. Zusätzlich ist die zeitliche Streuung des Vermögens zu berücksichtigen, es sollte also nicht alles zur selben Zeit fällig werden. 3. Risiko und sichere Rendite sind zwei
entgegengesetzt laufende Richtungen. Der Anleger sollte also wissen, in welche Richtung er tendiert. 4."Übertriebene Gier hat schon viele Anleger in den Bankrott getrieben. Das Spiel mit
Schweinebauchoptionen oder Tiefgefrorenem Orangensaft am Warenterminmarkt endet meist mit einem bösen Erwachen.... 5.Auf die Liquidität achten." 6. Die steuerlichen Aspekte sollte man mit betrachten.
7."Emotionen sind Gift. Erst nachdenken, dann investieren. ... Wirklich kluge Investitionsentscheidungen hängen nicht davon ab, ob man heute oder morgen kauft. Eine solide Kaufentscheidung muß über den Tag
hinaus gültig sein. Im Zweifelsfall ist es immer besser, eine Nacht über eine Idee zu schlafen.... 8. Der erste Verlust ist immer der kleinste. Wer zu dem Ergebnis kommt, daß er zu einer Kaufentscheidung nicht
mehr stehen kann, sollte auch einmal einen Verlust realisieren können. Lassen Sie sich nicht durch Extremsituationen lähmen....
9. ... Lassen Sie sich von keinem Berater in die Ecke treiben oder zu irgendeinem Kauf überreden...."
Die Eckpunkte intelligenter Anlagestrategien nach dem Prinzip >Soviel Rendite wie möglich und soviel Sicherheit wie nötig< sind: 1.Die Investition "direkt in die Quelle aller
Gewinne, in die Wirtschaft (in Form von direkten Unternehmensinvestitionen) einbringen. So erzielen Sie lohnende Renditen."
2. Die Streuung des Kapitals "in viele Anlagen. So erreichen Sie optimale Sicherheit." 3. Die Wahl von Beteiligungen, bei denen das "Geld intern wiederum in eine Vielzahl von Unternehmen bzw.
Projekten gestreut wird. So erreicht man noch mehr Sicherheit." Das hat nämlich den Vorteil, daß wenn trotz aller Vorsicht ein oder andere Projekt(e) "scheitern sollte, würde das weit mehr als wettgemacht.
So nutzen Sie den Zinseszinseffekt als Sicherheitsnetz." 4.Eine Investition in Unternehmen durch Erwerb von Beteiligungen, die in den nächsten Jahren planen an die Börse zu gehen, also eine Investition in
das Unternehmen VOR der Börse. "So erzielen Sie zusätzlich hohe Börseneinführungsgewinne." 5.Die Nutzung aller "legalen Steuervorteile (z.B. Abschreibung der Investition, Steuerbegünstigung der
Gewinne, Befreiung von der Zinsabschlagssteuer). So hilft Ihnen das Finanzamt bei Ihrem Vermögensaufbau."(42)
Eine Vervielfachung des eingesetzten oder investierten Geldbetrages könnte die Folge sein. "Natürlich sind die Chancen sehr selten, Beteiligungen an seriösen Gesellschaften zu
bekommen, die einmal an die Börse gehen wollen und die auch das Zeug dazu haben. Der 08/15 Versicherungsvertreter, -Bankkaufmann-, Vermögensberater, usw. hat von diesen Dingen wahrscheinlich noch nie etwas gehört.
Wenn Sie ihn darauf ansprechen, wird er aus Angst, Unwissen zugeben zu müssen und eventuell ein Geschäft zu verlieren, wahrscheinlich dummes Zeug reden." Trotzdem empfiehlt das GVI-Verbraucherschutzbuch, alle
Angebote sehr kritisch überprüfen zu lassen. Die Zeitschrift SPITZE (5/94) schreibt dazu: "Wer sich börsennotierte Aktien zulegt, erwirbt diese zum jeweiligen Kurswert. Der Kurswert deutscher Aktien ist im
Durchschnitt etwa achtmal so hoch wie der Nennwert, also der Wert, der auf der Aktie genannt ist. Eine Aktie zum Nennwert von 50 Mark wird also an der Börse durchschnittlich mit mehr als 400 Mark gehandelt. Wer sich
aber Anteile an noch nicht börsennotierten Gesellschaften zulegt, bekommt diese Teile noch zum Nennwert oder zu einem Preis in der Nähe des Nennwertes. Die künftige Aktie wird also im Verhältnis zu den später
möglichen Kursen zu einem ausgesprochen günstigen Preis erworben. Selbst wenn der Einkauf einer zukünftigen 50 Mark-Aktie für 75 Mark erfolgt und der spätere Börsenkurs nur beim Dreifachen des Nennwertes liegt
-statt dem Achtfachen im Durchschnitt des Marktes-, also bei 150 Mark, hätte der Anleger neben allen anderen normalen Vorteilen sein Kapital verdoppelt."
"Angenommen, Sie hätten -rein theoretisch- die Möglichkeit gehabt, sich VOR Börseneinführung an allen deutschen Unternehmen zu beteiligen, die von 1987 bis Mitte 1990 an die
Börse gingen. Zusätzlich sei angenommen -wiederum rein theoretisch-, daß Sie an jedem Unternehmen für je DM 78,- eine Beteiligung in Höhe einer zukünftigen Aktie bekommen hatten."(43) Das Ergebnis zeigt die
Tabelle im Anhang 10.1.1. Nr. 14.
In derselben Ausgabe (der Spitze 5/94) heißt es: "Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite von deutschen Unternehmen übersteigt in wirtschaftlich normalen Zeiten ... 20 Prozent pro Jahr.
Da sollte es gelingen, für die Anleger breit gestreute Unternehmensbeteiligungen herauszupicken, bei denen eine jährliche Rendite bis zu 15 Prozent und mehr nach ein paar Jahren Anlaufzeiten machbar ist, ohne daß
man von Wundern träumen muß." Um jedoch die unternehmerischen Risiken zu verringern, sollte man auf die folgenden sieben Punkte achten: "1.Die Unternehmen sollten keine bzw. nur geringe Bankschulden
aufnehmen. Je bankenunabhängiger ein Unternehmen ist, desto geringer ist die Konkursgefahr. 2. Das Unternehmen sollte in Geschäftsbereichen arbeiten, die einen möglichst großen und zukunftsträchtigen Markt haben.
Irgendwelche Abhängigkeiten von Mode- und Design-Entwicklungen, von schnelllebigen Märkten, vom Wetter oder ähnlichen Unwägbarkeiten sollten weitgehend oder ganz ausgeschlossen sein, genauso Abgängigkeiten von
Börsenentwicklungen. 3. Das Unternehmen sollte eine Art von Dachgesellschaft für eine Vielzahl von verschiedenen Unternehmen fungieren, damit das Kapital wirklich breit gestreut werden kann.
4. Das Unternehmen sollte in Bereichen tätig sein, in denen hohe Gewinnspannen realistisch sind. 5. Das Unternehmen sollte von einem qualifizierten Management geführt werden. 6.Das Unternehmen sollte darauf
hinarbeiten, einmal als börsennotierte Aktiengesellschaft geführt zu werden, weil damit erhebliche Wertzuwächse und eine federzeitige Rückwandlung der Unternehmensbeteiligung in Bargeld möglich sein wird. 7. Der
Anleger sollte von einer erfahrenen und qualifizierten Betreuungsgesellschaft die Auswahlarbeit abgenommen bekommen."
Ja, "es gibt einige Menschen, die schaffen es, ein Vermögen aufzubauen und finanziell unabhängig zu werden. Und es gibt die Masse, die immer unten bleibt und auch bleiben wird." Den
Weg dorthin beschreibt die Zeitschrift Spitze (1/94). Dort heißt es u.a.: "Wer Geld in regelmäßigen Raten in Bank-Sparpläne, Kapital-Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, Bausparverträge oder
festverzinsliche Wertpapiere, also in Papiergeldwerte, einzahlt, wird sein Geld in zwanzig bis dreißig Jahren verdoppeln. Diese Verdopplung steht aber nur auf dem Papier, ist also nur dem Namen nach
(>nominal<) eine Verdopplung. In Wahrheit kann für das doppelte Geld am Ende nur ein Fünftel oder gar ein Siebtel des Lebensstandards bezahlt werden, wenn man das mit der heutigen Kaufkraft vergleicht. Solche
Sparer, die sich auf diese Verdopplungsversprechen einlassen, machen sich also selbst etwas vor oder lassen sich von Vermittlern etwas vormachen. ... Für eine Deutsche Mark konnte man sich 1953 als Mann noch zwei-
bis dreimal die Haare schneiden lassen. Heute ist eine Mark gerade mal ein bescheidenes Trinkgeld für den Friseur."
Fakt ist also: "Nur wenn Sie Ihr immer wertloser werdendes Papiergeld in immer wertvoller und ertragreicher werdendes Eigentum umwandeln, können Sie finanziell unabhängig werden.
Papiergeldwerte befriedigen allenfalls nominal, also dem Namen der aufgedruckten Zahlen nach. ... Eigentumswerte dagegen sind etwas Reales, im Unterschied zu Nominalwerten, die auf Dauer gesehen immer Schall und
Rauch sind. Nur Realwerte können, dauerhaft betrachtet, reell sein. Als vor etwas mehr als hundert Jahren die Firma Coca Cola gegründet wurde, war ein Gründungskapital von 5000 US Dollar erforderlich. Wer damals nur
1000 Dollar investierte, hat seiner Familie ein Vermögen von einem Fünftel des gesamten weltweiten Coca-Cola-Konzerns überlassen." schreibt Spitze 1/94 und setzt fort: "Im günstigen Einkauf liegt das
Geschäft! Nicht prozyklisch, sondern antizyklisch investieren! Wer erst heute ein Grundstück in der Stuttgarter Innenstadt erwirbt, hat nur noch relativ geringe Wertsteigerungschancen. Wer Aktien erwirbt, die
jedermann haben möchte und die daher im Preis schon sehr stark gestiegen sind, hat ebenfalls seine Chancen auf große Gewinne schon längst verspielt. Wer sich aber für Sach- und Eigentumswerte zu einem Zeitpunkt
entscheidet, in welchem das Allgemeininteresse dafür noch gering oder gleich Null ist, hat enorme Gewinnmöglichkeiten."
Aber auch einmal "angenommen, das Wertzuwachspotential für eine Investition von einer Mark gehe bis zu einhundert Mark. Das entspräche einer Verhundertfachung. Wer jedoch erst bei zehn Mark
einsteigt, kann sein Geld nur verzehnfachen. Wer erst bei fünfzig Mark einsteigt, hat nur noch eine Verdopplungsmöglichkeit. Und wer erst bei hundert Mark aufwacht, hat gar keine Chancen mehr." Nun "wer
nach oben an die Spitze will, muß bereit sein, gegen den Strom zu schwimmen. Wer das tut, was die Masse tut, wird immer zum falschen Zeitpunkt einsteigen. Erfolgreiche dürfen also auch nicht auf die Masse hören. Sie
müssen bereit sein, genau das Gegenteil von dem zu tun, was die Masse tut. Die Masse investiert" dagegen in Sparbücher, Sparbriefe, Kapital-Lebensversicherungen, Bausparverträge, etc.. wie sie es immer getan
hat. Und wenn sie die Nachteile nicht kennen lernt, wird sie es auch in Zukunft noch tun.
Schon "der weise griechische Philosoph Sokrates sagte ... vor 2400 Jahren: >Nichts ist sicher, und nicht einmal das ist sicher!< Selbst die aus Ihrer Sicht sicherste Chance Ihres
Lebens ist nur aus ihrem letzten Blickwinkel so sicher. Es kann sich so viel ändern -der Markt, die Preise, die Gesetze, die Menschen-, daß es am Ende -trotz der ursprünglich großartigen Aussichten-, anders kommt,
als Sie am Anfang dachten bzw. hofften. Das soll nicht heißen, daß Sie nur noch pessimistisch und ängstlich durch das Leben gehen sollen. Ganz im Gegenteil: Erwarten Sie stets das Allerbeste, treffen Sie dennoch für
den Fall Vorsorge, daß trotzdem das Allerschlimmste eintreffen sollte! ... Sicherheitsnetz, Sicherheitsgurte, ABS-Bremsen usw. sind nur für den Notfall da, können im Falle des Falles aber lebensrettend sein. Ein
solches Sicherheitsnetz ist für Kapitalanleger nicht die Meldung von Risiken ..., sondern die Sicherheit durch Risikostreuung. Längerfristige Kapitalanlagen sollten also auf mehrere Sach- und Eigentumswerte gestreut
werden. Jede einzelne Investition sollte für sich genommen eigentlich so großartige Chancen in sich tragen, daß man am liebsten nur in diese eine Sache investieren würde. Dennoch sollte das Kapital auf mehrere
solche Gelegenheiten verteilt werden. Die Risikostreuung sollte aber auch zeitlich erfolgen, indem nicht nur zu einem Zeitpunkt alles Kapital auf einmal investiert wird, sondern am besten auch regelmäßig in Form von
Sparplänen, so daß Kapital zu den verschiedensten Zeitpunkten investiert wird.
Erwerben Sie möglichst solche Sach- und Eigentumswerte, bei denen das Finanzamt Ihnen Steuerersparnisse ermöglicht. Angenommen, Sie können Ihren Investitionsbetrag zu hundert
Prozent steuerlich absetzen und hätten 33 Prozent Steuerersparnis, dann würde Sie jede Investition von tausend Mark nur 667 Mark kosten. 333 Mark vom Staat ergeben, bezogen auf 667 Mark Eigenaufwand, eine staatliche
Prämie von 50 Prozent. Damit erhöht sich der laufende Gesamtgewinn ebenfalls um 50 Prozent, wenn man ihn auf den niedrigeren Eigenaufwand bezieht.
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Abb. Quelle Spitze 1/94
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Bei 50 Prozent Steuerersparnis gibt es je tausend Mark Investition 500 Mark vom Staat zurück. Der Eigenaufwand beträgt also dann nur 500 Mark. ... Aber investieren Sie nie nur der
Steuererspamis wegen. Eine steuerbegünstigte Kapitalanlage sollte für Sie nur in Frage kommen, wenn die Investition auch ohne die Steuererspamis ein gutes Geschäft zu werden verspricht.
Lassen Sie Ihr Kapital möglichst so arbeiten, daß das Finanzamt von den Gewinnen möglichst wenig abbekommt -und zwar auf legale Art und Weise. Dies kann zum Beispiel durch Wiederanlage der
Gewinne in neue, steuerbegünstigte Investitionen erfolgen. Oder Sie nutzen die Steuerfreibeträge bei Einkünften aus Kapitalvermögen."
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Abb. Quelle Spitze 1/94
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Gut wäre auch: "Sie steigen in eine steuerbegünstigte Anlage zu einem Zeitpunkt hoher Steuersätze ein und lösen die Kapitalanlage zu einem Zeitpunkt niedriger Steuersätze auf. Wer also auf
seinem Vermögensaufbauweg" die "Steuer nicht richtig anpackt, kann sich um einen Großteil seines Vermögens bringen. Vermögensmaximierung ist nur bei Steuerminimierung möglich. Aber auch hier gilt die
Regel: Eine Anlage mit steuerbegünstigten Gewinnen ist nur empfehlenswert, wenn der Gewinn auch ohne steuerliche Betrachtung lohnenswert ist."(44) Die Zeitschrift Mein Geld (10/94) schrieb schließlich:
">Die Deutschen sparen Steuern, bis sie arm sind.<", denn Benjamin Franklin sagte schon: ">Es gibt auf dieser Welt nichts Sicheres als den Tod und die Steuern.<" (27)
Der deutsche Staat und die Steuern. In der Anlage ist eine Übersicht der GELD und VERBRAUCHER Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. enthalten. Aus dieser geht
sehr klar hervor, daß die Millionäre, die das tun, was die Masse tut, mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit ihr Vermögen durch die verschiedenen Steuern und Abgaben verlieren werden. Die Wahrscheinlichkeit, daß es
Millionäre >mit Köpfchen< gibt, die das zulassen, dürfte sehr gering sein. (Anhang 10.1.1. Nr. 13)
10.9. Bücherverzeichnis
Hans Dieter Meyer "Ratgeberlebensversicherung" Heyne-Verlag 6. Auflage Hans Dieter Meyer " Versicherungsratgeberfär Geschäft und Beruf" Heyne Verlag -Prof.
Dr. Ulrich Hirsch "Handbuch Bausparen" ECON-Verlag 2.Auflage Heinrich Schiebe) "Bausparen -Hilfe zur Selbsthilfe" Udo Paul "Chance Strukturvertrieb" Oesch-Verlag
Rüdiger Falken und Gerd Friede/ "Versichern aber wie" Rudolf Haufe Verlag STERNBUCH Hans-Werner Thieltges "Der praktische Versicherungsratgeber" Mosaik Verlag (im Text als "Der praktische
Versicherungsratgeber(2)"gekennzeichnet) FroehIich/Talkenberger" Die Hohe Schule des Vermögensaufbaus" Möwe-Verlag
Talkenberger/König "Die besten Verkaufstechniken im Anlagebereich" Möwe-Verl. Conradi/Talkerberger/Mehler "Spitzenverkäufer' 2.Aufl. Möwe-Verlag Peter Doetsch "Guter Rat zu meinen
Versicherungen" Deutscher Taschenbuch-Verlag -Detlef Pohl „Geldanlage ohne Risiko" Walhalla - Verlag Christian Fälschte "Kursbuch Finanzen" Fischer Buch Verlag
Erhard Hübener "Erst denken dann Anlegen (Denken & Anlegen)" Rudolf Haufe Verlag Karl-Werner Horn/ Rolf Ponzelet "Rente und Altersvorsorqunq -Wie Sie sich jetzt Ihre Ansprüche sichern"
Mosaik-Verlag Rolf Brandes "Der Bankleitfaden" ECON-Verlag 2.Auflage Jürgen Gaulke "Kursbuch Altersvorsorge" Wirtschaft-Fischer-Verlag
Klaus Grosjean " Handbuch Banken" ECON Verlag Susanne Kolls / Rudolf Marten "Der kritische Bankenratgeber" Südwest-Verlag (im Text der Diplomarbeit bzw. im Anhang kurz als
"Rankenratgeber" bezeichnet.) Günter Ogger "Das Kartell der Kassierer" Verlag Droemer Knaur Sabine Weiden/Jörg Müller "Das große Haushaltssparbuch" Heyne-Verlag Rene Klaus
Grosjean >WRS-Reihe für den Chef "Umgang mit Banken"< Verlag Wirtschaft, Recht und Steuern Michael Groos und Klaus Träger "Bank und Börse: So legen Sie Ihr Geld richtig an" Mosaik-Verlag
-Stiftung Warentest: Ratgeber Geld: "Richtig Versichert" Stiftung Warentest "test Jahrbuch 91" Ulf Erik Dörr "Mein Geld und die Bank" 2. Aufl. Rentrop-Verlag
Losinski/Mehler "Spitzenverdiener in der Versicherungsbranche" GVI "Stop dem >strafrechtlich geduldeten Taschendiebstahl< im Finanz- und Versicherungsmarkt -Verbraucherschutz-Buch-"
Friedrich Bräuninger, Manfred Hasenheck "Die Abzocker - Selbstbedienung in Wirtschaft und Politik" Econ-Verlag (In der Diplomarbeit kurz mit >GVI-Verbraucherschutzbuch< bezeichnet.)
Clauss Vanderborg "Der praktische Versicherungsratgeber" Orbis-Verlag Staatsanwalt R. Weyand "Anlagebetrug was tun?" WRS-Verlag
Hermannus Pfeiffer "Die Macht der Banken" Campus Verlag "Die Top 300 Dienstleistungsunternehmen" Band 2 DSV-Studenten-Verlag Hans Dieter Meyer "Das Versicherunq(un)wesen -Ein Branche
jenseits von Recht und Wettbewerb" Heyne-Verlag
10.10. Unternehmens- und Werbeinformationen
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