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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 4: Falken, lat. Falconidae
Unterfamilie Falken, lat. Falconinae
zu dieser Unterfamilie gehören die Gattungen: Polihierax (Halsband-Zwergfalken), Microhierax (eigentliche Zwergfalken oder Echtzwergfalken), Falco (Falken)

11. Australfalke oder Russfalke oder Schwarzfalke, lat. Falco subniger
12. Fledermausfalke oder Eilfalke, lat. Falco rufigularis
13. PrÀriefalke, lat. Falco mexicanus
14. Gerfalke oder Gerfalk oder Jagdfalke, lat. Falco rusticolus
15. Baumfalke, lat. Falco subbuteo
16. Eleonorenfalke, lat. Falco eleonorae
17. Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalke, lat. Falco punctatus
18. Graufalke oder Grauturmfalke, lat. Falco ardosiaceus
19. Aplomadofalk(e), lat. Falco femoralis (frĂŒher: Falco fuscocaerulescens)
20. Rötelfalke, lat. Falco naumanni

 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen AusfĂŒhrungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, VervielfĂ€ltigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, VervielfĂ€ltigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen AusfĂŒhrungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.

11. Australfalke oder Russfalke oder Schwarzfalke
lat. Falco subniger

Die Australfalken sind im Flachland, in den offenen WÀldern, den Busch- und Waldsavannen und trockenen Gebieten, in Höhen bis zu 1000m in Australien (Mittel- und Ostaustralien) verbreitet.

Das Gefieder ist schwarzbraun bis russschwarz bis dunkelbraun. Das weisse Kinn und die Ohrdecken haben eine schwarze Zeichnung. Die Schwanzspitze ist hell. Die Augen sind dunkelbraun. Der Schnabel ist dunkelblaugrau. Die Beine sind kurz. Das Weibchen ist grösser als das MĂ€nnchen. Die Grösse des Australfalken liegt zwischen ca. 43 und 56 cm. MĂ€nnchen und Weibchen wiegen ĂŒber ein halbes kg.

Zur Nahrung zÀhlen kleine Vögel (z.B. Wachteln) und kleine SÀugetiere (z.B. Kaninchen).

Das Weibchen legt die 2 - 4 ockergelben mit rotbraunen Flecken versehenen Eier in ein verlassenes Greifvogel- oder KrĂ€hennest. Der Australfalke lebt nur wĂ€hrend der Brutzeit im FrĂŒhjahr als Paar zusammen. Das MĂ€nnchen versorgt wĂ€hrend dieser Zeit das Weibchen und die jungen Falken mit der Nahrung.

12. Fledermausfalke oder Eilfalke
lat. Falco rufigularis

Die Fledermausfalken sind in den tropischen Regionen, den WaldrĂ€ndern, den Waldlichtungen, in Höhen bis 1700m vom sĂŒdlichen Mittelamerika (Mexiko) bis nach Nordwestargentinien in 3 Unterarten verbreitet.

Die Oberseite ist schwarz gefiedert. Der schwarze Schwanz hat weisse BĂ€nder. Der Kopf und die Wangen sind schwarz gefiedert. Die Kehle und das Kinn sind weiss bis hellbraun gefiedert. Der Kragen ist hellbraun bis orangefarben gefiedert. Die Unterseite (der Hals, die Halsseiten und oberhalb der Brust) sind weiss bis brĂ€unlichgelb gefiedert. Auf dem schwarzen Bauch befinden sich mehrere dĂŒnne weisse Querbinden. Unterhalb des Bauches sind die Unterseite und die Unterschenkel rötlichbraun bis orangefarben gefiedert. Die Grösse betrĂ€gt ca. 23 bis 31 cm.

Zur Nahrung zÀhlen FledermÀuse, kleine Vögel und Insekten.

Das Weibchen legt die 2 -3 Eier in eine Baumhöhle.

Diese Fotos wurden im Naturkundemuseum Bamberg gemacht.

13. PrÀriefalke
lat. Falco mexicanus

Die PrĂ€riefalken sind in den trockenen und offenen Landschaften, hĂŒgeligen GelĂ€nde, BergwĂ€ldern, in Höhen bis 3700m, HalbwĂŒsten mit Klippen, WĂŒsten, PrĂ€rien, an den KĂŒsten in Nordamerika, im SĂŒdwesten Kanadas, im Westen der USA bis Nordmexiko verbreitet. Die PrĂ€riefalken sind durch Pestizide bedroht.

Die Oberseite, beginnend vom Oberkopf ist braun bis dunkelbraun gefiedert. Der Nacken ist brĂ€unlich und mit schwarzen Streifen versehen. Die Wangen sind hellbraun. Die Stirn und die Kehle sind weiss. Ein schwarzer Bartstreif ist vorhanden. Die Augen sind mattbraun. Über dem Auge befindet sich ein weisser Streifen. Der Schwanz ist braun. Die Unterseite ist cremefarben bis hellgelblichweiss grundgefiedert und mit kurzen braunen bis dunkelbraunen LĂ€ngsstreifen versehen. Der PrĂ€riefalke ist ca. 35 bis 48 cm gross. Es gibt auch sehr helle Vertreter dieser Art.

Zur Nahrung zÀhlen kleine SÀugetiere, kleine Vögel und Reptilien.

Das Weibchen legt die 3 bis 5 Eier in ein Loch oder in ein verlassenes Greifvogel- oder KrĂ€hennest und brĂŒtet sie dann in der Regel allein aus.

Diese Fotos wurden im Greifvogelpark Saarburg gemacht.

14. Gerfalke oder Gerfalk oder Jagdfalke
lat. Falco rusticolus

Der Gerfalke, der krĂ€ftigste Falke, lebt in den offenen Gebieten der Tundren und Heiden, den FelskĂŒsten der Arktis und Subarktis, oberhalb der Baumgrenze, in Höhen bis 1500m, in den felsigen Tundren, steinigen MeereskĂŒsten, im hohen Norden der Kontinente Europa, Asien und Nordamerika als reviertreuer Standvogel. Nur ganz wenige Ausnahmen ziehen im Winter sĂŒdwĂ€rts in den Norden der USA, nach Zentraleuropa und nach SĂŒdzentral- und SĂŒdostrussland. Der Gerfalke ist der Falke, der im Mittelalter die grösste Bedeutung bezugnehmend der Jagd hatte. Der Bestand der Gerfalken betrĂ€gt 1.100 Paare.

Der Gerfalke existiert in 3 Farbvariationen, einer weissen, einer grauen und einer dunklen Variante. Die weisse Variante hat eine weisse Unterseite und auf der weiss grundgefiederten Oberseite sind braune Flecken vorhanden. Die graue Variante ist auf der Oberseite grau gefiedert und auf der weiss grundgefiederten Unterseite mit grauen Flecken versehen. Die dunkle Variante ist auf der Oberseite graubraun bis dunkelgrau bis schiefergrau gefiedert und auf der Unterseite weiss grundgefiedert und mit graubraunen bis dunkelgrauen bis schiefergrauen Flecken gemustert. Es gibt jedoch auch bald vollstĂ€ndig graubraun bis dunkelgrau bis schiefergrau Vertreter der dunklen Variante. Die FlĂŒgel sind spitz und breit. Die Iris ist dunkelbraun. Die LĂ€ufe sind gelb. Der schmale Schwanz ist hellgrau gefiedert. Weibchen und MĂ€nnchen sind gleich gefiedert, wobei das Weibchen grösser ist als das MĂ€nnchen. Die Grösse betrĂ€gt zwischen 50 – 63 cm.

Zur Nahrung zĂ€hlen kleine bis mittelgrosse Vögel, (wie Enten, Drosseln, Taucher, BirkhĂŒhner, AuerhĂŒhner, Eulen und Möwen), kleine SĂ€ugetiere, (wie MĂ€use, Eichhörnchen, Lemminge und Hasen). Bei den Verfolgungen fliegt der Gerfalke bis zu 360 km/h schnell.

Das Weibchen legt die 3 – 7 brĂ€unlichen Eier im Abstand von 2 – 3 Tagen von April bis Mai in eine Felsnische oder in ein verlassenes Greifvogelnest. Dort brĂŒtet dann das Weibchen -ĂŒber dem 80. Breitengrad- die Eier in 27 – 36 Tagen aus. Das MĂ€nnchen schafft das Futter heran, zuerst nur fĂŒr das Weibchen und spĂ€ter auch fĂŒr die jungen Gerfalken mit. Das Weibchen beteiligt sich erst spĂ€ter bei der Futterbeschaffung. FlĂŒgge sind die Jungvögel in 45 – 56 Tagen. Betreut werden die zum Teil braun bis dunkelgrau gefiederten und mit Flecken gemusterten jungen Gerfalken noch einen Monat. Geschlechtsreif werden die Gerfalken mit 2 Jahren. Die Gerfalken brĂŒten bei Nahrungsmangel nicht. In Gefangenschaft werden die Gerfalken bis zu 19 Jahre alt.

Über den Zugang zur Augustusburg fotografierte ich in den SĂ€chsischen Jagdfalkenhof Schloss Augustusburg (erste zwei linke Fotos), die folgenden machte ich in der Falknerei / Wildpark Potzberg (folgende zwei). Die Fotos auf der mittleren Spalte wurden im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten (erst zwei Fotos) und im Greifvogelgehege Bispingen (folgende zwei) gemacht. Die Fotos auf der rechten Spalte wurden in der Falknerei Oberfrauenau (bei Zwiesel; zwei Fotos), im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg (folgendes Foto) und in der Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm (folgendes Bild) gemacht. Die unteren Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

Dieses Foto wurde im Naumann-Museum in Köthen aufgenommen. Im Naumann-Museum mit F. Candicans bezeichnet. Candicans steht fĂŒr die helle Farbvariante in Grönland.

Dieses Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg gemacht. Im Naturkundemuseum Bamberg als Hierofalco norvegicus („Norwegischer Jagdfalke“) bezeichnet. "norvegicus" steht möglicherweise nur fĂŒr das Land, wo der Falke gefangen wurde. Im Buch von Weick: “Die Greifvögel der Welt” wird von Hierofalco auf Falco verwiesen.

15. Baumfalke
lat. Falco subbuteo

Die Baumfalken sind in den Buschvegetationen, Savannen, offenen und bewaldeten  Landschaften, in Höhen bis 4000m, lichten WĂ€ldern, SĂŒmpfen, trockenen WĂ€ldern und gewĂ€sserreichen Gebieten in der Unterart Falco subbuteo subbuteo in Europa (Portugal), Nordafrika bis nach Zentralasien bis nach Nordindien, Ostchina und in der Unterart Falco subbuteo streichi in Nordostmyanmar, Nordindochina und SĂŒdostchina verbreitet. Diese Zugvögel wandern Ende September ĂŒber den Winter nach Ost- und SĂŒdafrika und kommen Anfang April wieder. In Deutschland wurden rund 2.900 Brutpaare gezĂ€hlt. Der Baumfalke ist im Bestand stark gefĂ€hrdet. Die natĂŒrlichen Feinde -eher des Nachwuchses- sind Baummarder, KrĂ€hen, Habichte und MĂ€usebussarde. Mehr Schaden entsteht durch die Menschen (Vergiftung und Verfolgung).

Der Kopf, die Oberseite und die FlĂŒgel sind schwarz bis schiefergrau gefiedert. Der Hals und die Wangen sind weiss gefiedert. Die Unterseite ist weiss grundgefiedert und mit vielen schiefergrau bis schwarzen kleinen LĂ€ngsstreifen versehen. Die FlĂŒgel sind lang. Die Unterschenkel sind hellrot bis rostbraun gefiedert. Auch der typisch schiefergrau bis schwarze Bartstreif ist vorhanden. Der Schnabel ist schwarz. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz. Die Weibchen sind grösser als die MĂ€nnchen. Die Grösse betrĂ€gt zwischen 28 bis 36 cm. Der Schwanz ist kurz. Der Baumfalke fliegt bis zu 250 km/h schnell.

Zur Nahrung zĂ€hlen vorzugsweise kleine Vögel (, wie beispielsweise Finken, Sperlinge, Lerchen) und in Ausnahmen auch Insekten (KĂ€fer, Schnaken, Ameisen). Im Winterquartier werden FledermĂ€use und Termiten gefressen. Andere Untersuchungen ergaben, dass die HĂ€lfte der Nahrung aus Insekten (Libellen, Schmetterlingen, Bienen und Wespen) und Termiten besteht. Mitunter kommt es vor, dass mehrere Baumfalken gemeinsam jagen. Die Nahrung wird in der Regel im Flug erbeutet. Bei den Insekten werden im Flug die FlĂŒgel entfernt bevor sie im Flug gefressen werden.

Die Baumfalken fĂŒhren die BalzflĂŒge nach der RĂŒckkehr aus dem Winterquartier im April bis Mai durch. Das Baumfalken-MĂ€nnchen stösst dabei im Gleitflug auf das Weibchen zu und steigt dann wieder in die Höhe, was es dann auch wiederholt. Das MĂ€nnchen ĂŒbergibt zur Balz dem Weibchen BeutestĂŒcke als "Geschenk". Von diesen BeutestĂŒcken hat das MĂ€nnchen zum Teil dann auch schon gefressen. Die Baumfalken sind stimmlich aktiv. Die Begattung dauert ca. 11 Sekunden.

Das Weibchen legt ihre ca. 24 g leichten 1 - 4 gelblichweiss bis hellgelbbraunen mit rotbraunen Flecken versehenen Eier in ein verlassenes 12 bis 20 m hohes Baumnest im Zeitraum Mai bis Juni. Als Nest wird oft ein verlassenes Greifvogel-, Elstern-, KrĂ€hen- oder Reihernest verwendet. Dort brĂŒtet dann auch das Weibchen die Eier zum grössten Teil allein in 28 bis 32 Tagen aus. Das MĂ€nnchen beschafft wĂ€hrenddessen die Nahrung. FlĂŒgge sind die jungen Baumfalken mit 28 bis 34 Tagen. Die Jungvögel haben noch keine hellrot bis rostbraun gefiederten Unterschenkel. Ca. 30 bis 40 Tage werden die jungen Baumfalken nach dem FlĂŒgge werden weiter von den Eltern betreut. Geschlechtsreif werden die Jungfalken im ersten Lebensjahr. Beide Elternteile fĂŒhren eine Dauerehe. Ein Höchstalter von 15 Jahren konnte festgestellt werden.

Die nachfolgenden Fotos wurden im Greifvogelpark Buchs gemacht.

Die nachfolgenden Fotos wurden im Greifvogelgehege Bispingen (links, mitte) und im Zoologischen Museum Göttingen (rechts) gemacht.

Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

16. Eleonorenfalke
lat. Falco eleonorae

Der Eleonorenfalke lebt auf den Kanarischen Inseln bis in den Mittelmeerraum so auch in Marokko, Spanien, Italien, Kroatien, Kreta, Zypern, Tunesien und Algerien. Der grösste Bestand (ca. 80%) ist auf den ca. 8.000 griechischen (auch baumlosen) felsigen Inseln, den KĂŒstengebirgen, in Höhen bis zu 3000m, in der ÄgĂ€is zwischen dem griechischen und tĂŒrkischen Festland anzutreffen. Der Weltbestand wird mit 12.000 bis 15.000 Paaren angegeben. Als Zugvögel verbringen sie die Zeitspanne November bis April auf Madagaskar, den umliegenden Inseln und in Ostafrika. Nur sehr wenige der Eleonorenfalken sind Standvögel. Die grösste Gefahr geht von den Ratten aus, die die Eier und die Jungvögel fressen. Aber auch durch menschliche Störungen, die ein verlassen der Elternvögel vom Nestes bewirken (und Pestizide) sind fĂŒr den Eleonorenfalken schĂ€dlich.

Der Gefieder ist auf der Oberseite, den FlĂŒgeln und dem Hinterkopf schwarzbraun bis schwarz. Die Vorderseite ist weissgelb bis gelbbraun grundgefiedert und enthĂ€lt kurze dunkelbraune LĂ€ngsstreifen. Bei den Unterschenkeln kann sich die Grundfiederung bis ins rotbraune verĂ€ndern. Nur der Kehlkopf und die Wangen sind ohne die dunkelbraunen LĂ€ngsstreifen versehen. Neben der hellen Variation (die in grösserer Anzahl auftritt) gibt es eine dunkle Variante, die ca. 20 % des Bestandes ausmacht. Diese dunkle Variante hat eine schiefergraue bis schwarze Oberseite und eine graubraune Unterseite. Das VerhĂ€ltnis zwischen heller und dunkler Variante wird auch (je Verbreitungsgebiet) mit 70 : 30 und in der ÄgĂ€is mit 90 : 10 angegeben. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarzbraun bis schwarz. Die Grösse betrĂ€gt ca. 33 bis 42 cm. Die Weibchen sind grösser als die MĂ€nnchen.

Zur Nahrung zĂ€hlen kleine Vögel (wie Sperlinge), kleine SĂ€ugetiere (wie FledermĂ€use), Eidechsen, Heuschrecken, Insekten und KĂ€fer. Über 100 verschiedene Vogelarten, die im Herbst zur Hauptbrutzeit zur Überwinterung von Europa nach Afrika ziehen, ĂŒberfliegen dabei das Hauptbrutgebiet und zĂ€hlen so zum Beutespektrum. Die Eleonorenfalken jagen oft in Gruppen von 10 bis zu 20 Vögeln.

Das Nest befindet sich an MeereskĂŒsten, in Felsnischen oder Felshöhlen oder am Boden unter einem Strauch. Diese Falkenart brĂŒtet in Kolonien von 5 bis 200 Paaren. Das Weibchen legt die 1 – 7 (eher dazwischen) weissen bis rötlichweissen Eier, die mit gelben, hellbraunen bis rötlichbraun Flecken versehen sind, im Zeitraum Juli bis August. Das Weibchen brĂŒtet die Eier in 28 bis 33 Tagen grösstenteils allein aus. FlĂŒgge sind die heller gefiederten Jungvögel in (28?) 35 bis 40 Tagen. Geschlechtsreif sind die Jungvögel mit 2 Jahren.

Die oberen Fotos wurden im Tiergarten NĂŒrnberg (Sonderausstellung: Links, Mitte) und im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt: rechts oben) und im Naturkundemuseum Augsburg (rechts unten) gemacht. die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Heimattierpark Riesa gemacht.

Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

17. Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalke
lat. Falco punctatus

Der Mauritius-Turmfalke ist in den Schluchten, in Höhen bis 800m, Felsen und WĂ€ldern auf der Insel Mauritius verbreitet. Über den Bestand, der kurz vor der Ausrottung stand, findet man in der Literatur verschiedene Angaben von „10 Vögeln“, „10 bis 15 einzelne Exemplare“ oder „20 einzelne Exemplare“. Andererseits soll im Jahre 1974 der Bestand noch ganze 6 Exemplare betragen haben. Bis auf 4 Exemplare sank der Gesamtbestand in freier Wildbahn. Erst dann begann man mit Zuchtmassnahmen, die zu 300 Exemplaren, wobei mindestens 60 Paare darunter sind, fĂŒhrten. Bedroht wird der Mauritius-Turmfalke vor allem von der Waldzerstörung auf der Insel, durch Pestizide, aber auch durch Eingewilderte Katzen.

Die Unterseite ist weiss bis weisslich (kann aber auch bis rötlichbraun) grundgefiedert und mit schwarzen und rotbraunen Tupfern versehen sein, die am kleinsten auf der Brust und am grössten auf dem Bauch sind. Der Scheitel, der Nacken und die Oberseite sind rötlichbraun bis rotbraun grundgefiedert und mit dunklen bis schwarzen BĂ€ndern versehen. Das Gesicht ist hellrotbraun bis hellrötlichbraun grundgefiedert und fein schwarz gestreift. Auf dem rotbraunen bis rötlichbraunen Schwanz sind 6 oder 7 schwarze BĂ€nder vorhanden. Die Augen sind dunkelbraun. Die Grösse betrĂ€gt 28 bis 33 cm. MĂ€nnchen und Weibchen sind gleich gefiedert.

Zur Nahrung zÀhlen grosse Insekten, kleine Vögel und Reptilien (Echsen, Baumgeckos).

Das Nest befindet sich in einer Baumhöhle oder in Felsnischen. Das Weibchen legt ihre 3 bis 4 brĂ€unlich gefleckten Eier dort hinein. Die geschlĂŒpften Jungvögel werden in ca. 30 Tagen flĂŒgge.

Diese Fotos wurden im Vogelkundemuseum Heineanum aufgenommen.

18. Graufalke oder Grauturmfalke
lat. Falco ardosiaceus

Die Graufalken leben in den Savannen, Palmsavannen, lichten WĂ€ldern, an flussnahen BĂ€umen, in den RĂ€ndern des tropischen Regenwaldes Afrikas, in Westafrika bis WestĂ€thiopien, Westkenia, Westtansania, Angola, im SĂŒden der DR Kongo bis Nordnamibia.

Das Gefieder ist grau bis schiefergrau bis blaugrau grundgefiedert und mit dunklen bis schwarzen sehr feinen LÀngsstrichen gemustert. Die Kehle und der Vorderhals sind hellgrau. Der graue Schwanz ist zum Teil dunkelgrau bis schwarz gestreift. Die Grösse betrÀgt ca. 37 cm. Die gelb umrandeten Augen sind braun bis dunkelbraun bis schwarz.

Zur Nahrung zÀhlen kleine SÀugetiere (bis zu FledermÀusen), Reptilien und Insekten.

Das Nest baut der Schieferfalke auf hohen BÀumen oder in Baumhöhlen. Auch die Nester der Schattenvögel, die kugelförmige Nester haben, werden benutzt.

Mit freundlicher Genehmigung von Elvira Wolfer, www.bushtrucker.ch konnte das Foto eines Graufalken (aufgenommen in der Masai Mara) verwendet werden.

19. Aplomadofalk(e)
lat. Falco femoralis (frĂŒher: Falco fuscocaerulescens)

Die Aplomadofalken sind in den tropischen und trockenen Gebieten, Buschsavannen, Savannen, offenen WĂ€ldern mit lichten Baumbestand, Graslandschaften, in Höhen bis 4600m in der Unterart Falco femoralis septentrionalis im sĂŒdlichen Teil der USA und Mexiko, in der Unterart Falco femoralis femoralis in Mittel- und SĂŒdamerika und in der Unterart Falco femoralis pichinchae in Kolumbien bis Chile verbreitet. "Angezogen" werden die Aplomadofalken durch WaldbrĂ€nde. Als Zugvögel ĂŒberwintern die nördlicheren Vertreter im SĂŒden und die sĂŒdlichsten Vertreter ĂŒberwintern im Norden, so das alle im oder ĂŒber den Winter "zusammenrĂŒcken". Im Jahre 1950 wurde das letzte brĂŒtende Paar im Gebiet New Mexiko und Texas gesichtet. Es gibt Projekte zur WiedereinbĂŒrgerung in Texas und New Mexiko.

Die Oberseite ist blaugrau bis blĂ€ulichgrau bis schiefergrau bis grau gefiedert. Der lange blaugraue lange Schwanz hat viele weisse dĂŒnne Querbinden und eine weisse Spitze. Der Oberkopf ist blaugrau. Das gelblichbraune bis dunkelrötlichbraune Auge ist gelb umrahmt. Von den Augen aus ĂŒber den Hinterkopf ist ein rotes Band (oder ein roter Streifen), der den blaugrauen Oberkopf mit dem blaugrau bis schwarzen Hinterkopf teilt. Dieses Band um den Hinterkopf (genau genommen mit eine Unterbrechung am Hinterkopf) kann je Unterart auch cremefarben sein. Auf den Gesichtsseiten befindet sich jeweils ein schwarzer Wangenstreifen. Die Kehle ist weiss bis hellbrĂ€unlichgelb. Das Gefieder wird vom Hals bis zur Brust cremefarben bis gelblichorange. Die Unterseite ist hellbrĂ€ulichgelb bis rostrot gefiedert. Nur die Körperseiten sind schwarz gefiedert und mit weissen Querstreifen versehen. Die Unterschenkel und die Unterschwanzseite sind bis zu blassrot gefiedert. Der Aplomadofalke ist 33 bis 45 cm gross. Das Weibchen ist grösser als das MĂ€nnchen.

Die braune Variante hat eine weisse Unterseite mit schwarzer BĂ€nderung.

Zur Nahrung zÀhlen kleine Vögel (Papageien, Tauben, Kolibris), kleine SÀugetiere (Nager), Schlangen, Reptilien (Eidechsen), Insekten und Fische.

Als Nest dient ein verlassenes KrÀhen- oder Greifvogelnest. Das Weibchen legt ihre 2 bis 4 weissen mit einer rötlichbraunen Zeichnung versehenen Eier in Chile im November, in Tridad im April und bei den nördlichen Vertretern im Zeitraum MÀrz bis Juni.

Die Fotos wurden im Greifvogelpark Buchs gemacht.

20. Rötelfalke
lat. Falco naumanni

Die Rötelfalken leben in den offenen trockenen Gebieten und warmen Gegenden, in Höhen bis 1000m, Kulturlandschaften, Waldsteppen, Steppen und WĂŒsten Portugals, Spaniens und Nordwestafrikas, ostwĂ€rts ĂŒber SĂŒdeuropa bis in die Nordmongolei und China. Als Zugvogel ziehen die Rötelfalken im September in die Savannen sĂŒdlich der Sahara nach Ost- und SĂŒdafrika und kommen im MĂ€rz bis April zurĂŒck. Der Bestand wird im Jahre 2003 mit einer Spanne von 27.000 bis 57.000 Paaren angegeben.

Das MĂ€nnchen ist rotbraun bis rötlichbraun auf dem RĂŒcken und den Schultern. Die Brust und der obere Teil des Bauches sind brĂ€unlichgelb bis goldgelbbraun grundgefiedert und mit einigen dunkelbraunen bis schwarzen Flecken versehen und danach wird die Unterseite hellbrĂ€unlichgelb bis grau. Die FlĂŒgel sind blaugrau mit einem Anteil von rotbraun bis rötlichbraun. Die FlĂŒgelspitzen sind brĂ€unlichschwarz. Der lange Schwanz des MĂ€nnchens hat am Ende eine schwarze Endbinde, wobei jedoch die Spitze selbst weiss ist. Das MĂ€nnchen wiegt 92 bis 172 g.

Das Weibchen ist zimtbraun bis braun und schwarz gebĂ€ndert auf RĂŒcken, Schultern und Schwanz. Der Kopf ist zusĂ€tzlich schwarz gestreift. Die FlĂŒgelunterseite und der Bauch sind etwas blasser gefĂ€rbt. Der Schwanz ist zusĂ€tzlich schwarz gebĂ€ndert. Das Weibchen wiegt 138 bis 208 g.

Die FlĂŒgelspannweite betrĂ€gt 60 - 74 cm. Die LĂ€ufe sind gelb. Die Grösse betrĂ€gt 28 - 35 cm.

Zur Nahrung zÀhlen Insekten (wie beispielsweise Heuschrecken, Grillen, KÀfer), Eidechsen und KleinsÀuger (wie beispielsweise MÀuse). WÀhrend der Aufzucht der Jungvögel werden 90% Insekten gejagt.

Der Rötelfalke brĂŒtet in der Regel in grösseren Kolonien von 4 bis 200 Paaren in Höhlen von BĂ€umen, Felsen und Mauerlöchern. Das Weibchen legt im April bis Mai ihre 3 - 8 weissen Eier, die rotbraun gefleckt sind. Das Weibchen brĂŒtet die Eier in 28 - 29 Tagen aus. Das MĂ€nnchen beteiligt sich kaum beim brĂŒten, da es die Nahrung fĂŒr das Weibchen und spĂ€ter auch fĂŒr die jungen Rötelfalken beschaffen muss. FlĂŒgge werden die jungen Rötelfalken in 26 - 28 Tagen. Anschliessend halten sich die jungen Rötelfalken noch in der NestnĂ€he fĂŒr zwei Wochen auf und werden gefĂŒttert. Geschlechtsreif sind die jungen Rötelfalken mit 1 - 2 Jahren. Es wird eine “Saisonehe” gefĂŒhrt.

Die nachfolgenden Fotos wurden im Vogelpark Walsrode (heute: Weltvogelpark) gemacht.

Die nachfolgenden Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika aufgenommen.

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