|
|
 |
 |
 |
 |
|
Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Bussardartige, lat. Buteoninae Die folgenden Gattungen der "Bussardartigen" sind "ausgegliedert" und in den folgenden Kapiteln zu finden:
Kapitel "Adler": Aquila www.kaiseradler.de/Adler/adler.html
Kapitel "Haubenadler": Spizaetus, Lophoaetus, Stephanoaetus, Oroaetus, Cassinaetus www.kaiseradler.de/Haubenadler_1/haubenadler_1.html www.kaiseradler.de/Haubenadler_2/haubenadler_2.html
Kapitel "Seeadler": Haliaeetus, Icthyophaga www.kaiseradler.de/Seeadler/seeadler.html
Kapitel "Harpienartige": Harpia, Pithecophaga, Morphnus, Harpyopsis www.kaiseradler.de/Harpyienartige/harpyienartige.html
Kapitel "Bussarde": Buteo: www.kaiseradler.de/Bussarde_1__Buteo_/bussarde_1__buteo_.html www.kaiseradler.de/Bussarde_2__Buteo_/bussarde_2__buteo_.html
Kapitel "Weissbussarde": Leucopternis: www.kaiseradler.de/Weissbussarde/weissbussarde.html
Kapitel "Bussarde (verschiedene)": Geraanoaetus, Parabuteo, Buteogallus (Synonym: Heterospiza), Busarellus, Harpyhaliaetus: www.kaiseradler.de/Bussarde__versch__/bussarde__versch__.html
Kapitel "untypische Habichte und Bussarde”: Kaupifalco, Butastur, Urotriorchis, Erythrotriorchis, Megatriorchis, Geranospiza: www.kaiseradler.de/untyp_Hab__Buss_/untyp_hab__buss.html
Somit sind in diesem Kapitel "Bussardartige" die Gattungen: Spizastur (Schwarzweiss-Haubenadler oder Elsteradler), Polemaetus (Kampfadler), Hieraaetus (Habichtsadler), Ictinaetus (Malaienadler)
01. Schwarzweiss-Haubenadler oder Elsteradler, lat. Spizastur melanoleucus 02. Kampfadler, lat. Polemaetus Bellicosus (früher: Hieraaetus bellicosus)
03. Malaienadler oder Malayenadler oder Schwarzadler, lat. Ictinaetus malayensis 04. Habichtsadler, lat. Hieraaetus faciatus 05. Zwergadler, lat. Hieraaetus pennatus 06. Silberadler oder Wahlbergadler, lat. Hieraaetus wahlbergi (früher: Aquila wahlbergi)
07. Fleckenadler oder Haubenzwergadler, lat. Hieraaetus ayresii, Gurney, 1862 (oder früher (nur warum?): Kleiner Habichtsadler oder Ayres-Habichtsadler oder Fleckenadler oder Afrika-Zwergadler oder
Ayres-Zwergadler, lat. Hieraaetus dubius, Smith, 1830) 08. Afrikanischer Habichtsadler, lat. Hieraaetus spilogaster (früher: Hieraaetus faciatus spilogaster)
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der
Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung,
Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.
|
 |
 |
|
02. Kampfadler lat. Polemaetus bellicosus (früher: Hieraaetus bellicosus)
Der Kampfadler, der grösste und kräftigste Adler Afrikas, hat seinen Lebensraum in den (offenen) Savannen, in den Halbwüsten, in den Baumsteppen, im Süden der Sahara und in den
Wäldern (ausser den Regenwäldern) in Höhen bis zu 3000m. Im 125 km² bis 300 km² grossen Revier duldet der Kampfadler keine anderen Greifvögel. In der Regel wird das Revier von einem hohem Baum beobachtet. Bedroht
wird der Kampfadler nur durch den Menschen. Das Verbreitungsgebiet ist von Mauretanien und Senegambien bis nach Äthiopien und von Somalia, Uganda, Kenia, Angola bis nach Südafrika.
Der Kopf, die Oberseite und die Flügel sind grau über dunkelbraun bis graubraunschwarz gefiedert. Der Kampfadler besitzt eine kurze aufstellbare Haube. Die Iris ist gelb. Der
Schnabel ist Schwarz. Die weisse Unterseite ist ab dem Hals durch vereinzelte graue bis schwarze Tupfer gemustert. Auf den Unterflügeln zeigen sich mehrere weisse Binden. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 2,6 m.
Die Beine sind lang und die Krallen sind lang. Der Schwanz ist kurz. Der Kampfadler ist 70 – 96 cm gross. Das Männchen wiegt ca. 3,8 kg und das Weibchen wiegt ca. 5,9 bis 6,2 kg. Die Weibchen sind grösser und
sind mehr gefleckt oder getupft als die Männchen.
Zur Nahrung zählen Vögel (wie beispielsweise Perlhühner, Trappen und andere Bodenvögel), kleine Säugetiere (wie beispielsweise Antilopen, Impalakitze, junge Schafslämmer,
Klippschliefer, Paviane und Schakale), Schlangen, Echsen und (selten auch) Aas. Die Beute, wie z.B. die Perlhühner, erlegen die Kampfadler im Flug. Andererseits wird die Beute, wie z.B. kleine Antilopen, auch im
Sturzflug geschlagen. Um an die Beute zu kommen, segelt der Kampfadler mitunter stundenlang.
Das riesige Nest mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2 m baut der Kampfadler in einigen Wochen auf Bäumen in einer Höhe von bis zu 28 m. Dieses Nest wird jährlich ausgebessert. Es
sind auch schon Paare beobachtet worden, die zwei Nester haben und diese abwechselnd benutzen. Das Weibchen legt das eine (nur selten 2) weisse bis hellgrünlichblaue mit braunen Flecken oder brauner Musterung
versehene Ei im Zeitraum November bis Juli (je Region verschieden: im November im Norden und im Süden im Juli) und brütet es allein aus. Die jungen Kampfadler schlüpfen in 45 bis 48 Tagen oder 6 bis 7 Wochen. Beide
Elternteile füttern den Jungvogel, wobei sich das Weibchen erst später daran beteiligt. Flügge ist der Jungvogel nach ca. (80?) 90 bis 100 Tagen. Aufgrund der verschiedenen Naturschwankungen (Nahrungsangebot, Wetter
etc.) kann es durchaus vorkommen, dass die Kampfadler nicht jedes Jahr brüten, sogar unter Umständen auch einmal zwei Jahre auslassen.
Der junge Kampfadler hat noch ein helles oder blasses Federkleid. Die
Unterseite ist weiss vom Kehlkopf über den Bauch bis zur Unterseite des Schwanzes. Die Oberseite ist weissbraun bis weissdunkelbraun gefiedert. Der Jungvogel wird, nachdem er das Fliegen erlernt hat, noch einige
Zeit weiter betreut. Das Alterskleid bekommt der Kampfadler erst mit 5 Jahren.
|
|
|
 |
 |
|
Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Walz, www.walz-naturfoto.de wurde das Foto von einem Kampfadler, der sich im Kampf mit einem Warzenschwein befindet, verwendet.
|
|
 |
 |
|
Die nachfolgenden Fotos entstanden im Zoo Schmiding / Wels.
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Beobachtend ...
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Das Gefieder aufschüttelnd ...
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Als Paar ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
Die Flugmuskulatur trainierend ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
Fliegend ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
Gelandet ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
Auf dem Boden ... fressend ...
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
Den Schnabel putzend ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
Den Kot herausspritzend ...
|
|
|
|
 |
|
|
|
Die nachfolgenden Fotos wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
03. Malaienadler oder Malayenadler oder Schwarzadler lat. Ictinaetus malayensis
Der Malayenadler lebt im Dschungel, in Höhen bis zu 3.100 m, in den bewaldeten Gebirgen in der Unterart Ictinaetus malayensis perniger im Himalaja-Gebiet, in Indien, Assam, Myanmar und Sri Lanka. Mit der Unterart Ictinaetus
malayensis malayensis ist der Malayenadler in Myanmar bis zu den grossen Sunda-Inseln und den Molukken verbreitet.
Das Gefieder ist sehr dunkelbraun bis schwarz. Die Flügel sind sehr lang. Der lange dunkelbraune bis schwarze Schwanz hat braune Streifen. Die Iris ist braun. Die Beine sind gelb.
Die Grösse beträgt 63 bis 81 cm. Das Gewicht beträgt 1 bis 1,6 kg.
Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (z.B. Fledermäuse), Eidechsen, Schwalben, junge Vögel und Eier. Der Malayenadler nimmt zum Teil das
ganze Nest beim Ergreifen der Beute mit.
Das Weibchen legt 1 - 2 Eier von November bis März in ein grosses Baumnest.
|
|
|
|
04. Habichtsadler lat. Hieraaetus faciatus
Der Habichtsadler ist in 2 Unterarten in sumpfigen Gegenden, an den Meeresküsten, in offenen Gebirgen, Klippen und Wäldern, in trockenem zerklüfteten Hügelland mit tiefen
Schluchten, die mit Büschen und Wäldern bewachsen sein können, in Höhen bis zu 3000m, in Ausnahmen im offenen Tiefland in Südeuropa bis Südostasien und Nordwest- bis Nordafrika und auf den Kleinen Sunda-Inseln
verbreitet. Die Habichtsadler werden im Alter zu Standvögeln. Als Zugvogel überwintern die jungen Habichtsadler in Ägypten, Frankreich und Italien. Die Unterart Hieraaetus faciatus faciatus ist in Kleinasien,
bis Indien, Südchina, Burma, Afghanistan und Irak verbreitet. Die zweite Unterart Hieraaetus faciatus renschi lebt auf den kleinen Sunda-Inseln.
Das Gefieder ist auf der Oberseite dunkelbraun. Im Nacken befindet sich ein heller Fleck. Die Unterseite ist weiss bis grau gefiedert und dunkel längsgestreift. Der Schwanz ist
hellgrau und hat eine schwarzbraune bis schwarze Endbinde. Auf den hellen Unterflügeln zeigt sich im Flug ein dunkles braunes Band. Die Iris ist gelb. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Die Grösse beträgt
zwischen 65 – 79 cm. Der Habichtsadler kann seinen Kopf um 180° drehen.
Zur Nahrung zählen grosse Vögel (wie z.B. Steinhühner, Tauben, Gänse, Fischreiher, Krähen, Drosseln), Säugetiere (wie z.B. Feldhasen, Kaninchen, Hörnchen) und Eidechsen. Die
Habichtsadler stürzen sich auf Vögel vom oben, fliegen unter die Beute und drehen sich im Flug und ergreifen die Beute dann mit den Fängen von unten.
Die Balzflüge der Habichtsadler finden in den Monaten November bis Dezember statt. Die Sturzflüge führen sie mit angelegten Schwingen durch, um dann wieder aufzusteigen.
Beide Elternteile bauen das Nest gemeinsam oder sie verbessern ein vorhandenes Nest aus. Entweder verwenden sie das Nest aus dem vergangen Jahr erneut wieder oder sie wechseln,
sofern mehrere Nester vorhanden sind, in ein anderes vorhandenes Nest über. Das Nest befindet sich auf Bäumen oder Felsen. Das Weibchen brütet die 1 – 3 Eier von Februar bis März in 37 – 41 Tagen aus und
wird ab und zu vom Männchen abgelöst. Das Männchen beschafft in den ersten Tagen die Nahrung. Die Jungen werden vom Männchen gefüttert bis die Jungvögel ca. 4 Wochen alt sind. Die jungen Habichtsadler werden im
Zeitraum von 50 bis 70 Tagen flügge (, wenn man die in der Literatur gemachten angeben der Maximal-Daten "von 50 Tagen" beginnend, von "60 bis 70 Tagen", von "bis zu 65 Tagen" und von
"bis zu 70 Tagen") zusammenzieht. Bei den Jungvögeln fehlt im Gefieder noch der helle Nackenfleck. Die Unterseite ist noch einfarbig hellrotbraun bis rotbraun. Die dunkle Endbinde am Schwanz fehlt den
Jungvögeln.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
 |
 |
|
Diese Fotos wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht. .
|
 |
 |
|
05. Zwergadler lat. Hieraaetus pennatus
Der Zwergadler lebt in bis zu 3000 m Höhe in den Laub-, Misch- (und Nadel-?)-wäldern mit offenen Flächen, Lichtungen mit und ohne Büschen, Savannen, Wüsten, Wiesen,
Agrarflächen, trockenem Hügel- und Bergland, in Höhen bis zu 3000m in Südwesteuropa, Osteuropa (Spanien, Frankreich, Slowakei, Türkei) bis nach in Zentralasien (zentralasiatisches Gebirge bis
Südwestrussland, Iran, Himalaja, Mandschurei) und auch in Nordwestafrika. In Südafrika (Kap) gibt es eine isolierte Gruppe, die auch dort brütet. Die Zwergadler, die nicht in Südafrika leben, überwintern
in den Savannen und Waldsteppen südlich der Sahara in Afrika und in Indien und fliegen in den Monaten August bis September fort und kommen in den Monaten März bis April wieder zurück.
Der
Zwergadler existiert in drei Farbvariationen, nämlich der hellen, der dunklen und der seltenen rostbraunen Variante. Die helle Variante, die am häufigsten auftritt, hat eine graubraune bis rahmfarbene
bis braune bis dunkelbraune Oberseite. Die Unterseite ist ocker- über cremefarben bis gelblichweiss bis weiss grundgefiedert und am stärksten am Vorderhals bis zur Brust mit dunkelbraunen feinen
Längsstreifen versehenen. Die Oberseite des Schwanzes ist dunkelbraun. Die Unterflügeldecken sind weiss und die Schwungfedern sind dunkel.
Die dunkle Variante hat eine dunkelbraune Unterseite und
besitzt einen hellbraunen bis blassgrauen Schwanz. Die 3 inneren Handschwingen sind hell gefiedert. Die Oberseite ist graubraun bis rahmfarben bis braun bis dunkelbraun gefiedert. In der Literatur findet
man auch Angaben, dass Unter- und Oberseite einheitlich gleich gefiedert sind. Die rost- bis rotbraune Variante hat eine rost- oder rotbraune Unterseite (wobei diese Variante auch mit der dunklen
Variante zusammengefasst wird) und ist nur in Asien zu finden. Die Oberseite ist hier ebenso graubraun bis rahmfarben bis braun bis dunkelbraun gefiedert.
Alle drei Farbvarianten haben eine graue
Schwanzunterseite mit einer schwarzen Endbinde. Der Schwanz ist lang. Der Zwergadler ist zwischen 42 und 63 cm gross und wiegt zwischen 0,5 und 1,2 kg. Die Iris ist braun. Die Füsse sind bis zu den Zehen
dicht befiedert.
Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (wie beispielsweise Mäuse, Hamster, Ratten, Ziesel, Kaninchen), kleine Vögel (wie beispielsweise Amseln, Würger, Tauben, Rebhühner), Reptilien
(wie beispielsweise Perleidechsen) Heuschrecken und Termiten.
Die Zwergadler führen ihre Balzflüge (inkl. der Sturzflüge und dem Wiederaufsteigen) nach der Rückkehr aus dem Winterquartier im April
durch.
Das Nest mit einem Durchmesser von 60 cm bis 100 cm befindet sich auf Bäumen in 6 bis 16 m Höhe oder in Felswänden. Als Nester werden auch verlassene Reiher, Storchen-
oder Krähennester verwendet, die bei Benutzung überwiegend vom Weibchen ausgebaut und mit frischen grünen Zweigen ausgelegt werden. Auch wurden Wechselnester festgestellt. Das Weibchen legt im Abstand
von 2 bis 4 Tagen die 1 - 3 weissen mit braunen Flecken versehenen Eier im April bis Mai und brütet diese (überwiegend allein) dann in (30?) 35 bis 39 Tagen aus, wobei die jungen Zwergadler im Abstand
von 2 Tagen schlüpfen. Das Männchen beschafft die Nahrung. Die Jungvögel der hellen Variante haben ein weisses, die anderen ein dunkles Duhnenkleid. Die ersten Federn wachsen den Jungvögeln mit 10 Tagen.
Die ersten Flugversuche werden mit 35 Tagen unternommen. Flügge sind die Jungvögel in 50 bis 60 Tagen und in 10 Tagen können sie richtig fliegen. Betreut von den Eltern werden die jungen Zwergadler,
meist wird jedoch nur ein Jungvogel gross, noch runde 47 Tage.
|
 |
 |
|
06. Silberadler oder Wahlbergadler lat. Hieraaetus wahlbergi (früher: Aquila wahlbergi)
Der Silberadler lebt im Süden der Sahara, in den Buschwäldern, den locker bewaldeten Ebenen, Buschsteppen, unteren Gebirgsregionen, Kulturlandschaften, Bäumen an
Flüssen, in Höhen bis 2800m in Afrika (Senegambien bis Eritrea bis Somalia, Kenia und Mauretanien bis nach Tansania, bis Namibia und Südafrika zur Kap-Spitze. Diese Zugvögel führen Wanderungen nördlich
oder südlich des Äquators durch.
Das Gefieder ist in der Regel dunkelbraun. Der Oberkopf ist braun. Der Silberadler hat eine kleine aufstellbare Haube. Die Flügel sind lang. Die Fänge sind gelb. Die Grösse beträgt
55 – 61 cm. Sehr selten ist die hellere, fast weisse Variation, durch die der Silberadler seinen Namen erhielt. Die hellere, fast weisse Variation hat auf der braunen Oberseite einen grossen Anteil
weissgrauer Federn auf den Flügeldecken und auf der Unterseite ist diese helle Farbvariante sehr hellbraun bis weissbraun gefiedert.
Zur Nahrung zählen kleine Vögel, kleine Säugetiere, Insekten und Reptilien.
Das Nest befindet sich auf einem Baum. Das Weibchen legt ihre 1 – 3 weissen mit braunen Tupfern versehenen Eier von August bis Oktober (in Westafrika? und ansonsten zwischen
September und Februar?). Das Weibchen brütet die Eier allein aus. Die jungen Silberadler schlüpfen nach 40 – 46 Tagen aus ihren Eiern und sind dann in 62 – 77 (120?) Tagen flügge. Die
Jungvögel sind braun gefiedert. Nur der Nacken und ein Teil der Flügeldecken haben einen weissgrauen Schimmer.
|
|
|
 |
 |
|
Mit freundlicher Genehmigung von Jörg Reinecke, www.safari-wangu.de, konnte das Foto verwendet werden.
|
|
 |
 |
|
07. Fleckenadler oder Haubenzwergadler lat. Hieraaetus ayresii, Gurney,
1862 (oder früher (nur warum?): Kleiner Habichtsadler oder Ayres-Habichtsadler oder Fleckenadler oder Afrika-Zwergadler oder Ayres-Zwergadler, lat. Hieraaetus dubius, Smith, 1830)
Der Fleckenadler erhielt bald von jedem Autor im Laufe der Zeit einen anderen Namen. Es geht los mit der lateinischen Bezeichnung Hieraaetus dubius. Hier findet man Kleiner
Habichtsadler ("Die Raubvögel"), den Ayres-Habichtsadler ("Die Raubvögel"), den Fleckenadler ("Die Greifvögel", "Die Raubvögel"), den Afrika-Zwergadler
("Weick: Die Greifvögel der Welt") und den Ayres-Zwergadler ("Weick: Die Greifvögel der Welt"). In den Büchern von Ferguson-Lees, Christie: „Die Greifvögel der Welt“ und die
„Die grosse Enzyklopädie der Vögel“ findet man nur den Fleckenadler mit der lateinischen Bezeichnung Hieraaetus ayresii. In beiden Fällen von Hieraaetus dubius (von Smith 1830 beschrieben) und Hieraaetus ayresii (von Gurney 1862 beschrieben) findet man die englische Bezeichnung Ayres's Hawk-Eagle.
Der Fleckenadler ist in den Waldrändern, in Höhen bis zu 3000m, an Waldflussläufen, südlich der Sahara bis zur Kap-Spitze, in Sierra Leona, Nordliberia, Westkamerun, Nordwestgabun,
Südwest-DR-Kongo, Südostkenia, Nordbotswana, Zentralmosambik, Zentraläthiopien und Südzentral-Eritrea verbreitet.
Der Kopf und die Oberseite sind dunkelbraun bis schwärzlich gefiedert. Über den Augen befindet sich bei den Männchen ein weisser Überaugenstreif. Die Stirn ist bei den Männchen
ebenfalls weiss. Die Weibchen haben das Weiss auf der Stirn und als Augenstreif kaum oder nicht. Die Haube ist meist angelegt. Der braune Schwanz besitzt dunkelbraune bis schwärzliche Binden. Die
Unterseite ist weiss grundgefiedert und dunkelbraun bis schwärzlich stark gestrichelt bzw. gefleckt. Die weiss befiederten Beine sind zum Teil auch dunkelbraun bis schwärzlich stark gestrichelt bzw.
gefleckt. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Es existieren auch bald ganz dunkelbraun bis schwärzlich gefiederte Vertreter. Die Länge beträgt 44 bis 57 cm.
Zur Nahrung zählen Säugetiere (wie z.B. Hörnchen) und Vögel.
|
 |
 |
|
08. Afrikanischer Habichtsadler lat. Hieraaetus spilogaster (früher: Hieraaetus faciatus spilogaster)
Die Afrikanischen Habichtsadler leben in den bewaldeten Gebieten, Savannen mit Bäumen, den Waldrändern, Regenwaldrändern, Buschlandschaften, offenen Wäldern, in Höhen bis zu 3000m,
südlich der Sahara bis zur Kapspitze, in Senegambien, Elfenbeinküste bis Eritrea bis Nordsomalia, Angola, Süd-DR-Kongo, Swasiland bis Nordost-Südafrika. Die Afrikanischen Habichtsadler sind einzeln oder
paarweise anzutreffen.
Die Oberseite ist sehr dunkelbraun bis schwarzbraun bis schwärzlich bis schwarz gefiedert. Zum Teil befinden sich auf der Oberseite weisse Flecken. Der Oberkopf und die
Gesichtsseiten sind sehr dunkelbraun bis schwarzbraun bis schwärzlich bis schwarz gefiedert. Die Iris ist orange. Über den Augen befindet sich ein feiner weisser Oberaugenstreifen. Die Schnabelspitze ist
schwarz. Unterhalb des Schnabels, die Kehle und die vorderen Halsseiten sind weiss gefiedert. Die Unterseite ist weiss grundgefiedert und mit kurzen sehr dunkelbraunen bis schwarzbraunen bis
schwärzlichen bis schwarzen Längsstreifen versehen. Die Beine sind weiss gefiedert. Der lange hellbraune Schwanz ragt über die Flügel hinaus und hat eine breite sehr dunkelbraune bis schwarzbraune bis
schwärzliche bis schwarze breite Endbinde und mehrere braune Binden. Die Grösse beträgt 55 bis 70 cm. Die Weibchen wiegen ca. 1,4 bis 1.6 kg. Die Männchen wiegen ca. 1,2 bis 1,3 kg.
Die Afrikanischen Habichtsadler jagen Beutetiere, die z.T. schwere und grösser sind als sie selbst.
Das Weibchen legt 2 Eier. Die jungen Afrikanischen Habichtsadler sind auf der Oberseite braun bis dunkelbraun gefiedert. Der Oberkopf und die Kopfseiten sind orangebraun gefiedert
und mit braunen Längsstreifen versehen. Die Unterseite ist braun bis rötlich grundgefiedert und mit dunkelbraunen kurzen Längsstreifen auf der Brust versehen.
|
|
|
 |
 |
|
Mit freundlicher Genehmigung von Elvira Wolfer, www.bushtrucker.ch konnten die Fotos (aufgenommen in den Samburu-Buffalo Springs Nationalreservaten) verwendet werden.
|
|
 |
 |
|
Die nachfolgenden Fotos wurden im Greifvogelpark Grafenwiesen aufgenommen.
|
|
|
 |
|
|
 |
|