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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text Familie 1: Habichtartige, lat. Accipitridae
Unterfamilie Wespenbussarde, lat. Perninae Gattungen: Aviceda (Schopfbussarde), Henicopernis, Pernis (Wespenbussarde), Leptodon, Chondrohierax
01. Wespenbussard, lat. Pernis apivorus 02. Haubenkuckucksaar oder Australischer Schopfbussard oder Papuaweih(e) oder australischer Baza oder pazifischer Baza
oder Schopfbussard oder Falkenweihe oder Haubenweihe, lat. Aviceda subcristata (früher: Berzo subcristata) 03. Schopfkuckucksaar oder Indischer Schopfbussard oder Hinduweih, lat. Aviceda jerdoni
04. Kuckucksweih oder afrikanischer Kuckuck-Schopfbussard oder Binsenbussard(?) oder Bindenbussard oder Afrikakuckucksaar, lat. Aviceda cuculoides 05. Langschnabelweih oder Langschnabelmilan oder Hakenweih oder Berghakenweih, lat. Chondrohierax
uncinatus
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der
Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung,
Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.
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01. Wespenbussard lat. Pernis apivorus
Der Wespenbussard
hält sich in Osteuropa bis Zentralasien nur wenige Monate von Mai bis August / September auf und ist dort entsprechend in strukturierten Landschaften und in Wäldern (Laubwälder, Nadelwälder) in Höhen bis
zu 1500m verbreitet. In dieser Zeit brütet und zieht er seinen Nachwuchs gross. Die Wespenbussarde sind die größten Vögel, die das Mittelmeer über Malta zum Überwinterungsgebiet überqueren. Sie fliegen
dabei in Verbänden von mehreren hundert Vögeln und benötigen für ihre Wanderung mehrere Wochen. Überwintert wird südlich der Sahara in Süd- und Westafrika und in Südasien. Den meisten Teil des Jahres
verbringen die Wespenbussarde im „Überwinterungsgebiet“. Gefahr besteht einerseits durch den Abschuss und bei zu kalter Witterung finden die Wespenbussarde zu wenig Nahrung (Wespen).
Aufgrund neuster molekularbiologischer Untersuchungen wurde die Unterart Pernis apivorus orientalis (Sibirischer Wespenbussard oder Schopfenwespenbussard) zur eigenständigen Art Pernis orientalis. Die Unterart Pernis apivorus ptilorhynchus (Haubenwespenbussard) wurde so ebenso zur eigenständigen Art Pernis
ptilorhynchus, welcher 5 Unterarten angegliedert wurden, erklärt.
Das Männchen hat einen aschgrauen bis blaugrauen bis hellgrauen Kopf. Die Oberseite ist blaugrauschwarz bis graubräunlich bis graubraun gefiedert. Die Unterseite und die
Unterschenkel sind weiss grundgefiedert und mit vereinzelten oder(!) bis zu sehr vielen blaugrauschwarzen Tupfern versehen. Die Kehle ist weiss.
Das Weibchen ist auf der Oberseite braun bis
dunkelbraun gefiedert. Der Kopf ist grau bis dunkelbraun gefiedert. Die Unterseite ist braun bis dunkelbraun grundgefiedert (und enthält vereinzelte weisse Flecke?).
Der Wespenbussard hat ein dicht anliegendes Federkleid. Das Federkleid ist so dicht, dass kein Stachel durchkommt. Auch seine Augen und sein schwarzer Schnabel sind
durch entsprechende Federn geschützt. Die Füße sind durch hornartige Platten geschützt. Auffallend sind seine schlitzförmigen Nasenlöcher und die leuchtend gelbe Iris der Augen. Vom Wespenbussard gibt es
vier verschiedene Morphen: dunkel, mitteldunkel, rötlich und hell. Die Wespenbussarde sind auf der Unterseite von fast weiß über rotbraun bis fast schwarz gefärbt. Es gibt kaum zwei Vögel, die das
gleiche Federkleid, d.h. den gleichen Zeichnungen, haben bzw. aufweisen. Die Flügel- und die Schwanzunterseite sind gebändert. Der Hinterrand des Flügels ist ebenfalls mit einer dunklen Binde versehen.
Die Spannweite beträgt 113 bis 140 cm. Der Kopf ist klein. Der Schwanz ist lang und schmal und ist mit einer dunklen Endbinde und einem schmalen Oberstreifen versehen. Die Größe des Wespenbussards
beträgt 50-61 cm.
Aufgrund der Ernährung nimmt der Wespenbussard eine Sonderstellung ein. Er sucht über dem Boden im Tiefflug nach Erdlöchern, aus denen z.B. Wespen ein- und ausfliegen. Der
Wespenbussard hat sich auf Hornissen, Wespen und Bienen spezialisiert. Von diesen Insekten frisst er die Larven, die Puppen bis hin zum ganzen Insekt alles. Ab und zu kneift er mit seinem Schnabel den
Stachel ab oder er schluckt das Insekt ganz hinunter. Sobald der Wespenbussard ein Wespennest in der Erde findet, versucht er dieses zu öffnen. Er benutzt zum Kratzen in der Regel die Fänge / Füße, d.h.
zum aufscharren der Erde oder zum aufreisen des Rasens. Bei all dem stören ihn die wütenden Wespen nicht. Er ist so sehr damit beschäftigt, dass er nicht einmal seine Umgebung mehr wahrnimmt. Der
Wespenbussard gräbt so unter anderem bis zu 40 cm tief in die Erde. Sobald das Wespennest freigelegt ist, reist er die Waben heraus, um den Inhalt zu fressen oder um später die Jungvögel damit zu
füttern. In Ausnahmesituationen frist der Wespenbussard auch Obst, Früchte und kleine Wirbeltiere, Jungvögel, Nattern, Insekten, Frösche Eidechsen bis hin zu Spinnen.
Die Wespenbussarde fangen
nach dem Rückkehr aus dem Winterquartier mit der Balz in den Monaten April bis Mai an. Das Wespenbussard-Männchen schlägt beim Flug die Flügel über dem Rücken zusammen. Auch wurde beobachtet, dass sich
das Wespenbussard-Weibchen während des Balzfluges auf den Rücken dreht, nachdem es von Männchen "angegriffen" wurde und beide haben sich mit den Fängen berührt.
Beide Elternvögel bauen entweder das Nest in 10 – 25 m Höhe auf einen Baum oder sie benutzen ein fremdes Nest eines Habichts oder Bussards. Das 85 cm bis 100 cm
breite Nest besteht aus Laubholzzweigen und wird mit grünen Zweigen ausgelegt. Das Wespenbussardweibchen legt ihre 1 bis 3 (in der Regel: 2) weissen bis gelblichweissen mit rotbraunen bis dunkelbraunen
Flecken versehenen Eier im Abstand von 3 bis 5 Tagen. Beide Vögel brüten die Eier in 30-37 Tagen aus. In der Regel jedoch brütet das Weibchen die Jungvögel aus. Das Männchen ernährt dann das Weibchen und
dann später auch die Jungvögel. Das Nest verlassen die jungen nach 5-7 Wochen. Sie werden dann noch anschließend in der Nestnähe oder am Nestrand gefüttert bis sie selbständig ausfliegen. Der
Wespenbussard kann bis zu 29 Jahre alt werden.
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Die oberen Fotos wurden in der Deutschen Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg, heute: Deutsche Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg (links, mitte) und
in der Deutschen Greifenwarte Bernolph Frhr. von Gemmingen, Burg Guttenberg, früher: Deutsche Greifenwarte Claus Fentzloff, Burg Guttenberg, aufgenommen. Die unteren Fotos wurden in Adlerwarte Niederwald
aufgenommen.
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Diese Fotos wurden im Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach gemacht.
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Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Staatlichem Museum für Naturkunde Stuttgart (links), in der Falknerei Schillingsfürst (mitte) und im Vogelpark Timmendorfer Strand (siehe
7. Leser-eMail; rechts) aufgenommen.
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02. Haubenkuckucksaar oder Australischer Schopfbussard oder Papuaweih(e) oder australischer Baza oder pazifischer Baza oder Schopfbussard oder Falkenweihe
oder Haubenweihe lat. Aviceda subcristata (früher: Berzo subcristata)
Der Haubenkuckucksaar lebt in den Regenwäldern, Buschsteppen, Mangrovenwäldern, an den Sümpfen, an den Flüssen in Nord-, Nordost- und Ostaustralien, Neuguinea, Neuirland, Solomonen,
verschiedenen kleinen Inseln bis nach Japan in Höhen bis zu 1700m in 16 Unterarten verbreitet.
Der Hinterkopf, der Schopf und die Flügelschwingen sind schwarz gefiedert. Die Oberseite ist braun bis grau gefiedert. Die Vorderseite ist grau bis schwarzgrau bis einschliesslich Brust
gefiedert. Unterhalb der Brust befinden sich auf der weissen Grundfiederung schwarze bis braune Querstreifen. Nach den kurzen Beinen ist die Gefiederfarbe bis einschliesslich Schwanzunterseite orange. Die Beine sind
braun bis grau gefiedert. Der lange Schwanz ist auf der Oberseite grau-schwarz gestreift. Die Weibchen sind brauner gefiedert. Die Grösse beträgt zwischen 35 bis 46 cm. Die Weibchen sind grösser als die Männchen.
Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, Schlangen, Heuschrecken und Frösche.
Das Nest, welches das Paar jährlich erneuert / ausbessert, befindet sich in Bäumen in 15 bis 30 m Höhe. Dorthinein legt das Weibchen ihre 2 – 5 weissen Eier. Dieses ist je Region
verschieden entweder September bis März oder Oktober bis Dezember. Das Weibchen brütet die Eier grösstenteils allein aus. Die jungen Haubenkuckucksaare schlüpfen in ca. 29 Tagen. Beide Elternteile jagen und füttern
die braun gefiederten Jungvögel gemeinsam.
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03. Schopfkuckucksaar oder Indischer Schopfbussard oder Hinduweih lat. Aviceda jerdoni
Der Schopfkuckucksaar lebt in den Waldrändern, an den Berghängen und in Höhen bis zu 1.850 m in Südindien, Burma, Thailand, Borneo, Philippinen, Südlaos, den
Sumatra-Inseln und den Sulu-Inseln in 5 Unterarten.
Die Vorderseite ist weiss gefiedert und orange quergebändert. (Bei den Jungvögeln ist die Vorderseite matt orange quergebändert und mit kurzen braunen Längsstreifen versehen.) Die
Haube ist schwarz. Das Gesicht ist weiss grundgefiedert. Vom Schnabel weg gehen kleine immer grösser werdende Streifen in Richtung der Haube, des Kehlkopfes und der Wangen. Die Oberseite ist rotbraun bis
dunkelbraun gefiedert. Die Flügelspitzen sind schwarz. Der Schwanz ist grau-schwarz gestreift. Die Weibchen sind heller als die Männchen. Die Grösse beträgt 43 bis 50 cm.
Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, Echsen, Baumfrösche und Insekten.
Das Nest befindet sich in Bäumen in bis zu 20 m Höhe. Das Weibchen legt dorthinein ihre 2 - 3 weissgrünen Eier. Beide Elternteile brüten die Eier in ca. 30 Tagen aus. Weibchen und
Männchen führen eine Dauerehe.
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04. Kuckucksweih oder afrikanischer Kuckuck-Schopfbussard oder Binsenbussard(?) oder Bindenbussard oder Afrikakuckucksaar lat. Aviceda cuculoides
Der Kuckucksweih ist in den Wäldern und Feuchtsavannen in den 3 Unterarten Aviceda cuculoides cuculoides (Westafrika (Sierra Leone bis Kamerun)), Aviceda
cuculoides verreauxi (Angola, Zaire, Uganda bis in die Kap-Provinz und Netal) und Aviceda cuculoides batesi (Sierra Leone und im Osten bis Uganda und im Norden bis Angola) verbreitet..
Das Männchen besitzt eine gräuliche Brust und einen gräulichen Kopf. Die Unterseite ist nach der Brust weiss grundgefiedert und mit braunen bis rotbraunen Querstreifen versehen. Die Oberseite ist ab Hals
dunkelbraun gefiedert.
Das Weibchen besitzt einen (rot)bräunlichgräulichen Kopf und ist genauso auf der Brust gefiedert. Die Unterseite ist nach der Brust weiss grundgefiedert und mit braunen bis
rotbraunen Querstreifen versehen. Die Oberseite ist ab dem Hals braun gefiedert.
Die Grösse beträgt 38 bis 41 cm. Die Iris ist gelb. Beide besitzen eine Haube und dahinter auf dem Hinterkopf einen
braunen Fleck. Der Schwanz ist ebenso bei beiden grau bis weiss und schwarz gestreift. Die Schwanzspitze ist grau bis weiss.
Zur Nahrung zählen grosse Insekten und kleine Reptilien.
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05. Langschnabelweih oder Langschnabelmilan oder Hakenweih oder Berghakenweih lat. Chondrohierax uncinatus
Die Langschnabelweihen sind in den Feuchtwäldern, sumpfigen Gebieten, tropischen Gebieten, subtropischen Gebieten in Höhen von bis zu 2700m verbreitet. In Mittel- und Südamerika,
Bolivien, Nordargentinien, Paraguay, Trinidad und Peru sind die Langschnabelweihen der Unterart Chondrohierax uncinatus uncinatus verbreitet. In Mexiko lebt die Unterart Chondrohierax uncinatus aquilonis,
auf Grenada lebt die Unterart Chondrohierax uncinatus mirus.
Das Männchen der Unterart Chondrohierax uncinatus uncinatusist sehr oft ganz grau bis schiefergrau gefiedert. Die Unterseite des Männchens kann weiss gebändert sein. Das
Weibchen der Unterart Chondrohierax uncinatus uncinatushat einen grauen Kopf, eine graubraune bis braune Oberseite und eine rotbraungrundgefiederten Unterseite, die mit weisse Querbinden versehen
ist. Eine schwarze Phase, bei der Männchen und Weibchen gleich gefiedert sind, ist auch beobachtet worden. Die Grösse beträgt 41 bis 46 cm.
Zur Nahrung zählen Baumschnecken, Baumfrösche und Insekten.
Das Nest befindet sich in einer Baumkrone. Das Weibchen legt 2 weissliche Eier, die mit dunkelbraunen Tupfern versehen sind.
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Mit freundlicher Genehmigung konnte das Foto der Unterart Chondrohierax uncinatus uncinatus von Nick Athanas, www.antpitta.com , verwendet werden. Das Foto wurde in Ecuador aufgenommen.
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