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Block 1: Ein zusammenfassender Überblick über die Welt der Greifvögel und Eulen 05.01. Die Greifvögel und Eulen, von Stimmen, Lauten und Rufen
05.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“ (Augen, Ohren …) 05.03. Die Greifvögel und Eulen, die „Arbeitsorgane“ (Schnäbel, Füsse …)
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen
1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html)
jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung,
Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.
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05.01. Die Greifvögel und Eulen, von Stimmen, Lauten und Rufen Zur Erzeugung von Lauten haben die Vögel ein eigenes Organ,
den Singmuskeltapperat oder Syrinx. Dieses befindet sich an der Verzweigung der Luftröhre zu beiden Lungenflügeln. Die Syrinx-Muskulatur kann für zwei verschiedene Klangquellen (je Bronchie eine) bei den Vögeln
sorgen. In diesem Zusammenhang werden Zunge und Mundraum nicht genutzt. Der Teichrohrsänger kann so gleichzeitig beispielsweise zwei verschiedene Lieder singen. Derartige Leistungen sind von den Greifvögeln und
Eulen nicht bekannt. Die Gesänge einiger Eulenarten können jedoch melodisch sein. Auch ist beobachtet worden, dass einige Männchen die Nächte durchsangen. Die Männchen und die Weibchen haben das gleiche Repertoire.
Auch wenn nur wenige Laute der Eulen geschlechtsspezifisch sind, lassen sich Männchen und Weibchen durch die Klangfarbe und die Häufigkeit der Einzellaute unterscheiden.
Der ziemlich schweigsame Kaiseradler
hat einen an den Kohlraben erinnernden (grrr grrr) Ruf. Dieser schnell im Sekundenrythmus wiederholende Ruf ist laut schellend, scheltend, rauh und einem tiefen oder dunklen Bellen gleichzusetzen. Der Ruf des
Kaiseradlers soll mitunter auch "schwarzspechtartig" sein. In Buchstaben gefasst, findet man in der Literatur „auk auk“ oder „krock krock“ (Ist „krock krock“nur der Balsruf des östlichen
Kaiseradlers?) oder „krau krau“ und „kroch, kroch, kroch“ oder „kjau krau“. Heisser klingt der Ruf, wie "jef jef" oder "gäb gäb". "Krächzend" ist der Ruf des
Männchens, wenn es das Weibchen zur Verteidigung des Nachwuchses ruft. Der Warnlaut wird mit „go gok“ beschrieben. Bei Erregung gibt es vom Kaiseradler schrille auf- und absteigende "Triller" zu
hören.
Am lautesten schreien die Vertreter der Gattung Seeadler. Der Weisskopfseeadler schreit nach oben oder nach vorn (und nach unten für die letzten Töne "bevor die Luft
ausgeht"). Der Bindenseeadler hält (so die Beobachtung) beim Schreien den Kopf nach oben. Der Schreiseeadler schreit nach vorn und geht dann in einer Bewegung mit dem Kopf nach hinten, so dass der Oberkopf kurz
auf den Rücken auftrifft oder ihn berührt bevor der Kopf wieder nach vorn geht. Der Riesenseeadler schreit mit seinen zum Teil tiefen Tönen nach oben oder nach vorn.
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Die Fotos des Schreiseeadlers oberhalb dieser Zeilen wurden im Falkenhof Schütz (Kranichfeld) gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg gemacht.
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Das Foto einer rufenden Harpyie wurde im Tiergarten Nürnberg gemacht.
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Das Foto eines rufenden Mäusebussards wurde im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg gemacht.
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Die Falklandkarakaras haben 5 verschiedene Rufe und heben zum Teil den Kopf beim Rufen nach oben. Der Schopfkarakara wirft zum Teil beim Rufen seinen Kopf auf den Rücken.
Die Neuweltgeier besitzen keinen ausgebildeten Singmuskeltapperat (Syrinx) im Gegensatz zu den Greifvögeln und können somit nur zischen, fauchen oder klappern. Andenkondore geben
zischende, knappende und fauchende Laute von sich.
Die Laute der Eulen sind vollständig angeboren, auch wenn es geringfügige Variationen (aufgrund eines grossen Verbreitungsgebietes) auftreten können.
Dialekte treten bei den Eulen nicht auf. Nach den Forschungen von Prof. König werden die Lautintervalle oder Lautäusserungen der Gattung Otus bei den neuweltlichen Eulen in den Kontinenten Nord- und Südamerika) beispielsweise unterschieden in den Reviergesang, der zum Anlocken des Weibchens, also der Partnerfindung ("A-Gesang") und in die aggressive Revierverteidigung (für die Balz und die Drohung ("B-Gesang")).
Vom Waldkauz hört man die Revierrufe auch im Winter. Die Russeule schnalzt mit der Zunge zur Einschüchterung der Feinde und bei der Balz.
Der Steinkauz kann bis zu 40 verschiedene unterschiedliche Laute (18 Laute, 2 jungendspezifische Laute, 2 Sonderformen, 17 Kombinations- und Übergangslaute und das Knappen) bilden,
die alle in der Klangfarbe, im Rhythmus und der Lautstärke verschieden sind.
Die dämmerungs- und nachtaktiven Schwalmvögel haben markante, pfeifende, trillernde und (mechanisch) schnurrende Gesänge.
Zu den Ziegenmelkern oder Nachtschwalben und Falkennachtschwalben: Beim nächtlichen Fliegen geben die Ziegenmelker oder Nachtschwalben hallende Rufe von sich und am Boden sitzend
werden gegenbenenfalls vom Poor-Will raschelnde Laute gemacht, um sich vor Feinden zu schützen. Die Ziegenmelker geben nach dem Sonnenuntergang (zum Teil stundenlang) schnelle aufeinander folgende und ständig
wiederholende dumpfe Töne von sich und meistens sind diese Tonfolgen am Ende langsam abfallend. Bei den Ziegenmelkern wurden auch manchmal mechanisch klingende Laute gehört. Als „grillenartiges Zirpen“ der
werden die Laute des Ziegenmelkers auch bezeichnet. Die Laute des Rothalsziegenmelkers werden mit rhythmisch und minutenlang und mit regelmässig "kutock-kutock-kutock" beschrieben. Die Höhlenschwälme geben
am Tage und zu Nacht tiefe Triller von sich oder schnurren oder geben hohe Pfeiftöne von sich. Die Tagschläfer geben Pfeiftöne und dumpfe oder schrille Laute von sich. Die Laute des Eulenschwalms beschreibt man mit
einem tiefen "uuhm-uuhm" und dumpf sind die Laute beim Kampf der Männchen um die Weibchen vor der Paarung.
Damit die nachaktiven Fettschwälme (oder Guacharos) in oder aus der Höhle hinein- oder hinausfliegen können, schnalzen sie mit der Zunge, machen schnell aufeinander folgende
metallische Klicklaute (genau genommen in 1/50 Sekunde 6 Klick-Laute), die von den Felswänden als Echo zurückgeworfen werden, um so mittels Echolotung oder Echopeilung den Weg sicher finden oder fliegen zu können.
Die Frequenz von durchschnittlich 7,3 kHz ist sogar für den Menschen hörbar. Ansonsten sind von den Fettschwälmen noch Schnarchlaute und heisse Schreie vernommen worden.
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05.02. Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“ (Augen, Ohren …) In der Dokumentation „Wunder der Evolution: Augen“
auf N24 wird die grösste Waffe, die grösste Errungenschaft der Evolution, eine Mutation, eine einzigartige Fähigkeit, die das Verhältnis zwischen dem Jäger und Gejagtem für immer veränderte, behandelt.
Vor 600 Millionen von Jahren gab es keine gefährlichen Individuen und die Anfänge gehen auf weiche und langsame Tiere (Quallen) zurück, die Augenflecken am Rand hatten und so je nach Licht
ausruhen oder fliehen konnten. Vor 544 Millionen von Jahren fand eine „Explosion des Lebens“ statt. Es entstanden auf einmal tausende von Arten, die alle Augen, Kiefern, Krallen und Panzer entwickelten. Die
ersten Fassettenaugen waren aus dem selben Mineral aus dem auch der Panzer gebildet wurde.
Von den lichtempfindlichen Zellen auf der Hautoberfläche entwickelten sich die Grubenaugen, welche durch eine Vertiefung geschützt wurden und richtungsgebunden arbeiten konnten. Das Auge wurde
verbessert, angepasst und verfeinert. Vor 230 Millionen von Jahren entwickelte sich bei den Dinosauriern das räumliche sehen, was zur verbesserten Einschätzung des Raumes notwendig war.
Die Augen der Reptilien, der Säugetiere und der Vögel gehen auf den gleichen Vorfahren zurück. Im Laufe der Zeit sind 99% aller Gattungen der Tierwelt ausgestorben. Die Millionen der
verschiedenen Augentypen haben sich alle getrennt entwickelt. 95% aller Tiere haben Augen. Die Augen unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Lebensweise hinsichtlich der Grösse und der Anordnung. Der Adler
hat mit einer Millionen lichtempfindliche Zellen pro mm² auf der Augenrückseite eine 5x grössere Bildauflösung als der Mensch (mit 200.000 lichtempfindlicher Zellen pro mm²). Da auch die Linse des Adlers einen
grösseren Abstand zu Netzhaut hat, wird das Bild drei mal mehr vergrössert als beim Menschen, was der Verbesserung des Anvisierens der Beute dient.
Die Vögel im Allgemeinen besitzen aufgrund der geschichtlichen Entwicklung / Evolution 4 Zapfenpigmente oder Zapfensysteme mit jeweils verschiedenen Sehpigmenten (Zapfen in der Netzhaut; so dass
ultraviolette, kurzwellig-blaue (für Menschen auch sichtbar), mittlere (für Menschen auch sichtbar) und langwellig-gelbe Lichtwellen absorbiert werden) für ein farbliches Sehen in einer grossen Farbenvielfalt.
Zusätzlich helfen so genannte "Stäbchen" in der Netzhaut, die neben den Zapfen auch noch vorhanden sind, bei schwachem Licht zusehen.
Um die Beute besser lokalisieren zu können, wird der Kopf gedreht, gewippt, verrenkt oder gewendet. Beim Blick auf die Beute geht der Kopf dann nach unten und oben, nach links und rechts oder
wird zum Teil völlig zur Seite verdreht oder gedreht.
Nachfolgend am Beispiel einer Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg).
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Das Beispiel eines Rotschwanzbussards (aufgenommen im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg).
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Den Gerfalken genügt das Stern- und Mondlicht in den Polarnächten bei der Jagd. Die Turmfalken können ultraviolettes Licht sehen (und so erleichtert den Aufenthalt von Wühlmäusen
erkennen, die gerade uriniert haben, weil der Harn (und der Kot) das ultraviolette Licht reflektieren). Der Schwarzachselaar jagt ebenso nachts nach Ratten.
Die Greifvögel besitzen kugelförmige runde Augen,
die das Bild, welches auf die Netzhaut fällt, vergrössern, so dass am Endeffekt mehr lichtempfindliche Zellen angesprochen werden, was dazu führt, dass der Greifvogel die Beute in grosser Entfernung erkennen kann.
Selbst die kleinsten Bewegungsabläufe erkennen Greifvögel. So werden noch 150 aufeinander folgende Bilder erkannt. Im Vergleich dazu der Menschen sieht bereits nach 24 aufeinander folgenden Bilder einen Film (und
erkennt so die Einzelbilder nicht mehr).
Bei Messungen oder Untersuchungen bezüglich des Wanderfalken wurde festgestellt, dass dieser eine sitzende Taube auf 1000 m und eine fliegende Taube auf 1600 m
erkennen kann. Laut einer anderen Untersuchung kam man beim Wanderfalken auf 8 km, wo er noch die Taube erkennt. Andererseits, so ein anderes Resultat, soll der Wanderfalke aus 3000 m Entfernung noch Kaninchen- und
Taubenfleisch unterscheiden können. Aus ca. 1.500 m Höhe erkennt ein Turmfalke eine Maus.
Ein Keilschwanzadler erkennt auf 1500 m ein Kaninchen. Ein Kampfadler erkennt seine Beute (ein Perlhuhn) bereits in
einer Entfernung von 6,5 km. Der Weisskopfseeadler erkennt aus 800 m einen Fisch im Wasser. Ein Steinadler kann auf 2 km ein bewegtes Kaninchen oder einen sich bewegenden Hasen aus 800 bis 1000 m Entfernung
erkennen. In einer Höhe von 3000 bis 4000 m können Geier tote Tiere oder Aas entdecken. Die Augen des Gänsegeiers erkennen aus ca. 3.700 m ein ca. 30 cm langes Nahrungsstück.
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Fotografiert wurde hier die Nickhaut bei einem Raubadler (in der Adlerwarte Kreuzenstein), bei einer Harpyie im Tiergarten Nürnberg und bei einer Harpyie im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde.
Beim putzen werden zum Schutze der Augen die Augenlieder geschlossen. Die linken Fotos zeigen eine Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg) und einen Sekretär (aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).
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Papua-Adler oder Neuguinea-Würgadler besitzen, wie Eulen, eine Gesichtskrause, die ihnen im dichten Urwald bei der Jagd / der Ergreifung der Beute hilft. Weihen haben hinter den
Ohren die Federn "schuppenartig überlappend" angeordnet, so dass sich ein "Schalltrichter" bildet, der ihnen bei der Ortung der Beute, die sich zum Beispiel unter dem Gras versteckt bewegt,
hilft. Andererseits brüten Turmfalken auch in Kirchtürmen und dabei stört nicht einmal das laute läuten der Glocken.
Die Augen der Eulen sind nach vorn gerichtet und sehr gross. Die Augen selbst sind röhrenförmig, haben eine grosse Pupille und eine fast kugelförmige Linse. Der Lidschlag ist wie beim Menschen.
Die Augen sind fest mit dem Schädel verbunden. Sie sind also nicht beweglich sondern starr nach vorn gerichtet. Die Iris ist in i.d.R. gelb oder gelbrot. Sie kann jedoch auch bis schwarz gestaltet sein. Die meisten
Eulen können in der Nähe fast nichts erkennen. Sie sind weitsichtig. Die Eulen können andererseits mit Hilfe ihrer Tastborsten, d.h. der Schnabelborsten und der Zehen die Umgebung "erkennen". Interessant
ist auch der Vergleich der Blickwinkel. Der Blickwinkel der Eulen ist i.d.R. 160 Grad, der durch Drehung des Kopfes vergrösserbar ist. Durch die Drehung des Kopfes hat die Schleiereule einen Blickwinkel von 270
Grad, so dass sie also mit einer Rechtsdrehung über die linke Schulter schauen kann (und umgedreht). Der Turmfalke hat im Vergleich einen Blickwinkel von 220 Grad. Die Greifvögel können -mit jedem Auge unabhängig
voneinander- jeweils im Winkel von 150 Grad, sehen. Die kleinen Eulen haben rechteckigere Köpfe als die grösseren Eulen, was gleichzeitig die Ursache für ihr perspektivisches Sehen ist.
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Die Eulen sehen selbst bei schwachem Sternenlicht ausgezeichnet. Nur bei absoluter Dunkelheit sehen sie nichts. Die Schleiereule hat die besten Augen unter den Eulen. Ihr
abgebildetes Netzhautbild ist das hellste. Die Lichtempfindlichkeit ist sehr gross, die Farbwahrnehmung dafür gering. Die Eule kann eine Maus bei einer Beleuchtungsstärke von 0,000.002 Lux erkennen. Viele Tagvögel
können noch nicht einmal mit einer 46.000 mal stärkeren Lichteinheit gut sehen. Andererseits ist auch festgestellt worden, dass Schleiereulen in absoluter Dunkelheit nur allein aufgrund ihres Gehörs Feldmäuse
erbeuten können. Auch wurde festgestellt, dass Eulen Mäuse in einer Entfernung von 100 m im Laub rascheln hören können. Der Bartkauz stürzt sogar in bis zu 45 cm tiefen Schnee, wenn er zuvor dort seine Beute geortet
hat.
Das Gesicht ist gekennzeichnet durch einen Schleier, einen Kranz starrer Federchen, der das Gesicht einrahmt. Dieser Gesichtsschleier dient als Hörverstärker. Die Eulen sind so in der Lage in der
nächtlichen Beute jagt allein durch ihr Gehör die Beute zu orten. Der Gesichtsschleier, der willkürlich aufgestellt werden kann, wird benutzt, um die Schallwellen aufzunehmen (bzw. zu reflektieren). Die Ohren, die
"Ohrmuscheln", in Form von Hautfalten, auf denen die besonders steifen -jedoch bewegbaren- Federn stehen, nehmen oft die gesamte Seitenfläche des Schädels ein. Im Vergleich zu Tagvögeln haben Eulen riesige
Ohröffnungen. Das genaue Orten der Beute geschieht durch das Drehen des Kopfes, so dass dann die Lautstärke an beiden Ohren gleich stark ist. So ist die Beute in gerader Linie vor der Eule. Sie fliegt beim Fangen
direkt auf die Beute zu, dann streckt sie die Krallen nach vorn und danach zieht sie kurz vor dem Greifen den Kopf zur Sicherheit zurück. Vor dem Greifen der Beute werden zusätzlich die Augen geschlossen. Ist die
Beute gefasst, beugt sich die Eule blitzschnell vor und beisst sie in das Genick, um sie zu töten.
Die Eulen haben das von allen Vögeln am besten und am höchst entwickelte Richtungshörvermögen, d.h. den
Schall zu Orten bzw. zu lokalisieren. Es kann eine Frequenz von 50.000-21.000 MHz gehört werden. Die Ortung mit Hilfe der Ohren ist so gut, dass nur eine Abweichung von einem Grad vorkommt. Im Vergleich haben
Fledermäuse eine Abweichung von vier Grad. Ortet z.B. eine Eule eine Beute in 20 m Entfernung, so ist die Beute in einer Abweichung von 35 cm lokalisierbar. Bei einer Entfernung von nur 10 m beträgt die Abweichung
nur 17 cm. Dieses genügt für einen unbeirrbar sicheren Angriff. Eine "Kurskorrektur" während des Angriffsflugs ist ebenfalls zusätzlich noch möglich. Man hat herausbekommen, dass einer Eule 2 Geräusche
genügen, um eine erfolgreiche Jagd in der Nacht durchführen zu können. Die Schleiereule kann sogar zusätzlich die Lautstärke und Geräusche zum Zeitpunkt des Hörens (Ankunft in den Ohren) zurückverfolgen und so die
Geräusche bis auf 100 Mikrosekunden genau einschätzen, um so "perfekt" jagen zu können.
Die Greifvögel haben fast keinen Geruchssinn. Die Ausnahme sind die Neuweltgeier, die wiederum ein gutes
Riech- oder Geruchsvermögen haben. Der Geruchssinn der Fettschwälme ist ebenso ausgezeichnet entwickelt.
Die in Südamerika lebenden Fettschwälme (oder Guacharos) haben ihre Nest- und Ruheplätze in Kolonien
von 50 Paaren bis zu 1000 Vögeln in zum Teil bis über einem Kilometer tiefen (Berg-)Höhlen bei vollständiger Dunkelheit. Damit die nachtaktiven Fettschwälme (oder Guacharos) in oder aus der Höhle hinein- oder
hinausfliegen können, schnalzen sie mit der Zunge, machen schnell aufeinander folgende metallische Klicklaute, die von den Felswänden als Echo zurückgeworfen werden, um so mittels Echolotung oder Echopeilung den Weg
sicher finden oder fliegen zu können. Die Frequenz von durchschnittlich 7,3 kHz ist sogar für den Menschen hörbar.
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Die Schnäbel: (links: Harpyie; mitte: Riesenseeadler) aufgenommen im Tiergarten Nürnberg
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Die Beute der Greifvögel (, wie beispielsweise Hasen, Tauben oder Fische) wird durch den Schnabel von den Schuppen oder Federn befreit, anschliessend zerteilt und in Stücken
aufgefressen. Die Eulen, die einen habichtartigen Schnabel haben und die Beute mit einem Genickbiss töten, würgen in der Regel die Beute, die wie zum Beispiel Mäuse einfach kleiner sind, ganz hinunter oder zerteilen
sie mit dem Schnabel und halten sie dabei mit den Füssen fest.
Die Fänge („Füsse“) bei den Greifvögeln haben 4 Zehen, wovon 3 nach vorn und eine nach hinten gebogen ist. Allein der Fischadler kann die
Innenzehe zurückschlagen. Die Greifvögel besitzen scharfe Krallen, um so am besten in Beute einzudringen beziehungsweise um sie zu ergreifen und zu töten. Die Seeadler sind nur im oberen Drittel der Läufe befiedert
und der untere Teil ist mit einem Hornschild oder Schuppen versehen. Vor allem jedoch dienen die Krallen der Greifvögel und Eulen zum „ergreifen“, „festhalten“ und töten der Beute.
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Die Fänge der Harpyie (aufgenommen im Tiergarten Nürnberg)
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So wie der Mensch Werkzeuge benutzt, die ihm helfen, verwendet der Schmutzgeier Steine zum Öffnen von Eiern. Entweder lässt der Schmutzgeier den 200 g bis 300 g (laut
einer Beobachtung: sogar ca. 900 g) schweren Stein aus grosser Höhe auf das (Straussen)ei fallen oder nimmt das kleine Ei in den Schnabel und lässt es ggf. mehrfach auf einen Stein fallen. Es ist auch
beobachtet wurden, dass der Schmutzgeier mit dem Stein im Schnabel neben dem Straussenei steht und das Ei mit dem Stein bewirft bis die Schale bricht. Auch der Schwarzbrustmilan oder Bussardmilan oder
Haubenmilan, lat. Hamirostra Melanosternon lässt Steine auf grosse Eier aus der Luft (aus 3 bis 4 m Höhe) fallen, um die harte Ei-Schale (der Emus beispielsweise) zu zerbrechen, um schliesslich an den Inhalt heranzukommen. Auch Raubadler brechen Strausseneier auf.
Die Harpyien, Affenadler und Kronenadler töten die Beute mit ihren starken und scharfen Krallen, die tief in das Opfer in den Rücken und den Kopf eindringen, weil sich manche, so zum Beispiel die
Affen mit Händen und Füssen verteidigen.
Der Wanderfalke fliegt mit der hohen Geschwindigkeit auf die Beute zu, ergreift sie am Rücken und reisst sie nach vorn mit, so dass durch die Wucht das
Rückgrad bricht. Mitunter schafft der Wanderfalke auch noch Korrekturen, um sich der Beute anzupassen. Fehlgriffe aufgrund der hohen Geschwindigkeit (Trefferquote bei 50 - 60%) kommen natürlich dann auch
vor. Die verletzte oder getötete Beute fällt zu Boden oder der Wanderfalke greift sie fest mit den Krallen und geht mit ihr gemeinsam zu Boden. Eine weitere von vielen verschiedenen Jagdvarianten ist zum
Beispiel, wenn der Wanderfalke gegen den Wind fliegt, „ergreift“ er nur die Beute am Rücken und gleitet mit ihr zu Boden. Wanderfalken jagen auch bei normalem Regen oder bei Schneefall, wenn die
Sicht gut ist, erfolgreich (, ganz im Gegenteil zu vielen / anderen Greifvogel- und Eulenarten).
Fischadler suchen in einer Entfernung von 10 bis 60 m Höhe nach ihrer Beute, den 2 – 3 kg
schweren Fischen (beispielsweise Karpfen, Forellen, Brachsen, Hechte). Eine Messung ergab einmal, dass ein Fischadler mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h auf den Fisch -dem Wasser entgegen-
zustürzte. Die Nasenlöcher werden beim Eintauchen ins Wasser geschlossen. Der Fischadler taucht mit den Füssen ins Wasser, ergreift den Fisch mit seinen Zehen / spitzen Krallen, auch wenn er kurz
untertauchen muss. Beim zupacken oder ergreifen des glitschigen Fisches helfen ihm seine spitzen Krallen und die stachelartigen Schuppen (, die mit Harken versehen sind) auf den Zehensohlen. (Kein
angeschnallter Autofahrer würde einen solchen Aufprall im Vergleich überleben.) Sobald er ihn sicher ergriffen hat, fliegt er davon. So wie der Fischadler beim ergreifen des Fisches notfalls tief ins
Wasser eintaucht, tut dieses ebenso der Schreiseeadler. Die anderen Seeadler und Fischeulen ergreifen nur die Fische, die an der Oberfläche schwimmen. Beim zugreifen mit den Fängen hat der
Weisskopfseeadler die doppelte Durchschlagskraft einer Gewehrkugel.
Der Bartgeier jagt mitunter kranke und schwache Tiere. Landschildkröten hebt er in die Luft, um sie aus der Luft auf einen
Felsen fallen zulassen, um an das Fleisch zu kommen. Anlog oder vielmehr trifft dieses für die Knochen zu. Diese lässt er aus 25 bis 80 m Höhe auf ausgesuchte Steine oder Flächen fallen, um sie
zerschellen oder zerbrechen zu lassen, um so die Knochenstücke, seine Hauptnahrung, besser fressen zu können. Gerne frisst er das Knochenmark, an das er durch seine Zunge bei den zerbrochenen Knochen
gelangt. Andererseits, so Beobachtungen, dauert das Zerbrechen lassen der Knochen mitunter 30 Minuten, da mancher Knochen erst nach dem 20. oder 50. Fallen lassen kaputt geht. Aufgrund des bis zu 7 cm
dehnbaren Schlunds können bis zu 25 cm lange Rippenstücke verschluckt werden. Die Verdauung des Knochen im Magen beginnt, auch wenn dieser aufgrund der Grösse noch im Hals steckt oder gar aus dem
Schnabel schaut.
Der Sekretär stampft auf die zu erbeutende Schlange ein bis sie tot ist. Mitunter versperrt er auch mit einem Flügel, der oder die unempfindlich gegenüber (giftigen)
Schlangenbissen sind, den Weg, während er mit dem „gegenüberliegenden“ Fuss auf die Schlange einstampft und ihr das Rückrad bricht. Oder er hält sie mit den Füssen fest, um auf sie mit dem Schnabel
einzuhacken bis sie tot ist. Sofern dieses dem Sekretär nicht weiterhilft, nimmt er sie mit seinen Füssen, fliegt mit ihr in die Höhe und lässt sie fallen, so dass die Schlange, wenn sie mit dem
Aufschlag nicht getötet wird, zumindest betäubt ist. Nun wird die Schlange erneut bearbeitet, auf sie eingestampft oder eingehackt und anschliessend entweder ganz oder (weil sie zu gross ist) zerteilt
verschlungen.
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Das Verhalten des Sekretärs, auch wenn er hier nur auf ein Blatt einstampft. (Aufgenommen im Tiergarten Berlin Friedrichsfelde).
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Der Schlangenadler oder Schlangenbussard oder Natternbussard oder Natternadler, lat. Circaetus Gallicus täuscht oder verwirrt die Schlange mit seinen ausgebreiteten Flügeln. Die Federn
oder auch seine Beine sind weitgehend unempfindlich gegenüber dem Gift einiger Beuteschlangen. Die Schlange wird mit einem Fuss gefasst und anschliessend wird das Rückgrad durch einen schnellen Angriff mit dem
Schnabel hinter dem Schlangenkopf durchgebissen.
Beispiele bezüglich der Jagd der Eulen sind im Kapitel „Die Greifvögel und Eulen, die „Sinnesorgane“ (Augen, Ohren …)“ zu finden.
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