|
01. Fischadler lat. Pandion Haliaetus
Der Fischadler ist fast auf allen Erdteilen in 6 Unterarten, die sich in Grösse und Färbung unterscheiden, verbreitet. Die Unterart Pandion Haliaetus Ridgwayi ist zum Beispiel nur in Kuba, Honduras und auf den Bahamas vertreten. Der Fischadler ist nur nicht in Südamerika, in der Arktis und in der Antarktis verbreitet. Die einen Fischadler sind Standvögel und die anderen sind Zugvögel. Die Zugvögel fliegen in das Winterquartier in den Monaten August bis September nach Afrika (Senegal bis Äthiopien), nach Südasien und nach Südamerika und kehren in den Monaten März bis Mai wieder zurück. Als Breitfrontenzieher überqueren sie Wüsten und Meere.
Der Fischadler benötigt zum Leben sauberes Wasser. In Großbritannien wurden die Fischadler um 1900 ausgerottet, weil sie den Fischern die Forellen und Lachse wegfingen oder wegfrassen. Auch Touristen störten
die Fischadler. Andererseits gab es auch Eiersammler, die für die Ausrottung sorgten. Das erste Brutpaar entdeckte man wieder im Jahre 1954. Im Jahre 1987 waren es bereits 51 Paare, die zum grössten Teil erfolgreich
brüteten. Für den Rückgang der Fischadler in den USA in den 60er Jahren war die Verwendung von DDT als Pestizid verantwortlich. In Deutschland leben laut Dr. Mebs 400 Fischadler-Paare. Im Laufe der Zeit vergrösserte
sich der Bestand der deutschen Fischadler auf 430 Paare, im Jahre 2004 waren es 460 Brutpaare. Im Jahre 2003 wurde ein Welt-Gesamtbestand von 7900 bis 9500 Paaren festgestellt. In Nordeuropa brüten inzwischen laut
der Zeitschrift „Vögel“ (2/2010) ca. 7000 Paare. Fischadler können bis zu 130 km/h schnell fliegen. Die Reisegeschwindigkeit des Fischadlers beträgt 38 km/h.
Die Stirn ist weissbraun gefiedert. Der
Oberkopf und der Hinterkopf sind weiss gefiedert. Der Nacken ist weiss bis bräunlich gefiedert. Die Kopfunterseite ist weiss. Vom Schnabel zieht sich über die Augen (dunkelgelbe Iris) ein breiter dunkelbrauner bis
schwarzer Streifen an den Halsseiten vorbei zum Rücken hin. Der Rücken oder dann auch die Oberseite ist ebenso dunkelbraun bis schwarz gefiedert. Die Flügel sind schmal und die Flügelspannweite beträgt 145 –
170 cm. Vom Vorderhals beginnend bis zur Oberbrust ist die Unterseite grauweiss bis weissbraun grundgefiedert und mit kurzen dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Die Unterseite ist danach und die Beine sind weiss
gefiedert. Die Füsse sind graublau. Die Zehen, er hat zwei gegenüberstehende Zehen, sind mit Schuppen und Spitzen für ein leichteres Erfassen der Beute besetzt. Die Fischadler sind zwischen 50 – 70 cm gross.
Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Das Männchen wiegt zwischen 1,1 bis 1,8 kg und das Weibchen wiegt 1,2 bis 2,0 kg.
Der Fischadler ist der einzige Adler, der sich eigentlich nur auf Fische (egal ob
Süss-, Brack- oder Salzwasserfische) spezialisiert hat. Die Fischadler suchen in einer Entfernung von 10 bis 60 m Höhe nach ihrer Beute, den 2 – 3 kg schweren Fischen (beispielsweise Karpfen, Forellen,
Brachsen, Hechte). Eine Messung ergab einmal, dass ein Fischadler mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h mit angelegten Flügeln auf den Fisch -dem Wasser entgegen- zustürzte. Die Nasenlöcher werden beim
Eintauchen ins Wasser geschlossen. Der Fischadler taucht mit den Füssen ins Wasser, ergreift den Fisch mit seinen spitzen Krallen, auch wenn er kurz untertauchen muss. Beim zupacken oder ergreifen des glitschigen
Fisches helfen ihm seine spitzen Krallen und die stachelartigen Schuppen (, die mit Harken versehen sind) auf den Zehensohlen. (Kein angeschnallter Autofahrer würde einen solchen Aufprall im Vergleich überleben.)
Das Gefieder des Fischadlers ist wasserabweisend. Diese Tatsache ermöglicht dem Fischadler im Wasser zu baden. So macht er unter anderem mit seinen ausgebreiteten Flügeln „Schwimmbewegungen“ und kann so an
Land rudern oder kommt so auch dann wieder in die Luft. Sobald der Fischadler den Fisch sicher ergriffen hat, fliegt er davon. Zur Erfolgsquote findet man in der Literatur entweder 20% oder 60 bis 70 %. Andererseits
sollte der Fisch zu schwer / gross sein, muss er ihn loslassen, um nicht selbst zu ertrinken, wenn ihn der Fisch ins tiefere Wasser hinunter ziehen will. Der Fischadler dreht mit dem Kopf den schweren Fisch während
des Fortfliegens so um, dass der Fischkopf nach vorn zeigt. Durch diese Verlegung des Schwerpunktes des Fisches ist er leichter für den Fischadler zu transportieren. Nur wenn das Wasser zugefroren ist, frisst er
kleine Säugetiere und Vögel. Eine Fischadlerfamilie mit drei jungen Fischadlern frisst (so eine Hochrechnung) im Zeitraum März bis September 4 Zentner Fische, was umgerechnet im Durchschnitt ein Fisch pro Tag
bedeutet.
Die männlichen Fischadler führen im März ihre Balzflüge mit einem Fisch in einem der Fänge durch. Auch sind Sturzflüge von bis zu 300 m beobachtet worden. Das Männchen begattet das Weibchen
zwischen 150 bis zu 288 Mal (so eine Zählung).
Das Nest, welches sich in Gewässernähe befindet, wird mehrere Jahre benutzt und befindet sich auf Bäumen (zu 85 Prozent auf Kiefern), auf Felsen oder dem Boden. Das
Fischadlerweibchen legt im Abstand von 1 bis 7 Tagen ihre 2 – 4 weiss bis cremeweiss grundgefärbten mit bläulichdunkelbraunen, braunen, schokoladenbraunen oder rot gefleckten Eier im Zeitraum März bis Juni.
Die Eier werden von beiden Elternvögeln in 33 – 43 Tagen ausgebrütet. Das Männchen versorgt dabei das Weibchen mit Nahrung. Allein brütet das Weibchen nur selten die Eier aus. Das Weibchen füttert den oder die
Jungvögel mit Fischstück(ch)en. Der Jungvogel nimmt dem Weibchen dabei die Fischstücke vom Schnabel ab. Die jungen Fischadler verlassen nach ca. 8 – 10 Wochen oder 50 bis 60 Tagen oder nach ca. 7 bis 8
Wochen (je nachdem welche Literaturquelle man hat) das Nest bzw. sind flügge. Es dauert dann einige Zeit bis die jungen Fischadler das „fischen“ gelernt haben. Bis zum Abflug in das Winterquartier bleibt die
Fischadlerfamilie zusammen. Geschlechtsreif werden die Fischadler mit 3 – 5 Jahren und bis dahin überlebt meist nur ein Drittel aller Jungvögel. Die Fischadler werden in Freiheit ca. 25 Jahre alt.
|