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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 2: Eulen, lat. Strigidae
Unterfamilie, lat. Striginae
Bubonini:
Gattung: Bubo ((Uhus) inkl. Ketupa (Fischuhus), inkl. Scotopelia (Fischeulen) und inkl. Nyctea (Schnee-Eulen))

01. Schnee-Eule, lat. Bubo scandiacus (früher Nyctea scandiacus)

 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.

01. Schnee-Eule
lat. Bubo scandiacus (früher Nyctea scandiacus)

Die tagesaktiven Schnee-Eulen sind in der Arktis, der offenen trockenen Tundra, Bergtundra mit kleinen Hügeln und Felsen, auf den baumlosen Fjällheiden in Nordeuropa, Grönland, in Nordasien und in Nordamerika (Alaska, Nordkanada) verbreitet. Das Brutrevier beträgt 1-3,5 km².

Im Winter wandern die Schnee-Eulen, ausschlaggebend ist das Nahrungsangebot, in den Süden und sind so auch auf Feldern, Wiesen und Sumpfgebiete anzutreffen. Als Zugvögel gelangen die Schnee-Eulen im Ruderflug so auch nach Mitteleuropa. In Nordamerika (und Kanada) finden, aufgezeichnet wird seit den Jahren 1933 / 1934, regelrechte Invasionen von Schnee-Eulen statt. Um dieses Phänomen näher zu untersuchen, wurde eigens ein „Snowy Owl Committee“ gegründet. Die einzige Aufzeichnungslücke besteht zwischen 1839 bis 1853. Angezogen werden die vielen Schnee-Eulen von der Nahrung (tote Fische, Wasservögel), die ans Ufer geschwemmt wird. So wurden beispielsweise 1877 (im Jahre 1882 / 1883 war es ähnlich) mindestens 500 Schnee-Eulen in Südkanada gezählt (wovon 150 Schnee-Eulen geschossen und weitere 40 Schnee-Eulen präpariert wurden). Eine weitere grössere Invasion fand in den Jahren 1901 / 1902 statt, wobei laut Annahmen zu Folge runde 1.000 Schnee-Eulen auch in die nördlichen Teile der USA eindrangen und zu grossen Teilen abgeschossen (und ausgestopft) wurden. Die grösste Massenwanderung gab es 1945 bis 1946, denn damals wanderten ca. 13.500 Schnee-Eulen aus Kanada in die USA ein. Einer der traurigen Höhepunkte war der Jahreswechsel 1926 / 1927 zu dem runde 5.000 Schnee-Eulen geschätzt getötet wurden.

Das Gesicht, die Kehle, die Beine und die Unterflügel sind reinweiss gefiedert. Dieses kann jedoch auch für Brust, Bauch und Bürzel gelten. Die Augen sind gelb bis goldgelb. Die Flügel sind breit, abgerundet und die Flügelspannweite beträgt 120-166 cm. Der andere Teil des Gefieders ist weiss grundgefiedert, wobei das Weibchen grösser und stärker braun bis dunkelbraun gebändert bzw. braun bis dunkelbraun gefleckt ist. Die Männchen werden im Alter zum Teil fast ganz weiss (mit Ausnahme von 2 bis 3 Ohrflecken). Die Schnee-Eulen sind fast so gross (53-66 cm) wie die Uhus. Die Weibchen sind 20% grösser und stärker als das Männchen.

Zur Nahrung der Schnee-Eulen zählen Lemminge zu ca. 85%. Eine Schnee-Eule frisst täglich 1-4 Lemminge. Eine Familie benötigt in zwei Monaten mindestens 1.500 Lemminge. Eine einzige Schnee-Eule benötigt im Jahr 600 – 1000 Lemminge. Der andere Teil der Nahrungszusammensetzung besteht aus Vögeln (bis zur Grösse von Möwen, Enten), Säugetieren, Fischen, Nagern und Insekten. Erbeutete Schneehasen zählen jedoch zur grossen Ausnahme. In einer Beobachtungsstudie einer Schneeeulen-Familie mit 7 Jungvögeln stellte man fest, dass in 6 Stunden mindestens 16 Lemminge am Nest als Beute abgegeben wurden.

Das Einsinken beim Zerlegen der Nahrung im Schnee verhindert die Schnee-Eule in dem sie die Flügel und den Schwanz ausbreitet. Da nicht in jedem Jahr genügend Lemminge zur "Verfügung" stehen bzw. zu finden sind, wandern die Schnee-Eulen in Verbänden in "massenhaften Invasionen" zur Nahrung, d.h. den Lemmingen hin. Die Schnee-Eule jagt auch tagsüber, da es in ihrem Verbreitungsgebiet nie dunkel wird. Aufgrund der 2cm dicken Fettschicht unter der Haut kann die Schnee-Eule bis zu 40 Tage ohne Futter auskommen. Selbst wird die Schnee-Eule von Raubmöwen, Eismöwen, Kohlraben, Polarfüchsen -abgesehen von den vorhandenen Greifvögeln- als Beute gejagt. Auch Eskimos essen, wenn kein anderes Fleisch vorhanden ist, erbeutete Schnee-Eulen. Bei Minus 30°C benötigen Schnee-Eulen jeden Tag 7 bis 12 Mäuse bzw. 4 bis 6 grosse Lemminge um eine Körpertemperatur von 38 bis 40°C zu halten. Im Extremfall halten Schnee-Eulen Minus 68°C aus.

Das Weibchen legt im Abstand von 2 Tagen ihre 3-9 glatt glänzenden weissen Eier im Zeitraum April bis Juni in eine Erdvertiefung auf den Boden (und dieses auch oberhalb der Baumgrenze und auch auf Dauerfrostböden in der Tundra). Als Brutzeit findet man in der Literatur auch die Monate Mai bis September. Das Nest befindet sich zum Teil auf einem kleinen Hügel. Bei reichlichem Nahrungsangebot können es bis zu 15 Eier sein und bei Nahrungsmangel kann die ganze Brut auch ausfallen. Die Schnee-Eule brütet in freier Wildbahn nur zwischen dem 63. und 83. Breitengrad. Das Männchen versorgt während der Brutzeit das Weibchen mit Nahrung und hält auch gleichzeitig "Wache". Die jungen schlüpfen nach 32-37 Tagen, verlassen nach 18-26 Tagen das Nest und sind nach insgesamt 50-61 Tagen flügge und selbständig. In Zeiten mit wenig Nahrungsangebot kann es sogar vorkommen, dass der ältere Jungvogel den jüngsten Jungvogel auffrisst. Beide Elternteile füttern die jungen Schnee-Eulen. Die Schnee-Eulen können 9-10 Jahre in Gefangenschaft oder in Ausnahmen sogar 28 Jahre alt werden.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Vogelpark Walsrode, heute: Weltvogelpark, aufgenommen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Greifvogelanlage Wüstenrot gemacht.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Heidelberg aufgenommen. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in Falknerei Oberfrauenau (bei Zwiesel) gemacht.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Hannover (links), im Zoo Kaiserslautern (mitte) und im Zoo Chemnitz (rechts) aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Hof (links), im Zoo Erfurt (mitte) und im Zoo Magdeburg (rechts) aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Jura-Zoo Neumarkt (links), im Tiergarten Schönbrunn (Wien; mitte) und im Zoo Suhl (rechts) aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Greifenwarte am Rennsteig (links), im Zoo Hamburg (mitte) und im Zoo Dortmund (rechts) aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden Erlebnis-Wildpark Hanau „Alte Fasanerie“ (links), im Zoo Berlin (Tiergarten; mitte; oben), im Heimattierpark Meissen (mitte; unten) und auf der Vogelaustellung Ornika (rechts) aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Tierpark Hofgeismar-Sababurg aufgenommen.

Die Fotos (eine Fotostudie einer Schnee-Eulen-Familie) unterhalb dieser Zeilen wurden im Tiergarten Nürnberg gemacht.

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beim trinken

im Winter

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