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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 4: Falken, lat. Falconidae
Unterfamilie eigentliche Falken, lat. Falconinae
zu dieser Unterfamilie gehören die Gattungen: Falco (Falken), Nesierax, Hiracidea

11. Australfalke oder Russfalke oder Schwarzfalke, lat. Falco Subniger
12. Fledermausfalke oder Eilfalke, lat. Falco Rufigularis
13. Präriefalke, lat. Falco Mexicanus
14. Gerfalke oder Gerfalk oder Jagdfalke, lat. Falco Rusticolus
15. Unterart (?): Norwegischer Jagdfalke, lat. Hierofalco Norvegicus oder Falco Norvegicus
16. Baumfalke, lat. Falco Subbuteo
17. Eleonorenfalke, lat. Falco Eleonorae
18. Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalke, lat. Falco Punctatus
19. Graufalke oder Grauturmfalke, lat. Falco Ardosiaceus
20. Aplomadofalk(e), lat. Falco Femoralis und (!) Falco Fuscocaerulescens

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” (www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_1/greifvogel___eulen_1.html) befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de, genau: www.kaiseradler.de/uber_mich___Kontakt/uber_mich___kontakt.html) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (Inhaltsverzeichnis: www.kaiseradler.de/Greifvogel___Eulen_A/greifvogel___eulen_a.html) daraus.

11. Australfalke oder Russfalke oder Schwarzfalke
lat. Falco Subniger

Der Australfalke ist im Flachland, in den offenen Wäldern, den Busch- und Waldsavannen und trockenen Gebieten Australiens (Mittel- und Ostaustralien) verbreitet.

Das Gefieder ist schwarzbraun bis russschwarz bis dunkelbraun. Das weisse Kinn und die Ohrdecken haben eine schwarze Zeichnung. Die Schwanzspitze ist hell. Die Augen sind dunkelbraun. Der Schnabel ist dunkelblaugrau. Die Beine sind kurz. Das Weibchen ist grösser als das Männchen. Die Grösse des Australfalken liegt zwischen ca. 43 und 56 cm. Männchen und Weibchen wiegen über ein halbes kg.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel (z.B. Wachteln) und kleine Säugetiere (z.B. Kaninchen).

Das Weibchen legt die 2 - 4 ockergelben mit rotbraunen Flecken versehenen Eier in ein verlassenes Greifvogel- oder Krähennest. Der Australfalke lebt nur während der Brutzeit im Frühjahr als Paar zusammen. Das Männchen versorgt während dieser Zeit das Weibchen und die jungen Falken mit der Nahrung.

12. Fledermausfalke oder Eilfalke
lat. Falco Rufigularis

Der Fledermausfalke ist in den tropischen Regionen vom südlichen Mittelamerika (Mexiko) bis nach Nordargentinien verbreitet.

Die Oberseite ist schwarz gefiedert. Der schwarze Schwanz hat weisse Bänder. Der Kopf und die Wangen sind schwarz gefiedert. Die Kehle und das Kinn sind weiss bis hellbraun gefiedert. Der Kragen ist hellbraun bis orangefarben gefiedert. Die Unterseite (der Hals, die Halsseiten und oberhalb der Brust) sind weiss bis bräunlichgelb gefiedert. Auf dem schwarzen Bauch befinden sich mehrere dünne weisse Querbinden. Unterhalb des Bauches sind die Unterseite und die Unterschenkel rötlichbraun bis orangefarben gefiedert. Die Grösse beträgt ca. 23 bis 31 cm.

Zur Nahrung zählen Fledermäuse, kleine Vögel und Insekten.

Das Weibchen legt die 2 -3 Eier in eine Baumhöhle.

Diese Fotos wurden im Naturkundemuseum Bamberg gemacht.

13. Präriefalke
lat. Falco Mexicanus

Der Präriefalke ist in den trockenen und offenen Landschaften, hügeligen Gelände, Wüsten, Prärien, Bergwäldern bis an die Küste in Nordamerikas, im Westen der USA und im Südwesten Kanadas bis Neumexikos verbreitet. Der Präriefalke ist durch Pestizide bedroht.

Die Oberseite, beginnend vom Oberkopf ist braun bis dunkelbraun gefiedert. Der Nacken ist bräunlich und mit schwarzen Streifen versehen. Die Wangen sind hellbraun. Die Stirn und die Kehle sind weiss. Ein schwarzer Bartstreif ist vorhanden. Die Augen sind mattbraun. Über dem Auge befindet sich ein weisser Streifen. Der Schwanz ist braun. Die Unterseite ist cremefarben bis hellgelblichweiss grundgefiedert und mit kurzen braunen bis dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Der Präriefalke ist ca. 35 bis 48 cm gross. Es gibt auch sehr helle Vertreter dieser Art.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, kleine Vögel und Reptilien.

Das Weibchen legt die 3 bis 5 Eier in ein Loch oder in ein verlassenes Greifvogel- oder Krähennest und brütet sie dann in der Regel allein aus.

Diese Fotos wurden im Greifvogelpark Saarburg gemacht.

14. Gerfalke oder Gerfalk oder Jagdfalke
lat. Falco Rusticolus

Der Gerfalke, der kräftigste Falke, lebt in den offenen Gebieten der Tundren und Heiden, den Felsküsten der Arktis und Subarktis, oberhalb der Baumgrenze, an den felsigen Tundren, steinigen Meeresküsten, im hohen Norden der Kontinente Europa, Asien und Nordamerika in 6 Unterarten als reviertreuer Standvogel. Nur ganz wenige Ausnahmen ziehen im Winter südwärts. Der Gerfalke ist der Falke, der im Mittelalter die grösste Bedeutung bezugnehmend der Jagd hatte. Der Bestand der Gerfalken beträgt 1.100 Paare.

Der Gerfalke existiert in 3 Farbvariationen, einer weissen, einer grauen und einer dunklen Variante. Die weisse Variante hat eine weisse Unterseite und auf der weiss grundgefiederten Oberseite sind braune Flecken vorhanden. Die graue Variante ist auf der Oberseite grau gefiedert und auf der weiss grundgefiederten Unterseite mit grauen Flecken versehen. Die dunkle Variante ist auf der Oberseite graubraun bis dunkelgrau bis schiefergrau gefiedert und auf der Unterseite weiss grundgefiedert und mit graubraunen bis dunkelgrauen bis schiefergrauen Flecken gemustert. Es gibt jedoch auch bald vollständig graubraun bis dunkelgrau bis schiefergrau Vertreter der dunklen Variante. Die Flügel sind spitz und breit. Die Iris ist dunkelbraun. Die Läufe sind gelb. Der schmale Schwanz ist hellgrau gefiedert. Weibchen und Männchen sind gleich gefiedert, wobei das Weibchen grösser ist als das Männchen. Die Grösse beträgt zwischen 50 – 63 cm.

Zur Nahrung zählen kleine bis mittelgrosse Vögel, (wie Enten, Drosseln, Taucher, Birkhühner, Auerhühner, Eulen und Möwen), kleine Säugetiere, (wie Mäuse, Eichhörnchen, Lemminge und Hasen). Bei den Verfolgungen fliegt der Gerfalke bis zu 360 km/h schnell.

Das Weibchen legt die 3 – 7 bräunlichen Eier im Abstand von 2 – 3 Tagen von April bis Mai in eine Felsnische oder in ein verlassenes Greifvogelnest. Dort brütet dann das Weibchen -über dem 80. Breitengrad- die Eier in 27 – 36 Tagen aus. Das Männchen schafft das Futter heran, zuerst nur für das Weibchen und später auch für die jungen Gerfalken mit. Das Weibchen beteiligt sich erst später bei der Futterbeschaffung. Flügge sind die Jungvögel in 45 – 56 Tagen. Betreut werden die zum Teil braun bis dunkelgrau gefiederten und mit Flecken gemusterten jungen Gerfalken noch einen Monat. Geschlechtsreif werden die Gerfalken mit 2 Jahren. Die Gerfalken brüten bei Nahrungsmangel nicht. In Gefangenschaft werden die Gerfalken bis zu 19 Jahre alt.

Über den Zugang zur Augustusburg fotografierte ich in den Sächsischen Jagdfalkenhof Schloss Augustusburg (erste zwei linke Fotos), die folgenden machte ich in der Falknerei / Wildpark Potzberg (folgende zwei). Die Fotos auf der mittleren Spalte wurden im Falkenhof auf dem Grossen Feldberg bei Schmitten (erst zwei Fotos) und im Greifvogelgehege Bispingen (folgende zwei) gemacht. Die Fotos auf der rechten Spalte wurden in der Falknerei Oberfrauenau (bei Zwiesel; zwei Fotos), im Greifvogelpark / Falknerei Konzenberg (folgendes Foto) und in der Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm (folgendes Bild) gemacht. Die unteren Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

Dieses Foto wurde im Naumann-Museum in Köthen aufgenommen. Im Naumann-Museum mit F. Candicans bezeichnet. Candicans steht für die helle Farbvariante in Grönland.

15. Unterart (?): Norwegischer Jagdfalke
lat. Hierofalco Norvegicus oder Falco Norvegicus

Die lateinische Bezeichnung Hierofalco Norvegicus ist unklar. In “Die Greifvögel der Welt” wird von Hierofalco auf Falco verwiesen. Da jedoch vom Gerfalken oder Gerfalk oder Jagdfalken, lat. Falco Rusticolus (siehe dort) keine Unterarten derzeit bekannt sind, bezieht sich möglicherweise die lateinische Bezeichnung "Norvegicus" auf das Land Norwegen, wo er gefangen wurde.

16. Baumfalke
lat. Falco Subbuteo

Der Baumfalke ist in den Buschvegetationen, Savannen, offenen und bewaldeten Landschaften, lichten Wäldern, Sümpfen, trockenen Wäldern und gewässerreichen Gebieten in Portugal und vom Nordwestafrika über Mittelasien bis zum Pazifik und von Ural bis Amur in zwei Unterarten verbreitet. Diese Zugvögel wandern Ende September über den Winter nach Ost- und Südafrika und kommen Anfang April wieder. In Deutschland wurden rund 2.900 Brutpaare gezählt. Der Baumfalke ist im Bestand stark gefährdet. Die natürlichen Feinde -eher des Nachwuchses- sind Baummarder, Krähen, Habichte und Mäusebussarde. Mehr Schaden entsteht durch die Menschen (Vergiftung und Verfolgung).

Der Kopf, die Oberseite und die Flügel sind schwarz bis schiefergrau gefiedert. Der Hals und die Wangen sind weiss gefiedert. Die Unterseite ist weiss grundgefiedert und mit vielen schiefergrau bis schwarzen kleinen Längsstreifen versehen. Die Flügel sind lang. Die Unterschenkel sind hellrot bis rostbraun gefiedert. Auch der typisch schiefergrau bis schwarze Bartstreif ist vorhanden. Der Schnabel ist schwarz. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Die Grösse beträgt zwischen 28 bis 36 cm. Der Schwanz ist kurz. Der Baumfalke fliegt bis zu 250 km/h schnell.

Zur Nahrung zählen vorzugsweise kleine Vögel (, wie beispielsweise Finken, Sperlinge, Lerchen) und in Ausnahmen auch Insekten (Käfer, Schnaken, Ameisen). Im Winterquartier werden Fledermäuse und Termiten gefressen. Andere Untersuchungen ergaben, dass die Hälfte der Nahrung aus Insekten (Libellen, Schmetterlingen, Bienen und Wespen) und Termiten besteht. Mitunter kommt es vor, dass mehrere Baumfalken gemeinsam jagen. Die Nahrung wird in der Regel im Flug erbeutet. Bei den Insekten werden im Flug die Flügel entfernt bevor sie im Flug gefressen werden.

Die Baumfalken führen die Balzflüge nach der Rückkehr aus dem Winterquartier im April bis Mai durch. Das Baumfalken-Männchen stösst dabei im Gleitflug auf das Weibchen zu und steigt dann wieder in die Höhe, was es dann auch wiederholt. Das Männchen übergibt zur Balz dem Weibchen Beutestücke als "Geschenk". Von diesen Beutestücken hat das Männchen zum Teil dann auch schon gefressen. Die Baumfalken sind stimmlich aktiv. Die Begattung dauert ca. 11 Sekunden.

Das Weibchen legt ihre ca. 24 g leichten 1 - 4 gelblichweiss mit rotbraunen Flecken versehenen Eier in ein verlassenes 12 bis 20 m hohes Baumnest im Zeitraum Mai bis Juni. Als Nest wird oft ein verlassenes Greifvogel-, Elstern-, Krähen- oder Reihernest verwendet. Dort brütet dann auch das Weibchen die Eier zum grössten Teil allein in 28 bis 32 Tagen aus. Das Männchen beschafft währenddessen die Nahrung. Flügge sind die jungen Baumfalken mit 28 bis 34 Tagen. Die Jungvögel haben noch keine hellrot bis rostbraun gefiederten Unterschenkel. Ca. 30 bis 40 Tage werden die jungen Baumfalken nach dem Flügge werden weiter von den Eltern betreut. Geschlechtsreif werden die Jungfalken im ersten Lebensjahr. Beide Elternteile führen eine Dauerehe. Ein Höchstalter von 15 Jahren konnte festgestellt werden.

Dieses Foto wurde im Naturkundemuseum Bamberg (unklare lateinische Bezeichnung; Gerfalke?!) gemacht.

Die Fotos (linke und mittlere Spalte) wurden im Greifvogelpark Buchs und die Fotos in der rechten Spalte wurden im Greifvogelgehege Bispingen (erste zwei) und im Zoologischen Museum Göttingen gemacht.

Diese Fotos wurden auf der Vogelausstellung Ornika gemacht.

17. Eleonorenfalke
lat. Falco Eleonorae

Der Eleonorenfalke lebt auf den Kanarischen Inseln bis in den Mittelmeerraum so auch in Marokko, Spanien, Italien, Kroatien, Kreta, Zypern, Tunesien und Algerien. Der grösste Bestand (ca. 80%) ist auf den ca. 8.000 griechischen (auch baumlosen) felsigen Inseln, den Küstengebirgen, in der Ägäis zwischen dem griechischen und türkischen Festland anzutreffen. Der Weltbestand wird mit 12.000 bis 15.000 Paaren angegeben. Als Zugvögel verbringen sie die Zeitspanne November bis April auf Madagaskar, den umliegenden Inseln und in Ostafrika. Nur sehr wenige der Eleonorenfalken sind Standvögel. Die grösste Gefahr geht von den Ratten aus, die die Eier und die Jungvögel fressen. Aber auch durch menschliche Störungen, die ein verlassen der Elternvögel vom Nestes bewirken (und Pestizide) sind für den Eleonorenfalken schädlich.

Der Gefieder ist auf der Oberseite, den Flügeln und dem Hinterkopf schwarzbraun bis schwarz. Die Vorderseite ist weissgelb bis gelbbraun grundgefiedert und enthält kurze dunkelbraune Längsstreifen. Bei den Unterschenkeln kann sich die Grundfiederung bis ins rotbraune verändern. Nur der Kehlkopf und die Wangen sind ohne die dunkelbraunen Längsstreifen versehen. Neben der hellen Variation (die in grösserer Anzahl auftritt) gibt es eine dunkle Variante, die ca. 20 % des Bestandes ausmacht. Diese dunkle Variante hat eine schiefergraue bis schwarze Oberseite und eine graubraune Unterseite. Das Verhältnis zwischen heller und dunkler Variante wird auch (je Verbreitungsgebiet) mit 70 : 30 und in der Ägäis mit 90 : 10 angegeben. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarzbraun bis schwarz. Die Grösse beträgt ca. 33 bis 42 cm. Die Weibchen sind grösser als die Männchen.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel (wie Sperlinge), kleine Säugetiere (wie Fledermäuse), Eidechsen, Heuschrecken, Insekten und Käfer. Über 100 verschiedene Vogelarten, die im Herbst zur Hauptbrutzeit zur Überwinterung von Europa nach Afrika ziehen, überfliegen dabei das Hauptbrutgebiet und zählen so zum Beutespektrum. Die Eleonorenfalken jagen oft in Gruppen von 10 bis zu 20 Vögeln.

Das Nest befindet sich an Meeresküsten, in Felsnischen oder Felshöhlen oder am Boden unter einem Strauch. Diese Falkenart brütet in Kolonien von 5 bis 200 Paaren. Das Weibchen legt die 1 – 7 (eher dazwischen) weissen bis rötlichweissen Eier, die mit gelben, hellbraunen bis rötlichbraun Flecken versehen sind, im Zeitraum Juli bis August. Das Weibchen brütet die Eier in 28 bis 33 Tagen grösstenteils allein aus. Flügge sind die heller gefiederten Jungvögel in (28?) 35 bis 40 Tagen. Geschlechtsreif sind die Jungvögel mit 2 Jahren.

Die oberen Fotos wurden im Tiergarten Nürnberg (Sonderausstellung: Links, Mitte) und im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt: rechts oben) und im Naturkundemuseum Augsburg (rechts unten) gemacht. die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Heimattierpark Riesa gemacht.

18. Mauritiusfalke oder Mauritius-Turmfalke
lat. Falco Punctatus

Der Mauritius-Turmfalke ist in den Schluchten, Felsen und Wäldern auf der Insel Mauritius verbreitet. Über den Bestand, der kurz vor der Ausrottung stand, findet man in der Literatur verschiedene Angaben von „10 Vögeln“, „10 bis 15 einzelne Exemplare“ oder „20 einzelne Exemplare“. Andererseits soll im Jahre 1974 der Bestand noch ganze 6 Exemplare betragen haben. Bis auf 4 Exemplare sank der Gesamtbestand in freier Wildbahn. Erst dann begann man mit Zuchtmassnahmen, die zu 300 Exemplaren, wobei mindestens 60 Paare darunter sind, führten. Bedroht wird der Mauritius-Turmfalke vor allem von der Waldzerstörung auf der Insel, durch Pestizide, aber auch durch Eingewilderte Katzen.

Die Unterseite ist weiss bis weisslich (kann aber auch bis rötlichbraun) grundgefiedert und mit schwarzen und rotbraunen Tupfern versehen sein, die am kleinsten auf der Brust und am grössten auf dem Bauch sind. Der Scheitel, der Nacken und die Oberseite sind rötlichbraun bis rotbraun grundgefiedert und mit dunklen bis schwarzen Bändern versehen. Das Gesicht ist hellrotbraun bis hellrötlichbraun grundgefiedert und fein schwarz gestreift. Auf dem rotbraunen bis rötlichbraunen Schwanz sind 6 oder 7 schwarze Bänder vorhanden. Die Augen sind dunkelbraun. Die Grösse beträgt 28 bis 33 cm. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert.

Zur Nahrung zählen grosse Insekten, kleine Vögel und Reptilien (Echsen, Baumgeckos).

Das Nest befindet sich in einer Baumhöhle oder in Felsnischen. Das Weibchen legt ihre 3 bis 4 bräunlich gefleckten Eier dort hinein. Die geschlüpften Jungvögel werden in ca. 30 Tagen flügge.

Diese Fotos wurden im Vogelkundemuseum Heineanum aufgenommen.

19. Graufalke oder Grauturmfalke
lat. Falco Ardosiaceus

Der Graufalke lebt in den Savannen, in den Rändern des tropischen Regenwaldes Afrikas, südlich der Sahara bis nach Tansania.

Das Gefieder ist grau bis schiefergrau bis blaugrau grundgefiedert und mit dunklen bis schwarzen sehr feinen Längsstrichen gemustert. Die Kehle und der Vorderhals sind hellgrau. Der graue Schwanz ist zum Teil dunkelgrau bis schwarz gestreift. Die Grösse beträgt ca. 37 cm. Die gelb umrandeten Augen sind braun bis dunkelbraun bis schwarz.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere (bis zu Fledermäusen), Reptilien und Insekten.

Das Nest baut der Schieferfalke auf hohen Bäumen oder in Baumhöhlen. Auch die Nester der Schattenvögel, die kugelförmige Nester haben, werden benutzt.

20. Aplomadofalk(e)
lat. Falco Femoralis und (!) Falco Fuscocaerulescens

Der Aplomadofalke ist in 3 Unterarten in den tropischen und trockenen Gebieten, den Buschsavannen, den Savannen, den offenen Wäldern mit lichten Baumbestand, den Graslandschaften in den USA (südlicher Teil), Mexiko, Patagonien, Kolumbien, Chile, Argentinien bis nach Feuerland verbreitet. "Angezogen" wird der Aplomadofalke durch Waldbrände. Als Zugvögel überwintern die nördlicheren Vertreter im Süden und die südlichsten Vertreter überwintern im Norden, so das alle im oder über den Winter "zusammenrücken". Im Jahre 1950 wurde das letzte brütende Paar im Gebiet Neumexiko / Texas gesichtet.

Die Oberseite ist blaugrau bis bläulichgrau bis schiefergrau bis grau gefiedert. Der lange blaugraue lange Schwanz hat viele weisse dünne Querbinden und eine weisse Spitze. Der Oberkopf ist blaugrau. Das gelblichbraune bis dunkelrötlichbraune Auge ist gelb umrahmt. Von den Augen aus über den Hinterkopf ist ein rotes Band (oder ein roter Streifen), der den blaugrauen Oberkopf mit dem blaugrau bis schwarzen Hinterkopf teilt. Dieses Band um den Hinterkopf (genau genommen mit eine Unterbrechung am Hinterkopf) kann je Unterart auch cremefarben sein. Auf den Gesichtsseiten befindet sich jeweils ein schwarzer Wangenstreifen. Die Kehle ist weiss bis hellbräunlichgelb. Das Gefieder wird vom Hals bis zur Brust cremefarben bis gelblichorange. Die Unterseite ist hellbräulichgelb bis rostrot gefiedert. Nur die Körperseiten sind schwarz gefiedert und mit weissen Querstreifen versehen. Die Unterschenkel und die Unterschwanzseite sind bis zu blassrot gefiedert. Der Aplomadofalke ist 33 bis 45 cm gross. Das Weibchen ist grösser als das Männchen.

Die braune Variante hat eine weisse Unterseite mit schwarzer Bänderung.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel (Papageien, Tauben, Kolibris), kleine Säugetiere (Nager), Schlangen, Reptilien (Eidechsen), Insekten und Fische.

Als Nest dient ein verlassenes Krähen- oder Greifvogelnest. Das Weibchen legt ihre 2 bis 4 weissen mit einer rötlichbraunen Zeichnung versehenen Eier in Chile im November, in Tridad im April und bei den nördlichen Vertretern im Zeitraum März bis Juni.

Die Fotos wurden im Greifvogelpark Buchs gemacht.