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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text Familie 2: Eulen, lat. Strigidae
Unterfamilie, lat. Striginae Otini: Gattungen: Otus (Zwergohreulen), Megascops (Kreischeulen), Mimizuku (Mindanao-Ohreulen), Pyrroglaux (Palau-Eulen), Gymnoglaux (Kuba-Käuze), Psilocops (Ponderosa-Zwergohreulen), Ptilopsis (Weissgesichtseulen)
01. Zwergohreule, lat. Otus scops 02. Halsring-Zwergohreule oder Halsband-Zwergohreule oder Indische Zwergohreule oder Hindu-Halsbandeule oder
Indien-Halsbandeule, lat. Otus bakkamoena 03. Rajah-Eule oder Java-Ohreule(?) oder Radschaeule oder Radscha-Zwergohreule, lat. Otus brookii 04. Rötliche Zwergohreule oder Sumatra-Eule oder
Röteleule oder Gelbschnabelzwergohreule oder Sumatraohreule, lat. Otus rufescens 05. Sumatra-Zwergohreule oder Sunda-Zwergohreule, lat. Otus lempiji (früher: Otus liempitschi)
06. Blasse Zwergohreule oder Streifen-Zwergohreule oder Streifenohreule, lat. Otus brucei 07. Orient-Zwergohreule oder Südasiatische Zwergohreule oder Östliche Zwergohreule, lat. Otus sunia 08. Manadoeule oder Celebes-Zwergohreule oder Celebesohreule oder Manado-Zwergohreule, lat. Otus
manadensis
Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der
Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung,
Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.
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01. Zwergohreule lat. Otus scops
Die Zwergohreulen sind in den offenen Wäldern, bewohnten Steppen, Savannen, offenem Gelände mit Laubbäumen, Obstgärten, grossen Parks, Kulturlandschaften mit Bäumen, lichten
Gebirgsnadelwäldern in Mittel- und Südeuropa (Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Deutschland, Griechenland, Türkei), Asien (bis Israel, Jordanien, Zypern, Pakistan, Turkmenistan, Indien, bis zum
Jenissee) und Nord- und Nordwestafrika (Marokko, Tunesien) in 6 Unterarten verbreitet. Die Zugvögel aus dem Norden überwintern vom September bis zum April im tropischen Afrika im Süden der Sahara (Guinea und
Kenia). Die südlichen Zwergohreulen sind Standvögel.
Im grossen und ganzen sieht die Zwergohreule aus wie ein kleiner Ast mit zwei Augen, die dem ganzen einen gespenstischen Eindruck geben oder irgendwie dort überhaupt nicht hingehören. Das
Gefieder ist auf der Oberseite und der Flügeloberseite graubraun grundgefiedert und mit gelbweissen Flecken versehen. Die Flügelspannweite beträgt 48 - 54 cm. Die Flügel sind lang. Die Augen sind gelb. Der
Schnabel ist dunkelgrau. Die Unterseite ist hellbraun bis silbergrau grundgefiedert und mit feinen dunkelbraunen bis silbergraubraunen Längsstreifen und einer Querstrichelung versehen. Die Zehen sind unbefiedert.
Männchen und Weibchen sind gleichgefiedert. Die Zwergohreule ist 17 - 21 cm gross. Das Männchen wiegt ca. 71 - 105 g und das Weibchen wiegt ca. 90 - 119 g.
Zur Nahrung zählen grosse Insekten (‚wie
beispielsweise Käfer, Spinnen, Nachtschmetterlinge, Zikaden und Heuschrecken), kleine Singvögel, kleine Säugetiere, Laubfrösche und Regenwürmer.
Das Nest befindet sich in einer Höhle eines Baumes
(Olivenhainen, Maulbeerbaumgruppen), Mauerwerks oder in einem Nistkasten. In Ausnahmen wurde sogar beobachtet, dass verlassene Krähen-, Elstern- oder Greifvogelnester benutzt wurden. Das Weibchen legt im Mai bis
Juni ihre 2 - 6 weissen Eier im Abstand von 1 - 3 Tagen in ihr Nest. In den kommenden 20 - 31 Tagen werden die Eier vom Weibchen ausgebrütet. Das Männchen beschafft während dessen die Beute. Die Aufzucht erfolgt
in den kommenden 20 - 32 Tagen. Danach machen die jungen Zwergohreulen ihre ersten Flugversuche. Die ersten Jagdversuche werden nach insgesamt 45 bis 50 Tagen durchgeführt. Nach dem die jungen Zwergohreulen flügge
geworden sind, mausern sie sich und erhalten so ihr Alterskleid. Die Lebensdauer beträgt ca. 12 Jahre in der Gefangenschaft und ca. 6 Jahre in der freien Natur. Einem privaten deutschen Züchter gelang in
Deutschland 1888 die erste Nachzucht der Zwergohreule. Zuletzt hat ein Paar Zwergohreulen im Jahre 1960 in Franken gebrütet. Die Zwergohreulen führen eine Dauerehe.
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Die nachfolgenden Fotos wurden im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gemacht.
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Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika aufgenommen.
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Die nachfolgenden Fotos wurden im Vogelpark Timmendorfer Strand gemacht.
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02. Halsring-Zwergohreule oder Halsband-Zwergohreule oder Indische Zwergohreule oder Hindu-Halsbandeule oder Indien-Halsbandeule lat. Otus bakkamoena
Die nachtaktiven Halsring-Zwergohreulen sind in den Wäldern, Mangrovenwäldern, in Küstennähe, Savannen, baumbestandenen offenen Landschaften, Felshängen, in Parks, in
Höhenanlagen bis zu 2200m in Südindien, Sri Lanka in der Unterart Otus bakkamoena bakkamoena, in Indien und „Südwestbengal“ (Bengal: Gebiet zwischen Ostbangladesh und Westindien) in der Unterart Otus
bakkamoena marathae, in Nordwestindien in der Unterart Otus bakkamoena gangeticus und in Südostiran und Südpakistan in der Unterart Otus bakkamoena deserticolor. Die Halsring-Zwergohreulen sind
ausserhalb der Brutzeit auch in kleinen Gruppen anzutreffen.
Die Oberseite ist graubraun bis sandockerfarben grundgefiedert und weiss-schwarz gemustert. Der Oberkopf enthält zusätzlich dunkelbraune Flecken. Das Gesicht ist weissgrau. Die Augenbrauen
sind weiss bis hellbraun. Besonders fällt der Halsring und die grossen Federohren auf. Die Iris variiert zwischen rötlich, braun, rotbraun bis dunkelbraun. Die Unterseite ist hellgraubraun bis sandockerfarben
grundgefiedert und mit schwachen dunkelbraunen Längsstreifen versehen.Die Beine sind befiedert. Die ganze Eule ist zwischen 19 – 23 cm gross. Das Männchen ist kleiner als das Weibchen.
Zur Nahrung zählen kleine Vögel, kleine Säugetier, Insekten (wie z.B. Käfer).
Das Weibchen legt die 2 – 4 weissen Eier im Abstand von 2 bis 5 Tagen in abgestorbene Bäume, Baumhöhlen, verlassene
Greifvogelnester oder auf den Boden. Anschliessend brütet das Weibchen die Eier allein in 26 Tagen aus. Das Männchen jagt während dieser Zeit. Sobald das Männchen mit der Beute kommt, fliegt ihm das Weibchen
entgegen, um die Beute entgegen zu nehmen. Beide Elternvögel füttern die Jungvögel. Die Erstzucht gelang 1943 dem Zoologischen Garten Dehiwela (Sri Lanka).
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Mit freundlicher Genehmigung von Gunnar Boldhaus, www.boldhaus.info , konnte dieses Foto verwendet werden.
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03. Rajah-Eule oder Java-Ohreule(?) oder Radschaeule oder Radscha-Zwergohreule lat. Otus brookii
Die nachtaktiven und seltenen Rajah-Eulen leben in den Wäldern, Parks, sogar in menschlichen Gegenden, in den subtropischen Gebirgswäldern, in Höhen bis zu 2500m, in
Nordwestborneo in der Unterart Otus brookii brookii und auf Sumatra in der Unterart Otus brookii solokensis.
Das Gesicht ist rot bis rotbraun gefiedert. Dieses teilt ein weisses „X“, wobei die oberen Enden des „X“ zu Federohren werden. Die Rückseite der Federohren ist rot
bis rotbraun. Der Hinterkopf und die Oberseite sind dunkelbraun gefiedert und mit braunen Binden versehen. Der Schnabel ist gelb. Die Augen sind gelb und die Pupille ist schwarz. Die Untererseite (dunkle
Federschaftstriche?), die kaum zu beschreiben ist, jedoch wunderschön oder einzigartig gemustert ist, enthält die Farben schwarz, braun, rotbraun und weiss. Die Grösse beträgt ca. 25 cm. Die Beine
sind weiss gefiedert.
Zur Nahrung zählen kleine Vögel.
Das Nest befindet sich in Baumhöhlen in Palmen oder in Häuserspalten. Das Weibchen legt ihre 2 – 3 Eier in diese und brütet sie allein in ca. 26 Tagen aus. Das Männchen
füttert währenddessen das Weibchen.
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04. Rötliche Zwergohreule oder Sumatra-Eule oder Röteleule oder Gelbschnabelzwergohreule oder Sumatraohreule lat. Otus rufescens
Die nachtaktiven Rötlichen Zwergohreulen sind in den Wäldern, den Regenwäldern, vom Tiefland bis ins Gebirge in Höhen bis zu 1300m, in Sumatra. Borneo, Java in der
Unterart Otus rufescens rufescens und in Malaysia, Thailand in der Unterart Otus rufescens malayensis verbreitet.
Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefiedert. Auf dieser befinden sich kleine blassrötliche Dreiecke. Die ganze Oberseite schimmert rötlich. Die Unterseite ist
gelbbraun über orangebraun bis gelbbraunrötlich gefiedert und mit einigen wenigen vereinzelten dunkelbraunen Tupfern versehen. Die Augen sind leuchtend gelb bis orangegelb mit braun bis schwarzer
Pupille. Die Grösse beträgt zwischen 15 bis 18 cm. Der Schnabel ist blassgelb bis gelb.
Zur Nahrung zählen Insekten, Käfer, kleine Echsen und Falter.
Das Nest befindet sich in einer Baumhöhle. Das Weibchen legt 2 – 6 weisse Eier dort hinein und brütet die Eier in ca. 26 Tagen aus. Beide Elternteile füttern die jungen
Eulen bis sie flügge sind.
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05. Sumatra-Zwergohreule oder Sunda-Zwergohreule lat. Otus lempiji (früher: Otus liempitschi)
Die Sunda-Zwergohreule ist in den lichten Wäldern, Sekundärwäldern, Plantagen, im Unterwuchs von Wäldern, Parkanlagen, Gärten, in Höhen bis zu 2400m, in Malaysia, Sumatra,
Bangka, Belitung, Borneo, Java, Natuna in der Unterart Otus lempiji lempiji, auf Pulau Padang in der Unterart Otus lempiji hypnodes, auf Kangean in der Unterart Otus lempiji kangeana und in Sarawak in der Unterart Otus lempiji lemurum verbreitet.
Zur Nahrung zählen kleine Vögel und Insekten.
Das Weibchen legt 2-3 Eier in ein Baumhöhlennest, welches die Sunda-Zwergohreule aus Pflanzenfasern baut.
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06. Blasse Zwergohreule oder Streifen-Zwergohreule oder Streifenohreule lat. Otus brucei
Die nachtaktiven Blassen Zwergohreulen leben in flussbegleitenden Wäldern, Parks und Kulturlandschaften mit Bäumen und (dichten) Büschen, in Höhen bis zu 1500m, in Südiran,
Südafghanistan und Westpakistan in der Unterart Otus brucei exiguus, in Südzentraltürkei, Nordsyrien, Nordirak, Usbekistan, Nordafghanistan in der Unterart Otus brucei obsoletus, in
Südtadschikistan, Ostafghanistan, Nordpakistan, Westchina in der Unterart Otus brucei semenowi und in Zentralasien, in Tadschikistan, Kirgisistan in der Unterart Otus brucei brucei.
Die Blasse Zwergohreule hat ein graues bis rahmgraues bis hellrahmisabellfarbenes Gefieder. Es soll auch gelbliche Variationen geben. Die Augen sind gelb. Federohren sind vorhanden. Die
Oberseite ist zusätzlich dunkel gestrichelt. Die Grösse beträgt 20 bis 21 cm.
Zur Nahrung zählen Insekten, kleine Vögel und kleine Säugetiere.
Das Weibchen legt die 4 bis 6 weissen Eier in eine
Baumhöhle oder in ein verlassenes Elstern-Nest und brütet sie dort aus.
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07. Orient-Zwergohreule oder Südasiatische Zwergohreule oder Östliche Zwergohreule lat. Otus sunia
Die Orient-Zwergohreulen sind in Süd- und Südostasien, in den offenen und halboffenen Landschaften und Savannen, bewaldeten Flüssen in 6 Unterarten in Pakistan, Nepal,
Bhutan, Bangladesh, Assam, China, Korea, Russland (Mandschurei, Amurgebiet, Ussurigebiet), Indien, Burma, Thailand, Malaysia, Sri Lanka und Japan verbreitet. Als Überwinterungsgebiet ziehen
die Orient-Zwergohreulen nach Südostchina und Taiwan.
Das Gefieder ist insgesamt gräulich grundgefiedert. Die Oberseite ist zusätzlich mit dunkelbraunen kurzen Längsstreifen und die Unterseite ist zusätzlich mit dunkelbraunen Flecken versehen.
Die Orient-Zwergohreule besitzt Federohren. Das Gesicht ist gräulich. Auf dem gräulichen Schwanz befinden sich hellbraune Binden. Die Grösse beträgt 16 bis 21 cm.
Zur Nahrung zählen Insekten und kleine Wirbeltiere.
Dieses Foto der Orient-Zwergohreule wurde im Naturkundemuseum Erfurt aufgrund der Sonderausstellung „Eulen und Käuze“ zum 200. Geburtstag von Charles Darwin aufgenommen.
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08. Manadoeule oder Celebes-Zwergohreule oder Celebesohreule oder Manado-Zwergohreule lat. Otus manadensis
Die Manado-Zwergohreulen sind in den feuchten Wäldern in Höhen bis zu 2500m in Sulawesi in der Unterart Otus manadensis manadensis und in Peleng in der Unterart Otus manadensis mendeni verbreitet.
Das Gefieder ist rindenfarben, wobei die Oberseite und die Schwanzoberseite sienabraun grundgefiedert sind und die Vorderseite braungeld grundgefiedert. Die Musterung ist
rindenartig. Zwischen den Augen ist das braun heller. Die Grösse beträgt 19 bis 23 cm. Von der Manado-Zwergohreule existiert noch eine rote Farbvariante.
Zur Nahrung zählen Insekten und kleine Wirbeltiere.
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Mit freundlicher Genehmigung von Willy Brüchle wurde das Foto der Manado-Zwergohreule verwendet. Das Foto wurde im Tangkoko-Nationalpark auf Sulawesi aufgenommen.
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