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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Bussardartige, lat. Buteoninae Gattungen: Seeadler und Fisch-Seeadler, lat. Haliaeetus und Ichthyophaga
01. Schreiseeadler, lat. Haliaeetus Vocifer 02. Weisskopfseeadler, lat. Haliaeetus Leucocephalus 03. Riesenseeadler oder Meeradler, lat. Haliaeetus Pelagicus 04. Seeadler, lat. Haliaeetus Allicilla
05. Bindenseeadler, lat. Haliaeetus Leucorphus 06. Weissbauch-Seeadler oder Weissbauchseeadler oder Weissbrustseeadler, lat. Haliaeetus Leucogaster 07. Solomonen-Seeadler, lat. Haliaeetus Sanfordi
08. Madagaskar-Seeadler oder Madagaskar-Schreiseeadler, lat. Haliaeetus Vociferoides 09. Graukopfseeadler oder Weissschwanz-Fischadler oder Weissschwanz-Tauchadler oder Teichadler, lat.
Ichthyophaga Ichthyaetus oder(?) Ichthyophaga Ichtyaetus 10. Braunschwanzseeadler oder Braunschwanz-Fischadler oder kleiner Fischadler oder Tauchadler oder Flussadler, lat. Ichthyophaga Humilis oder Ichthyophaga Nana
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen
1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html)
jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung,
Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.
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01. Schreiseeadler lat. Haliaeetus Vocifer
Der
Schreiseeadler, die „Stimme Afrikas“, der Wappenvogel von Sambia, ist im tropischen Afrika südlich der Sahara in der Nähe von Flüssen, Seen, Mangrovesümpfen, Küstenlagunen, Mooren, rund um den Victoria-See, an
den Küsten- und Binnengewässern bis in 1.300 m Höhe in den Baum- und Buschregionen, aber auch auf einigen kleinen Inseln, verbreitet. Der Bestand wird mit einer Spanne von 100.000 bis 200.000 Paaren (im Jahr 1980)
in Afrika angegeben.
Die meiste Zeit sitzen die Vögel „nur“ herum und halten nach Beute Ausschau oder Pflegen das Gefieder oder ruhen sich aus und beobachten ihr 3 bis 15 Hektar grosses Revier.
Die wenigste Zeit fliegen sie. Der Schreiseeadler hat einen fünf-silbrigen und hellen oder möwenartigen Ruf und diesen hört man sehr oft zum einen beim Sitzen und zum anderen beim Fliegen. Schreit der Schreiseeadler
beim Sitzen legt er den Kopf nach hinten. Vom Kopf bis zur Brust auf der Unterseite und bis zum Oberrücken auf der Oberseite ist das Gefieder weiss. Die Iris ist rot bis braun. Der gelbe Schnabel hat
eine bleifarbene Spitze. Die Unterseite, auch die Unterschenkel, sind anschliessend rotbraun bis kastanienbraun gefiedert. Die Fänge sind gelb bis weissgelb. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes
Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen. Die Schultern, nur dieser Teil der Flügel, sind ebenfalls rotbraun bis kastanienbraun, in der Regel jedoch dunkler als der Bauch, gefiedert.
Der andere oder grösste Teil der Flügel ist schwarz gefiedert. Der Schwanz ist weiss. Die Grösse beträgt 63 bis 84 cm. Das Weibchen ist größer als das Männchen.
Der Schreiseeadler hat sich auf Fische als
Nahrung spezialisiert. Mit seinen Augen erkennt er in 20 m Höhe einen einige Hundert Meter entfernten an der Oberfläche schwimmenden Fisch. Sobald er seinen Fisch, die Beute entdeckt hat, stürzt er sich aus einer
Höhe von 10 bis 100 m Höhe mit voran gestreckten Füßen im Sturzflug auf das bewegte Wasser zu und anschliessend 30 cm (am besten) bis 100 cm (am schlechtesten) tief in das Wasser hinein, um den bis zu 3 kg schweren
Fisch zu ergreifen. Die Beutestöße wirken sehr elegant, weil sie flach und schnell erfolgen. Bei einem Fischgewicht von ca. 2 kg wurde beobachtet, dass der Schreiseeadler mit dem gefassten Fisch an das Ufer mit
seinen Flügeln rudert, weil der Fisch zu schwer zum abheben ist.
Zu Nahrung zählen zu ca. 10% auch Wasservögel (wie zum Beispiel: Kormorane, Enten, Blessralle, Flamingos), aber auch Löffler, Ibisse, Reiher und Schlangenhalsvögel, gestrandete
Fische, Wasserschlangen, Wasserschildkröten, Frösche und anderes Aas. Auch plündert der Schreiseeadler die Nester der umliegenden Vögel und raubt ihnen den (noch) flugunfähigen Nachwuchs.
Die Schreiseeadler,
die in einer „Dauerehe“ leben, führen bei der Balz Kreis- und Verfolgungsflüge durch. Die Schreiseeadler greifen sich dabei an den Fängen und führen Loopings durch. Bei den Stürzen, wenn sich beide an den
Fängen halten, fallen beide bis zu 200 m nach unten. Nach den Balzflügen erfolgt am kommenden Morgen die Begattung bis zu 12 Mal. Die Schreiseeadler-Männchen füttern während der Balz die Weibchen.
Das Nest, es können 1 bis 4 Nester gebaut bzw. vorhanden sein, wird normalerweise in Wassernähe auf einem hohen Baum mit einer weichen Grasmulde angelegt. Das Nest kann sich auch
auf Klippen, in Büschen oder auf dem Boden befinden. Dorthinein legt das Weibchen im Abstand von 2 bis 5 Tagen ihre 1 – 3 weissen (und braun gesprenkelten) Eier am Ende der Regenzeit. Die Brutzeit ist mit
Ausnahme der Monate Januar und Februar bald über das ganze Jahr verteilt. In Westafrika ist Brutzeit von Oktober bis November und in Simbabwe und Transvaal ist Brutzeit in den Monaten März und Mai. Das Weibchen
brütet die Eier in 42 bis 45 Tagen in der Regel allein aus. Das Männchen beschafft inzwischen die Nahrung. Die frisch geschlüpften Jungvögel haben ein weisses Dunenkleid. Das Männchen kröpft mitunter für die
Jungvögel die Beute, in dem es Kopf und innere Organe entfernt. Es ist beobachtet worden, dass der ältere Jungvogel den jüngeren Jungvogel getötet hat. Die jungen Schreiseeadler unternehmen die ersten Flugversuche
mit ca. 60 Tagen, in 63 bis 75 Tagen sind sie flügge und in 2 Monaten können sie bereits jagen.
Die jungen Schreiseeadler sind am Hinter- und am Oberkopf braun gefiedert. Die Flügel und die Unterschenkel sind
braun bis dunkelbraun gefiedert. Die Kehle ist bis zur Brust (nach einiger Zeit) weiss bis hellbraun grundgefiedert und mit viele braunen bis dunkelbrauen Längsstreifen versehen. Am Schwanz befindet sich eine dunkle
Endbinde. Nach dem die Jungvögel flügge geworden sind, erlernen sie das Jagen und werden, sobald sie es können, aus dem elterlichem Revier vertrieben.
Geschlechtsreif werden die jungen Schreiseeadler mit vier Jahren. Erst dann suchen sie sich einen Partner und ein eigenes Revier. Der Schreiseeadler wechselt die Hauptfedern von
Februar bis April. Das Alterskleid erhalten sie im 4 bis 5. Lebensjahr. Nur ein Drittel der Jungvögel überlebt bis dahin, die anderen verhungern oder sterben an Verletzungen. Ein Höchstalter von 16 bis 24 Jahren
wird angegeben. Bedroht werden die Schreiseeadler durch Pestizide.
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Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Adlerhorst und die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Falkenhof Schütz (Kranichfeld) gemacht.
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Zu den Fotos unterhalb dieser Zeilen: Die Fotos (linke Spalte) wurden in der Adlerwarte Niederwald und in der Adlerwarte Berlebek (braun gefiederter Jungvogel) gemacht. Die Fotos
(mittlere Spalte) wurden im Zoo Berlin (Tiergarten; erste zwei) und in der Greifvogelstation Hellenthal (folgendes Bild) gemacht. Die rechten Fotos wurden in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg
gemacht.
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02. Weisskopfseeadler lat. Haliaeetus Leucocephalus
Der Weisskopfseeadler, seit dem 20.07.1782 der Wappenvogel der USA, ist an den offenen Landschaften, Sumpfgebieten, Randzonen der Wälder, Seen, Küsten, Flussmündungen und Flüssen
von Alaska bis in den Nordwesten der USA (und auch Mexiko und Sibirien) verbreitet. Der Weisskopfseeadler existiert in 2 Unterarten. Die Unterart Haliaeetus Leucocephalus Leucocephalus (schwarzbraun-weisse Unterart mit gleitenden Übergängen) hat einen langen Schwanz und ist im Süden der USA und in Mexiko verbreitet. Die zweite Unterart Haliaeetus Leucocephalus Alascanus ist die grössere schwarzweisse Unterart, die auf der Bering-Insel, Britisch-Kolumbien, im Norden der USA bis zu den grossen Seen verbreitet ist. Die nördlicheren Exemplare ziehen im Winter in den wärmeren Süden nach Washington, Montana und Connecticut. Das Hauptüberwinterungsgebiet ist das Mississippital, denn dort überwintern ein Drittel aller nordamerikanischen Weisskopfseeadler.
Der Kopf, der Hals und der Schwanz des Weisskopfseeadlers sind weiss gefiedert. Die Oberseite, die Unterseite und die Unterschenkel sind dunkelbraun bis schwarzbraun (je Unterart
bis zu schwarz) gefiedert. Der Schnabel ist gelb. Die Iris ist gelb. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen. Der
Weisskopfseeadler erkennt aus 800 m einen Fisch im Wasser. Beim zugreifen mit den Fängen hat der Weisskopfseeadler die doppelte Durchschlagskraft einer Gewehrkugel. Der Weisskopfseeadler ist ca. 76 – 100 cm
gross. Das Weibchen wiegt ca. 5,8 bis 6,3 kg und das Männchen wiegt zwischen 4,0 bis 4,6 kg. Das Weibchen ist grösser als das Männchen Der Weisskopfseeadler frisst hauptsächlich Fische (wie
beispielsweise Lachse, die er im Sturzflug erbeutet, auch wenn er beim ergreifen des Fisches kurz untertauchen muss, um mit ihm notfalls rudernd das Ufer zu erreichen), Wasservögel (wie z.B. vorzugsweise Enten in
den Überwinterungsgebieten), kleine Säugetiere (wie z.B. Kaninchen) und Aas. Bei Nahrungsmangel jagt der Weisskopfseeadler den Fischadlern die Beute ab. In nahrungsreichen Gebieten lebt er in kleineren oder
grösseren Gruppen.
Die in einer „Dauerehe“ lebenden Weisskopfseeadler-Paare „bestätigen“ den Zusammenhalt mit regelmässigen Balzflügen. Das Weisskopfseeadler-Männchen fliegt dabei im
Sturzflug auf das tiefer fliegende Weibchen, welches sich dreht, die Fänge des Männchen greift. Nach einem Moment lassen beide wieder los, das Weibchen fällt dann wieder abwärts und dreht sich und das Männchen
fliegt wieder nach oben. Auch bei den Weisskopfseeadlern wurden Verfolgungsjagden und Überschläge beobachtet. Bei der Begattung fliegt das Männchen auf das Weibchen und schlägt mit den Flügeln. Es sind laute Rufe zu
hören. Die Begattung dauert ca. 3 bis 6 Sekunden.
Das Weibchen legt die 1 - 3 weissen Eier mit einigen Tagen Abstand im Zeitraum März bis April in British Columbia, im Mai in Alaska und im November bis Januar in Florida in das mit
Moos und Flechten gepolsterte Nest. Bezüglich der Fortpflanzung findet man auch in der Literatur die Angabe, dass die südliche Population sich im Zeitraum November bis Dezember und die nördliche Population im
Zeitraum März bis Juni fortpflanzt. Des Weiteren findet man bezüglich Floridas eine Brutzeit von Dezember bis April. Das Nest befindet sich auf einem bis zu 50 m hohen Baum (vorzugsweise Pinien, Mangroven,
Rotkiefern, Drehkiefern, Sumpfzypressen, Weymouthskiefern). Das grösste gefundene Nest, welches ein Sturm auf den Boden "beförderte", war 6 m hoch, 3 m breit und wog 2,5 Tonnen. Aus einer anderen
interessanten Aufzeichnung geht hervor, dass ein anderes Paar ein Nest 30 Jahre ununterbrochen benutzte und natürlich jährlich ausbaute. Nestabmessungen, die durch eine derartige „Weiterverwendung“ entstehen
können, liegen -so Aufzeichnungen- bei einem Durchmesser von 3 m und einer Höhe von 4 m. Das Weibchen brütet die Eier in 31 – 46 Tagen aus. Das oder die Kücken benötigen ca. 14 Stunden, um aus dem Ei zu
schlüpfen. Das Duhnenkleid ist rauch bis lichtgrau. Im Alter von 3 Wochen wachsen die ersten Federn. Beide Elternteile füttern die jungen Adler. Vor dem Regen wird der Jungvogel oder werden die Jungvögel mit
ausgebreiteten Flügeln geschützt. Je nachdem wie es mit dem Nahrungsangebot ausschaut, überleben bei viel Nahrung alle jungen Weisskopfseeadler, bei Nahrungsmangel kann es vorkommen, dass der jüngste
Weisskopfseeadler verhungert / umkommt. Die Hälfte aller Jungvögel der Weisskopfseeadler, die völlig dunkelbraun bis dunkelbraunschwarz (sogar bis zu schwarz) gefiedert sind, überleben den ersten Winter nicht. In
seltenen Fällen wurde auch bei jungen Weisskopfseeadlern beobachtet, dass ältere Jungvögel den jungsten Jungvogel töteten. Eine Auswertung der 80er Jahre ergab, dass im Südosten Alaskas in bestimmten Jahren 86% der
Vögel nicht brüten. Im Jahre 1993 brüteten somit z.B. nur 4000 Weißkopfseeadler in den Festlandstaaten. Die jungen Weißkopfseeadler wachsen in 3 Wochen 30 cm. Die Hauptnahrung der Jungvögel ist in Alaska (60-78%),
an den Grossen Seen (ca. 90%) und in Florida (70-90%) Fisch. Flügge sind die jungen Weisskopfseeadler in 10 bis 12 Wochen oder 70 bis 84 Tage (bis 90 Tage?)). Die folgende Zeit verbringen die Jungvögel mit den
Eltern. In 5 Jahren sind die Weisskopfseeadler geschlechtsreif und haben das Altgefieder bekommen. Bezüglich des Höchstalters gibt es Angaben von 35 Jahren in Freiheit und von 50 Jahren in Gefangenschaft.
Die Ursache des Rückgangs des Bestands der Weisskopfseeadler lag in der Zerstörung des Lebensraums durch Pestizide, wie DDT. Dieses Gift kam aufgrund der Nahrungsaufnahme zum
Beispiel "über" die Kaninchen in den Körper des Adlers. Die Folge war, dass die Bruten erfolglos verliefen, soll heissen aus den gelegten Eiern schlüpften keine jungen Weisskopfseeadler, was andererseits
auch wieder heisst, dass die Weisskopfseeadler mit der Zeit unfruchtbar wurden. Auch Fischer machten jagt auf die Weisskopfseeadler. Die einen "schlachteten" sie ab und die anderen vergifteten sie, so dass
von der südlichen Unterart Haliaeetus Leucocephalus Leucocephalus nur noch 380 bis 450 Paare (im Jahr 1600 gab es dazu im Vergleich 500.000 Weisskopfseeadler beider Unterarten) übrigblieben. In der Welt vom Sonntag (vom 8.4.2001) liesst man, dass sich der Bestand der Weisskopfseeadler durch harte Schutzmassnahmen (so in den 70-er Jahren auch das Abschuss-Verbot) in den US-Bundesstaaten auf 5000 Paare erhöht hat. Unterstützt wurden diese strengen Schutzmassnahmen durch den massiven öffentlichen Protest gegen die Gefahr oder Gefährdung des Bestandes. Für die südliche Unterart Haliaeetus Leucocephalus Leucocephalus wurde sogar ein US-Wiederansiedlungsprogramm gestartet und nach der letzten Zählung kam man auf 600 Paare. Im Laufe der Zeit sank der Bestand der Weisskopfseeadler in einigen US-Bundessstaaten, aber in anderen Bundesstaaten stieg er an. In Kanada und Alaska gibt es stets steigende Zahlen (z.B. erstmals 10.000 Paare). Zwischendurch gab es 30.000 Weisskopfseeadler in Alaska und in den anderen US-Staaten sind weitere 20.000 Weisskopfseeadler. Im Gebiet von Alaska und Kanada hat sich der Bestand schliesslich auf 100.000 Weisskopfseeadler vergrössert oder ausgeweitet. In Alaska am Chilkat-Fluss versammeln sich jährlich im November 4000 Weisskopfseeadler.
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Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Tiergarten Nürnberg aufgenommen.
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Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Ronneburg (links), im Vogelpark Irgenöd (mitte) und im Zoo Heidelberg (rechts) aufgenommen. Die Fotos unterhalb dieser
Zeilen wurden in der Jagdfalknerei Augustusburg (links), in der Falknerei Tinnunculus in Heidelberg (mitte) und im Greifvogelpark Saarburg (rechts) augenommen.
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Die oberen Fotos wurden im Zoo Frankfurt/Main (links), im Zoo Neunkirchen (mitte) und im Freizeitpark Geiselwind (rechts) gemacht. Die unteren Fotos wurden im Bayerischen
Jagdfalkenhof Schloss Tambach aufgenommen.
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Die Fotos oberhalb dieser Zeile wurden in der Greifvogelwarte Riegersburg gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der linken Spalte in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff,
Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg), in der Adlerwarte Berlebeck und im Falkenhof Schütz (Kranichfeld), in der mittleren Spalte im Zoo Berlin (Tiergarten), in
der Falknerei Falkenstein und im Landesfalkenhof Burg Hohenwerfen und in der rechten Spalte in der Adlerwarte Kreuzenstein, in der Adlerwarte Niederwald und in der Greifenwarte Rennsteig aufgenommen.
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03. Riesenseeadler oder Meeradler lat. Haliaeetus Pelagicus
Die Unterart des Riesenseeadlers, lat. Haliaeetus Pelagicus Pelagicus ist auf Kamtschatka und Sachalin an den Küsten des Ochotskischen- und des Bering-Meeres und auch in Nordkorea verbreitet. In besonders kalten Wintern wandern die Riesenseeadler in kleinen Gruppen von September bis November nach Japan (japanische Inseln, wie Hokkaido), Ussuriland (Zuflüsse des Ussuri), Bering-Insel, Sachalin, Korea, und verschiedenen Inseln (wie beispielsweise die Riu Kiu - oder die Pribilof - Inseln), Jakutsk und Peking (nach Ostasien) und kommen im Februar bis März zurück. Die in Nordostsibirien beheimateten Riesenseeadler wandern im Zeitrahmen November bis Dezember in das Überwinterungsgebiet und kommen im Zeitrahmen März bis April wieder zurück. Ansonsten sind es Standvögel.
Das Gefieder ist dunkelbraun. Der keilförmige Schwanz und die Unterschenkel sind weiss gefiedert. Die breiten Flügel haben einen grossen Anteil weisser Federn an den Schultern, im
oberflügelbereich. Die Flügelspannweite beträgt bis 2,5 m. Bei den Altvögeln wird die Stirn weiss. Die Augen sind hellgelb. Der Schnabel ist gross und gelb. Die Läufe sind gelb. Die Krallen, die sich beim Zupacken
in die Beute krallen, sind bis zu 10 cm lang. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen. Die Grösse beträgt 89 - 120 cm. Die
Männchen wiegen 5 - 6 kg und die Weibchen wiegen 6,8 - 8,9 kg.
Die zweite Unterart des Riesenseeadlers, der Korea-Seeadler oder Schwarze Seeadler, lat. Haliaeetus Pelagicus Niger, ist fast vollständig dunkelbraun bis schwarz gefiedert.
Nur Schwanz dieser Unterart ist weiss. Die Jungvögel des Korea-Seeadlers oder Schwarzen Seeadlers sind dunkelbraun gefiedert. Selbst kommt diese seltene Unterart in Nordost- und Mittelkorea vor. Die Nester befinden
sich in Küstennähe. Unklar ist bei dieser Unterart, ob sie inzwischen ausgestorben ist, ob es sich nur um eine dunkelbraune bis schwarze Farbvariation des Riesenseeadlers oder Meeradlers, lat. Haliaeetus Pelagicus handelt.
Zur Nahrung zählen Lachse, die zum Teil zu den Laichplätzen verfolgt werden. Dort gibt es dann Ansammlungen von bis zu 200 Riesenseeadlern, die dann das Ablaichen abwarten, um die erschöpften Lachse leichter
erbeuten zu können. Zur Nahrung zählen auch andere Fische (wie zum Beispiel: Hechte), aber auch Säugetiere (wie zum Beispiel: junge Seehunde, Rotwild, Robben, Hasen, Polarfüchse), Vögel (wie zum Beispiel:
Singschwäne, Enten, Möwen) und angeschwemmtes Aas. Es werden sogar junge Delfine gejagt. Selbst bei Temperaturen im Winter von 15 Grad unter Null sind die Riesenseeadler schon beim ersten Lichtschimmer des neuen
Tages aktiv. Die Nacht wird in den Wäldern in kleinen Gruppen zum Schutz vor den kalten Winden auf den Bäumen oder geschützten Stellen verbracht. Am Tage suchen sie dann in Gruppen von bis 2 bis 3 aber auch von bis
über 40 Vögeln entweder von einer Eisscholle oder von der Luft aus nach Beute. Der Riesenseeadler, so Beobachtungen, stützt sich mitunter aus 20 bis 40 m Höhe auf den Fisch ins Wasser, taucht unter und kommt mit
diesem an die Wasseroberfläche zurück und fliegt, wobei er das Wasser abschütteln nicht vergisst, davon. Die Balz der Riesenseeadler findet in den Monaten Februar bis März, wenn die Temperatur gegen 0°C
geht, statt. Die Riesenseeadler führen laut rufend Formationsflüge und weite Kreisflüge durch, greifen sich an den Fängen und drehen sich um die eigene Achse.
Die Nester, die einen Durchmesser von bis zu 2,5 m, eine Höhe von bis zu 1,5 m haben können, sind auf Bäumen (zum Beispiel auf Pappeln, Lärchen und Birken) oder zwischen
Gesteinsblöcken an Flüssen oder Seen angelegt. Es ist auch durchaus möglich, dass die Riesenseeadler ihr Nest auf den Boden bauen. Die Riesenseeadler besitzen mehrere Nester, so dass sie auch die Nester wechseln
können. Das Weibchen legt die 1 - 3 weiss grünlichen Eier im Zeitraum April bis Mai und brütet sie in (35? bis) 39 - 45 Tagen (eher wohl 39 bis 41 Tagen) aus. Die frisch geschlüpften Riesenseeadler haben ein
aschgrau-weissliches Dunenkleid. Die jungen und ganz braun gefiederten Riesenseeadler werden am Tage 5 bis 6 Mal gefüttert. Flügge sind die jungen Riesenseeadler nach ca. 10 Wochen. Geschlechtsreif sind die
Riesenseeadler mit 4 – 5 Jahren. Der Riesenseeadler wechselt die Hauptfedern von Mai bis September. Das vollständige Altgefieder erhalten die Riesenseeadler mit 8 bis 10 Jahren. Auf der Halbinsel Schiretoko
(Ochotskischen-Meer) existierten im Jahre 1993 (Druckdatum) noch 2000 Riesenseeadler (ein Drittel des Weltbestands). Einige Jahre später im Jahre 2000 (Druckdatum) kam man nur noch auf einen Weltbestand von 2000
Riesenseeadler-Paaren (aufgrund der Zerstörung der Lebensräume (Abholzung) und aufgrund des Fangs für den illegalen Tierhandel).
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Diese Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg (oben im Sommer und unten im Winter) gemacht.
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Diese Fotos wurden im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gemacht.
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04. Seeadler lat. Haliaeetus Albicilla
Karl der Grosse verwendete den Seeadler im 12. Jahrhundert für das deutsche Reichswappen. Im Jahre 1871 wurde der Seeadler zum „preussischen Adler“ und somit zum Wappenvogel
des Deutschen Reiches. Im Jahre 1950 wurde der Seeadler der Wappenvogel der BRD. Auch Österreich verwendet den Seeadler als Staatswappen.
Die geselligen Seeadler, die grössten Greifvögel Europas, sind an den Flüssen, Seen, Küsten in der Waldtundra, in den Steppengebieten, in den Gras- und Buschsteppen, in Höhen bis zu
2.300 m, in den Subtropen, in Nord- und Mittel- und Südosteuropa, in Nord- und Zentralasien, in Westgrönland, Island, Japan und den Kurilen verbreitet. Die Seeadler in Europa verbringen das ganze Jahr am selben
Standort. Die Seeadler in Nordrussland und Lappland sind Zugvögel und verbringen die Winter unter anderem in ganz Europa, wie in Frankreich, Spanien und Italien. Die Seeadler werden nur durch den Menschen, die ihnen
nachstellen, sie jagen, erschiessen, bedroht. In der Vergangenheit wurde der Seeadlerbestand zusätzlich aufgrund der Umweltgifte (DDT, Quecksilber) zerstört, denn durch die Gifte zerbrachen viele Eierschalen allein
schon durch das Körpergewicht des ausbrütenden Weibchens.
Das Gefieder ist eingentlich insgesamt dunkelgraubraun bis fahlbraun. Die Flügel sind breit und die Flügelspannweite beträgt bis zu 2,5 m. Das Gesicht ist grauweiss. Die Iris und
der Schnabel sind gelb. Die Füsse sind zu einem Drittel befiedert. Die Läufe sind gelb. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu
ermöglichen. Der keilförmige und kurze Schwanz ist weiss. Die Weibchen (Gewicht: 3,6 bis 7,5 kg) sind grösser als die Männchen (Gewicht: 3,0 bis zu 4,9 kg). Die Grösse beträgt 62 bis zu 97 cm.
Auf den Beutezügen, die bis zu 10 km weit sein können, wird die Beute entweder gegriffen oder so lange gejagt oder gehetzt, bis diese ermattet. Die Fische ergreifen die Seeadler
(wie beispielsweise Hechte, Dorsche, Aale, Barsche, Bleie, Aal) mit den Zehen im Tiefflug oder sie stützen aus einer Höhe von ca. 15 m dem Fisch entgegen, um ihn zu ergreifen. Sollte der Fisch zu schwer sein,
„rudern“ die Seeadler mit dem festgekrallten Fisch unter Verwendung ihrer Flügel ans Ufer. Nach Aas sucht er am Strand im Ruderflug. Im Flug erbeutet der Seeadler die kleineren Vögel (wie beispielsweise Enten,
Gänse, Taucher, Blessrallen, Säger, Kormorane, Möwen, geschwächte und kranke Kraniche und geschwächte Graureiher) und die kleinen Säugetiere (wie beispielsweise Kaninchen, junge Robben, Hamster, Kaninchen, Füchse,
junge Rehe und junge Wildschweine) werden zum ermatten gebracht. Es ist beispielsweise beobachtet worden, dass ein Seeadler ein Blesshuhn mittels "ermatten" in 35 bis 45 Minuten zur Strecke brachte, in dem
immer wieder angriff bis das Blesshuhn am Ende der Kräfte war. Zusätzlich zählen Mäuse, Maulwürfe und Aas zur Nahrung.
Die Balz der Seeadler wird im Zeitraum Dezember bis Februar (bis April?) durchgeführt. Beide rufen während dieser Zeit im Duett. Während des Balzfluges stürzt das Männchen auf das
Weibchen, das Weibchen dreht sich auf den Rücken und beide Seeadler berühren oder greifen sich mit den Fängen. So überschlagen sie sich beide und fallen nun hinunter bis sie die Fänge wieder loslassen oder das
Seeadler-Weibchen macht allein einen Salto oder eine Luftrolle, weil sich die Fänge nur berührten. Bei der Begattung fliegt das Männchen auf das Weibchen und schlägt mit den Flügeln. Die Begattung dauert ca. 10 bis
12 Sekunden.
Das Nest, das sich auf hohen Bäumen, Felsen oder auf dem Boden befindet, ist bis zu 1,4 km vom Wasser und ca. 3 km vom Hauptnahrungsgebiet entfernt. Die Bäume, so zeigten es Untersuchungen, sind
über 100 Jahre alt und in der Regel werden Kiefern vor Buchen verwendet. Das Nest befindet sich zum Teil in Höhen von 10 bis 30 m. Auf dem Boden sind die Nester nur, wenn keine Gefahr von Menschen und Säugetieren zu
befürchten ist. Die Seeadlerpaare, die eine Dauerehe führen, benutzen das Nest mehrere Jahre und bauen es dabei aus oder verbessern es. So kann das Nest einen Durchmesser von 1,5 bis 2 m und eine Höhe von bis zu
einem Meter haben. Andererseits gibt es auch Angaben, wonach Seeadler mehrere Nester besitzen und diese abwechselnd benutzen. Das Nest wird mit Gras, Heu und Moos ausgepolstert. Die 1 bis 3 weissen bis mattweissen
bis grauen Eier legt das Weibchen in Abständen von 2 bis 5 Tagen im Februar bis April. Im hohen Norden können es auch die Monate April bis Mai sein. Die Eier werden vorzugsweise vom Weibchen ausgebrütet. Die Jungen
schlüpfen nach ca. 34 bis 42 Tagen aus ihren Eiern und werden in den ersten zwei Wochen besonders streng bewacht. Die frisch geschlüpften Jungvögel haben einen weissen Kopf, eine weisse Kehle und ein dunkles
Augenfeld. Ansonsten ist das Dunenkleid gelblich bis bräunlichgrau. Die Jungvögel können bereits mit 5 bis 6 Tagen laufen. Festhalten können sie in diesem Zeitraum die angebrachte Beute noch nicht, um sie zu
kröpfen. Mit 7 bis 8 Wochen klettern die jungen Seeadler bereits in den Ästen herum. Die ersten Flugversuche beginnen danach, so dass sie in 80 bis 90 Tage flügge sind. Andere Untersuchungen ergaben, dass die
Jungvögel in anderen Situationen in 56 Tagen das Nest verliessen und mit 70 Tagen flogen. Nach dem verlassen des Nestes werden die Jungvögel noch 4 bis 5 Wochen betreut und gefüttert. Bei geringem Nahrungsangebot
unterliegt zum Teil das Zweitgeborene bei den Streitigkeiten um die Beute und stirbt. Bei den Jungvögeln sind der Schnabel und der Schwanz dunkel bis schwarz. Der Seeadler mausert sich (unvollständig) von Februar
bis November. Nach 5 bis 6 Jahren beginnen die jungen Seeadler eigene Familien, sie sind dann geschlechtsreif, zu gründen. In Europa leben geschätzt 5.000 Paare und in Deutschland ca. 500 Paare (laut Sächsischer
Zeitung v. 17./18.05.2008).
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Die oberen Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst gemacht. Die unteren Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (früher: Deutsche
Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg) gemacht.
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Die oberen Fotos wurden im Zoo Stuttgart und die unteren Fotos wurden in der Sächsischen Jagdfalknerei Schloss Augustusburg gemacht.
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Die oberen Fotos wurden im Wildpark / Falknerei Potzberg und die unteren Fotos wurden im Wildgehege Nindorf gemacht.
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Das linke Foto wurde im Adler- und Falkenhof Burg Maus und das mittlere Foto wurde im Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) gemacht.
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05. Bindenseeadler lat. Haliaeetus Leucoryphus
Der Bindenseeadler ist an den Steppenseen, in Flusstälern, an Flüssen, Seen, feuchten Gebieten, sumpfigen Tälern in bis zu 4.000 bis 4.600 m Höhe vom Kaspischen Meer bis nach Süd-
und Zentralasien, von der Ukraine bis nach Burma, Nordindien, Tibet, zum Aralsee, zum Balkhash-See und zur Mandschurei verbreitet. Als Zugvögel fliegen der Bindenseeadler im Oktober zum Irak, Nordindien und
Indochina und kommen im Februar zurück. Nach anderen Erkenntnissen gilt der Bindenseeadler sowohl als Standvogel als auch als Zugvogel. Nur die Bindenseeadler, die am Kaspischen Meer und am Aralsee verbreitet sind,
ziehen im Winter „in“ den persischen Golf. Der Bindenseeadler hebt beim schreien den Kopf in die Höhe, legt ihn jedoch nicht, wie der Schreiseeadler zurück.
Der Oberkopf, der Hinterkopf und der Nacken sind grau bis sandfarben bis graugelb gefiedert. Die Wangen sind weiss gefiedert. Der Hackenschnabel ist massig. Die Iris ist dunkelgrau
bis dunkelbraun oder gelb. Die Stirn und der Kehlkopf sind hellsandfarben bis zimtweiss gefiedert. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz gefiedert. Die breiten Flügel sind dunkelbraun. Die Flügelspanne beträgt
200 - 250 cm. Der dunkelbraun bis schwarze Schwanz ist rund und hat auf Ober- und Unterseite ein breites weisses Band. Die Unterseite und die Unterschenkel sind rotbraun gefiedert. Die Zehenballen sind stark
ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen. Der Bindenseeadler ist 68 - 82 cm gross. Die Männchen sind 2,6 bis 3,3 kg und die Weibchen sind 2,9 bis 3,7 kg
schwer.
Zur Nahrung zählen vor allem Fische, Säugetiere, Frösche, Schlangen, Wasserschildkröten, Vögel (z.B. Lachmöwen, junge Pelikane, Gänse, Elstern, Dohlen) und Aas.
Die Balzzeit
des Bindenseeadlers (je Region verschieden) ist in Nordindien und Burma von Oktober bis November, wobei dann von Oktober bis Februar gebrütet wird. In Mittel- und Zentralasien ist die Balz im Mai. Zwischen dem
Kaspischen Meer, dem Aralsee und dem Tiefland von Turau wird von März bis April gebrütet, in Transbaikalien und Tibet von Mai bis Juni und in Syrdarja von Februar bis März.
Der Bindenseeadler baut sein Nest in Gewässernähe auf hohen Bäumen, an Felswenden oder auf Sandbänken. Bindenseeadler haben mehrer Nester, die sie abwechselnd nutzen. Das Weibchen
legt ihre 2 - 4 weissen Eier in das Nest. Beide Elternteile brüten die Eier in 30 - 32 (bis 40?) Tagen aus. Die frisch geschlüpften Jungvögel haben ein weisses bis bläulichgaues Duhnenkleid. Nach ca. 10 Wochen (oder
70 bis 105 Tage) sind die jungen Bindenseeadler flügge. Bei den Jungvögeln ist der Kopf braun bis dunkelbraun gefiedert. Nur die Unterseite und die Kehle sind hellgelbbraun bis hellbraun gefiedert.
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Die Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg (heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg) gemacht.
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06. Weissbauch-Seeadler oder Weissbauchseeadler oder Weissbrustseeadler lat. Haliaeetus Leucogaster
Der Weissbauch-Seeadler ist an den Meerküsten, Flussmündungen, grossen Flüssen Indiens, Indonesiens bis Australiens, in Tasmanien, Neuguinea, Philippinen, Südchina und
in den grossen Sunda-Inseln verbreitet. Die Weissbauch-Seeadler sind reviertreu.
Der Kopf, der Hals, der Oberrücken, die Unterseite und die Unterseite sind weiss bis gelbbraun bis weissgelb
gefiedert. Die Iris ist rot bis braun. Der Schnabel ist grau. Der Unterrücken, die Oberflügel und der Oberschwanz sind hellbraun oder graubraun bis gelbbraun bis dunkelgelbbraun bis graublau bis
schieferfarben und bis braunschwarz gefiedert. Der kurze keilförmige Schwanz hat eine breite weisse Endbinde. Die Fänge sind gelb. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim
Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen. Der Weissbauch-Seeadler ist von ca. 60 bis 75 cm gross und wiegt zwischen ca. 1,7 – 2,8 kg. Die Weibchen sind grösser als die Männchen.
Die Färbung des Gefieders wird im Laufe der Jahre immer dunkler.
Zur Nahrung zählen Fische (zu 90 bis 95%), die er im Sturzflug aus 10 bis 20 m Höhe erbeutet, Meeresschlangen, giftige
Seeschlangen, Schildkröten, kleine Vögel (beispielsweise Sturmschwalben, junge Reiher) kleine Säugetiere (beispielsweise junge Derby-Kängurus) und Aas. Es ist sogar einmal beobachtet worden, dass ein
Weissbauch-Seeadler einen ca. 6,8 kg schweren Maultierhirsch erbeutete und fort trug. Der Weissbauch-Seeadler ruht sich nach dem Fressen auf hohen Bäumen aus.
Die Balzflüge der
Weissbauch-Seeadler sind eine Kombination von lauten Geschrei und Kreisflügen, stürmischen Verfolgungsflügen (mit Überschlägen) und Sturzflügen. Das Nest, das jedes Jahr wieder erneut benutzt, verbessert
und ausgebaut wird, befindet sich in 10 bis 40 m Höhe auf Bäumen oder Felsen, das sich an Flussmündungen, Küsten, Stauseen, Kanälen oder aber auch im Landesinneren befinden kann. Das Weibchen legt in
Australien von Mai bis Oktober und in Asien von September bis Januar die 1 – 3 weissen Eier, die dann auch von ihr in der Regel allein in 35 bis 45 Tagen ausgebrütet werden, in das Nest. Flügge
sind die jungen dunkelbraun gefiederten Weissbauch-Seeadler in 50 bis 70 Tagen. Anschliessend werden diese noch 6 Monate betreut. Während dieser Zeit beschützt das Paar den Nachwuchs aggressiv.
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Das linke Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg gemacht.
Mit freundlicher Genehmigung von Peter Schwarz, www.peter-schwarz.de wurde
das rechte Fotos des Weissbauchseeadlers verwendet.
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07. Solomonen-Seeadler lat. Haliaeetus Sanfordi
Der Solomonen-Seeadler ist auf den Solomonen in den Wäldern in Höhen bis zu 1.350 m Höhe verbreitet.
Der Kopf und der Hals sind weissbraun bis hellbraun
gefiedert. Die Unterseite ist braun bis rotbraun bis dunkelbraun gefiedert. Die Oberseite ist dunkelbraun bis braunschwarz bis grauschwarz gefiedert. Die Iris ist hellbraun bis braun. Die Jungvögel sind
(noch) dunkler (schwarze Oberseite und hellbraune Unterseite mit schwarzen Streifen) gefiedert. Der Solomonen-Seeadler ist 64 bis 90 cm lang und wiegt 2,3 bis 2,5 kg. Die Füsse sind zu einem Drittel
befiedert. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des glatten Fisches) zu ermöglichen.
Zur Nahrung zählen neben den Fischen auch Seeschlangen
und Flughunde (innerhalb der Wälder).
Die Solomonen-Seeadler brüten im Zeitraum von August bis Oktober ihre Eier aus.
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08. Madagaskar-Seeadleroder Madagaskar-Schreiseeadler lat. Haliaeetus Vociferoides
Der Madagaskar-Seeadler, der grösste Greifvogel auf Madagaskar, ist auf Madagaskar an den Binnenseen, den Flussmündungen, den Mangrovensümpfen und an der Westküste
verbreitet. Der Bestand ist auch aufgrund von Verfolgung rückläufig. Es gibt verschiedene Bestandsangaben, wie 70 Paare oder 50 Paare oder 40 Paare und 10 Einzelvögel oder nur noch 10 Paare im Jahre
1979. Einer der Hauptgründe des Rückgangs ist die Verfolgung durch die (einheimischen) Fischer (, da der Madagaskar-Seeadler den Fischern die Fische aus ihren Fischerein einfach "wegfängt").
Der Madagaskar-Seeadler ist der kleinste Vertreter der Seeadler-Gruppe.
Die linke und rechte Gesichtshälfte, sowie die Kehle sind weiss gefiedert. Die Iris ist dunkelbraun. Der Oberkopf ist
hellrotbraun grundgefiedert und mit dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Die Flügeloberseiten sind dunkelbraun, die Flügelspitzen bis schwarzbraun gefiedert. Die Unterseite, die Unterschenkel, sind
weissrotbraun bis dunkelrotbraun bis braun grundgefiedert und mit dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Die Zehenballen sind stark ausgebildet, um so ein festes Zupacken beim Ergreifen der Beute (des
glatten Fisches) zu ermöglichen. Der Schwanz ist weiss und rund. Der Madagaskar-Seeadler ist 58 bis 80 cm gross und wiegt zwischen 2,27 bis 2,73 kg.
Zur Nahrung zählen Fisch, Aale und Aas.
Das Nest befindet auf hohen Bäumen. Das Weibchen legt 1 bis 3 Eier, die es im Zeitraum April bis Juni ausbrütet. Die
Jungvögel sind hellbraun bis braun gefiedert.
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09. Graukopfseeadler oder Weissschwanz-Fischadler oder Weissschwanz-Tauchadler oder Teichadler lat. Ichthyophaga
Ichthyaetus oder(?) Ichthyophaga Ichtyaetus
Der Weissschwanzfischadler ist an den Seen, Flüssen und Teichen in Indien, Burma, Philippinen, Pakistan, Zeylon, der malayischen Halbinsel und den grossen Sunda-Inseln verbreitet.
Die Oberseite ist graubraun bis graurotbraun gefiedert. Der Kopf und der Hals sind grau gefiedert. Die Unterseite ist bis zur Brust braun und danach weiss gefiedert. Die Unterschenkel sind weiss
gefiedert. Der weisse Schwanz besitzt ein breites dunkelbraunes bis schwarzes Band und eine weisse Spitze. Die Grösse des Weissschwanzfischadlers beträgt zwischen 61 – 74 cm und das Männchen wiegt ca. 1,6 kg
und das Weibchen 2,3 bis 2,7 kg.
Zur Nahrung zählen grösstenteils Fische, kleine Säugetiere (z.B. Eichhörnchen) und kleine Vögel (z.B. Hühner). Die Fische, die so gross sind, dass er sie nicht heben kann, schleppt er ans Ufer.
Das Nest, das jedes Jahr erweitert oder verbessert wird, kann sich in 10 – 15 m Höhe befinden und einen Durchmesser von bis zu 1,5 m haben und ist eines von bis zu drei Nestern, die
abwechselnd benutzt werden. Die Nester befinden sich im Wald in Flussnähe oder Seenähe. Das Weibchen legt ihre 2 – 4 weissen Eier von Dezember bis März. Beide Elternteile brüten die Eier in ca. 28 Tagen aus.
Flügge sind die Jungvögel in ca. 10 Wochen. Die Elternvögel, sie leben in einer Dauerehe, schlafen im Nest.
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Mit freundlicher Genehmigung von Jan Ševčík, www.sevcikphoto.com; www.naturephoto-cz.com wurde das Fotos eines Graukopfseeadlers verwendet.
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10. Braunschwanzseeadler oder Braunschwanz-Fischadler oder kleiner Fischadler oder Tauchadler oder Flussadler lat. Ichthyophaga Humilis oder Ichthyophaga Nana
Der Braunschwanz-Seeadler lebt in den Bergen, in den Wäldern, an den Seen, Sümpfen und Mooren in Borneo, Celebes, Malaya, Siam, Sumatra, Burma, Nepal, Banggai, Molukken, Kaschmir
und Assam in zwei Unterarten.
Der Kopf und der Hals sind grau bis graubraun gefiedert. Die Iris ist gelb bis goldfarben. Die Oberseite, der Oberflügelseiten und die Oberschwanzseite sind braun bis graubraun bis rotbraun bis
dunkelbraun gefiedert. Der Schwanz hat eine weisse Endbinde. Die Unterseite bis oberhalb der Beine braun bis graubraun bis rotbraun bis dunkelbraun gefiedert. Ab den Beinen ist die Unterseite (inkl. der
Unterschenkel) und der Schwanzunterseite grau bis weiss gefiedert. Die äussere Zehe ist eine Wendezehe. An den Zehen befinden sich spitze Hornschuppen, die einem besseren Festhalten der Fische dienen. Der
Braunschwanz-Seeadler ist 51 bis 64 cm gross.
Zur Nahrung zählen grösstenteils Fische, kleine Säugetiere und kleine Vögel.
Das Nest befindet sich auf einem hohen Baum. Dort brütet (von März bis Mai) dann das Weibchen ihre 1 – 3 weissen Eier aus. Die Jungvögel haben einen grau gefiederten Kopf und eine
schwarzbraune Flügeloberseite. Auf der weissen Unterseite der Jungvögel befinden sich auf der Brust kurze braune Längsstreifen.
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