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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 2: Eulen, lat. Strigidae
Unterfamilie, lat. Surniinae
Surniini: 
Gattungen: Athene (Steinkauzartige inkl. Speotyto (Kanincheneule)), Surnia (Sperbereulen), Glaucidium (Sperlingskäuze), Taenioglaux, Micrathene (Elfenkäuzchen), Xenoglaux (Peruaner Kauz)

01. Steinkauz, lat. Athene noctua
02. Unterart: ?; lat. Athene noctua indigena
03. Wüstensteinkauz oder Lilith-Kauz, lat. Athene lilith (früher: Athene noctua lilith)
04. Brahmakauz oder Brahmanenkauz, lat. Athene brama
05. Kanincheneule oder Kaninchenkauz oder Präriekauz oder Höhleneule, lat. Athene cunicularia (früher: Speotyto cunicularia)
06. Sperbereule, lat. Surnia ulula
07. Peruaner Kauz oder Peru-Pinselkauz oder Weissbrauenkauz oder Lowery-Zwergkauz, lat. Xenoglaux loweryi
08. Elfenkauz oder Kaktuskauz, lat. Micrathene whitneyi
09. Pracht-Sperlingskauz oder Prachtkauz, lat. Taenioglaux sjöstedti (früher: Glaucidium sjöstedti)
10. Dschungenkauz oder Dschungel-Sperlingskauz, lat. Taenioglaux radiata (früher: Glaucidium radiatum)

 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.

01. Steinkauz
lat. Athene noctua

Die Göttin der Weissheit Pallas Athene im alten Griechenland hatte als Wappenvogel einen Steinkauz. Auf einer der Seiten der silbernen Tetradrachmen-Stücken befindet sich ebenso ein Steinkauz.

Die Steinkäuze leben in offenen und halboffenen Landschaften, Wiesen mit Bäumen, Streuobstwiesen, Kopfweiden, felsigem Gelände, felsigen Halbwüsten und Wüsten in Europa, Asien (bis China, bis zur Mandschurei), Nordafrika in 8 Unterarten. Eine Unterart ist zum Beispiel Athene noctua indigena (siehe dort) Im Zeitraum von 1906 bis 1910 wurde der Steinkauz in Neuseeland in Otago eingebürgert. In England wurden die ersten 5 Steinkäuze im Jahre 1842 durch Mr. Charles Waterson, einem Naturschützer, eingeführt. Im Jahre 1872 wurden in Kent (England) 40 weitere Steinkäuze freigelassen. Das erste Nest wurde 1879 entdeckt. Im Jahre 1880 wurden in Northamptonshire weitere Steinkäuze freigelassen. Der heutige Bestand in England wird mit 15.000 Paaren angegeben. 7440 Paare wurden im Jahre 2004 in Deutschland gezählt. 80 % der Brutpaare existieren im Bundesland Nordrheinwestfalen. Ca. 30.000 Paare leben in Rumänien. Der dänische Steinkauz-Bestand betrug im Jahre 2007 ca. 100 Paare. Bedroht wird der Steinkauz durch Pestizide, Zerstörung des Lebensraums und aufgrund der Vergrösserung von Dörfern und Städten, genau genommen auch durch die Kultivierung, den Verkehr und die Umwandlung von Grünland in Acker. Zu den natürlichen Feinden zählen der Uhu und der Mäusebussard.

Das Gefieder ist auf der Oberseite dunkelbraun bis graubraun grundgefiedert und mit lehmfarbenen bis gelblichweissen bis weissen Tupfer versehen. Der Kopf ist klein und rund. Der Schnabel ist grau und klein. Die Augenbraunen sind hervorstehend und weiss. Die Augen sind leuchtend gelb. Die Unterseite ist helllehmfarben bis gelblichweiss grundgefiedert und mit dunklen Lehmstreifen versehen. Das Gefieder variiert je nach Unterart von stark gefleckt bis blass. Die Beine sind weiss bis hellgrau befiedert. Die Zehen sind braun. Der Schwanz ist kurz. Die Flügelspannweite beträgt 50 - 58 cm. Der Steinkauz ist 21 - 27 cm gross. Das Gewicht des Männchens beträgt 160 bis 240 g und des Weibchens 170 bis 250 g.

Der Steinkauz kann bis zu 40 verschiedene unterschiedliche Laute (18 Laute, 2 jungendspezifische Laute, 2 Sonderformen, 17 Kombinations- und Übergangslaute und das Knappen) bilden, die alle in der Klangfarbe, im Rhythmus und der Lautstärke verschieden sind. Beim Schlafen plustert sich der Steinkauz sein Gefieder auf. Den Kopf zieht an seinen Körper. Ein Bein wird oft ins Gefieder gezogen.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (, wie beispielsweise Haus-, Zwergwald-, Feld-, Wühl- und Langsschwanzmäuse, Maulwürfe, Ratten), Vögel (, wie beispielsweise Drosseln, Sperlinge, Feldlerchen, Spechte, sogar Rebhühner, Eichelhäher, Haustauben) und am meisten sind es Insekten (, wie beispielsweise Hirsch-, Wasser-, Pracht-, Bunt-, und Rüsselkäfer, Heuschrecken, Libellen, Schmetterlinge, Würmer, Regen- und Ohrwürmer, Tausendfüssler, Raupen, Schnecken, Wespen und Ameisen). Der Steinkauz frisst auch Frösche und Aas. Die Insekten frisst der Steinkauz auf der Stelle. Grössere Beute, wie kleine Säugetiere und Vögel, frisst er an einer geschützten Stelle. Mit dem Kopf zuerst verschlingt er Mäuse. Ist die Beute zu gross, reisst der Steinkauz Teile, bei Vögeln sind es Federn und Beine, bei Säugetieren sind es Fellbüschel und ansonsten im allgemeinen: innere Organe, raus. Der Steinkauz frisst mitunter Beeren, Blätter und Früchte. Eine Untersuchung der Beute des Steinkauzes bezüglich des Käferanteils ergab, dass 88 verschiedene Käfer-Arten zum Beutespektrum zähl(t)en.

Das Nest befindet sich in Baumhöhlen, gescharrten Bodenhöhlen, Stein- und Holzstappeln, Kaninchenhöhlen, Scheunen (im Stroh), Felsspalten oder Gebäudeställen. Das Weibchen legt im März bis Mai ihre 3 - 7 weissen Eier im Abstand von 2 Tagen, die dann in den kommenden 22 - 30 Tagen ausgebrütet werden. Das Männchen versorgt in dieser Zeit das Weibchen mit Futter und in der ersten Zeit nach dem Schlüpfen beschafft es die Beute für die Jungvögel mit. Beide Elternteile füttern später zusammen den Nachwuchs und beschaffen die Beute. Flügge werden die jungen Steinkäuze in den kommenden 3,5 - 5 Wochen. Das Nest verlassen die Jungvögel mit ca. 35 Tagen, auch wenn sie erst in ca. 45 fliegen können. Die jungen Steinkäuze werden nach dem Verlassen der Höhle von den Elternvögel betreut und noch mit Nahrung versorgt. Zweitbruten kommen nur in den mäusereichen Jahren vor. Die Sterbequote im ersten Jahr beträgt 65 %. Die Lebensdauer wurde in der Gefangenschaft mit 18 Jahren und in der freien Wildbahn mit 16 Jahren gemessen. Das Durchschnittsalter liegt bei 6 Jahren. Männchen und Weibchen leben lebenslang zusammen.

Die oberen Fotos wurden im Zoo Hof gemacht. Die unteren Fotos wurden im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark, (links), in der Vogelausstellung Ornithea (mitte) und im Greifvogelpark Buchs (rechts) gemacht. 

Die oberen Fotos wurden im Greifvogelgehege Bispingen (links) und im Freizeitpark Geiselwind (mitte) aufgenommen. Die unteren Fotos wurden in der Greifvogelwarte Burg Landskron (links) und im Jura-Zoo Neumarkt (mitte) gemacht.

Diese Fotos wurden in der Greifvogelstation Heidenheim aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos wurden im Zoo Heidelberg aufgenommen.

Diese Fotos wurden im Heimattiergarten Riesa aufgenommen.

02. Unterart ?
lat. Athene noctua indigena

Athene noctua indigena ist eine Unterart des Steinkauzes, lat. Athene noctua (siehe dort). Der Naturforscher Brehm beschrieb 1855 zuerst diese Unterart. Als Verbreitungsgebiet wird Rumänien, Bulgarien, Ukraine, Griechenland, Mazedonien, Albanien bis zum Kaspischen Meer angegeben.

Mit freundlicher Genehmigung von K.H. Reiser wurde das Foto der Steinkauz-Unterart indigena aus der “Eulenwelt” 2009, www.eulen.de verwendet. Danke auch an S. Wolff für die Unterstützung.

03. Wüstensteinkauz oder Lilith-Kauz
lat. Athene lilith (früher: Athene noctua lilith)

Die Wüstensteinkäuze leben in Zypern, Südtürkei, Israel, Syrien, auf der Sinai-Halbinsel und auf der Arabischen Halbinsel.

Zur Nahrung zählen grosse Insekten, Reptilien, Frösche, kleine Wirbeltiere und kleine Vögel.

Das Weibchen legt 2 bis 8 Eier und brütet sie allein in 27 bis 28 Tagen aus. Flügge sind die Jungvögel in 30 bis 35 Tagen.

Mit freundlicher Genehmigung von H.D. Martens wurde das Foto des Wüstensteinkauzes aus der “Eulenwelt” 2009, www.eulen.de verwendet. Danke auch an S. Wolff für die Unterstützung.

04. Brahmakauz oder Brahmenkauz
lat. Athene brama

Die nachtaktiven Brahmakäuze leben als Standvogel in den Dornbüschen, Gehölzen, Gärten, im Tiefland, in Teeplantagen, losen Wäldern, im Kulturlandschaften, in der Häuser- und Siedlungsnähe, in Bergen bis 1600 Höhe, in offenen Landschaften auf den indischen Subkontinent, in Südostasien (ausser Sri Lanka, Malaysia) in Südiran, Südafghanistan, Südwestvietnam, Indien, Südpakistan, Nordostassam, Burma, Thailand, Kambodscha, Südlaos in 5 Unterarten in kleinen Gruppen (von mindestens zwei Vögeln). Die Unterarten werden Athene brama brama, Athene brama indica, Athene brama albida, Athene brama ultra und Athene brama pulchra (mit dem Synonym Athene brama mayri) bezeichnet. Der Brahmakauz "badet" gerne im Sand.

Das Gefieder auf der Oberseite, dem Ober- und Hinterkopf ist bräunlich bis dunkelgrau bis grauschwarz grundgefiedert und mit weissen Tupfern versehen. Auf dem Hinterkopf befinden sich zwei Flecke. Das Gesicht ist weissgrau. Die Iris ist gelb oder orange. Der Schnabel ist gelb. Zwischen den Augen befindet sich ein grosses weisses "X". Die Augen sind insgesamt weiss und breit umrandet gefiedert. Die "Augenbraunen" sind weiss gefiedert. Das Kinn oder der Vorderhals sind weiss gefiedert. Die Unterseite ist ansonsten weissgrau bis weissgrauschwarz "gemustert" (verwaschen quergebändert). Die Beine sind weiss gefiedert. Die Füsse sind gelb. Der Brahmakauz ist 19 – 22 cm gross.

Zur Nahrung zählen (grosse) Insekten, Käfer, Nachtfalter, kleine Säugetiere, kleine Vögel, Regenwürmer und Eidechsen.

Die 2 bis 5 weissen Eier legt das Weibchen der nördlichen Population von Februar bis April und der südlichen Population von November bis März im Abstand von 1 bis 3 Tagen in einen hohlen Baum, eine Felsspalte, eine Felshöhle oder in einem Gebäude auf den Boden. Das Weibchen brütet die Eier in 26 bis 32 Tagen allein aus. Flügge sind die Jungvögel in 33 bis 37 Tagen.

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Frank Schulter, www.ornithea.de, wurde das Foto verwendet.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden auf der Vogelausstellung Ornithea gemacht.

05. Kanincheneule oder Kaninchenkauz oder Präriekauz oder Höhleneule
lat. Athene cunicularia (früher: Speotyto cunicularia )

Die hauptsächlich nachtaktiven Kanincheneulen leben in unbebauten Ebenen und Prärien, in den Halbwüsten, offenen baumlosen Gebieten, in Nordamerika (vom Südwesten Kanadas) über Mittelamerika bis in den Südosten Südamerikas. Über den Winter ziehen die nördlichen Vertreter in die wärmeren südlichen Gegenden. Zu den Unterarten zählen die Hispaniola-Kanincheneule, lat. Athene cunicularia troglodytes und die Prärie-Erdeule oder Kanadier-Erdeule, lat. Athene cunicularia hypugaea.

Das Gefieder ist auf der Oberseite rötlich graubraun und ist mit weissen Tupfern versehen. Der braune Schwanz hat weisse Querstreifen. Die Unterseite ist bis zur Brust rötlichgelb bis graubraun bis dunkelbraun grundgefiedert und mit gelblich bis weissen Tupfern versehen. Unterhalb der Brust ist das Gefieder weiss bis cremefarben grundgefiedert und mit hell- bis dunkelbraunen Querstreifen versehen. Das Kinn und die Kehle sind weiss. Die Kanincheneule hat einen kleinen Gesichtsschleier. Die Iris ist gelb bis bernsteinfarben. Die Kanincheneule ist 18 - 28 cm gross.

Zur Nahrung zählen Insekten, Heuschrecken, Käfer, Grillen, Frösche, Schlangen, Eidechsen, Kriechtiere, Skorpione, kleine Vögel und kleine Säugetiere (z.B. Mäuse).

Das Nest wird in Erdhöhlen angelegt, dass heisst es werden Höhlen in leichte Sandbögen in Florida gegraben, die bis zu 3 m lang und bis zu 3 m tief sein können. Oft brüten mehrere Kanincheneulen in derselben Gegend in Kolonien (je Revier in der Regel 12 Paare). Es kommt vor, dass mehrere Paare in einem Höhlensystem zusammenbrüten. Ist dieses der Fall, steht eine Kanincheneule vor dem Eingang und beobachtet die Umgebung. Laut weiteren Beobachtungen verwenden die Kanincheneulen bei härteren Böden die Höhlen andere Tiere, wie von Füchsen, Kojoten, Kaninchen, Dachsen, Stunktieren, Präriehunden, Gürteltieren, Erdhörnchen, Murmeltieren und Schlangen entweder als "Nachmieter" oder als "Mitbewohner" (z.B. zusammen mit Viscachas (Nagetiere)) mit eigenem Ein- oder Ausgang. Ein weiterer Ausbau der vorhandenen Höhlen der Vorbewohner wurde ebenso beobachtet. Die entsprechenden Durchmesser der Höhlengänge betragen ca. 15 – 21 cm und das Nest, die „Brutkammer“, ist 30 – 40 cm gross. Alles liegt flach unter der Erde. In diese „Brutkammer“ legt das Weibchen im Abstand von 1 bis 2 Tagen die 3 – 12 weissen Eier im Zeitraum März bis Juli. Beide Elternteile brüten die Eier in 26 bis 30 Tagen gemeinsam aus und füttern dann gemeinsam die Jungvögel. Die Augen und Ohren öffnen sich nach 7 Tagen. Durch das Vortäuschen des Raschelns der Klapperschlangen (auch als gackernder Alarmruf begleitet mit einem drohendem Zischen beschrieben), welches auch schon die jungen Kanincheneulen beherrschen, werden Iltisse und sogar Mähnenwölfe vertrieben. Es ist auch beobachtet worden, dass ältere Jungvögel den jüngsten Jungvogel auffrassen. Die jungen Kanincheneulen verlassen die Höhe in 26 bis 28 Tagen. Diese beobachten dann die Umgebung und zieht sich sofort bei Gefahr in die Höhle zurück. Männchen und Weibchen bleiben lebenslang zusammen.

Die linken Fotos wurden im Zoo Dortmund, die mittleren Fotos im Vogelpark Timmendorfer Strand und die rechten Fotos auf der Vogelausstellung Ornithea gemacht.

06. Sperbereule
lat. Surnia ulula

Die Sperbereulen sind in den Birken-, Lärchen-, Fichten- und Nadelwäldern in Skandinavien bis Kamtschatka bis Sachalin in der Unterart Surnia ulula ulula verbreitet. Die Sperbereulen sind seltene Wintergäste in Mitteleuropa. In Zentralasien, in Nordchina, in der Nordmongolei sind die Sperbereulen in der Unterart Surnia ulula tianschanica vertreten. Die Nordamerikanischen Sperbereulen, lat. Surnia ulula caparoch sind Alaska, Kanada, Nord-USA verbreitet.

Das weiss gefiederte Gesicht ist an den Seiten bis zur Stirn schwarz „umrandet“. Die Iris ist gelb. Um den gelben bis gelblichen Schnabel ist das Gefieder schwarz bis dunkelgraubraun. Die dunkelgraubraun grundgefiederte Stirn und der dunkelgraubraun grundgefiederte Oberkopf enthält viele weisse Tupfer. Die Oberseite und die Oberflügelseite sind dunkelgraubraun grundgefiedert und weiss getupft. Die Flügel sind spitz und lang. Die Spannweite beträgt 70 – 82 cm. Der dunkelbraune Schwanz ist lang, weiss gestreift und keilförmig. Das Gefieder ist auf auf der Unterseite weiss grundgefiedert und mit hellgraubraunen Querstreifen versehen. Die Beine sind weiss grundgefiedert und mit sehr schwach versehenen hellgraubraunen Querstreifen befiedert. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Die Grösse beträgt 33 – 43 cm.

Zur Nahrung zählen Mäuse, Lemminge, Eichhörnchen und kleine Vögel. Die Sperbereule erbeutet Vögel bis zur eigenen Körpergrösse, wie beispielsweise Schnee-Hühner.

Die Sperbereule legt ihr Nest in Höhlen oder Baumstümpfe an. Das Weibchen legt die 3 – 13 weissen Eier im Abstand von 1 – 3 Tagen im April bis Juni. Das Weibchen brütet die Eier in 25 – 33 Tagen aus. Die jungen Eulen werden dann die folgenden 25 – 30 Tage im Nest aufgezogen. Beide Elternteile füttern den Nachwuchs. Bei Nahrungsmangel werden nur die ältesten Jungvögel gefüttert, so dass die jüngsten Jungvögel verhungern müssen. Nach weiteren 5 – 6 Wochen können die jungen Sperbereulen fliegen. Das Höchstalter beträgt 8 Jahre.

Die Fotos links wurden in der Burgfalknerei Hohenbeilstein, in der mitte im Zoo Stuttgart und rechts im Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Leipzig aufgenommen.

Die Fotos oberhalb dieser Zeilen wurden im Zoo Gotha gemacht. Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im im Vogelpark Walsrode, heute Weltvogelpark aufgenommen.

Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Ornithea aufgenommen.

07. Peruaner Kauz oder Peru-Pinselkauz oder Weissbrauenkauz oder Lowery-Zwergkauz
lat. Xenoglaux loweryi

Der Peruaner Kauz lebt in Nord-Peru im Rio-Maya-Tal bzw. im Nordwesten von Peru am Ostabhang der Anden in einer Höhe von 1890 bis 2200 m.

Der eigentlich nur braun bis graubraun / dunkelbraun gefiederte Kauz hat hellbraune bis rötlichbraune Augen. Im Gesicht (und bis zur Brust) jedoch befinden sich viele feine schwarze Streifen. Unterhalb der Brust sind viele kleine feine weisse Querstreifen vorhanden. Auf dem Oberrücken, den Schultern und dem Nacken gibt es viele weisse Punkte. Die Augenbrauen sind weissbraun gefiedert. Der Schnabel ist bleifarben bis dunkelgrau. Der Peruaner Kauz ist 12 – 14 cm gross und wiegt 45 bis 50 Gramm.

Zur Nahrung zählen Insekten.

08. Elfenkauz oder Kaktuskauz
lat. Micrathene whitneyi

Die nachtaktiven Elfenkäuze, die kleinsten Eule der Welt, leben in den Eichen- und Nadelwäldern, in den Graslandschaften mit einzelnen Bäumen, in den Kaktuswüsten, in Höhen bis zu 2.000m im Südwesten der USA bis Nordmexiko in der Unterart Micrathene whitneyi whitneyi, in den USA (Südostkalifornien bis Südwest-New Mexiko) und Mexiko (Sonora) in der Unterart Micrathene whitneyi idonea, in Mexico (Niederkalifornien) in der Unterart Micrathene whitneyi sanfordi und auf der Insel Socorro in der Unterart Micrathene whitneyi graysoni. Die nördlichsten Elfenkäuze sind Zugvögel und überwintern von Oktober bis März in (selten Texas bis) Mexiko.

Der Oberkopf, der Hinterkopf, die Oberseite sind grau bis graubraun bis dunkelbraun grundgefiedert und mit weisen Punkten versehen. Das Gesicht ist hellgraubraun. Über den Augen sind weisse „Augenbraunen“. Die Augen sind gelb bis zitronengelb. Die Unterseite ist hellbraungrau grundgefiedert (und kann rötlich gestreift sein) und verändert sich zu den Beinen hin zu reinweiss. Die gesamten Beine selbst sind weiss befiedert. Der Schwanz ist kurz und gebändert. Die Grösse beträgt 12 - 16 cm. Die Flügelspannweite beträgt 34 bis 37 cm. Das Gefieder ist bei den Geschlechtern gleich.

Zur Nahrung zählen Insekten, Insektenlarven, Falter, Raupen, kleine Schlangen, Eidechsen, Käfer, Heuschrecken, Grillen, Skorpione (wobei der Stachel zuvor entfernt wird) und kleine Mäuse, aber auch gelegentlich kleine Vögel.

Das Nest befindet sich in einer verlassenen Spechthöhle (des Goldspechtes oder des Gilaspechtes oder(?) Gilabindenspechtes beispielsweise), die sich wiederum in den Riesenkakteen (z.B. Saguaro-Kakteen) oder in Baumhöhlen der Umgebung befindet. Das Männchen sucht die Nistmöglichkeit und lockt das Weibchen an. Das Weibchen legt dann im Zeitraum April bis Juni ihre 1 – 6 weissen Eier im Abstand von 1 bis 2 Tagen. Das Weibchen brütet diese in 21 bis 24 (27?) Tagen aus. Das Männchen beschafft das Futter für das brütende Weibchen und später auch für die Jungvögel. Das Duhnenkleid ist weiss. Laut einigen Beobachtungen beschaffen beide Elternteile das Futter. Die Jungvögel erhalten, so die Beobachtungen, dann beispielsweise von beiden Elternteilen alle 5 bis 10 Minuten Futter. Flügge sind die Jungvögel in 4 Wochen. Die Erstzucht gelang dem Nationalzoo Washington im Jahre 1967.

09. Pracht-Sperlingskauz oder Prachtkauz
lat. Taenioglaux sjöstedti (früher: Glaucidium sjöstedti)

Die Pracht-Sperlingskäuze leben in den Waldgebieten in Kamerun, Zentral Afrikanische Republik, Gabon, DR Kongo.

Die Unterseite ist gelb bis gelborange grundgefiedert und mit vielen dunkelbraunen Querstreifen versehen. Der dunkelbraune Hinterkopf ist bis über den Nacken weiss gebändert. Danach wird die Oberseite tiefrot bis kastanienbraun. Nach diesem „Fleck“ ist die Oberseite bis zum Schwanz dunkelbraun bis schwarz grundgefiedert und mit feinen weissen Querbinden versehen. Das Gesicht enthält mehrere feine Ringe (abwechselnd: gelb bis gelborange und dunkelbraun) um die Augen. Die „Augenbraunen“ sind weiss. Der Schnabel ist gelb. Die Kehle ist weiss. Die Grösse beträgt (20?) 25 – 28 cm.

Zur Nahrung zählen Insekten, Reptilien und kleine Vögel.

Das Weibchen legt 2 weisse Eier in eine Baumhöhle und brütet sie in 28 Tagen aus. Die jungen Käuze sind in 31 Tagen flügge.

10. Dschungelkauz oder Dschungel-Sperlingskauz
lat. Taenioglaux radiata (früher: Glaucidium radiatum)

Die nachtaktiven Dschungelkäuze leben als Standvögel im offenen Gelände, den dichten Wäldern, auf den Plantagen, im Hochgebirge bis 2000m im Westhimalaja, Pakistan, Nepal, Bhutan, Sikkim, Indien in der Unterart Taenioglaux radiata radiata und in den indischen Bundesstaaten Malabar, Konkan, Goa, Mysore, Kerala in der Unterart Taenioglaux radiata malabarica.

Der Dschungelkauz hat einen runden Kopf, weisse Wangen und ein breites weisses „X“ zerteilt das Gesicht, wobei die oberen Enden des „X“ zu buschigen Augenbrauen werden. Die Augen sind gelb und die Pupille ist schwarz. Der Schnabel ist gelb. Der Hinterkopf und die Oberseite sind fein hellbraun-braun gestreift. Auch der Kehlkopf und die Brust sind ebenso fein hellbraun-braun gestreift. Nur ab der Brust werden auf der Unterseite die Abstände zwischen den Streifen und diese selbst grösser oder breiter und die Färbung verändert sich in weiss-braun gestreift. Die Beine sind bis zu den Zehen weiss gefiedert. Der Dschungelkauz besitzt einen breiten kurzen weissen Latz oder einen weissen dicken Querstreifen oberhalb der Brust. Die Grösse beträgt zwischen 16 bis 23 cm. Es sind 2 Farbvariationen bekannt.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel, kleine Säugetiere, Grillen, Heuschrecken und Insekten.

Das Weibchen legt ihre 3 – 4 weissen Eier im Zeitraum März bis Mai in eine Baumhöhle. Diese brütet sie dann allein in ca. 28 Tagen aus. Das Männchen füttert in dieser Zeit das Weibchen. Beide Elternteile füttern nach dem Schlüpfen die jungen Käuze. Die Dschungelkäuze leben in einer Dauerehe.

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