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Fischadler lat. Pandion haliaetus
Die Fischadler sind in fast allen Gebieten mit Süss- oder Salzwasser, in Höhen bis zu 3000m, in verschiedenen Unterarten(?), die sich in Grösse und Färbung unterscheiden,
verbreitet. Die Fischadler benötigen zum Leben sauberes Wasser. Die in Europa und Asien lebende Unterart Pandion haliaetus haliaetus zieht in den Monaten August bis September nach Afrika (unter anderen Senegal bis Äthiopien), Indien und Südostasien bis zu den Sunda-Inseln in das Überwinterungsgebiet und kommt in den Monaten März bis Mai wieder zurück. Die in Nordamerika lebende Unterart Pandion
haliaetus carolinensis überwintert in Mittel- und Südamerika. Als Breitfrontenzieher überqueren die Fischadler Wüsten und Meere. Die in Kuba, Ostbelize, Yucatán und auf den Bahamas verbreiteten Vertreter
der Unterart Pandion haliaetus ridgwayi sind Standvögel. Standvögel sind auch die Vertreter der Unterart Pandion haliaetus cristatus mit dem Verbreitungsgebiet Sulawesi bis zu den Solomonen, Java, Philipinien und Australien. Die Autoren Ferguson-Lees / Christie („Die Greifvögel der Welt“) verweisen darauf, dass aufgrund durchgeführter DNA-Analysen die Unterarten in den Art-Status erhoben werden könnten. In diesem Zusammenhang würde dann Pandion
haliaetus ridgwayi zur Art carolinensis eingegliedert werden.
Im älteren Buch von Weick („Die Greifvögel der Welt“) wird die Unterart Pandion haliaetus cristatus mit dem Verbreitungsgebiet Australien südlich des 20° und Tasmanien angegeben. Weick führt zusätzlich die Unterart Pandion
haliaetus melvillensis mit dem Verbreitungsgebiet Australien nördlich des 20° an und gibt das Verbreitungsgebiet bis zu den Inseln Sumatra, Philippinen und Salomonen an. Die Unterart Pandion haliaetus melvillensis wird im 2009 erschienenen Buch von Ferguson-Lees / Christie („Die Greifvögel der Welt“) nicht mehr erwähnt.
In Großbritannien wurden die Fischadler um 1900 ausgerottet, weil sie den Fischern „zu viele“ Forellen und Lachse wegfingen und wegfrassen. Für die Ausrottung sorgten genauso
einerseits die Touristen und andererseits die Eiersammler, die Fischadler-Eier „einfach einsammelten“. In Westdeutschland wurde 1963 das letzte in Niedersachsen lebende Fischadlerpaar ausgerottet. Für den
Rückgang der Fischadler in den 60er Jahren in den USA war die Verwendung von DDT als Pestizid verantwortlich.
Erst im Jahre 1954 brütete das erste Fischadlerpaar wieder in Nordschottland. In Deutschland brüteten 1987 bereits wieder 51 Paare zum grössten Teil erfolgreich. In Deutschland vergrösserte
sich der Bestand von 147 Paaren im Jahr 1988 (laut „Charadrius“, 2010 (Heft 1-2)), auf 346 Paare im Jahr 1998 (laut „Charadrius“, 2010 (Heft 1-2)), auf 400 Paare (laut Dr. Mebs), auf 430 Paare, auf
460 Brutpaare im Jahr 2004, auf 550 Paare im Zeitraum 2007-2009 (laut „Charadrius“, 2010 (Heft 1-2)). Im Jahre 2003 wurde ein Welt-Gesamtbestand von 7900 bis 9500 Paaren festgestellt. In Nordeuropa brüten
inzwischen laut der Zeitschrift „Vögel“ (2/2010) ca. 7000 Paare. Im Jahre 1992 brüteten die ersten Fischadler auch wieder in Bayern und im Jahre 2008 wurden 4 bayrische Brutpaare gezählt.
Die
Stirn ist weissbraun gefiedert. Der Oberkopf und der Hinterkopf sind weiss gefiedert. Der Nacken ist weiss bis bräunlich gefiedert. Die Kopfunterseite ist weiss. Vom Schnabel zieht sich über die Augen (dunkelgelbe
Iris) ein breiter dunkelbrauner bis schwarzer Streifen an den Halsseiten vorbei zum Rücken hin. Der Rücken oder dann auch die Oberseite ist ebenso dunkelbraun bis schwarz gefiedert. Die Flügel sind schmal und die
Flügelspannweite beträgt 145 – 170 cm. Vom Vorderhals beginnend bis zur Oberbrust ist die Unterseite grauweiss bis weissbraun grundgefiedert und mit kurzen dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Die
Unterseite ist danach und die Beine sind weiss gefiedert. Die Füsse sind graublau. Die Zehen, er hat zwei gegenüberstehende Zehen, sind mit Schuppen und Spitzen für ein leichteres Erfassen der Beute besetzt. Die
Fischadler sind zwischen 50 – 70 cm gross. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Das Männchen wiegt zwischen 1,1 bis 1,8 kg und das Weibchen wiegt 1,2 bis 2,0 kg. Fischadler können bis zu 130 km/h
schnell fliegen. Die Reisegeschwindigkeit des Fischadlers beträgt 38 km/h.
Der Fischadler ist der einzige Adler, der sich eigentlich nur auf Fische (egal ob Süss-, Brack- oder Salzwasserfische)
spezialisiert hat. Die Fischadler suchen in einer Entfernung von 10 bis 60 m Höhe nach ihrer Beute, den 2 – 3 kg schweren Fischen (beispielsweise Karpfen, Forellen, Brachsen, Hechte). Eine Messung ergab
einmal, dass ein Fischadler mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h mit angelegten Flügeln auf den Fisch -dem Wasser entgegen- zustürzte. Die Nasenlöcher werden beim Eintauchen ins Wasser geschlossen. Der
Fischadler taucht mit den Füssen ins Wasser, ergreift den Fisch mit seinen spitzen Krallen, auch wenn er kurz untertauchen muss. Beim zupacken oder ergreifen des glitschigen Fisches helfen ihm seine spitzen Krallen
und die stachelartigen Schuppen (, die mit Harken versehen sind) auf den Zehensohlen. (Kein angeschnallter Autofahrer würde einen solchen Aufprall im Vergleich überleben.) Das Gefieder des Fischadlers ist
wasserabweisend. Diese Tatsache ermöglicht dem Fischadler im Wasser zu baden. So macht er unter anderem mit seinen ausgebreiteten Flügeln „Schwimmbewegungen“ und kann so an Land rudern oder kommt so auch
dann wieder in die Luft. Sobald der Fischadler den Fisch sicher ergriffen hat, fliegt er davon. Zur Erfolgsquote findet man in der Literatur entweder 20% oder 60 bis 70 %. Andererseits sollte der Fisch zu schwer /
gross sein, muss er ihn loslassen, um nicht selbst zu ertrinken, wenn ihn der Fisch ins tiefere Wasser hinunter ziehen will. Der Fischadler dreht mit dem Kopf den schweren Fisch während des Fortfliegens so um, dass
der Fischkopf nach vorn zeigt. Durch diese Verlegung des Schwerpunktes des Fisches ist er leichter für den Fischadler zu transportieren. Nur wenn das Wasser zugefroren ist, frisst er kleine Säugetiere und Vögel.
Eine Fischadlerfamilie mit drei jungen Fischadlern frisst (so eine Hochrechnung) im Zeitraum März bis September 4 Zentner Fische, was umgerechnet im Durchschnitt ein Fisch pro Tag bedeutet.
Die männlichen
Fischadler führen im März ihre Balzflüge mit einem Fisch in einem der Fänge durch. Auch sind Sturzflüge von bis zu 300 m beobachtet worden. Das Männchen begattet das Weibchen zwischen 150 bis zu 288 Mal (so
eine Zählung).
Das Nest, welches sich in Gewässernähe befindet, wird mehrere Jahre benutzt und befindet sich auf Bäumen (zu 85 Prozent auf Kiefern), auf Felsen oder dem Boden. Das
Fischadlerweibchen legt im Abstand von 1 bis 7 Tagen ihre 2 – 4 weiss bis cremeweiss grundgefärbten mit bläulichdunkelbraunen, braunen, schokoladenbraunen oder rot gefleckten Eier im Zeitraum März bis Juni.
Die Eier werden von beiden Elternvögeln in 33 – 43 Tagen ausgebrütet. Das Männchen versorgt dabei das Weibchen mit Nahrung. Allein brütet das Weibchen nur selten die Eier aus. Das Weibchen füttert den
oder die Jungvögel mit Fischstück(ch)en. Der Jungvogel nimmt dem Weibchen dabei die Fischstücke vom Schnabel ab. Die jungen Fischadler verlassen nach ca. 8 – 10 Wochen oder 50 bis 60 Tagen oder nach
ca. 7 bis 8 Wochen (je nachdem welche Literaturquelle man hat) das Nest bzw. sind flügge. Es dauert dann einige Zeit bis die jungen Fischadler das „fischen“ gelernt haben. Bis zum Abflug in das
Winterquartier bleibt die Fischadlerfamilie zusammen. Geschlechtsreif werden die Fischadler mit 3 – 5 Jahren und bis dahin überlebt meist nur ein Drittel aller Jungvögel. Die Fischadler werden in Freiheit
ca. 25 Jahre alt.
Zur Art oder Unterart: Pandion haliaetus haliaetus
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