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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Bussardartige, lat. Buteoninae
Gattung Bussarde, lat. Buteo

01. Mäusebussard, lat. Buteo Buteo
02. Unterart: Azorenbussard, lat. Buteo Buteo Rothschildi
03. Unterart: Falkenbussard, lat. Buteo Buteo Vulpinus
04. Schakalbussard oder Felsenbussard, lat. Buteo Rufofuscus
05. Unterart: Augurbussard, lat. Buteo Augur (früher: Buteo Rufofuscus Augur)
06. Adlerbussard oder Steppenbussard, lat. Buteo Rufinus
07. Rotschwanzbussard, lat. Buteo Jamaicensis
08. Königsrauhfussbussard oder Königsbussard, lat. Buteo Regalis
09. Rauhfussbussard, lat. Buteo Lagopus
10. Weissschwanzbussard, lat. Buteo Albicaudatus

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.

01. Mäusebussard
lat. Buteo Buteo

Der Mäusebussard, der am meisten verbreitetste Greifvogel, lebt in den nicht zu dichten Wäldern, im offenen Gelände, in Europa, in Asien bis zum Behringmeer. Mäusebussarde sind oft an Strassenrändern zu beobachten. Den Bestand gab man 2004 mit bis zu einer Millionen Mäusebussarden an. Die Mäusebussarde ziehen über den Winter in den Süden. Zu den Unterarten des Mäusebussards zählen der Azorenbussard, lat. Buteo Buteo Rothschildi (siehe dort), der Falkenbussard, lat. Buteo Buteo Vulpinus (siehe dort), der Zimmermann-Bussard, lat. Buteo Buteo Zimmermannae und der Kaukasus-Falkenbussard-Bussard, lat. Buteo Buteo Menetriesi.

Der Kopf und die Oberseite sind braun bis rotbraun bis grau bis dunkelbraun gefiedert. Die Unterseite ist, beginnend ab der Kehle, cremefarben bis weiss bis schmutzigweiss grundgefiedert. Die Kehle ist fein längsgestreift. Die ganze Unterseite ist aber andererseits sehr variabel und kann so auch mit Ausnahme eines stark braun bis rotbraun bis grau bis dunkelbraun getupften Vorderhalses auch rein cremefarben sein. Oder die Unterseite ist mit vielen braunen bis rotbraunen bis grauen bis dunkelbraunen Tupfern versehen. Der Schwanz ist gebändert mit 8 - 12 Binden. Insgesamt ist das Gefieder sehr variabel. Alle haben jedoch dunkle Handwurzelflecken und ein weisses Feld an den Flügelenden. Die Flügel sind breit. Die Flügelspannweite beträgt 113 - 128 cm. Der Mäusebussard ist 45 - 57 cm gross. Die Weibchen (Gewicht: 0,7 bis 1,2 kg) sind grösser als die Männchen (Gewicht: 0,5 bis 1,0 kg).

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (, wie beispielsweise Mäuse, junge Hasen), Vögel (, wie beispielsweise Drosseln und Krähen), Frösche, Insekten und Aas.

Die Balz beginnt im Februar. Die Mäusebussarde steigen schreiend in die Höhe und stützen sich 30 bis 40 m in die Tiefe, um dann wieder aufzusteigen. Diese Kreisflüge dienen auch der Revierverteidigung vor anderen Mäusebussarden. Auch bei den Mäusebussarden fliegen Männchen und Weibchen "übereinander" und es sind "Angriffe" des oben fliegenden Mäusebussards auf den darunter fliegenden Mäusebussard zu beobachten. Auch hier dreht sich der untere Vogel, so dass sich beide mit den Fängen berühren und festhalten können. Die Mäusebussarde fliegen bei alldem im Gleitflug und verfolgen sich in der Landschaft.

Das Nest wird in Wäldern auf Bäumen in 6 - 27 m Höhe angelegt. Das Weibchen legt von März bis Juni (je Region verschieden und im Norden zuletzt) die 2 - 6 kalkweissen mit (oder fast ohne!!) roten, braunen, graubraunen, grauen oder violetten Flecken versehenen Eier im Abstand von 2 - 3 Tagen in das Nest. Die Eier werden in 30 - 38 Tagen ausgebrütet. Flügge werden die jungen Mäusebussarde in 40 - 55 Tagen. Selbständig sind sie nach weiteren 40 - 55 Tagen. Die jungen Mäusebussarde sind nach 2 - 3 Jahren geschlechtsreif. Die Paare gehen lebenslange “Ehen” ein. Bei Messungen des Höchstalters kam heraus, dass Mäusebussarde bis zu 30 Jahre alt werden können.

Die linken Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst (erste zwei), in der Burgfalknerei Hohenbeilstein (folgende zwei), im Erlebnis-Wildpark Hanau “Alte Fasanerie” (folgendes Bild), im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg (folgende zwei) und im Bayerwald-Tierpark (folgende zwei) gemacht. Die Fotos in der mittleren Spalte wurden in der Falknerei / Wildpark Potzberg (erste drei), in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) (folgendes Bild), im Greifvogelgehege Bispingen (folgendes Foto) im Vogelpark Metelen (folgendes Foto) und in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg (folgenden Bild) gemacht. Die Fotos auf der rechten Spalte wurden im Vogelpark Irgenöd (erste zwei), in der Falknerei Obernberg (folgende zwei), im Wisentgehege Springe (folgende zwei) und im Greifvogelpark Telfes aufgenommen.

02. Unterart: Azorenbussard
lat. Buteo Buteo Rothschildi

Der Azorenbussard, eine Unterart des Mäusebussards (siehe dort), ist auf 7 der 9 Azoreninseln verbreitet.

Das Gefieder ist insgesamt dunkelrotbraun. Die weiss gefiederte Unterseite ist mit vielen kleinen dunkelbraunen Längsstreifen auf den Bauch versehen.

Zu Nahrung zählen kleine Säugetiere (z.B. Kaninchen, Mäuse, Ratten), Frösche und kleine Vögel.

Das Weibchen legt 2 – 3 Eier. Die jungen Azorenbussarde schlüpfen in ca. 30 Tagen aus den Eiern. Nach ca. 40 weiteren Tagen sind sie flügge. Befindet sich das Nest auf dem Boden, so vergeht nur halb soviel Zeit zum Flügge werden, da sich die Jungvögel bei ihren ersten Flugversuchen in der Nestenähe verstecken können.

Heute leben ca. 300 – 400 Paare des Azorenbussards in einer Dauerehe.

03. Unterart: Falkenbussard
lat. Buteo Buteo Vulpinus

Der Falkenbussard, eine Unterart des Mäusebussards (siehe dort), ist in Nordost- und Osteuropa und Asien (bis Sibirien) verbreitet. Der Falkenbussard tritt als Zugvogel im Winter in Ostafrika, Südafrika, im tropisches Afrika, Südwestasien, Arabien, auf. 

Die Oberseite ist dunkelbraun gefiedert. Die Unterseite und der Kopf sind braun bis rotbraun grundgefiedert und enthalten mitunter "Reste" oder vereinzelte weisse Querbindchen unterhalb der Brust. Der rotbraune Schwanz ist mit braunen Binden versehen. Die schlanken Flügel sind spitz. Die Augen sind zitronengelb. Der Körper ist schlank.

Der Falkenbussard existiert in 3 verschiedenen Farbvarianten. Die graubraune Farbvariante ist in Lettland, Estland und Skandinavien verbreitet. Die rotbraune Farbvariante ist zusätzlich weiter im Osten verbreitet. Die dunkle Farbvariante ist im südöstlichen Verbreitungsgebiet zu finden.

Diese Fotos wurden im Greifvogelgehege Bispingen gemacht.

04. Schakalbussard oder Felsenbussard
lat. Buteo Rufofuscus

Der Schakalbussard ist in Ost- und Südafrika in den gebirgigen Regionen und offenen Steppen in Namibia, Botswana und Mocambique verbreitet. Den Namen erhielt der Schakalbussard durch seinen Ruf.

Der Kehlkopf ist weiss gefiedert. Die Iris ist rötlichbraun. Die Unterseite ist leuchtend rot bis rötlich bis braunweiss bis braun. Je nach Farbvariante ist die Unterseite unter dem Bauch dann schwarz bis blauschwarz bis dunkelbraun grundgefiedert mit weissen Querstreifen und die Unterschenkel leuchtend rot bis rötlich oder die Unterseite ist ab dem Bauch und inkl. der Unterschenkel schwarz bis blauschwarz bis dunkelbraun grundgefiedert mit weissen Querstreifen versehen. Der Kopf ansonsten, die Flügel und der Oberrücken ist schwarz bis blauschwarz bis dunkelbraun, mitunter weiss gefleckt, gefiedert. Die Flügelunterseiten enthalten einen grossen Anteil weisser Federn. Der Unterrücken ist weiss-schwarz gebändert. Der kurze Schwanz ist rot bis rötlich. Der Schakalbussard ist 45 - 56 cm gross und wiegt ca. 1,5 kg. Die Weibchen sind grösser als die Männchen.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere und Eidechsen.

05. Augurbussard
lat. Buteo Augur (früher: Buteo Rufofuscus Augur)

Der Augurbussard lebt im offenen Gelände, in Felsnähe in Westafrika Äthiopien bis Angola bis in den Sudan.

Das Gefieder (Hinterkopf, Rücken, Flügel bis zum Schwanz) ist rotbraun bis schwarzbraun. Das Kinn und der Vorderhals sind hell bis weiss. Die Unterseite ist hell oder weiss gefiedert und kann mit dunklen Flecken versehen sein. Der breite und kurze Schwanz ist rötlich bis kastanienbraun gefiedert. Der Augurbussard ist zwischen 41 – 56 cm gross. Die Iris ist rötlichbraun. Eine andere Farbvariante mit einer schwarzen Unterseite existiert auch noch, ist aber sehr selten.

Die oberen Fotos wurden im Vogelpark Timmendorfer Strand gemacht (siehe 7. Leser-eMail). Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm gemacht.

06. Adlerbussard oder Steppenbussard
lat. Buteo Rufinus

Der Adlerbussard ist im warmen und trockenen Flachland, in den Halbwüsten, in den offenen Landschaften, im trockenem Bergland, in trockenen Hochgebirgsregionen, in den Steppen und Wüsten Südosteuropas, Ost- und Mittelasiens und Nordafrikas in Höhen bis zu 4.000 m südlich der Sahara verbreitet. Als Zugvogel zieht er im Winter nach Nordostafrika bis nach Nordindien (Südasien) und so auch nach Zypern und Griechenland. Der Bestand wird mit ca. 6.000 - 15.000 Paaren angegeben.

Die Oberseite ist dunkelbraun gefiedert, wobei die Federn einen hell- bis rotbraunen Federrand besitzen. Der Kopf und der Hals sind sehr variabel, von hellrot bis sandfarben. Die Iris des Altvogels ist gelb bis gelbbraun bis ockergelb und die Iris des Jungvogels ist braun. Das Gefieder ist am Vorderhals bis zur Brust rahmfarben bis hellbraun grundgefiedert und mit braunen Längsstreifen versehen. Die Unterseite ist (zum Teil bei einigen Exemplaren erst ab der Brust) einschliesslich der Unterschenkel rostbraun gefiedet. Andere Exemplare haben ab dem Hals das rostbraune Gefieder. Die Spannweite beträgt 126 - 148 cm. Die Fänge sind hellgelb. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert. Der Adlerbussard existiert in 3 verschiedenen, einer hellen, einer rötlichen oder rostroten und einer dunklen oder tiefschokoladenbraunen Farbvariante. Die dunkle oder tiefschokoladenbraune Farbvariante hat nur einen hellquergebänderten Schwanz. Das Männchen wiegt 0,6 - 1,3 kg und das Weibchen wiegt 1,1 - 1,6 kg und ist somit auch grösser. Der Adlerbussard ist 50 - 66 cm gross.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (, wie beispielsweise Mäuse: Wühlmäuse, Rennmäuse, aber auch Hamster, Ziesel und kleine Hasen), Vögel, Schlangen, Eidechsen und Insekten.

Die Nester befinden sich auf Bäumen, auf Felsen oder auf der Erde. Es kann durchaus vorkommen, dass die Nester zweier Adlerbussarde nur 50 m voneinander entfernt liegen. Das Weibchen legt 2 bis 5 weisse bis grünlichweisse mit braunen, hellgrauen und violetten Flecken versehene Eier in den Monaten März bis April. In 28 - 35 Tagen sind die Eier ausgebrütet. Flügge sind die jungen Adlerbussarde in weiteren 40 - 45 (52?) Tagen. Geschlechtsreif werden sie mit 2 - 3 Jahren. Die Jungvögel haben eine braune Unterseite. Die Oberseite ist dunkelbraun gefiedert. Der hellbraune gebänderte Schwanz hat eine dunkle Spitze.

Die linken Fotos wurden in der Adlerwarte Berlebeck (erste zwei) und in der Falknerei Ronneburg (folgendes Foto) gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) (erste drei), im Falkenhof Schütz (Kranichfeld) und im Vogelpark Steinen gemacht. Die rechten Fotos wurden in der Falknerei Lenggries (erste zwei), in der Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm, in der Greifenwarte am Rennsteig und im Greifvogelpark Saarburg gemacht.

07. Rotschwanzbussard
lat. Buteo Jamaicensis

Der Rotschwanzbussard ist in den Wüsten, Prärien, Gebirgen, Wäldern, offenen Gebieten Nord- und Mittelamerikas, von Alaska bis auf die Bahamas, in die Karibik (Virginische Inseln, Karibusche Inseln) bis nach Westpanama in 14 verschieden gefärbten Unterarten verbreitet.

Die Oberseite, der Kopf und der Nacken sind mittelbraun bis dunkelbraun bis schokoladenbraun gefiedert. Der Oberkopf und der Nacken können auch braun gefiedert sein. Der Schwanz ist rot bis rostbraun bis dunkelbraun. Die Unterseite ist weiss bis hellbraun bis rotbraun grundgefiedert und braun bis dunkelbraun auf dem Bauch gefleckt. Eine feine braune Bänderung ist ebenso vorhanden. Der Vorderhals ist hellbraun bis mittelbraun bis dunkelbraun bis schokoladenbraun (ähnlich dem Kopf) gefiedert. Die Iris ist braun bis dunkelbraun. Unterhalb der Augen befindet sich jeweils ein dunkelbraun bis schwarzer „Bartstreif“. Wiederum andere Unterarten sind auf der Oberseite und der Unterseite und am Schwanz einfarbig dunkel. Der Rotschwanzbussard ist 45 - 63 cm gross. Das Männchen wiegt ca. 1 kg und das Weibchen wiegt ca. 1,2 kg.

Zur Nahrung zählen Säugetiere (kleine Nagetiere), Vögel, Insekten, Schlangen und Reptilien.

Das Nest befindet sich auf einem Felsen, in einem Baum, an einem Gebäude oder in der Wüste auf einem Kaktus. Das Weibchen legt 1 bis 4 weisse Eier, die zum Teil rotbraun gefleckt sind. Eigentlich brütet das Weibchen allein die Eier in 28 bis 32 Tagen aus. Die Jungvögel sind in 45 Tagen flügge.

Die linken Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst (erste drei), in der Burgfalknerei Hohenbeilstein (folgende zwei) und im Greifvogelpark Saarburg (folgende zwei) gemacht. Die mittleren Fotos wurden im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten (erste drei), im Greifvogelpark Buchs (folgendes Foto), in der Falknerei Falkenstein, im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg und in der Falknerei Rabenstein ((Ahorntal / Fränkische Schweiz: Burg Rabenstein) folgende 2 Bilder) gemacht. Die rechten Fotos wurden in der Falknerei Ronneburg aufgenommen.

08. Königsrauhfussbussard oder Königsbussard
lat. Buteo Regalis

Der Königsbussard lebt in den halbtrockenen und trockenen offenen Landschaften, Halbwüsten, Agrarlandschaften, Graslandschaften in Nordamerika in West- und Zentral-USA, Südkanada bis nach Nordmexiko. Im Winter zieht er als Zugvogel nach Mexiko. Ein Bestand von ca. 5.000 Paaren wurde angegeben.

Es gibt eine helle, eine rötliche und eine dunkelbraune Farbvariante. Die helle und rötliche Farbvariante haben eine rötlichbraun bis rotbraun bis braun bis schwarzbraun grundgefiederte Oberseite. Die Oberseite wirkt mit all den Farben auch gescheckt. Der Oberkopf der hellen Farbvariante ist weiss gestrichelt und der Oberkopf der rötlichen Farbvariante ist wie die Oberseite gefiedert. Die Iris bräunlich oder gelblich. Die Unterschenkel sind rötlichbraun bis rotbraun bis braun bis schwarzbraun grundgefiedert und dunkelbraun bis schwarz gestreift. Die Fänge sind gelb. Die Unterseite ist weiss grundgefiedert und zum Teil, wenn überhaupt, mit Flecken versehen. Der Königsbussard ist 55 - 69 cm gross. Die dunkelbraune Farbvariante ist bald vollständig dunkelbraun (mit Ausnahme des braunen Bauches) gefiedert.

Zur Nahrung zählen Präriehunde, Kaninchen und Hasen.

Das Nest befindet sich auf einem Felsen oder Strommasten. Das Weibchen legt 2 bis 4 weisse, vereinzelt mit braunen Flecken versehene Eier. Die Eier sind in ca. 35 Tagen ausgebrütet. Flügge sind die Jungvögel in 7 bis 8 Wochen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Vogelpark Abensberg (links), in der in der Falknerei Adlerhorst (mitte) und in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg, heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (erstes Bild rechts) und in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (folgende zwei Bilder rechts) aufgenommen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde (links), in der Falknerei Burg Obernburg (mitte) und im Wisentgehege Springe (rechts) aufgenommen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Rabenstein (Ahorntal / Fränkische Schweiz: Burg Rabenstein; links), im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten (mitte) und in der Falknerei Oberfrauenau bei Zwiesel (rechts) aufgenommen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Wildparadies Tripsdrill (links), im Vogelpark Metelen (mitte) aufgenommen.

09. Rauhfussbussard
lat. Buteo Lagopus

Der Rauhfussbussard lebt in den lichten Wäldern, Gebirgsregionen, Tundren in der arktischen und subarktischen Gegend in Nordamerika, Nordeuropa bis nach Nordasien. Als Zugvogel verbringt er den Winter von Oktober bis April in Mitteleuropa und Eurasien oder ab September in den mittleren Breiten in der „Neuen Welt“ (USA). Insgesamt leben zwischen 115.000 - 200.000 Paare. Der Rauhfussbussard ist in mehrere Unterarten aufgegliedert, die sich bezüglich des Gefieders (hell bis dunkel) stark unterscheiden.

Die Oberseite ist schwarzbraun gefiedert, wobei die Federn einen weissen bis hellgrauen Rand besitzen. Der Kopf ist weiss bis grauweiss gemustert und mit vielen feinen dunkelbraunen bis schwarzbraunen Längsstrichen versehen. Die Iris ist braun. Die Unterseite ist weiss bis weissgrau grundgefiedert. Die Brust und die Beine sind am stärksten oder kräftigsten auf dem Bauch mit vielen braunen bis schwarzbraunen Tupfern oder Flecken versehen. Die Beine können auch braun bis schwarzbraun sein. Die Fänge sind gelb. Der Schwanz ist durch eine schwarze Endbinde gekennzeichnet. Beide Geschlechter sind gleichgefiedert. Die Spannweite beträgt zwischen 120 - 150 cm. Die Grösse beträgt 51 - 61 cm. Die Männchen wiegen 0,7 bis 1,0 kg und die Weibchen wiegen 0,8 bis 1,2 kg.

Zur Nahrung zählen hauptsächlich bis zu 90% Lemminge und Mäuse (zum Beispiel Wühlmäuse) und Aas.

Die Rauhfussbussarde führen ihre Balz nach der Rückkehr aus dem Winterquartier im März durch. Auch hat man bereits beobachtet, dass im Brutgebiet verpaarte Rauhfussbussarde sich bereits einfanden.

Das Nest befindet sich auf Bäumen, auf Felsen oder auf dem Boden. Das Weibchen legt im Zeitraum Mai bis Juni (je Region verschieden) im Abstand von 2 Tagen 2 bis 7 (sofern es viel Beute gibt, können es auch 5 bis 7) weisse(?), grünlich-bläuliche Eier, die etwas braun gefleckt sein können. Bei Nahrungsmangel fällt die Brut im entsprechenden Jahr aus. Allein das Weibchen brütet in 26 - 31 Tagen im Zeitraum Mai – Juni die Eier aus. Das Männchen jagt für das Weibchen und den Nachwuchs. Flügge sind die jungen Rauhfussbussarde in 35 Tagen oder in 40 bis 43 Tagen oder in 6 - 7 Wochen (je nachdem welche Literaturquelle man nimmt), wobei sich die Weibchen langsamer entwickeln als die Männchen. Bei akutem Nahrungsmangel kann es vorkommen, dass die oder der ältere Jungvögel den jüngsten Jungvogel auffrisst. Die jungen Rauhfussbussarde sind in 2 - 3 Jahren geschlechtsreif. Die Rauhfussbussarde leben in einer “Saisonehe“. Ein Höchstalter von 16 Jahren wurde festgestellt.

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Herbert Grimm vom Naturkundemuseum Erfurt www.naturkundemuseum-erfurt.de wurde das Foto verwendet.

Das mittlere Foto wurde im Zoologischen Museum Göttingen und das rechte Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg aufgenommen.

10. Weissschwanzbussard
lat. Buteo Albicaudatus

Der Weissschwanzbussard lebt im offenen Gelände, in trockenen und offenen Landschaften, feuchten Savannen und ist im Süden der USA bis nach Argentinien, Bolivien, Brasilien, Uruguay, Kolumbien und Venezuela, in Mittel- und Südamerika in drei Unterarten verbreitet. Einige der Standvögel ziehen im Winter in den Süden.

Das Gefieder ist auf den Schultern rotbraun. Hinterkopf und Oberrücken sind graubraun gefiedert. Der Unterrücken, der rötlichbraun bis grau gestreift ist, geht dann ins Weisse über. Die Unterseite ist hell- bis dunkelbraun oder je Variation auch bis weiss gefiedert. Unterhalb des Bauches und auf den Unterschenkeln befinden sich graue bis bräunliche Querbänder. Der weisse Schwanz, der feine graue Querbinden hat, hat ein breit braunschwarzes Band kurz vor dem weissen Schwanzende. Die Flügelspitzen sind braunschwarz. Die Grösse beträgt 59 bis 61 cm.

Zu seiner Nahrung zählen kleine Säugetiere, Schlangen, Käfer und Eidechsen.

Das Weibchen legt ihre 2 - 3 weissen mit braunen Flecken versehenen Eier auf einem Baum. Beide Elternteile brüten die Eier in 28 bis 31 Tage aus. Das Männchen beschafft das Futter. Flügge sind die Jungvögel in ca. 45 Tagen. Danach werden die Jungvögel noch einen Monat betreut.