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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Milane, lat. Milvinae
zu dieser Unterfamilie gehören die Gattungen: Harpagus, Ictinia (Schwerbeweihe), Rostrhamus, Milvus, Helicolestes, Lophoictinia, Hamirostra, Haliastur

01. Schneckenweih oder Schneckenmilan, lat. Rostrhamus Sociabilis
02. Schwarzmilan oder Schwarzer Milan, lat. Milvus Migrans
03. Rotmilan oder Roter Milan oder Gabelweihe, lat. Milvus Milvus
04. Brahminenweih oder Brahminenmilan, lat. Haliastur Indus
05. Keilschwanzweih oder Pfeifmilan oder Pfeifweih, lat. Haliastur Sphenurus
06. Schwarzbrustmilan oder Bussardmilan oder Haubenmilan, lat. Hamirostra Melanosternon
07. Grauschwebeweih oder Südschwebeweih oder Schwebeweih, lat. Ictinia Plumbea
08. Doppelzahnweih oder Zwischenweih, lat. Harpagus Bidentatus
09. Mississippiweih oder Mississippi-Schwebeweih oder Schwebeweih, lat. Ictinia Mississippiensis

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.

01. Schneckenweih oder Schneckenmilan
lat. Rostrhamus Sociabilis

Die Schneckenweihen sind in den Feuchtgebieten mit offenen Süssgewässern oder Süsswasser-Sümpfen in Florida, Kuba, Mexiko (Ostmexiko) und der Karibik bis nach Südargentinien verbreitet. In den kalten Monaten ziehen die Vögel in den Norden von Südamerika und in den Süden von Nordamerika. Die Schneckenweihen leben mitunter in Kolonien von bis zu 200 (bis 1000?) Vögeln. Auch ist es schon vorgekommen, dass sich bis zu 20 Schneckenweihen auf einem Baum aufhielten. Eine der vier Unterarten des Schneckenweihs ist der Everglades-Schneckenweih, lat. Rostrhamus Sociabilis Plumbeus, der in den Everglades-Sümpfen vorkommt. Die Schneckenweihen stehen in Florida (derzeit leben in Florida ca. 500 Vögel laut einer Literaturangabe (2007/2008)) unter Schutz, da diese bereits einmal kurz vor der Ausrottung aufgrund der Trockenlegung der Sumpfanlagen standen.

Das Männchen ist dunkelgrau am Kopf und an den Flügeln gefiedert. Die Vorderseite ist grau gefiedert. Als Jungvogel hat der männliche Schneckenweih noch eine rotbraune Unterseite. Am weissen Schwanz befindet sich eine breite dunkle Binde. Die Weibchen sind auf dem Hinterkopf, den Flügeln und dem Rücken braun bis dunkelbraun gefiedert. Der helle Kehlkopf ist durch kurze dunkelbraune Längsstreifen gekennzeichnet, die sich aber mit der Zeit / im Alter in dunkelbraune Querbinden abändern. Die Füsse sind rot bis orange. Die Iris ist rot. Die Grösse beträgt ca. 43 cm. Der Schneckenweih hat große und breite Flügel.

Der Schneckenweih frisst vor allem Süsswasser-Deckelschnecken oder Apfelschnecken. Der Schneckenweih reist den Deckel (mit dem die Schnecke ihr Schneckenhaus verschlossen hatte) ab und holt so mit seinem langen und schlanken Hakenschnabel die Schecke heraus. Bevor er diese jedoch hat, fliegt er über das Wasser und sobald er eine Schnecke sieht, stösst er hinab und greift sie mit den Fängen. Danach lähmt er mit einem Schlag das Nervensystem der Schnecke, so dass der Schneckenweih (so eine andere Beobachtung) die Schnecke aus dem Scheckenhaus rausschütteln kann. Laut weiteren Beobachtungen steht er auch mitunter im Wasser und holt so die Süsswasser-Deckelschnecken aus dem Wasser. 

Die Schneckenweihen brüten in Kolonien von ca. 20-100 Nestern, die oft nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Die Nester können sich auch im dichten Schilf oder in einem aus dem Wasser ragenden Busch befinden. Der Durchmesser des Nestes beträgt ca. 30 cm. Während des Nestbaus und des Brütens füttert das Männchen auch das Weibchen. Das Weibchen legt 2 - 5 weisse mit braunen Tupfern versehene Eier. Beide Elternteile brüten in ca. 26 Tagen den Nachwuchs aus. Flügge werden die Jungvögel bereits nach einem Monat.

02. Schwarzmilan oder Schwarzer Milan
lat. Milvus Migrans

Der Schwarzmilan ist in den offenen und halboffenen Niederungen, lichten Feldern, Kulturflächen in der Regel in den dortigen Feuchtgebieten am Wasser in 4 Unterarten nach neusten molekularbiologischen Untersuchungen verbreitet. Die grösstenteils australisch beheimatete Unterart Milvus Migrans Affinis, die auch auf den Inseln nördlich von Australien im Norden zu finden ist, hat keine „festgelegten“ Brutzeiten. Die Unterart Milvus Migrans Govinda ist in Indien, Thailand, Sri Lanka, Burma, Südindochina, Malaysia und Belutschistan verbreitet. Die Unterart Milvus Migrans Migrans ist in Europa bis zum Ural, in Persien und im mittleren Osten und Nordwestafrika verbreitet. Als Zugvogel fliegt der in Europa verbreitete Schwarzmilan von August bis September in das tropische südliche Afrika und kommt im März bis April wieder. Im Jahre 2003 wurde ein Bestand von von 85.000 bis 150.000 Paaren angegeben. Der Schwarzmilan, so Beobachtungen, lebt mitunter auch in Kolonien von bis zu 100 Vögeln. In diesen Revieren sind dann die Grenzen fliessend, ansonsten beträgt die Reviergrösse 20 km² bis maximal 400 km².

Der Sibirische Schwarzmilan oder Schwarzohrmilan, lat. Milvus Lineatus (früher als Unterart des Schwarzmilans: Milvus Migrans Lineatus) lebt in Westsibirien bis Ostjapan und in Taiwan, China, Haiman und Kaschmir.

Der Schmarotzermilan oder Ägyptische Schmarotzermilan, lat. Milvus Aegyptius (früher als Unterart des Schwarzmilans: Milvus Migrans Aegyptius) brütet in Ägypten, der arabischen Halbinsel, Sinai, Kenia, Äthiopien und Somalia von Februar bis April. Die in Mittel- und Südafrika beheimatete Unterart Milvus Aegyptius Parasitus (früher: Milvus Migrans Parasitus) ist zusammengefasst über den Kontinent (Komoren, südlich der Sahara, Madagaskar) verbreitet und man findet immer eine Gegend im Kontinent (in Westafrika beispielsweise von Oktober bis Januar, in Mali und Obervolta sind es die Monate März bis April oder in Ostafrika von März bis Oktober), wo gerade ein Paar brütet.

Die Oberseite ist dunkelbraun bis düsterbraun bis schwarzbraun gefiedert. Die Federn haben einen rostbraunen Rand und einen schwarzen Schaftstrich. Der Kopf ist fein braun bis dunkelbraun bis schwarz gestrichelt. Der Kopf wird mit dem Alter heller (hellgrau grundgefiedert und schwarz gestrichelt). Die Iris ist braun bis rotbraun oder gelb. Der gelbe Schnabel ist nur an der Spitze schwarz. Auf den Handschwingen befindet sich ein weisses Feld. Die Flügelspannweite beträgt 160 - 180 cm. Die Flügel und der schwach gegabelte Schwanz sind lang. Die Unterseite ist braun bis graubraun grundgefiedert und mit dunkelbraunen Längsstrichen versehen. Der Bauch und die Beine sind rotbraun grundgefiedert und mit schwarzen Schaftstrichen versehen. Die Füsse sind gelb. Aufgrund der verschiedenen Unterarten gibt es hellere und dunklere Variationen. Der Schwarzmilan ist 46 - 64 cm gross. Das Männchen wiegt 0,6 bis 0,9 kg und das Weibchen wiegt zwischen 0,7 bis 1,1 kg.

Der Schwarzmilan sucht im Segel- oder Gleitflug seine Beute. Zur Nahrung zählen hauptsächlich kranke, sterbende und tote Fische (wie beispielsweise Plötzen, Barsche, Karauschen und regional auch Karpfen, Rotfedern oder Hechte), die er an der Wasseroberfläche ergreift oder vom Ufer aufnimmt. Er frisst Aas (zum Beispiel verunglückte oder überfahrene Tiere im Strassenverkehr), tote Säugetiere (zum Beispiel Hasen, Kaninchen) und tote Vögel (wie beispielsweise Lerchen, Nebelkrähen Haustauben, Eichelhäher und Möwen). Selbst jagt der Schwarzmilan Kleinsäuger (zum Beispiel: Mäuse), Jungvögel, Reptilien, Insekten, Frösche und Regenwürmer. Oder er jagt anderen Vögeln (zum Beispiel: Möwen und Reihern) die Beute ab, so dass diese die Beute sogar noch hervorwürgen. Der Schwarzmilan ist mitunter auch an Müllhalden anzutreffen und frisst Küchenabfälle. Auf diesen "Türmen des Schweigens" in Tibet findet man neben den Begalgeiern auch die Schneegeier und die Schwarzmilane.

Die Schwarzmilane fliegen im Balzflug in grossen Spiralen nach oben, wobei einer dann nach unten stürzt, dreht und dann wieder nach oben fliegt, um von vorn anzufangen. Auch bleibt der Schwarzmilan im Rüttelflug in der Luft stehen. Überschläge oder ein Hineinstürzen in das Revier wurden ebenso beobachtet. Ein Greifen der Fänge oder nur eines Fusses wurde ebenso in der Luft beobachtet und auch wie anschliessend beide nach unten stürzten, um die Fänge kurz vor der Erde wieder zu lösen. Die Schwarzmilane verbinden im März bis April die Balz, die Begattung und die Ausbesserung des Nestes miteinander. Für die Begattung springt das Männchen entweder, nach dem es neben dem Weibchen sass, auf den Rücken des Weibchens oder landet gleich auf diesem. Die Begattungen wurden bis zum Legen der Eier beobachtet. Bei der Begattung ruft das Männchen und schlägt mit den Flügeln.

Das Nest befindet sich in Wassernähe, das von beiden Partnern auf Bäume, Felsen oder Gebäude in einer Höhe von 5 bis 30 m gebaut wird. Die Schwarzmilane bauen ein neues Nest in 3 bis 5 Tagen. Das Nistmaterial wird mit dem Schnabel in das Nest gebracht. Mitunter brüten Schwarzmilane in Nistkolonien mit anderen Vögeln. Es kommt vor, dass der Schwarzmilan Papier, Plaste, Fell oder Müllabfälle mit in das Nest einbaut. Das Weibchen legt die 1 - 5 Eier im Zeitraum April bis Mai in das Nest. Die Grundfärbung der kurzovalen Eier ist mattweiss bis schmutzigweiss. Die Flecken sind mehr oder weniger tief- oder rotbraun oder rötlichbraun. Auch können Unterflecke, die lilagrau bis lilarötlich sein können, auftreten. Die jungen Vögel werden in ca. 28 - 38 Tagen ausgebrütet, wobei das Männchen das Weibchen füttert. Im Nest bleiben die jungen 42 - 52 Tage. Das kleinste Junge überlebt meist nicht. Nach weiteren 40 - 50 Tagen fliegen die Vögel aus dem Nest und unternehmen erste Erkundungsflüge. Selbst brüten sie frühestens im Alter von 3 Jahren. Ein Höchstalter von 29 Jahren bei einem Weibchen und von 27 Jahren bei einem Männchen konnten festgestellt werden.

Die linken Fotos wurden im Zoo Halle (erste zwei), im Landesfalkenhof Burg Hohenwerfen, in der Greifvogelwarte Landskron und im Bayerwald-Tierpark gemacht. Die mittleren Fotos wurden in der Burgfalknerei Hohenbeilstein (erste zwei), im Greifvogelgehege Bispingen und im Adler- und Falkenhof im Wild- und Freizeitpark Allensbach gemacht. Die rechten Fotos wurden in der Greifenwarte Edersee gemacht.

03. Rotmilan oder Roter Milan oder Gabelweihe
lat. Milvus Milvus

Die Rotmilane sind in den offenen Landschaften, Feldern, Weideflächen, alten Laubhölzern, hügeligen Landschaften mit Waldrändern, lichten Wäldern und Baumgruppen, im Flachland in 2 Unterarten anzutreffen. Der halbe Weltbestand der Rotmilane lebt in Deutschland, wobei die grössten Bestände in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen anzutreffen sind. Der deutsche Bestand wurde im Jahre 2000 mit 10.314 bis 12.825 Paaren angegeben. Der Weltbestand wurde 2004 mit einer Spanne von ca. 25.000 bis 29.000 Paaren angegeben. Rotmilane findet man auch in Kleinasien bis zum Iran, Mittel- und Südeuropa und in Nordwestafrika. Die Unterart Milvus Milvus Fasciicauda ist nur auf den Kapverdischen Inseln verbreitet. Einige Rotmilane sind Zugvögel, die nicht im Brutgebiet, sondern beim Mittelmeer überwintern. In das Überwinterungsgebiet (Mittelmeerraum, zum grössten Teil Spanien) ziehen die Rotmilane im Oktober bis November und kommen dann im Februar bis April wieder zurück, sofern sie dort nicht durch Giftköder umkommen oder abgeschossen werden. Als Überwinterungsgebiete wurden auch Nordwestafrika und Nordwestindien festgestellt. Nur ca. 1.000 bis 1200 Rotmilane sind Standvögel. Ab dem Juni bilden die Rotmilane sogar "Schlafgemeinschaften" von bis zu 180 Vögeln und im Überwinterungsgebiet im Mittelmeerraum von bis 100 Vögeln.

Die Oberseite ist rotbraun bis braun grundgefiedert und mit dunkelbraunen bis schwarzen Schaftstrichen gekennzeichnet. Die Federn auf der Oberseite besitzen helle bis weisse Ränder. Die rostroten langen und schmalen Flügel haben schwarze Flügelspitzen und haben auf der Unterseite ein weisses Flügelfeld. Die Flügelspannweite beträgt 175 bis 195 cm. Der Kopf ist weiss bis hellgrau bis grauweiss grundgefiedert und schwarz gestrichelt. Der hellrostrote bis fuchsrote bis rostrote bis rotbraune gegabelte Schwanz (ist nur bei den Jungvögeln braun bis schwarz gebändert und) ist mit zwei schwarzen Gabel- oder Schwanzspitzen versehen. Der Schwanz wird im Flug gespreizt. Die Kehle ist bis zur Oberbrust grauweiss grundgefiedert und mit schwarzbraunen Schaftstrichen versehen. Die Unterseite und die Beine sind hellrostrot bis rotbraun bis fuchsrotbraun grundgefiedert und mit dunkelbraunen bis schwarzen Schaftstrichen gekennzeichnet. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert. Der Rotmilan ist 56 bis 66 cm lang. Das Männchen wiegt 0,7 bis 1,3 kg und das Weibchen wiegt 0,9 bis 1,6 kg.

Der Rotmilan sucht im Segel-, Such- oder Gleitflug seine Beute und jagt so kleine Säugetiere (wie beispielsweise Kaninchen, Junghasen, Wühlmäuse, Maulwürfe, Hamster, Ratten), fischt selbst Fische an der Oberfläche und erbeutet kleine Vögel (wie beispielsweise Rebhühner, Krähen und ermattete Tauben). Der Rotmilan sucht aber auch im laufen seine Beute, wie beispielsweise Reptilien (zum Beispiel Eidechsen), Käfer, Insekten und Raupen. Er frisst Aas (zum Beispiel verunglückte oder überfahrene Tiere im Strassenverkehr oder in der Landwirtschaft (zum Beispiel Hamster, aber auch Reh und Wildschwein wurde bereits im Magen eines Rotmilans gefunden)), tote Säugetiere (zum Beispiel todgeborene Lämmer) und tote Vögel (zum Beispiel Lachmöwen). Auch an Müllhalden ist der Rotmilan anzutreffen. Der Rotmilan jagt aber auch Sperbern, Habichten, Wander- Turm- und Baumfalken, Mäusebussarden und Seeadlern die Beute ab.

Die ersten Paare bei den Rotmilanen finden sich im Winterquartier im Dezember, so dass sie schon auf dem gleichen Ast nebeneinander schlafen und gemeinsam jagen. Die Balzflüge finden dann über dem Brutplatz (März bis April) statt. Die Rotmilane leben in einer „Dauerehe“. Es wurde auch beobachtet, dass in Revier eindringende Männchen bekämpft werden und zum Teil auch am Boden wälzend den Streit austragen. In diesem Zusammenhang verjagen die Rotmilane auch Wanderfalken, Turmfalken und Mäusebussarde. Von Schwarzmilanen und Habichten kann der Rotmilan selbst andersherum auch verjagt werden. Der Rotmilan fliegt beim Balzflug in grosse Höhen und stürzt sich dann in Schleifen, in den Kurven stark zur Seite drehend, über dem Wald nach unten, um sich dann wieder nach oben zu schrauben. Andererseits kann sich auch das Rotmilanpaar im Sturzflug in den Wald hinein stürzen, um dann entweder zu landen oder an den Bäumen vorbei sich wieder heraufschrauben. Die Begattung erfolgt auf dem Nest oder in der Nestnähe und dabei landet das Männchen auf dem Rücke des Weibchens.

Das Nest wird in 6 bis 30 m Höhe auf hohe Buchen-, Eichen- oder Kiefernbäume angelegt. Es werden auch die Nester anderer Vögel gerne benutzt. Das Weibchen legt die 1 - 5 mattweissen mit graubraunen / dunkelbraunen / rotbraunen grossen und kleinen Flecken versehenen oval bis kurzovale Eier im April bis Mai. Das Weibchen brütet diese in 28 - 32 Tagen aus. Auch das Männchen beteiligt sich ab und zu beim Brüten. Flügge werden die jungen Rotmilane nach 40 - 50 Tagen. Während dieser Zeit versorgt das Männchen das Weibchen und die jungen Rotmilane mit Futter. Erst 2 Wochen nach dem Schlüpfen der jungen Milane jagt das Weibchen mit. Nachdem Flügge werden halten sich die Jungvögel noch ca. 14 Tage in der Nestnähe auf (bis sie alle gemeinsam über den Winter in das Winterquartier ziehen). Der Rotmilan kann bis zu 38 Jahre alt werden.

Diese Fotos wurden im Heimattierpark Riesa gemacht.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Vogelpark Abensberg (linke 2), in der Falknerei Burg Obernberg (mittlere 2) und in der Greifenwarte Edersee (rechts oben) und in der Falknerei Ronneburg (rechts unten) gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Wildgehege Moritzburg (linke2), in der Falknerei Schillingsfürst (mitte oben), in der Adlerwarte Berlebeck (mitte unten), in der Falknerei / Wildpark Potzberg (rechts oben) und in der Greifvogelstation Hellenthal (unten rechts) gemacht.

04. Brahminenweih oder Brahminenmilan
lat. Haliastur Indus

Der Brahminenweih lebt an den Flüssen, Küsten, Seen und Reisfeldern bis in Höhen von 1.800 m in Indien, Südchina, Indonesien, Philippinen, Borneo, dem tropisch asiatischen Festland und Australien.

Der Kopf, der Oberrücken und die Vorderseite sind weiss gefiedert. Mit dem Alter erhält der Brahminenweih feine kurze Längsstriche auf dem weiss. Die Flügeloberseiten sind rostrot über rotbraun bis braun gefiedert. Die Flügelspitzen sind schwarz. Die Flügelunterseiten sind rotbraun in weiss übergehend. Die Beine sind rostrot über rotbraun bis braun gefiedert. Der Schwanz ist rotbraun bis braun. Die Augen sind braun mit schwarzer Pupille. Die Grösse des Brahminenweihs beträgt ca. 43 – 51 cm.

Zur Nahrung zählen Krabben, Schlangen, Fische, Frösche, Insekten und Aas.

Das Nest befindet sich auf einem hohen Baum in 6 bis 15 m Höhe. Das Nest befindet sich am Wasser, besteht aus Reisig und Zweigen und ist im inneren mit Wolle und Lumpen ausgepolstert. Das Weibchen legt 1 bis 4 grauweiss mit rotbraunen Flecken versehene Eier. Die Eier brütet das Weibchen (nur selten hilft das Männchen beim brüten) in 26 – 27 Tagen aus. Das Männchen beschafft das Futter und sobald die jungen geschlüpft sind, hilft dann auch das Weibchen beim heranholen der Nahrung.

Das linke Foto wurde im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, das mittlere Foto wurde im Forschungsinstitut und Naturkundemuseum Senckenberg (Frankfurt) und das rechte Foto wurde im Naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg aufgenommen.

05. Keilschwanzweih oder Pfeifmilan oder Pfeifweih
lat. Haliastur Sphenurus

Der Pfeifweih ist in den offenen Landschaften, lichten Wäldern, an Flüssen oder Gewässern, im Landesinneren von Australien und an den Küsten verbreitet. Auch in trockenen Gebieten ist der Pfeifweih zu finden. Neben Australien lebt der Pfeifweih in Neuguinea und Neukaledonien. Der Pfeifweih ist sehr gesellig, lebt in kleinen Gruppen oder ist paarweise anzutreffen. Der Pfeifweih gibt Pfeiftöne (lautes Pfeifen, Pfeifen mit abfallendem Ton) von sich.

Das Gefieder ist auf der Unterseite bis zu den Beinen, dem Kopf und dem Hals sandbraun bis braun grundgefiedert und mit feinen kurzen dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Die dunkelbraunen Flügelfedern und die dunkelbraunen Flügeldecken haben blasse Ränder, die Schwungfedern sind dunkelbraun und die Flügelspitzen sind bis schwarz gefiedert. Die Unterseite ist ab den Beinen weissbraun. Der Schwanz hat eine graue Endbinde oder Spitze. Die Grösse beträgt 51 bis 59 cm. Die Beine sind gelb. Die Iris ist dunkelbraun.

Zu Nahrung zählen kleine Säugetiere (bis zum Kaninchen), Insekten, Heuschrecken, Fische, Frösche, Reptilien, junge Vögel und Abfall.

Das Nest befindet sich auf einem Baum, der sich in der Nähe eines Gewässers befindet. Dort hinein legt das Weibchen 2 bis 3 bläulichweisse mit braunen und violetten Flecken versehene Eier im Zeitraum Juli bis Oktober und brütet sie (allein?) in ca. 40 Tagen aus.

Die Jungvögel haben einen helleren Kopf und sind dunkelbrauner gefiedert.

Dieses Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg (bezeichnet mit Bussardweih, lat. Haliastur Sphenurus; Oder ist es vielleicht doch (auch) ein Brahminenweih oder Brahminenmilan, lat. Haliastur Indus zu sehen?) gemacht.

06. Schwarzbrustmilan oder Bussardmilan oder Haubenmilan
lat. Hamirostra Melanosternon

Der Schwarzbrustmilan ist in den Wüsten, Wäldern, Savannen, Buschlandschaften, trockenen Gebieten, an den Flüssen im tropischen australischen Norden, Tasmanien und Quennsland verbreitet.

Die Oberseite, der Rücken, der Nacken sind braun gefiedert. Die Schultern, die Schenkel und der kurze Schwanz sind rostbraun bis schwarzrotbraun gesprenkelt gefiedert. Die Unterseite ist, es gibt zwei verschiedene Farbvarianten, entweder von Kopf bis Brust ganz schwarz oder weissbraun bis goldbraun grundgefiedert und mit rostbraunen bis schwarzrotbraunen Sprenkeln versehen gefiedert. Die Unterflügel sind weiss. Die Augen sind braun. Der Schwarzbrustmilan besitzt einen Federschopf. Die Grösse beträgt 51 bis 61 cm. Das Männchen ist kleiner als das Weibchen.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, (die eingewanderten) Kaninchen, Insekten, junge Kängurus, Kriechtiere, frisch geschlüpfte Jungvögel (wie Kraniche und Emus), Eier und Aas. Die Schwarzbrustmilane jagen zum Teil in Verbänden von bis zu 50 Vögeln und suchen nach "verlassenen" Vogelnestern, um dort die Jungvögel zu "stehlen". Interessant ist, dass der Schwarzbrustmilan grosse Eier aus der Luft (aus 3 bis 4 m Höhe) mit Steinen bewirft, um die harten Ei-Schalen (der Emus beispielsweise) zu zerbrechen, um schliesslich an den Inhalt heranzukommen.

Das Nest, welches von September bis Oktober gebaut wird, befindet sich in einer Höhe von 6 bis 20 m auf einem Baum. Dort hinein legt das Weibchen die 1 bis 4 weissen bis gelblichrostroten mit Flecken versehenen Eier.

Die Jungvögel sind tiefbraun bis sandfarben gefiedert. Die Unterseite variiert mit zum Teil grossem Weissanteil mit schwarzen Stellen.

07. Grauschwebeweih oder Südschwebeweih oder Schwebeweih
lat. Ictinia Plumbea

Der Grauschwebeweih ist in Zentralmexiko bis Nordargentinien, also in Mexiko, Venezuela, Ecuador, Kolumbien, Peru, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Argentinien, in den Wäldern, Waldrändern, Galeriewäldern im offenen Gelände, den Bergwäldern, an der Küste in bis zu 1000 bis 2600 m Höhe verbreitet. Die Grauschwebeweihen sind gesellig, so dass sie (auch) in Gruppen anzutreffen sind. Die Grauschwebeweihen, die in Mexiko und Zentralamerika leben, überwintern als Zugvögel im tropischen Südamerika (im Süden) und die in Argentinien lebenden Grauschwebeweihen überwintern als Zugvögel im Norden.

Der Rücken, die langen und schmalen Flügel und der Schwanz sind blaugrau über dunkelgrau bis aschgrau bis grauschwarz gefiedert. Die schwärzlich schieferfarbenen schmalen Flügel, die zum Teil rötlichbraun gefiedert sind, überragen den Schwanz. Auf dem schwärzlich schieferfarbenen Schwanz befinden sich 2 weisse Binden. Der Kopf ist grau bis blass aschgrau gefiedert. Die Unterseite ist grau gefiedert. Die Grauschwebeweihen werden 32 bis 38 cm gross. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Die Augen sind leuchtend rot oder gelb. Der Grauschwebeweih besitzt einen Zahn.

Zur Nahrung zählen kleine Tiere, Frösche, Termiten, Insekten (z.B. Zikaden) und Leguane.

Das Nest wird entweder in Wäldern in ca. 30 m Höhe oder an Wassernähe in bis zu 10-12 m Höhe angelegt. Das Weibchen legt 2 bis 3 weisse mit braunen Flecken versehen Eier in das Nest. Beide Elternteile brüten die Eier gemeinsam in 30 Tagen aus. Flügge sind die Jungvögel in ca. 36 Tagen.

Dieses Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg gemacht.

08. Doppelzahnweih oder Zwischenweih
lat. Harpagus Bidentatus

Der Doppelzahnweih, er hat zwei Zähne, die für seinen Namen sorgten, ist in 2 Unterarten vom tropischen Amerika von Mexiko bis Peru und Bolivien verbreitet. Die "nördliche" Unterart Harpagus Bidentatus Lawrenze lebt in Mexiko und Kolumbien. Die andere und zweite Unterart ist Harpagus Bidentatus Bidentatus lebt südlicher.

Der Kopf und der Nacken sind blaugrau bis schwärzlich gefiedert. Die Kehle ist weiss gefiedert. Die Oberseite, die Flügel sind blaugrau bis dunkelbraun bis schwärzlich gefiedert. Der blaugrau bis dunkelbraun bis schwärzlich gefiederte Schwanz hat weisse Binden und eine weisse Spitze. Die Augen sind rot.

Die Unterseite ist ab dem Hals rotbraun grundgefiedert und mit weissen Querbinden versehen, die andereseits nicht bei allen vorhanden sind. Ab dem Bauch verändert sich die Grundfiederung (bei einigen nicht allen) in blaugrau bis grau mit weissen (oder zum Teil dort auch braun-weissen) Querbinden. Bei einigen Exemplaren (Männchen ?) reicht die rotbraune Grundfiederung auf der Unterseite bis zu den Beinen. Bei anderen Vertretern (Weibchen ?) ist kaum rotbraun (mit Ausnahme der Körperseiten links und rechts unterhalb des Halses) zu entdecken, so dass die Unterseite dann blaugrau bis grau grundgefiedert wirkt und mit weissen Streifen versehen ist. Bei wiederum anderen Exemplaren (Jungvögel ?) ist die Bänderung aufgrund der rotbraunen Unterseite kaum zu erkennen.

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Herbert Grimm vom Naturkundemuseum Erfurt www.naturkundemuseum-erfurt.de wurde das Foto verwendet.

09. Mississippiweih oder Mississippi-Schwebeweih oder Schwebeweih
lat. Ictinia Mississippiensis

Der Mississippi-Schwebeweih ist in den Waldgebieten, offenen Landschaften im Südosten, im Süden und im Zentrum der USA, von Arizona bis Florida verbreitet. Als Zugvogel verbringt der Mississippi-Schwebeweih den Winter im wärmeren Süden in Nordargentinien bis Paraguay (sowie auch(?!) in Florida, in Mexiko, Guatemala und Costa Rica).

Das Gefieder ist auf dem Kopf und im Nacken weiss bis schmutzigweiss bis weissgrau bis blassaschgrau gefiedert. Die Kehle ist blassgrau gefiedert. Die Oberseite, der Rücken, ist grau bis dunkelschieferaschgrau gefiedert und bis zur Flügelspitze wird die Färbung schieferfarben schwärzlich bis schwarzbraun bis schwarz. Die Armschwingen sind blassaschgrau. Die Unterseite ist grau bis schiefergrau gefiedert. Der Schwanz ist schwarz.

Das Weibchen ist grösser als das Männchen. Die Flügel sind lang. Die Iris ist tiefrot. Ein Zahn befindet sich jeweils an den Kanten des Oberkiefers. Der Schnabel ist grauschwarz. Die Grösse beträgt 34 bis 38 cm. Die Füsse sind orangerot.

Zur Nahrung zählen Insekten, die im Flug gejagt werden.

Das Nest befindet sich in einem mittelgrossen bis hohen Baum in Parks oder in Plantagenbäumen. Das Weibchen legt 1 bis 3 Eier. Mitunter nisten die Paare in lockeren Kolonien.