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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text

Vorbemerkung: Einige Wissenschaftler tendieren zur Auffassung, dass die Neuweltgeier weniger mit den Greifvögeln, sondern eher mit den Stelzvögel oder Schreitvögel, lat. Ciconiiformes verwandt sind. Die Ursachen hierfür sind das durchgehende Nasenloch, ein gutes Geruchsvermögen und die Tatsache, dass sie (auch) keine Nester bauen. Die Neuweltgeier wurden erst nach der Entdeckung Amerikas "neu"entdeckt. Aufgrund der ähnlichen Lebens- und Ernährungsweise wurden sie ebenso als Geier bezeichnet. Die zuerst entdeckten Geier wurden so zu den Altweltgeiern und die zuletzt entdeckten Geier wurden so zu den Neuweltgeiern. Der wichtigste Unterschied ist die Art und Weise nach der Suche nach der Beute. Die Altweltgeier, die in Europa, Asien und Afrika leben, suchen die Beute vorwiegend mit ihren Augen, während die Neuweltgeier, die in Nord- und Südamerika leben, ihren Geruchssinn verwenden. Des Weiteren besitzen die Neuweltgeier keinen ausgebildeten Singmuskeltapperat (Syrinx) im Gegensatz zu den Greifvögeln (zu denen auch die Altweltgeier zählen) und können somit nur zischen, fauchen oder klappern. Auch spritzen sie Kot zwecks Kühlung auf die Füsse. Die Neuweltgeier können (ein weiteres Unterscheidungsmerkmal) ihre Beute / Nahrung aufgrund der Tatsachen, dass die Hinterzehe schwach entwickelt ist und dass die Vorderzehen und die Hinterzehe gleichlang sind, nur festhalten (völlig im Gegensatz zu den Greifvögeln, die eine stark entwickelte Hinterzehe und sehr kurze Vorderzehen besitzen, die ein "Ergreifen" der Nahrung / Beute ermöglichen).

Auf die Familien der Amerikanischen Riesenkondore oder kalifornischen Riesenkondore (5), lat. Teratornthidae und der Neuweltlichen Riesengeier (6), lat. Vulturidae, die bereits ausgestorben sind und zu den Fossilien zählen (vergleiche Abschnitt: „Die Greifvögel und Eulen, aus der Evolution, vom Beginn und dem Ende der Ersten“) gehe ich hier nicht weiter ein.

Aufgenommen im Tiergarten Nürnberg:
Junger Andenkondor, der sich Kot auf die Füsse gespritzt hat.

Familie 8: Neuweltgeier, lat. Cathartidae
Gattungen: Vultur, Cathartes, Gymnogyps, Coragyps, Sarcorhamphus

01. Andenkondor, lat. Vultur gryphus
02. Königsgeier, lat. Sarcoramphus papa
03. Rabengeier oder Schwarzgeier, lat. Coragyps atratus
04. Truthahngeier, lat. Cathartes aura
05. Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor, lat. Gymnogyps californianus
06. Kleiner Gelbkopfgeier oder Gelbkopfgeier oder Kleiner Gelbschnabelgeier, lat. Cathartes burrovianus
07. Grosser Gelbkopfgeier oder Grösserer Gelbkopfgeier oder Grosser Gelbschnabelgeier, lat. Cathartes melambrotus
08. zur Ordnung der Stelzvögel oder Schreitvögel, lat. Ciconiiformes gehörende Familien

 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.

01. Andenkondor
lat. Vultur gryphus

Der Andenkondor ist vom Süden der amerikanischen Anden bis zur Magellanstrasse verbreitet. Bolivien besitzt seit 1963 einen Andenkondor in seinem Wappen. Bereits seit dem 24.06.1934 ist ein Andenkondor im Wappen Chiles enthalten. Ecuador hat den Andenkondor seit dem 31.10.1900 im Wappen. Die Andenkondore sind paarweise oder einzeln an den Küsten oder Küstengebirgen in Höhen von bis zu 5200 m in Chile, Patagonien, Ecuador, Peru, Argentinien, Venezuela, Kolumbien und Bolivien anzutreffen. Die meiste Zeit des Tages ruhen sich die Andenkondore aus, sitzen bewegungslos da oder pflegen ihr Gefieder, wobei letzteres dann dem Zusammenhalt der Gruppe oder des Paares dient. Ausserhalb der Brutzeit wurden auch Gruppen von 15 bis 24 Vögeln beobachtet. Die Andenkondore fliegen mitunter in Höhen von bis zu 7 km. In Ecuador wurden laut der Zeitschrift „Vögel 01/2011“ 40-50 Andenkondore „derzeit“ gezählt.

Das Gefieder ist auf der Ober- und Unterseite schwarz bis mattschwarz bis schwach dunkelstahlblau glänzend. Die Flügeloberseite ist schwarz mit einem grossen Anteil weisser bis silbergrauer Federn. Der Kopf ist fleischfarben. Die Iris der Männchen ist gelb?, graubraun bis nussbraun. Die Männchen besitzen einen bis zu 4,5 cm hohen und bis zu 10 cm langen Kamm (oder auch als Halswulst oder als fleischiger Auswuchs bezeichnet) über dem Schnabel. Das Weibchen ist kammlos, besitzt rote bis karminrote bis granatrote Iris und ist kleiner als das Männchen. Der Hals ist nackt. Die Halskrause ist weiss. Der Andenkondor hat eine Flügelspannweite von 360 cm und wiegt zwischen 8 – 13 kg, wobei das Männchen mit 11 bis 13 kg am schwersten ist. Der Andenkondor ist 100 – 130 cm gross. Andenkondore geben zischende, knappende und fauchende Laute von sich. Bei Kälte ziehen die Andenkondore den Kopf ein, um den nackten Hals vor der Kälte zu schützen.

Zur Nahrung besteht zum Grossteil aus Aas, also tote Tiere (wie Seelöwen, Wale, Robben, Lamas und Haustiere (wie beispielsweise Schafe, Pferde, Kühe)). Erbeutet werden sehr selten junge, kranke oder verletzte Andenhirsche, Lämmer und Kälber, die bis zum ermatten gejagt werden oder es wird sich auf die Beute gestürzt, um sie mit den Flügeln einen Felsen hinunterzustossen. Eier, so Beobachtungen, werden auch gestohlen. Die Andenkondore kreisen zum Teil ohne einen Flügelschlag stundenlang oft in kleinen Gruppen von ca. 10 Vögeln in der Luft auf der Suche nach toten Tieren. Am toten Tier können es dann bis zu 60 Andenkondore werden.

Die männlichen Andenkondore spreizen bei der Balz die Flügel, die dann abwechselnd gespreizt und wieder angelegt werden. Durch das Aufblähen oder Aufblasen  des Halses, verfärbt dieser sich leuchtender beim Männchen. Der Kopf wird dann zum Boden gesenkt und mit der Zunge erzeugt das Männchen ein Schnarren oder tuckern. Anschliessend wendet es dem Weibchen den Rücken zu und springt mit Flügelschlägen. Das Männchen faucht, schüttelt das Gefieder und schlägt die Flügel wieder zusammen. Das Weibchen folgt und berührt mit ihrem Schnabel den Schnabel und den Kopf des Männchens. Männchen und Weibchen beknabbern sich vor der Begattung an Kopf und Hals.

Andenkondore brüten mitunter in Kolonien. Das Weibchen legt alle zwei Jahre ihre 1 – 2 weissen Eier. Die Eier werden in der Regel auf den Boden gelegt und in 54 bis 60 Tagen ausgebrütet. Die Andenkondore brüten im Zeitraum Juli bis August. In Kolumbien ist die Brutzeit im Monat Juli und in Chile ist die Brutzeit von September bis Oktober. Die Andenkondore im Norden Perus, die hinsichtlich ihrer Vermehrung von den grossen Unwettern (Stürme an der Küste: El Nino), die wiederum reichlich Aas bescheren, abhängen, brüten seltener, genaugenommen: viele alle 5 Jahre. Die nackten Jungvögel werden in den ersten 3 Wochen Tag und Nacht gewärmt und mit vorverdauter Nahrung aus dem Kropf gefüttert. Danach benötigen die Jungvögel nur noch nachts die elterliche Wärme. Die ersten Versuche zum Fliegen (Start von den Steilwänden oder mit Anlauf vom Boden) werden mit 5 bis 6 Monaten durchgeführt und nach insgesamt 10 bis 12 Monaten können die Jungvögel richtig fliegen. Die braun gefiederten Jungvögel werden bis zu 8 Monate betreut und bleiben bis zu einem Jahr bei den Elternvögeln. Die weisse Halskrause erhalten die Jungvögel laut Literatur in einem oder(?) vier Jahren. Ab dem dritten Jahr entwickelt sich der Kamm des Männchens. Die Geschlechtsreife wird in der Literatur mit “4 Jahren”, “7 Jahren” und von “6 Jahren bei Männchen und 8 Jahren bei Weibchen” angegeben. Die Andenkondore leben in einer Dauerehe. Ein Höchstalter von 60 Jahren wurde festgestellt. Bereits 12 Andenkondore wurden in Tiergarten Nürnberg bis 2009 nachgezüchtet.

Die linken Fotos wurden in der Falknerei / Wildpark Potzberg, in der Falknerei Adlerhorst (folgende zwei), im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) und im Zoo Berlin (Tiergarten) gemacht. Die mittleren Fotos wurden im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde; erste zwei), im Zoo Dortmund (folgende zwei) und im Vogelpark Irgenöd aufgenommen. Die rechten Fotos wurden in der Adlerwarte Kreuzenstein, im Falkenhof (Kranichfeld) und in der Greifvogelstation Hellenthal (folgende zwei) gemacht. Die unteren Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.

02. Königsgeier
lat. Sarcoramphus papa

Der Königsgeier ist in den bewaldeten Savannen, offenen Wäldern, Buschlandschaften, tropischen Regenwäldern, Randzonen tropischer Regenwälder, Höhen bis 3300m, Ebenen und den bewohnten Gebieten des tropischen Mittel- und Südamerikas (von den USA? über Mexiko bis nach Nordargentinien und Norduruguay) verbreitet. Die Königsgeier leben paarweise und sind nicht sehr gesellig. Andererseits wurde auch beobachtet, dass sie nachts Schlafgemeinschaften bilden und in Gruppen von bis zu 20 bis 25 Vögeln in der Luft kreisen.

Die Oberseite (Oberrücken und Schultern) sind weiss bis weissrosa gefiedert. Die Hand- und die Armschwingen sind schwarz gefiedert. Die Flügelspannweite beträgt 180 – 200 cm. Der Kopf ist schwarz bis grau. Der Schnabel ist rot. Auf der Wachshaut des Schnabels befindet sich ein gelb bis orangefarber warzenariger Auswuchs. Der Hals ist gelb bis rot. Die schwarzgraue Halskrause ist am Hinterhals grauweiss. Die Unterseite ist weiss gefiedert. Der Königsgeier ist 71 bis 89 cm gross. Das Gewicht beträgt 3,0 bis 3,7 kg.

Zur Nahrung zählen Fische, Schlangen und Aas. Der Königsgeier vertreibt mitunter andere Geier vom Aas. Der Geruchssinn ist gut ausgebildet. Der Königsgeier raspelt mit seiner rauhen Zunge das Fleisch von den Knochen. Bei den Aasplätzen können sich bis zu 50 Königsgeier versammeln.

Das Nest des Königsgeiers befindet sich auf Bäumen in bis über 20 m Höhe oder in Feldnischen oder in Baumstümpfen in 30 m Höhe. Das Nest kann sich aber auch auf dem Boden unter einem überhängenden Felsen befinden. Beide Königsgeier laufen zur Balz flügelschlagend umeinander umher und stossen Pfeiftöne aus. Die Weibchen legen alle zwei Jahre die 1 bis 3 weissen (bis gelblichen) mit rotbraunen Flecken versehenen Eier. Beide Elternteile brüten die Eier in 51 bis 58 Tagen aus. Gefüttert wird mit vorverdauter Nahrung aus dem Kropf. Nach 80 bis 90 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Die Jungvögel, die braun bis schwarz gefiedert sind, bleiben dann mit den Elternvögeln bis zu weiteren 150 Tagen oder bis zur nächsten Nistperiode zwei Jahre zusammen. Nach einem Jahr sind die Jungvögel auf sich allein gestellt und flügge. Ab dem 18. Monat beginnt sich dann das Federkleid zu verändern und der Jungvogel erhält die ersten Warzen. Den nackten und bunten Kopf erhält der Jungvogel mit dem 4. bis 5. Lebensjahr. Bis zum 6. Lebensjahr wird das Gefieder in grossen Teilen weiss.

Die oberen Fotos wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht. Die unteren Fotos wurden im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gemacht.

Die oberen Fotos wurden im Zoo Berlin Tiergarten gemacht. Die unteren Fotos wurden im Zoo Dortmund gemacht.

Die Fotos wurden im Zoo Leipzig gemacht.

Das Foto wurde im Zoo Schmiding / Wels gemacht.

Diese Fotos wurden im Raritätenzoo Ebbs gemacht.

03. Rabengeier oder Schwarzgeier
lat. Coragyps atratus

Die Rabengeier leben in offenen Landschaften, bewaldeten Landschaften, Höhen bis 2700m, in der Nähe von Menschen in Gebirgen im Süden Nordamerikas, Mittel- und Südamerikas (USA bis Chile). Als Zugvögel verbringen die Rabengeier die Winter in Südamerika. Die Rabengeier leben in (riesigen) Gemeinschaften und versammeln sich nachts zum Teil mit bis 1000 Vögeln.

Der dunkelgraue bis schwarze Kopf ist federlos. Das Gefieder ansonsten schwarz. Der Rabengeier ist 56 – 68 cm gross. Die Flügel sind kurz. Die Flügelspannweite beträgt 135 – 150 cm. Die Männchen wiegen zwischen 1,1 bis 2,5 kg und die Weibchen wiegen zwischen 3,0 bis 3,8 kg.

Zu Nahrung zählen kleine Säugetiere, Jungvögel, Obst, Früchte und Aas. An verendeten Tieren finden sich zum Teil bis zu 300 Rabengeier aufgrund des guten Geruchssinns ein. Andererseits jagen sie auch gemeinsam junge Vögel und erbeuten junge Schweine (Ferkel), kleine Schafe (Lämmer). Auch an Müllplätzen findet man die Rabengeier.

Die Rabengeier führen eine 2 bis 3 minütige Bodenbalz mehrere Tage durch. Das Männchen umkreist das Weibchen mit vorgestrecktem Hals. Das Weibchen dreht sich schnell im Kreis. Die Rabengeier brüten je Region entweder von Februar bis Juni oder von Oktober bis November oder November bis Januar in Kolonien auf Klippen oder in Höhlen. Das Weibchen legt 2 weissliche bis hellgrünblaue bis fahlgraugrüne Eier, die mit roter Kennzeichnung versehen sind. Beide Elternteile brüten die Eier in (32? bis) 38 bis 40 (bis 45?) Tagen aus. Mit vorverdauter Nahrung werden die Jungvögel die ersten 40 Tage gefüttert. Die Jungvögel haben ein braunes Gefieder. Flügge werden die jungen Rabengeier in 70 bis 75 Tagen (bis zu 3 Monaten?).

Mit freundlicher Genehmigung von Knut Eisermann, www.cayaya-birding.com, wurde das Foto der 2 Rabengeier verwendet.

Die linken Fotos wurden in der Adlerwarte Berlebeck (erste zwei) und im Greifvogelpark Buchs (folgende zwei) gemacht. Die mittleren Fotos wurden im Zoo Dortmund gemacht. Die rechten Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst und im Vogelpark Metelen gemacht.

04. Truthahngeier
lat. Cathartes aura

Die geselligen Truthahngeier sind in den kalten Wüsten, offenen Landschaften, bewaldeten Landschaften, tropischen Wäldern, Höhen bis 3000m, Wiesen, Meeresstränden und Städten in 6 Unterarten von Kanada, USA, Panama, Costa Rica, Kolumbien, Ecuador bis Feuerland und den Falkland-Inseln verbreitet. Die Truthahngeier sitzen oft auf Säulenkakteen. In kleinen Gruppen von bis zu 30 Vögeln verbringen sie ihre Nächte zusammen. Die im Norden beheimateten Truthahngeier sind Zugvögel, die den Winter in kleinen Gruppen im Süden (Südamerika) verbringen. So wurden beim Überflug über Panama in den Süden einmal über 307.000 Truthahngeier gezählt. In den Jahren 1918 bis 1919 wurden in einer Ranch 3500 Truthahngeier „aufgrund der Gefahr der Seuchenübertragung“ abgeschlachtet.

Das Gefieder ist schwarz bis schwarzbraun bis grauschwarz. Die Flügel sind lang. Der nackte Kopf ist rosarot bis rot. Der Schwanz ist dunkelsilbergrau. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, Schlangen, Frösche, Vogeleier und kleine Vögel aus den Nestern (wie zum Beispiel Reiher und Ibise), die Früchte der Ölpalme, verfaultes Obst und “frisches”(!) Aas. Der Truthahngeier hat einen sehr guten Geruchssinn, der ihm bei der Aas-Suche behilflich ist.

Die Truthahngeier-Männchen laufen bei der Balz (es sind mehrere Männchen) am Boden umher, um so ein Weibchen zu beeindrucken. Sobald sich ein Männchen und ein Weibchen gefunden haben, fliegen sie in die Luft. Von den Truthahngeier wurde beobachtet, dass sie sich zu kleinen Gruppen von 30 bis 40 Truthahngeier versammeln und die Paare Synchronflüge an den Brutfelsen durchführen.

Das Nest befindet sich in Felsnischen oder auf dem Boden, in Sümpfen oder Baumstämmen. Das Nest liegt entweder allein oder befindet sich in einer Kolonie von Truthahngeierpaaren. Das Weibchen legt ihre 2 – 3 weiss bis hellgrau gefleckten Eier von Februar bis Juni, was regional verschieden ist. Beide Elternteile brüten die Eier in 38 bis 41 Tagen aus. Gleich am ersten Tag öffnen die jungen Vögel die Augen. Das Futter besteht aus vorverdauter Nahrung aus dem Kropf. Flügge sind die jungen Truthahngeier in 70 bis 80 Tagen. Die Jungvögel haben noch einen graubraunen Kopf.

Die linken Fotos wurden im Zoo Berlin (Tiergarten), die mittleren Fotos im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) und die rechten Fotos wurden im Vogelpark Abenberg gemacht. Die unteren Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg, heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (links) und in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (mitte und rechts) aufgenommen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden in der Adlerwarte Kreuzenstein und die Fotos unterhalb dieser Zeilen in der Greifvogelwarte Riegersburg aufgenommen.

05. Kalifornischer Kondor oder Kalifornienkondor
lat. Gymnogyps californianus

Von den ca. 1000 Kalifornischen Kondoren, die im 19 Jahrhundert noch im Küstenland, im Hochgebirge, in den Bergen und auf den trockenen Hügeln, im südlichen Küstengebirge Kaliforniens lebten und durch die damaligen Siedler "reduziert" wurden, landeten 288 Kalifornische Kondore zwischen den Jahren 1881 und 1910 in den Museen. Nach den Beschreibungen aus dem Jahre 1792 lebten die Kalifornischen Kondore auch in vielen Teilen Nordamerikas und Mexikos. Durch die Vernichtung des Lebensraums, das Einsammelns der Eier, durch Vergiftungen und aufgrund des sinnlosen Abschiessens -trotz strengster Schutzmassnahmen- verschwanden bald alle Kalifornischen Kondore. Im Jahre 1980 starb ein freigeborener Jungvogel im Nest, nachdem er von Naturschützern vermessen wurde (, weil man nicht wusste, dass Neuweltgeier in einer bestimmten Phase der Entwicklung sehr störungsempfindlich bezüglich des Stresses sind). 1981 gab es noch 60 Kalifornische Kondore in freier Wildbahn und im Jahre 1982 waren es noch 20 Kalifornische Kondore. Im April 1987 wurden die letzten 6 Männchen (das letzte Weibchen fing man im Juni 1986 ein) mit riesigen Raketen-Fangnetzen eingefangen. In den Zoos gab es bis dahin 26 Kalifornische Kondore, so dass sich die Anzahl um 6 vergrösserte. Im April 1988 gab es den ersten Zuchterfolg in einem Zoo. Im selben Jahr (1988) wurde ein Weltbestand von nur noch 27 Kalifornischen Kondoren (einschliesslich der 13 von Hand aufgezogenen Kalifornische Kondore) in Gefangenschaft festgestellt. Von den 23 Paaren, die es später wurden und die zu brüten begannen, wurden immerhin 14 Jungvögel gross. Um die Auswilderung erfolgreich zu gestalten, wurden die ausgewilderten Kalifornischen Kondore zusätzlich mit Aas gefüttert. Seit dem Jahre 1995 gibt es in einem Gebiet um Los Angeles wieder 40 Kalifornische Kondore. 170 Kalifornische Kondore (zusammen mit den 40 in der freier Natur) gibt es inzwischen wieder. Andererseits starben in den Jahren 1996 bis 2002 von 54 ausgewilderten Kalifornischen Kondoren 20 an Bleivergiftung. Der Kalifornische Kondor schafft es bei guter Witterung ohne eine Flügelschlag 15 km oder über eine Stunde zu segeln. An seinen Ruheplätzen verbringt der Kalifornische Kondor viel Zeit, was z.B. 15 Stunden oder mehrere Pausen bedeuten kann.

Der nackte Kopf und der Hals sind braun über gelbbraun bis rot. Unterhalb des Kopfes befindet sich ein kleiner roter Hautlappen. Die Iris ist orange oder dunkelbraun. Der Schnabel ist grau. Das Gefieder ist schwarz. Die Oberflügel sind an den Armschwingen weissgrau bis weiss. Die Flügelspannweite beträgt ca. 3 m. Die Fänge sind hellgrau. Die Grösse beträgt 115 bis 155 cm. Das Gewicht liegt zwischen 8 bis 14 kg.

Die Nahrung besteht Aas. Bei Nahrungsmangel jagt der Kalifornische Kondor auch selbst kleine Säugetiere. Bezüglich der Nahrung kommt es vor, dass er 45 bis 80 km weit fliegt.

Die Nester der Kalifornischen Kondore befinden sich auf dem Boden, in einer Höhle, einer Felshöhle in Höhen von 500 bis 1.500 m. Es gibt auch Nester in Baumhöhlen der grossen Mammutbäume. Dort legt das Weibchen alle zwei Jahre von Januar zum Teil bis Mai 1 – 2 weiss bläulich bis grünliche Eier. Diese werden von beiden Elternteilen in 42 bis 50 Tagen ausgebrütet. Mit drei Monaten verlässt der flugunfähige Jungvogel das Nest. Nach 5 bis 6 Monaten beginnt der junge Kalifornienkondor mit den Flugübungen. Betreut wird der Jungvogel insgesamt 10 Monate bis zum Teil über ein Jahr. Erwachsen ist der Kalifornienkondor mit drei Jahren. Geschlechtsreif sind die Kalifornienkondore erst mit 6 Jahren. Das Gefieder des Jungvogels ist graubraun mit einem geringen Weissanteil in den Flügeln. Der Kopf ist noch grau. Ein Höchstalter von bis zu 50 Jahren konnte festgestellt werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Peter-Rene Becker und Frau Inge Wulfken-Jung vom Überseemuseum Bremen www.uebersee-museum.de wurde das Foto verwendet.

06. Kleiner Gelbkopfgeier oder Gelbkopfgeier oder Kleiner Gelbschnabelgeier
lat. Cathartes burrovianus

Die Kleinen Gelbkopfgeier sind in den offenen, aufgelockerten, wasserreichen Gebieten, Feuchtsavannen, Savannen, Auwäldern, in Höhen bis 1000m und im Tiefland in Ostmexiko über Venezuela, Kolumbien, Paraguay bis Uruguay und Nordargentinien verbreitet.

Das schwarze Gefieder schimmert grünlich. Die Flügeloberfläche ist blasser und schimmert nicht. Der nackte Kopf ist gelb bis bunt (rote Seiten, grau bis graublaue Kehle, grau bis graublauer Oberkopf, gelber Hals). Ein bläulicher Nackenfleck ist vorhanden. Die Grösse beträgt 56 bis 66 cm und das Gewicht liegt zwischen 950 und 1550 kg.

Zu Nahrung zählt Aas von Kleintieren.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Greifvogelpark Buchs gemacht und die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurde im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht.

07. Grosser Gelbkopfgeier oder Grösserer Gelbkopfgeier oder Grosser Gelbschnabelgeier
lat. Cathartes melambrotus

Die Grossen Gelbkopfgeier sind in Ostkolumbien, Ostbolivien, Guayana, Argentinien in den (ausgedehnten) Urwäldern des Amazonas, Wäldern und Waldrändern, in Höhen bis 700m verbreitet.

Das Gefieder ist schwarz. Der Kopf ist gelb-orange (und im Gegensatz zum Kleinen Gelbkopfgeier mit einer gelb bis orangenen Kehle versehen). Die Grösse beträgt 71 bis 81 cm und das Gewicht liegt bei ca. 1650 kg.

Zur Nahrung zählen Aas und Abfälle.

08. zur Ordnung der Stelzvögel oder Schreitvögel, lat. Ciconiiformes gehörende Familien

Zur Ordnung der Stelzvögel oder Schreitvögel, lat. Ciconiiformes gehören ebenfalls die Familien der Reiher und Dommeln, lat. Ardeidae (die 62 (oder je Auffassung!) 64 Arten beinhaltet), der Schuhschnäbel, lat. Balaenicipitidae (die nur die eine Art beinhaltet), der Hammerköpfe, lat. Scopidae (die nur die eine Art beinhaltet), der seit 50 Millionen Jahren existierenden Störche, lat. Ciconiidae(die 19 Arten beinhaltet) und der Ibisvögel, lat.Threskiornithidae (die 28 Arten (oder je Auffassung!) 33 beinhaltet).

 

Familie Reiher und Dommeln, lat. Ardeidae
Unterfamilie Eigentliche Reiher, lat. Ardeinae
Die Fotos des Goliathreihers, lat. Ardea goliath wurden im Zoo Krehfeld (links) und im Zoo Köln (mitte) aufgenommen.

Die Fotos des Graureihers, lat. Ardea cinerea wurden im Zoo Frankfurt (Main) und im Tiergarten Nürnberg (mitte, rechts) aufgenommen.

Das Foto der Kuhreiher, lat. Bubulcus ibis, wurde im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die Fotos der Küstenreiher (Schwarze Morphe), lat. Egretta gularis, wurde auf der Ornika aufgenommen.

Familie Schuhschnäbel, lat. Balaenicipitidae
Diese Fotos des Schuhschnabels, lat. Balaeniceps rex wurden im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark aufgenommen.

Das Fotos des Schuhschnabels, lat. Balaeniceps rex wurde im Zoo Frankfurt (Main) aufgenommen.

Familie Hammerköpfe, lat. Scopidae
Das Foto des Hammerkopfs, lat. Scopus umbretta wurde im Zoo Heidelberg aufgenommen.

Familie Störche, lat. Ciconiidae
Tribus: Eigentliche Störche, lat. Ciconiini
Diese Fotos der Weissstörche, lat. Ciconia ciconia, wurden im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, aufgenommen.

Das Foto der Weissstörche, lat. Ciconia ciconia, wurde im Vogelpark Marlow aufgenommen.

Diese Fotos der Schwarzstörche, lat. Ciconia nigra, wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Die Fotos des Maguaristorchs, lat. Ciconia maguari, wurden im Zoo Berlin (links) und im Vogelpark Irgenöd (mitte) aufgenommen.

Das Foto des Sattelstorchs, lat. Ephippiorhynchus senegalensis, wurde im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, aufgenommen.

Die Fotos des Marabus, lat. Leptoptilos crumeniferus, wurden im Zoo Halle (links) und im Vogelpark Heiligenkirchen (mitte) aufgenommen.

Weisssörche: www.stoerche.de
Weisssörche: http://adebar24.de/
Weisssörche: www.storchennest.de
Schwarzsörche: www.schwarzstorchberingung.de

Familie Störche, lat. Ciconiidae
Tribus: Waldstörche, lat. Mycteriini
Die Fotos des Nimmersatts oder Afrika-Nimmersatts, lat. Mycteria ibis (früher Ibis ibis), wurden im Vogelpark Abensberg aufgenommen.

Familie Ibisvögel, lat. Threskiornithidae
Unterfamilie Ibisse, lat. Threskiornithinae
Diese Fotos der Roten Sichler oder Scharlachsichler, lat. Eudocimus ruber, wurden im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, aufgenommen.

Die Fotos der Waldrapps, lat. Geronticus eremita, wurden im Zoo Stuttgart (links) und in Tiergarten Nürnberg (mitte) aufgenommen.

Familie Ibisvögel, lat. Threskiornithidae
Unterfamilie Löffler, lat. Plataleini
Die Fotos der Afrikanischen Löffler oder Schmalschnabel-Löffler, Platalea alba, wurden im Vogelpark Abensberg aufgenommen.

Das Foto der Löffler, lat. Platalea leucorodia, wurde im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.

Das Foto des Rosalöfflers, lat. Ajaja ajaja, wurde im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark aufgenommen.

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