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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Bussardartige, lat. Buteoninae Gattung: Adler, lat. Aquila
1. Kaiseradler oder östlicher Kaiseradler, lat. Aquila heliaca (früher Aquila heliaca heliaca)
2. Spanischer Kaiseradler oder Prinzenadler oder Westlicher Kaiseradler, lat. Aquila adalberti (früher Aquila heliaca adalberti)
Der Forscher / Entdecker Savigny beschrieb im Jahr 1809 zuerst den östlichen Kaiseradler, soll heissen die Art Aquila heliaca. Der Spanischer Kaiseradler oder Prinzenadler, lat. Aquila adalberti,
wurde von Christian Ludwig Brehm im Jahre 1861 erstmalig beschrieben. Auf Deutsch übersetzt steht die lateinische Bezeichnung "Aquila heliaca" für Adler ("Aquila": aus dem
lateinischen stammend) und für "zur Sonne gehörig" ("Heliaca": aus dem griechischen stammend). Die Bezeichnung "Adalberti" bezieht sich auf den Vornamen Albert (vom damaligen Prinzen
Albert von Preussen; daher auch Prinzenadler). In der Vergangenheit wurde der Kaiseradler, lat. Aquila heliaca, engl. Imperial Eagle, in die zwei Unterarten Aquila heliaca heliaca und Aquila heliaca adalberti untergliedert. Die Forscher Dr. Ingrid Seibold, Dr. Andreas J. Helbig, Dr. Bernd-Ulrich Meyburg, Dr. Juan José J. Negro und Prof. Michael Wink haben daraus aufgrund durchgeführter molekularbiologischer Untersuchungen (PCR und DNA: veröffentlicht 1996) zwei eigenständige Arten (wieder) gemacht.
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der
Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung,
Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.
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1. Kaiseradler oder östlicher Kaiseradler lat. Aquila heliaca (früher Aquila heliaca heliaca)
Der östliche Kaiseradler ist in Südost- und Osteuropa bis zum asiatischen Raum (Mittelasien, Zentralasien, Transbaikalien, Zentralsibirien, südliches Mittelsibirien, bis
zum Baikalsee), dieses heisst in Tschechien, Slowakei, Griechenland (Makedonien, Thrakien), Ungarn, Österreich, Südwest-Russland, Ukraine, Rumänien, Afghanistan, Mongolei, Israel, Indien, Kaschmir, Iran
und Zypern verbreitet. Die Kaiseradler ziehen im Familienverband (oder zusammen mit weiteren Kaiseradlern oder anderen weiteren Greifvögeln) von September bis November in das Überwinterungsgebiet nach
Nordostafrika und Vorder- und Ostasien (Sudan, Ägypten, Indochina, Korea, Japan, Äthiopien, Somalia, Kenia, Indien, Türkei und Süd- und bis Südostchina) und kommen in den Monaten Februar bis April
zurück. Das bevorzugte Revier, es wird treu geblieben, besteht aus den Ebenen mit offenem Baumbestand / Wäldern, Waldsteppen, baumlosen Steppen, offenen, flachen und hügeligen Landschaften,
Flussmündungen, Sümpfen und Gebirgswäldern in Höhen bis zu 1800m. .
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Die Stimme des Östlichen Kaiseradlers ist viel tiefer und rauher als die Stimme des Spanischen Kaiseradlers. Die Laute (in Buchstaben laut der Literatur)
"krau-krau-krau" oder "kwa-kwa" oder "kau-kau" sowie "grrro" oder "tschok" oder "tschik" hört man besonders beim Östlichen Kaiseradler. Der
ziemlich schweigsame Östliche Kaiseradler hat ansonsten einen an den Kohlraben erinnernden (grrr grrr) Ruf. Dieser schnell im Sekunden-Rhythmus wiederholende Ruf ist laut schellend, scheltend, rauh und
einem tiefen oder dunklen Bellen gleichzusetzen. Der Ruf des Kaiseradlers soll mitunter auch "schwarzspechtartig" sein. In Buchstaben gefasst, findet man in der Literatur weiter „auk auk“
(hundeähnlich?) oder „krock krock krock“ oder „krock krock“ (Ist „krock krock“ nur der Balsruf des Östlichen Kaiseradlers?) oder „krau krau“ und „kroch, kroch, kroch“ oder
„kjau krau“ oder „tjäf tjäf tjäf“. Heisser klingt der Ruf, wie "jef jef" oder "gäb gäb". "Krächzend" ist der Ruf des Männchens, wenn es das Weibchen zur
Verteidigung des Nachwuchses ruft. Der Warnlaut des Östlichen Kaiseradlers wird mit „go gok“ beschrieben. Bei Erregung gibt es vom Kaiseradler schrille auf- und absteigende "Triller" zu
hören.
Der Östliche Kaiseradler ist auf dem Scheitel, dem Hinterkopf und im Nacken leuchtend gelblichweiss, goldgelb bis hellgoldgelb, blaßgoldlich, gelblichbraun, hellgelb, cremefarben oder bis
zu rostisabellfarben oder rahmfarben (je nachdem welches Fachbuch man hat) gefiedert. Die Altvögel haben ansonsten ein dunkelbraunes bis schwarzbraunes bis schwarzes Gefieder. Der Östliche Kaiseradler
hat ein weisses Schulterfeld. Die Unterflügeldecken sind schwarz. Die Schwingen sind graugebändert. Der hellbraune, hellgraue, silbergraue bis graue kurze Schwanz hat mehrere feine Querbinden und eine
breite dunkelbraune bis schwarzbraune bis schwarze Endbinde auf der Schwanzoberseite. Die Schwanzbasis ist silbergrau, hellgrau und eng gebändert. Der Steiss ist weiss bis hellrostgelb. Die Wachshaut am
Schnabel ist gelblich. Der 4 bis 5 cm lange Schnabel ist bleifarben und enthält eine grauschwarze Spitze. Die Fänge sind gelb. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert.
Die Grösse des Schädels beträgt 109 bis 111 mm, wobei der Schnabel selbst 57 bis 59 mm gross ist. Die Flügelspannweite beträgt ca. 185-220 cm, wobei die Männchen (185 -
205 cm) eine kleinere Spanne als die Weibchen (200 - 220 cm) haben. Der Östliche Kaiseradler ist zwischen 61 - 78 (kleiner Wert) bis 83 - 86 cm lang (grösster Wert; von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende, was je Fachbuch variiert). Das Gewicht liegt zwischen 2,45 bis 4,53 kg. Das Weibchen (3,16 bis 4,53 kg) ist schwerer und ca. 10% größer als das Männchen (2,45 bis 2,72 kg). Beim Flugbild
widerspricht sich die Fachliteratur zum Teil, so wirken die Flügel entweder lang und schmal und der Schwanz ist meist zusammengelegt oder man liest von langen und breiten Flügeln mit einem etwas
fächerförmig geöffneten Schwanz. Der Kopf ist im Flug nach vorn gestreckt.
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Die Fotos oberhalb dieser Zeile wurden in der Falknerei Adlerhorst und unterhalb dieser Zeile in der Greifenwarte Edersee gemacht.
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Die zum Teil stundenlangen Balzflüge des Kaiseradlers oder Östlichen Kaiseradlers über dem Brutterritorium (eine Kombination von geflogenen Spiralen, Sturzflügen und dem
Drehen um die eigene Achse, wobei der eine den anderen in der Luft bei den Krallen greift und so dreht) werden ab dem Jahreswechsel bis in den Frühling mit laufenden Schreien begleitet. Laut anderen
Beobachtungen erfolgen die Balzflüge Ende Februar bis März nach dem die Zugvögel aus dem Winterquartier zurückgekehrt sind. So stürzt zum Beispiel das Männchen von oben auf das Weibchen, dieses dreht
sich im Flug auf den Rücken und beide greifen sich mit den Fängen. Entweder stürzen dann beide in Richtung Erdoberfläche oder beide lassen wieder los, so dass das Männchen nach oben weiterfliegt und das
Weibchen nach dem Zurückdrehen ihren Weg geradeaus fortsetzt. Nach der Balz begattet das Männchen das Weibchen auf einem Baum. Auch die Verteidigung des Reviers wurde beobachtet.
Das Nest wird in der Regel mehrere Jahre benutzt und daher auch jedes Jahr erweitert, verbessert und ausgebaut. Das Nest ist mit frischem Gras, Moos und Zweigen
ausgestattet und hat dann einen Durchmesser von 47-130 cm. Das Paar 2 bis 3 selbstgebaute Nester, die es unregelmässig benutzt. Zu finden sind diese Nester in der Regel in 2 bis 25 m Höhe auf einem
freistehenden Baum, seltener auf dem Boden oder auf einem Felsvorsprung. Das Adlerweibchen legt im Abstand von 2 - 3 (4?) Tagen 1 - 4 kurzovale bis ovale (kurz-ellipisch bis kurz-spindelförmige) 69,8 bis
80,0 mm (Länge) x 52,8 bis 60,0 mm (Breite) grosse glanzlose Eier im Zeitraum Februar bis April. In Nordgriechenland und Russland verschiebt sich das Legen der Eier auf den Zeitraum April bis Mai. Die
Eier, die ein Gewicht von 118 bis 143 g haben, sind schneeweiß, mattweiss, weisslich bis schwachgrau und mit hellbraunen, braunen, grauen, blassvioletten, violetten, helllavendengrauen, hellroströtlichen
bis rotbraunen Flecken versehen. Das Weibchen brütet vom ersten Tage an die Eier in je 43 Tagen aus. Den grössten Anteil des Ausbrütens hat das Weibchen, auch das Männchen brütet mit.
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Die oberen Fotos wurden in der Falknerei Schillingsfürst gemacht. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Herbert Grimm vom Naturkundemuseum Erfurt, www.naturkundemuseum-erfurt.de,
wurde das Foto von einem Jungvogel (links unterhalb dieser Zeilen) verwendet. Das Foto rechts unterhalb dieser Zeilen wurde im Landesfalkenhof Burg Hohenwerfen gemacht.
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Diese Fotos eines Jungvogels wurden im Naturhistorischen Museum Mainz aufgenommen.
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Die Fotos eines Jungvogels unterhalb dieser Zeilen wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach gemacht.
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Die jungen Östlichen Kaiseradler besitzen nach dem Schlüpfen ein flauschig weisses Duhnenkleid. Die Wachshaut und der Schnabel sind gelb. Nur die Schnabelspitze ist schwarz. Beim
Verlassen des Nestes der Altvögel wurde auch beobachtet, dass die Elternvögel die Jungvögel (und / oder die Eier) mit Zweigen abdeckten, bzw. so ihren Nachwuchs versteckten. Das Männchen bewacht, wenn es nicht jagt,
das brütende bzw. den Jungvogel beschützende Weibchen. Erkennt das Männchen eine Gefahr ruft es das Weibchen herbei, um gemeinsam den Feind oder Eindringling zu verjagen und die Jungvögel zu beschützen. Mitunter
schützt das Weibchen auch die Jungvögel mit ausgebreiteten Flügeln vor der Sonne. Gefüttert werden die jungen Adler von beiden Elternteilen. Den Jungvögeln wachsen ab dem 14. bis 15. Tag die Federn. Ab den 28. Tag
können die jungen Kaiseradler bereits stehen. Mit 35 Tagen erkennt man ein volles Gefieder. Selbständig das Futter aufnehmen, können die jungen Östlichen Kaiseradler ab dem 40. Tag (oder nach ca. 6 Wochen), so dass
dann das Weibchen sich bei der Beschaffung der Beute beteiligen kann. Fast vollständig(?) befiedert sind die Jungvögel mit dem 55. Tag. Die Jungvögel verbringen die ersten 63 bis 79 Tage im Nest bevor sie flügge
werden. Der erste Flugversuch wird ab dem 60. Tag durchgeführt. Anschließend werden sie in der Umgebung weitergefüttert. Die Jungvögel schlafen jedoch vorerst weiter im Nest. Mit 6 Monaten verlassen die Jungvögel
entweder die Eltern, die Paare bleiben lebenslang zusammen, oder bleiben bis zur nächsten Nistperiode mit ihnen zusammen. Es kommt mehrfach vor, dass 2 oder sogar 3 junge Östliche Kaiseradler flügge werden. Die
Kaiseradler brüten nur einmal jährlich, es sei denn das Gelege wird frühzeitig verloren.
Die Jungvögel sind gelblichbraun bis hellbraun grundgefiedert und mit einer groben dunkelbraunen Längsfleckung oder
Strichelung auf der Brust (so erscheint die Brust dunkler als der Bauch) versehen. Die Federn auf der Unterseite haben dunkle Ränder. Die Jungvögel werden im Laufe der Zeit buntscheckig mit viel gelb auf den
Flügeldecken und dem Bauch, so dass man in der Literatur auch die Gefiederfärbungen hellbraun, ockergelb, blassbraun, dunkelbraun, sandfarben, rötlichgelb bis ockergelb findet. Der Rücken und die Oberschwanzdecken
sind einheitlich braun bis graubraun gefärbt. Der Bürzel ist weiss. Die Flügeldeckfedern, die Schwungfedern und die Schwanzfedern enthalten weisse Spitzen. Die Federn auf der Oberseite haben einen hellen
Schaftfleck. Die 3 inneren Handschwingen sind blass, silbergrau gefiedert, während die Schwungfedern und die Schwanzfedern dunkel gefiedert sind. Erwachsen (geschlechtsreif) sind die Adler nach dem 4.-5. Lebensjahr.
Aber auch schon vor dieser Zeit kann es vorkommen, dass einige Kaiseradler nisten. Das Gefieder wird im Laufe der Zeit im dunkler, während der Hinterkopf, Scheitel und Nacken immer heller werden. Die endgültige
dunkle Gefiederfärbung (das 7. Gefiederkleid) gibt es zwischen dem 6. und 7. Lebensjahr. Vereinzelt werden die Östlichen Kaiseradler bis zu 44 Jahre alt.
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In Griechenland stellte man im Jahr 1975 fest, dass das Gebiet 120 m² beträgt, in dem 3-4 Paare brüteten. Mit anderen Worten hat ein Brutpaar ein ungefähres Revier von ca. 3000-4000
ha. Die Reviere in der Ostslowakei sollen sogar 6000-10.000 ha betragen. Andererseits ist auch beobachtet worden, dass in Gebieten mit grossem Nahrungsangebot mehrere Paare zusammen leben, so dass man keine
eindeutigen Reviergrenzen mehr ziehen konnte. Es gibt es auch eine Revierangabe von 2000 ha. Die Nester können sogar 300 m zusammen liegen, sofern genügend Nahrung vorhanden ist.
Die Beute suchen die
Kaiseradler im Umkreis von bis zu 10 km. Die Kaiseradler lauern auf einem Ansitz auf die Beute oder kreisen im Suchflug oder Gleitflug, um die Beute dann im Stoss- oder Sturzflug zu ergreifen. Zur Nahrung des
Östlichen Kaiseradlers zählen mittelgrosse Säugetiere (, wie hauptsächlich Ziesel, Erdhörnchen, Wühlmäuse oder auch wenn nichts anderes zu finden ist: Hamster, Junghasen (Feldhasen, Wildkaninchen) und junge
Murmeltiere). Die großen Beutetiere hetzt der Kaiseradler. Vorzugsweise erbeutet der Kaiseradler die zum Beutespektrum gehörenden Vögel kurz bevor diese auffliegen oder am Boden. Es ist auch beobachtet worden, dass
beide Kaiseradler zusammenjagen, in dem der eine die Beute ablenkte und der andere die Beute in der Luft schlägt bzw. ergreift. Die Deckung wird ebenso ausgenutzt, um Überraschungsangriffe zu starten. Zum
Beutespektrum zählen auch (junge Boden- oder junge Wasservögel), Fasane, Gänse, Löffler, Flamingos, Kraniche, Sumpfohreulen, Trappen und Rohrweihen. Die Beute, wiegt sie mehr als 2 bis 3 kg, wird gekröpft, bevor sie
zum zum Nest getragen oder auf einem Baum gefressen wird. Im Schreiten fängt der Kaiseradler notfalls “zu Fuss” Reptilien, Frösche und Insekten. Der Östliche Kaiseradler frisst auch Schildkröten,
Schlangen und Aas.
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Die oberen Fotos wurden im Renaissancefalkenhof Rosenburg (am Kamp) und die unteren Fotos in der Greifvogelwarte Landskron gemacht.
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Aus einer Bestandszählung geht hervor, dass im Jahr 2000 in Südosteuropa 676 bis 784 Paare, im östlichen Mitteleuropa 92 bis 103 Paare und im ehemaligen Teil der Sowjetunion 892 bis
1619 Paare lebten. Allein in Ungarn waren es 55 bis 60 Paare und in der Slowakei 35 bis 40 Paare. Von Bulgarien gibt es die Angaben, dass dort einerseits vor über 100 Jahren der Bestand mehrere 1000 Paare
betrug und andererseits gibt es die Angaben aus dem Jahre 2002 von 17 bis 20 Paaren und von 20 bis 25 Paaren. Der gesamte Bestand wird im Jahre 2003 mit einer Spanne von 660 bis 950 Paaren und im Jahre 2004 wird
eine Spanne von insgesamt 1232 bis 1630 Paaren angegeben. Von den 88 in Ungarn im Jahre 2008 gezählten Paaren, nicht alle brüteten erfolgreich, flogen 116 Jungvögel aus.
Die Kaiseradler zählen zu den gefährdeten Greifvögeln. Bezüglich der Arterhaltung geht man mittlerweile so weit, dass man Jungvögel aus den Nestern holt und diese separat (in
Gefangenschaft) aufzieht. Dieser Schritt verhindert, dass der ältere und zuerst geschlüpfte Jungvogel auf die oder den jüngeren Kaiseradler einhackt oder diese verletzt oder so tötet. Die Ursachen der
Bestandsabnahme liegen zusätzlich in der Kultivierung der Lebensräume, dem Abholzen der Wälder, dem Tod durch ungeschützte Stromleitungen, dem Einsammeln der Eier, dem sinnlosen abschiessen, der Verringerung des
Nahrungsbestandes und dem Auslegen von Giftködern. Bezüglich der Giftköder teilte der österreichische WWF im April 2005 mit, dass man bereits den zweiten vergifteten Östlichen Kaiseradler (seit 190 Jahren brüten
Kaiseradler wieder seit dem Jahre 1999 in Österreich) fand. Andererseits wurden im Jahre 1990 auch 11 junge für einen deutschen Falkner bestimmte Östliche Kaiseradler, die an der deutsch-österreichischen Grenze im
Jahre 1990 beschlagnahmt wurden, gefunden. 39 Östliche Kaiseradler wurden von 2005 bis zum März 2009 in Ungarn vergiftet gefunden.
Die Steppenadler, die Schelladler und die Schreiadler, die dem östlichen
Kaiseradler ähneln, haben als Jungvögel keine weissen Rückenflecken und als Altvogel keinen hellen Hinterkopf. Der Östliche Kaiseradler ist kleiner als der Steinadler, hat jedoch breitere Flügel und einen kürzeren
Schwanz.
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2. Spanischer Kaiseradler oder Prinzenadler oder Westlicher Kaiseradler lat. Aquila adalberti (früher Aquila heliaca adalberti)
Der Spanische Kaiseradler oder Prinzenadler ist in Süd-, West- und Mittelspanien in sechs grossen Verbreitungsgebieten, eines ist das Gebiet um die Cota Donana, Portugal, der
Iberischen Halbinsel (Nordwestafrika) und in Marokko (1995 wurde dort gebrütet) anzutreffen. Das bevorzugte Revier besteht aus den Ebenen mit offenem Baumbestand, Wäldern (insbesondere Eichenwälder), Waldsteppen,
waldreichen Flachland, baumlosen Steppen, offenen, flachen und hügeligen Landschaften, Rändern der Flussmündungsgebiete, Sümpfen und Gebirgswäldern in Höhen bis zu 1500m. Als Standvogel bleibt der Spanische
Kaiseradler oder Prinzenadler seinem Revier treu. Zwar hat man Wegstrecken von Altvögeln von ca. 160 km feststellen können, die Reviergrösse oder der Aktionsrahmen beträgt jedoch nur 50 km². Nur die Jungvögel
verlassen die elterlichen Reviere, in dem sie Wegstrecken von bis zu ca. 350 km fliegen, um sich in einem neuen Revier niederzulassen.
Die Stimme des Spanischen Kaiseradlers ist viel höher und melodischer als
die Stimme des Östlichen Kaiseradlers. Die Laute (in Buchstaben laut der Literatur) "go gok" hört man besonders beim Spanischen Kaiseradler bei der Flugbalz oder bei einer Störung (Warnlaut). Der ziemlich
schweigsame Spanische Kaiseradler hat einen ansonsten an den Kohlraben erinnernden (grrr grrr) Ruf. Dieser schnell im Sekunden-Rhythmus wiederholende Ruf ist laut schellend, scheltend, rauh und einem tiefen oder
dunklen Bellen gleichzusetzen. Der Ruf des Kaiseradlers soll mitunter auch "schwarzspechtartig" sein. In Buchstaben gefasst, findet man in der Literatur „auk auk“ oder „krock krock“ oder „krau
krau“ und „kroch, kroch, kroch“ oder „kjau krau“. Heisser klingt der Ruf, wie "jef jef" oder "gäb gäb". "Krächzend" ist der Ruf des Männchens, wenn es das Weibchen zur
Verteidigung des Nachwuchses ruft. Bei Erregung gibt es vom Kaiseradler schrille auf- und absteigende "Triller" zu hören.
Der Spanische Kaiseradler oder Prinzenadler ist auf dem Scheitel, dem
Hinterkopf und im Nacken leuchtend gelblichweiss, goldgelb bis hellgoldgelb, blaßgoldlich, gelblichbraun, hellgelb, cremefarben oder bis zu rostisabellfarben oder rahmfarben (je nachdem welches Fachbuch man hat)
gefiedert. Die Altvögel haben ein dunkelbraunes bis schwarzbraunes bis schwarzes Gefieder. Der Spanische Kaiseradler oder Prinzenadler hat ein weisses Schulterfeld und zusätzlich ein ausgedehntes Weiss am
Flügelvorderrand. Der hellbraune, hellgraue, silbergraue bis graue kurze Schwanz hat mehrere feine Querbinden und eine breite dunkelbraune bis schwarzbraune bis schwarze Endbinde auf der Schwanzoberseite. Die
Schwanzbasis ist silbergrau, hellgrau und eng gebändert. Der Steiss ist hell, weiss bis hellrostgelb. Die Wachshaut am Schnabel ist gelblich. Der 4 bis 5 cm lange Schnabel, der kräftiger ist als bei dem Östlichen
Kaiseradler, ist bleifarben und enthält eine grauschwarze Spitze. Die Fänge sind gelb. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert. Der Kopf ist im Flug nach vorn gestreckt.
Die Flügelspannweite beträgt ca.
177-220 cm, wobei die Männchen eine kleinere Spanne als die Weibchen haben. Der Spanische Kaiseradler ist zwischen 74 und 78 cm (kleinster Wert) bis 82 und 85 cm lang (grösster Wert; von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende, was je Fachbuch variiert). Das Gewicht liegt zwischen 2,5 bis 3,5 kg. Das Weibchen (bis 3,5 kg) ist schwerer und ca. 10% größer als das Männchen (bis 2,7 kg).
Die Balzflüge des Spanischen
Kaiseradlers oder Prinzenadlers über dem Brutterritorium (eine Kombination von geflogenen Spiralen, Sturzflügen und dem Drehen um die eigene Achse, wobei der eine den anderen in der Luft bei den Krallen greift und
so dreht) werden vom Jahreswechsel bis zum Januar. Die Begattungen der Spanischen Kaiseradler erfolgt im Februar bis April.
Das Nest wird in der Regel mehrere Jahre benutzt und daher auch jedes Jahr erweitert, verbessert und ausgebaut. Das Nest befindet sich in der Regel auf einer Korkeiche oder einer
Steinkiefer und ist mit frischem Gras, Moos und Zweigen ausgestattet. Der Durchmesser des Nestes beträgt 47-130 cm. Das Paar 2 bis 3 selbstgebaute Nester, die es unregelmässig benutzt. Zu finden sind diese Nester in
der Regel in 5 bis 30 m Höhe auf einem freistehenden Baum, seltener auf dem Boden oder auf einem Felsvorsprung. Das Adlerweibchen legt im Abstand von 2 - 4 Tagen 1 - 4 kurzovale bis ovale (kurz-ellipisch bis
kurz-spindelförmige) 66,5 bis 81,7 mm (Länge) x 52,5 bis 60,6 mm (Breite) grosse glanzlose Eier im Zeitraum Februar bis April in das Nest. Die Eier, die ein Gewicht von 105 bis 133 g haben, sind schneeweiß,
mattweiss, weisslich bis schwachgrau und mit hellbraunen, braunen, grauen, blaßvioletten, violetten, helllavendengrauen, hellroströtlichen bis rotbraunen Flecken versehen. Das Weibchen brütet vom ersten Tage an die
Eier in je 44 Tagen aus. Den grössten Anteil des Ausbrütens hat das Weibchen, auch das Männchen brütet mit.
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Die jungen Spanischen Kaiseradler oder Prinzenadler besitzen nach dem Schlüpfen ein flauschig weisses Duhnenkleid. Die Wachshaut und der Schnabel sind gelb. Nur die
Schnabelspitze ist schwarz. Beim Verlassen des Nestes der Altvögel wurde auch beobachtet, dass die Elternvögel die Jungvögel (und / oder die Eier) mit Zweigen abdeckten, bzw. so ihren Nachwuchs
versteckten. Das Männchen bewacht, wenn es nicht jagt, das brütende bzw. den Jungvogel beschützende Weibchen. Erkennt das Männchen eine Gefahr ruft es das Weibchen herbei, um gemeinsam den Feind oder
Eindringling zu verjagen und die Jungvögel zu beschützen. Mitunter schützt das Weibchen auch die Jungvögel mit ausgebreiteten Flügeln vor der Sonne. Gefüttert werden die jungen Adler von beiden
Elternteilen. Ab dem 40. Tag beschafft das Weibchen, denn die Jungvögel können nach ca. 6 Wochen das Futter selbständig aufnehmen, die Beute mit. Fast vollständig(?) befiedert sind die Jungvögel mit dem
55. Tag. Die Jungvögel verbringen die ersten 63 bis 79 Tage (oder einfach 75 Tage) im Nest bevor sie flügge werden. Der erste Flugversuch wird ab dem 60. Tag durchgeführt. Anschließend werden sie in der
Umgebung weitergefüttert. Die Jungvögel schlafen jedoch vorerst weiter im Nest. Mit 6 Monaten verlassen die Jungvögel entweder die Eltern, die Paare bleiben lebenslang zusammen, oder bleiben bis zur
nächsten Nistperiode mit ihnen zusammen. Es ist kommt mehrfach vor, dass 2 oder sogar 3 junge Spanische Kaiseradler oder Prinzenadler flügge werden. Die Kaiseradler brüten nur einmal jährlich, es sei
denn das Gelege wird frühzeitig verloren.
Die Jungvögel sind rötlich, rötlichbraun bis dunkelrötlichbraun grundgefiedert. Die Unterseite ist normalerweise nicht (ansonsten kaum sichtbar) mit
einer groben dunkelbraunen Längsfleckung oder Strichelung auf der Brust gezeichnet. Die Jungvögel werden im Laufe der Zeit buntscheckig mit viel gelb auf den Flügeldecken und dem Bauch, so dass man in
der Literatur auch die Gefiederfärbungen hellbraun, ockergelb, blassbraun, dunkelbraun, sandfarben, rötlichgelb bis ockergelb findet. Die Federn auf der Unterseite haben dunkle Ränder. Der Rücken und die
Oberschwanzdecken sind einheitlich braun bis graubraun gefärbt. Der Bürzel ist weiss. Die Flügeldeckfedern, die Schwungfedern und die Schwanzfedern enthalten weisse Spitzen. Die Federn auf der Oberseite
haben einen hellen Schaftfleck. Die 3 inneren Handschwingen sind blass, silbergrau gefiedert, während die Schwungfedern und die Schwanzfedern dunkel gefiedert sind. Erwachsen (geschlechtsreif) sind die
Adler nach dem 4.-5. Lebensjahr. Aber auch schon vor dieser Zeit kann es vorkommen, dass einige Kaiseradler nisten. Das Gefieder wird im Laufe der Zeit im dunkler, während der Hinterkopf, Scheitel und
Nacken immer heller werden. Die endgültige dunkle Gefiederfärbung (das 7. Gefiederkleid) gibt es zwischen dem 6. und 7. Lebensjahr. Vereinzelt werden die Spanischen Kaiseradler bis zu 40 Jahre alt.
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Die Beute suchen die Kaiseradler im Umkreis von bis zu 10 km. Die Kaiseradler lauern auf einem Ansitz auf die Beute oder kreisen im Suchflug oder Gleitflug, um die Beute
dann im Stoss- oder Sturzflug zu ergreifen. Zur Nahrung des Spanischen Kaiseradlers oder Prinzenadlers zählen bis zur Hälfte Kaninchen (Wildkaninchen), die jedoch durch Seuchen und Krankheiten bedroht
sind. Zum anderen Teil, den über 50%, der Beute zählen so auch Ziesel, Hamster, Hasen und Murmeltiere. Diese großen Beutetiere hetzt der Kaiseradler. Vorzugsweise erbeutet der Kaiseradler die zum
Beutespektrum gehörenden Vögel kurz bevor diese auffliegen oder am Boden. Es ist auch beobachtet worden, dass das Spanische Kaiseradler-Paar zusammenjagt, in dem der eine die Beute, die Gänse, ablenkte
und der andere die Beute, die Gans in der Luft schlägt bzw. ergreift. Die Deckung wird ebenso ausgenutzt, um Überraschungsangriffe zu starten. Zum Beutespektrum zählen auch (junge Boden- oder junge
Wasservögel) Bleshühner, Gänse, Stockenten, Elstern, Fasane, Löffler, Flamingos, Kraniche, Sumpfohreulen, Trappen und Rohrweihen. Die Beute, wiegt sie mehr als 2 bis 3 kg, wird gekröpft, bevor sie zum
zum Nest getragen oder auf einem Baum gefressen wird. Im Schreiten fängt er notfalls “zu Fuss” Reptilien, Frösche und Insekten. Der Spanische Kaiseradler jagt anderen Greifvögeln die Beute ab
und es wurde auch beobachtet, dass er Fische und Aas frisst.
Der Bestand der Spanischen Kaiseradler oder Prinzenadler ging auf 30 Paare im Zeitraum 1960 bis 1970 zurück. Im Jahre 1974 stellte man
einen Bestand von 38 Spanischen Kaiseradler-Paaren fest. Im Jahre 1975 stellte man fest, dass auf einer Fläche von 100 km² mindestens 4 Paare in Spanien brüteten. Andererseits ist auch beobachtet worden,
dass in Gebieten mit grossem Nahrungsangebot mehrere Paare zusammen leben, so dass man keine eindeutigen Reviergrenzen mehr ziehen konnte. Für das Jahr 1995 findet man die Angabe, dass nur 2 Paare auf
einer Fläche von 100 km² zu finden waren. Der Bestand der Spanischen Kaiseradler oder Prinzenadler hat sich von 30 bis 40 Paare im Jahre 1980 auf 150 Paare in den 90er Jahren und dann auf 175 Paare im
Jahre 2002 und auf 182 Paare (inkl. von 1 bis 3 portugiesischen Paaren) im Jahre 2004 erhöht. Von 2004 gibt es auch eine Angabe von 185 Paaren. Im Jahre 2008 stieg der Bestand auf 253 Spanische
Kaiseradler-Paare an.
Die Spanische Kaiseradler oder Prinzenadler zählen dennoch zu den gefährdeten Greifvögeln. Die Gefahr besteht in der Kultivierung der Lebensräume, dem Abholzen der Wälder,
durch Touristen, durch ständige Nestkontrollen der Nationalparkranger, dem Tod durch ungeschützte Stromleitungen, dem Einsammeln der Eier, dem sinnlosen abschiessen, der Verringerung des
Nahrungsbestandes (die Hauptnahrung, das Kaninchen, ist durch Krankheiten und Seuchen bedroht) und dem Auslegen von Giftködern, wobei das Auslegen von Giftködern im Jahre 2002 wieder begann.
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