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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 2: Eulen, lat. Strigidae
Unterfamilie Echte Eulen, lat. Buboninae
Gattungen Fischuhus und Fischeulen / Bubo (oder früher: Ketupa), Scotopelia

Vorbemerkung:
Die Eulenforscher Prof. König, Weick und Becking führten aufgrund durchgeführter DNA- und Stimmuntersuchungen neue Eulen-Namen ein und änderten damit auch die Eulen-Klassifizierung (veröffentlicht 1999 in deren Buch „Owls – Guide to the World of the World“, übernommen im Auszug in der IGSEE Broschüre „Eulenbestand 2008“), so dass die Fischuhus nun zur Gattung Bubo gehören. Über die in der Vergangenheit veröffentlichten Bücher, die den jeweiligen Wissenstand oder die Auffassung bezüglich der Eingliederung in die Klassifizierung zur “Laienverwirrung” wiedergeben, zeigt der nachfolgende Sachverhalt. So wird mit Bubo Ketupu der Sunda-Fischuhu ("Die grosse Enzyklopädie der Vögel“, „Die Vögel der Welt“) bezeichnet. Im Buch "Urania Tierreich, Band Vögel" findet man unter der lateinischen Bezeichnung Ketupa Ketupu den Sunda-Fischuhu. Im Buch „Eulen“ findet man neben Bubo Ketupu auch Ketupa Ketupu und dort findet man auch nur die Bezeichnung Roter Fischuhu, denn schliesslich gehört laut diesem Buch der Rote Fischuhu zum Formenkreis des Sunda-Fischuhus. Im „Erkennungsband 3 des Washingtoner Artenschutzabkommens“ findet man nur Ketupa Ketupu und nur die deutsche Bezeichnung Malaien-Fischuhu. Andererseits findet man dann auch im Buch "Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs" unter Malaien-Fischuhu nur die lateinische Bezeichnung Ketupa Ketupa. Im Buch „Die Welt der Eulen“ findet man unter Ketupa Ketupa nur den Roten Fischuhu. Das Buch „Eulen“ gibt die deutsche Bezeichnung Malayenfischeule für die lateinische Bezeichnung Ketupa Ketupa an. Bezieht man weitere Fachliteratur ein, so stellt man bezüglich des "Roten Fischuhus" fest oder bekommt bestätigt, dass es 3 afrikanische Fischeulenarten, lat. Scotopelia und 4 asiatische Fischuhuarten, lat. Ketupa ("Das moderne Tierlexikon"; Band 3 und "Grosses Lexikon der Tiere"; Band 1) gibt. Im Buch "Eulen" werden die 3 afrikanische Fischeulenarten (Scotopelia) und die 13 Uhuarten (Bubo und Ketupa, wobei hier nur die folgenden lateinischen Namen Ketupa s. str., Ketupa Flavipes, Zeylonensis und Blakistoni aufgeführt sind) zusammengefasst und aufgelistet. Auch im Buch "Owls of the world" findet man (auch nur) Ketupa Ketupa, Ketupa Zeylonensis, Ketupa Flavipes und Ketupa Blakistoni.

Unklar ist aufgrund verschiedener Literaturquellen, ob die Einteilung (oder besser Zwei-Teilung, es gibt schliesslich 5 Unterarten) für die nachfolgenden zwei Beschreibungen (Ein und dieselbe Art? Rechtschreibfehler in der Literatur bei “Ketupa Ketupa”?) des Sunda-Fischuhus oder Roten Fischuhus, lat. Bubo Ketupu, (oder früher: lat. Ketupa Ketupu) und des Malaien-Fischuhus oder Roten Fischuhus oder Malayenfischeule, lat. Bubo Ketupa, (oder früher: lat. Ketupa Ketupa (?) korrekt ist.

01. Riesenfischuhu oder Mandschurenfischuhu oder Mandschurischer Fischuhu, lat. Bubo Blakistoni, (oder früher: lat. Ketupa Blakistoni)
02. Sunda-Fischuhu oder Roter Fischuhu, lat. Bubo Ketupu, (oder früher: lat. Ketupa Ketupu)
03. Malaien-Fischuhu oder Roter Fischuhu oder Malayienfischeule, lat. Bubo Ketupa, (oder früher: lat. Ketupa Ketupa (?)
04. Unterart: Fischeule oder(?) Sunda-Fischuhu(?), lat. Ketupa Javanensis oder Bubo Ketupa Javanensis  
05. Ceylonfischuhu oder Indische Fischeule oder Wellenbrustfischuhu oder brauner Fischuhu oder kurz: Fischuhu, lat. Bubo Zeylonensis, (oder früher: lat. Ketupa Zeylonensis oder(?) lat. Ketupa Ceylonensis)
06. Unterart: Leschenaults Brauner Fischuhu, lat. Bubo Zeylonensis Leschenault

07. Himalaja-Fischuhu oder Gelbrauner Fischuhu oder Gelbfischeule, lat. Bubo Flavipes, (oder früher: lat. Ketupa Flavipes oder (!) Bubo Ketupu Flavipes)
08. Bindenfischeule oder Afrikanische Fischeule, lat. Scotopelia Peli
09. Rotrücken-Fischeule oder Rote Fischeule oder Rotfischeule, lat. Scotopelia Ussheri
10. Mamorfischeule oder Streifen-Fischeule oder Streifeneule oder Bouvierfischeule, lat. Scotopelia Bouvieri

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.

01. Riesenfischuhu oder Mandschurenfischuhu oder Mandschurischer Fischuhu
lat. Bubo Blakistoni (oder früher: lat. Ketupa Blakistoni)

Der Riesenfischuhu lebt an den Gewässern, Flüssen und Seen in den bald undurchdringlichen Regionen Nordchinas, Nordostchinas, Ostsibiriens, Sachalin, Hokkaidos und Ussuriens. Vor allem sind die Riesenfischuhus an den grossen Flüssen, bei flachen Zuflüssen und kiesigen Landzungen der Taiga, wie Bolschaja, Ussurka, Bikin und Chor sowie an der Küste zum Ochotskischen Meer anzutreffen. Flüsse, die nicht im Winter zufrieren, werden bevorzugt. In diesen Regionen leben 150 bis 200 Paare. In Japan leben noch ca. 25 Paare. In China wurde 1984 kein Riesenfischuhu mehr gesehen. In einer Literaturangabe von 2007/2008 findet man 500 Paare. Insgesamt gibt es 4 Unterarten. Als Standvögel bleiben die Riesenfischuhus in den Revieren. Ausnahmen gibt es nur in strengen Wintern, wo die Flüsse zufrieren, so dass die Riesenfischuhus in kleinen Gruppen nach neuer Beute umherziehen.

Das Gesicht ist graudunkelbraun. Der Schnabel ist gelb. Die Federohren sind dunkelbraun. Die Iris ist gelb. Der Oberkopf ist fein dunkelbraun – hellbraun gestreift. Die Oberseite und die Flügel sind dunkelbraun grundgefiedert und mit hellbraunen Streifen versehen. Die Vorderseite ist hellbraun grundgefärbt und mit kaum erkennbaren feinen dunkelbraunen Querbinden versehen und deutlich mit längeren dunkelbraunen Längsstreifen gemustert. Die Beine sind hellbraun bis braun befiedert. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen (scharfe "Harken"), die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische gut dienlich sind. Der Riesenfischuhu ist 46 – 70 cm gross.

Zur Nahrung zählen grösstenteils Fische (wie beispielsweise Forellen, Lachse, Saiblinge) und kleine Flusskrebse, kleine Vögel und kleine Säugetiere (wie beispielsweise Bisamratten oder Eichhörnchen). Die Fische werden, so wie es Fischadler tun, aus dem Wasser gerissen oder gegriffen. Frösche werden vermehrt im Frühjahr gefressen. Im Winter werden die Fische an oder aus Eislöchern erbeutet.

Die Balz beginnt im verschneiten Februar, dann wenn es am kältesten ist, und endet im Mai. Das Nest befindet sich in einer Höhe von 12 bis 18 m in einer grossen Baumhöhle. Das Weibchen legt von Februar bis März ihre 1 – 2 schmutzig weissen oder mattweissen Eier dorthinein. Die jungen Riesenfischuhus -allein vom Weibchen ausgebrütet- schlüpfen nach ca. 35 bis 37 Tagen im April. Die jungen Riesenfischuhus haben ein graues Duhnenkleid. In der ersten Zeit, solange die Jungvögel noch klein sind, beschafft nur das Männchen die Beute (zum Beispiel Frösche), später wenn die Jungvögel gross sind, hilft das Weibchen mit. Solange der Nachwuchs nicht flügge ist, beschützt das Weibchen den Nachwuchs vor Mardern und anderen Feinden. Die ersten Flugversuche erfolgen im Zeitraum Mai bis Juni, in ca. 8 Wochen. Gefüttert werden die jungen Riesenfischuhus bis in den Dezember, notfalls bis zum Frühjahr. Die wenigsten Riesenfischuhus brüten jedes Jahr erfolgreich. Geschlechtsreif werden die Riesenfischuhus mit 2 bis 3 Jahren.

Mit freundlicher Genehmigung von Natalia Tsarkova wurden die Fotos von einem Riesenfischuhu von Yuri Shibnev, www.natur-russland.de, verwendet. Dieser Riesenfischuhu brütet in einer Baumhöhle. Die Fotos (unten) wurden im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gemacht.

02. Sunda-Fischuhu oder Roter Fischuhu
lat. Bubo Ketupu (oder früher: lat. Ketupa Ketupu)

Der Sunda-Fischuhu lebt an Flüssen, Seen im Urwald, an den Mangrovensümpfen und auf der indonesischen Inselwelt, in Borneo, Thailand, Java, Sumatra, Hinterindien, Kalimanten, Malaysia und Bangka in 5 Unterarten. Die Sunda-Fischuhus baden gerne.

Die Oberseite des Sunda-Fischuhus ist dunkelbraun gefiedert und hellbraun gesprenkelt. Die Unterseite ist gelbbraun und fein rotbraun gestreift. Der braune Gesichtsschleier ist fein gestreift. Auf den Flügeln und auf dem Schwanz befinden sich helle und dunkle Bänder. Die Iris ist gelb. Die Federohren stehen vom Kopf ab. Der Sunda-Fischuhu ist 38 – 46 cm gross. Die nackten Füsse sind grauweiss bis grüngelb. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Das Gefieder kann jedoch auch variieren, so dass Sunda-Fischuhus mit rotbrauner Gefiederfärbung mit braunen Längsstreifen vorkommen können.

Zur Nahrung zählen Fische, kleine Säugetiere, Frösche, Krebse, Krabben, Schlangen, Vögel und Wasserkäfer. Die Fische werden, nachdem sie entdeckt wurden, im "Vorbeiflug" aus dem Wasser gegriffen und "so herausgerissen". Im flachen Wasser läuft der Sunda-Fischuhu durch das Wasser auf der Suche nach der Beute.

Das Weibchen legt das eine Ei in eine Baumhöhle und brütet es dort aus. Der Brutzeitraum ist je Region (zum Beispiel bis Februar) verschieden.

Diese Fotos wurde im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gemacht.

03. Malaien-Fischuhu oder Malayische Fischeule oder Roter Fischuhu oder Malayienfischeule
lat. Bubo Ketupa, (oder früher: lat. Ketupa Ketupa (?)

Die Malayische Fischeule lebt an Flüssen, Seen und Reisfeldern, in den Mangroven- und Küstenwäldern in Burma, Java, Malaysia bis Borneo.

Das Gefieder auf der Unterseite ist gelblichbraun bis hellbraun mit feinen langen und kurzen dunkelbraunen Streifen. Die Oberseite und die Flügel sind dunkelbraun gefiedert und hellbraun gesprenkelt. Die Füsse sind unbefiedert. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Die Malayische Fischeule besitzt Federohren. Die Iris ist gelb. Der Schnabel ist bleifarben. Die Malayische Fischeule ist 38 - 46 cm gross.

Die Nahrung besteht in der Regel aus Fischen, kleinen Vögeln, kleinen Säugetieren, Eidechsen und Schlangen.

Die Malayische Fischeule brütet in Baumhöhlen ihre 1 – 3 weissen Eier in 5 Wochen aus. Das Männchen füttert das Weibchen während dem Brüten und die jungen malayischen Fischeulen später mit. Auch das Weibchen beteiligt sich später bei der Beschaffung des Futters. Flügge sind die jungen malayischen Fischeulen in 10 Wochen. Die Malayische Fischeule lebt paarweise. Sie schläft nur an getrennten Plätzen.

Diese Fotos wurde im Vogelpark Timmendorfer Strand gemacht.

04. Unterart: Fischeule oder Sunda-Fischuhu
lat. Ketupa Javanensis oder Bubo Ketupa Javanensis

Die Fischeule lebt in Sumatra, Java und Borneo.

Möglicherweise (aufgrund der unklaren lateinischen Namensgebung ) eine Unterart des Sunda-Fischuhus oder Roten Fischuhus, lat. Bubo Ketupu, (oder früher: lat. Ketupa Ketupu) und des Malaien-Fischuhus oder Roten Fischuhus oder Malayenfischeule, lat. Bubo Ketupa, (oder früher: lat. Ketupa Ketupa (?). Vielleicht gibt der lateinische Name "Javanensis" auch "nur" die Herkunft, die Java-Insel, an. (Eigenständige Art? Unterart?)

Dieses Foto wurde im Hessischen Naturkundemuseum Darmstadt gemacht.

05. Ceylonfischuhu oder Indische Fischeule oder Wellenbrustfischuhu oder brauner Fischuhu oder kurz: Fischuhu
lat. Bubo Zeylonensis, (oder früher: lat. Ketupa Zeylonensis oder(?) lat. Ketupa Ceylonensis)

Der Fischuhu lebt (bis zu 2000 m hoch) an den Flüssen und Seen in den Wäldern der Südtürkei, Südchinas, Ceylon, Nordsyriens, Südostiraks, Indiens, in Südostasien und im Mittleren Osten als Standvogel.

Die Oberseite ist dunkelbraun gefiedert und mit hellbraunen Bändern auf den Flügeln versehen. Die Grundfärbung des Gesichts ist rotbraun bis dunkelbraun. Der Kehlkopf ist weiss grundgefiedert. Die Stirn kann(!) weiss gefiedert sein. Die grossen Augen sind orangegelb bis goldgelb. Der Fischuhu besitzt eine feine Querbänderung des Bauchgefieders, die durch starke dunkle Längsstreifen überdeckt wird. Die Füsse sind unbefiedert. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Der Schwanz ist lang. Der Fischuhu ist 48 – 57 cm gross.

Zur Nahrung des Fischuhus zählen Fische, kleine Säugetiere (z.B. Ratten), Schlangen, Vögel (z.B. Hühner), Krabben, Insekten und Krebse. Die an der Oberfläche schwimmenden Fische werden mit den ausgestreckten Krallen beim Fliegen über dem Wasser gefasst, ohne dabei mit dem Gefieder in das Wasser einzutauchen. Auch ein durchlaufen des Wassers auf der Suche nach Fischen wurde beobachtet. Der Fischuhu jagt meistens nachts.

Der Fischuhu legt seine 1 - 2 Eier im Zeitraum (je Region verschieden) Dezember bis März in eine Höhle (Baum- oder Felshöhle oder Felsnische), auf einen Felsen oder in ein verlassenes Adlernest. Auch zusammenliegende Äste dienen mitunter als Nistplattform. Das Nest befindet sich in Süsswassernähe und wird mehrere Jahre benutzt. Das Nest besteht mitunter aus Moos, Farnen und Orchideen oder ist entsprechend gepolstert. Beide Elternteile brüten die Eier in ca. 35 Tagen aus. Das Männchen beschafft die Nahrung.

Eine der vier Unterarten des Ceylonfischuhus oder der Indischen Fischeule oder Wellenbrustfischuhus oder braunen Fischuhus oder kurz: Fischuhus ist Leschenaults Brauner Fischuhu (siehe dort)

Das linke Foto wurde im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt) gemacht. Das mittlere Foto wurde im Naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg aufgenommen. Die rechten Fotos wurden im Naturkundemuseum Erfurt aufgrund der Sonderausstellung „Eulen und Käuze“ zum 200. Geburtstag von Charles Darwin aufgenommen.

06. Unterart: Leschenaults Brauner Fischuhu
lat. Bubo Zeylonensis Leschenault

Leschenaults Brauner Fischuhu ist in Ostindien und Thailand verbreitet.

Leschenaults Brauner Fischuhu ist eine Unterart des Ceylonfischuhus oder der Indischen Fischeule oder Wellenbrustfischuhus oder braunen Fischuhus oder kurz: Fischuhus (siehe dort).

07. Himalaja-Fischuhu oder Gelbrauner Fischuhu oder Gelbfischeule
lat. Bubo Flavipes, (oder früher: lat. Ketupa Flavipes oder (!) Bubo Ketupu Flavipes)

Der Himalaja-Fischuhu ist in Südchina, Vietnam, Indien, Bhutan, Birma, Laos, Nepal, Taiwan und Bangladesch verbreitet.

Die Oberseite ist hellbernsteinbraun grundgefiedert und graubraun gestreift. Zusätzlich befinden sich auf der Oberseite weisse und sandfarbene Tupfer. Die grossen Federohren stehen ab. Das Gesicht ist rotbraun bis hellbernsteinfarben gefiedert. Die Augen sind gelb. Es sind kurze weisse Augenbrauen vorhanden. Das Kinn und die Kehle sind weiss gefiedert. Die Unterseite ist gelb bis graubraun bis hellbernsteinfarben grundgefiedert und mit graubraunen bis dunkelrotbraunen bis fahlrötlichbraunen Längsstreifen versehen. Die Füsse sind bis zur Hälfte befiedert. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Der graubraune Schwanz ist gelbbraun bis sandfarben gestreift. Die Grösse beträgt 45 bis 53 cm.

Die Nahrung besteht aus Fisch.

08. Bindenfischeule oder Afrikanische Fischeule
lat. Scotopelia Peli

Die Bindenfischeule ist als Standvogel in den Feuchtgebieten, den bewaldeten See- und Flussgebieten im Flachland und Hochgebirge, dem Regenwald, in den Savannen, in den Halbwüsten, in Höhen bis zu 1700m, in Afrika bis zum Süden der Sahara, im östlichen Afrika bis an den indischen Ozean in Nigeria, Kongo, Äthiopien, Senegal, Botswana verbreitet. Ihr Ruf ist 3 km weit zu hören. Das Revier ist 5 bis 6 km gross.

Die Oberseite bis zum Schwanz ist dunkelgelbrötlich bis graubraun und rotbraun grundgefiedert und braun bis dunkelbraun quergestreift / gebändert. Das Gesicht ist weissgelbbraun oder hellbernsteinfarben gefiedert. Die Iris ist dunkelbraun bis schwarz. Federohren sind nicht vorhanden. Die Unterseite ist weissgelblich grundgefiedert und mit feinen braunen Tupfern bzw. feinen braunen Längsstreifen versehen. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitzte Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren festhalten und ergreifen der rutschigen Fische gut dienlich sind. Die Flügel sind kurz und rund. Die Flügelspannweite wird mit 150 bis 153 cm angegeben. Die Bindenfischeule ist 51 – 65 cm gross.

Zur Nahrung zählen Fische (wie zum Beispiel: Hechte, Welse, Brassen mit einem Gewicht von durchschnittlich 100 bis 300g; in Einzellfällen auch schwerere Fische). Diese Beute erspäht die Bindenfischeule von einem erhöhten Sitzplatz über dem Wasser. Die Bindenfischeule ergreift die Beute aus dem Wasser ohne hineinzutauchen von der Oberfläche. Die Fische werden in der Regel nachts erbeutet, wobei momentan noch unklar ist, wie die Bindenfischeule nachts die Fische im Wasser entdeckt. Von den Fischen frisst sie zuerst den Kopf, wobei auch beobachtet wurde, dass sie manchmal nur den Kopf frisst. Ansonsten jagt Sie gerne auch auf Sandbänken. Die Bindenfischeule frisst auch kleine Säugetiere, kleine Vögel, Krebse, Krabben, Frösche, kleine Krokodile und Muscheln.

Die männliche Bindenfischeule ruft in der Balzzeit in der Nacht in tiefen Tönen. Die Antwort-Töne der weiblichen Bindenfischeulen sind verschiedenartig. Nach der Begattung erfolgt die Suche nach eine Höhle zum legen der Eier.

Als Nest dient ein verlassenes Nest (eines Adlers) oder eine Baumhöhle. Das Weibchen brütet in 32 Tagen bis ca. 5 Wochen während der Trockenzeit (, was das Erbeuten der Fische erleichtert,) ihre 85g leichten 1 bis 4 weissen Eier aus. Die jungen Eulen schlüpfen im Abstand von 5 Tagen. Das Männchen beschafft die Beute für das Weibchen und die jungen Bindenfischeulen. Es ist auch beobachtet worden, dass beide Elternteile die Jungvögel füttern. Flügge sind die jungen Bindenfischeulen in ca. 10 Wochen. Die Jungvögel werden anschliessend weitere 2 bis 4 Monate betreut. Mit 15 Monaten haben die jungen Bindenfischeulen ihre endgültige Gefiederfärbung erhalten.

09. Rotrücken-Fischeule oder Rote Fischeule oder Rotfischeule
lat. Scotopelia Ussheri

Die Rote Fischeule ist an den Flüssen in den Wäldern, in den Regenwäldern Westafrikas in Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinkünste, Ghana und SO-Guinea verbreitet.

Die Unterseite ist gelblichweiss bis cremefarben bis weisshellbraun grundgefiedert und mit feinen rötlichen über fuchsroten bis rotbraunen (und ggf. bis braunen) Streifen versehen. Das Gesicht ist hellbraun. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz. Der Hinterkopf ist rotbraun bis leuchtend fuchsrot. Die rotbraune bis leuchtend fuchsrote Oberseite kann (muss nicht) gesprenkelt sein. Es gibt verschiedene Variationen. Die rotbraunen bis leuchtend fuchsroten Flügel sind dunkelbraun bis schwarz gebändert. Der rotbraun bis leuchtend fuchsrot grundgefiederte Schwanz ist dunkelbraun bis schwarz gebändert. Die Krallen sind lang. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Die Grösse beträgt 46 bis 51 cm.

Zur Nahrung zählt Fisch.

Das Weibchen legt 1 bis 4 Eier und brütet sie aus.

10. Mamorfischeule oder Streifen-Fischeule oder Streifeneule oder Bouvierfischeule
lat. Scotopelia Bouvieri

Die Streifen-Fischeule ist in den Regenwäldern Westafrikas in Kamerun, Nordangola, Kongo und Liberia verbreitet.

Das Gesicht ist graubraun bis hellbernsteinbraun und braun umrahmt. Die Augen sind braun bis dunkelbraun. Der Schnabel ist gelb bis gelbbraun. Der Oberkopf ist braun bis sienabraun bis rotbraun grundgefiedert und mit kurzen dunkelbraunen Längsstreifen beziehungsweise Sprenkeln versehen. Die Oberseite ist braun bis dunkelbraun bis sienabraun grundgefiedert und mit graubraunen Tupfern versehen. Die Unterseite ist weiss gefiedert und mit dunkelbraunen bis hellzimtbraunen Längsstreifen versehen. Die Zehen sind gelb. An der Zehenunterseite befinden sich scharf zugespitze Schuppen, scharfe "Harken", die dem besseren ergreifen und festhalten der rutschigen Fische dienen. Die Grösse beträgt 38 bis 51 cm.

Zur Nahrung zählt Fisch.

Das Weibchen legt 1 bis 4 Eier und brütet sie aus.