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Block 3: Ein Blick in die Artenvielfalt der Greifvögel und Eulen in Bild und Text
Familie 4: Falken, lat. Falconidae
Unterfamilie Falken, lat. Falconinae
zu dieser Unterfamilie gehören die Gattungen: Polihierax (Halsband-Zwergfalken), Microhierax (eigentliche Zwergfalken oder Echtzwergfalken), Falco (Falken)

31. Sakerfalke oder nördlicher Würgfalke oder Würgfalke, lat. Falco cherrug
32. Unterart: ?-Sakerfalke, lat. Falco cherrug cyanopus
33. Unterart: Donau-Sakerfalke, lat. Falco cherrug ?
34. Unterart: ?-Sakerfalke, lat. Falco cherrug milvipes
35. Unterart: ?-Sakerfalke, lat. Falco cherrug hendersoni
36. Altaifalke, lat. Falco altaicus (?früher: Altai-Sakerfalke, lat. Falco cherrug altaicus?)
37. Fuchsfalke oder Fuchsturmfalke, lat. Falco alopex
38. Steppenfalk oder Steppenfalke oder Afrikanischer Turmfalke oder Weissaugenfalke, lat. Falco rupicoloides
39. Madagaskarfalke oder Malegassen-Turmfalke oder Madagaskar-Turmfalke, lat. Falco newtoni
40. Graubartfalke oder Australienrüttelfalke oder Australienturmfalk, lat. Falco cenchroides

 

Um Wiederholungen bei den einzelnen Abschnitten meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen zu vermeiden, verweise ich auf das Literaturverzeichnis, das sich auf der Seite „Greifvögel / Eulen 1” befindet. Hiermit untersage ich (Jens Wolf, www.kaiseradler.de) jede weitere Verbreitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner Fotos in welcher und / oder durch welche Art und / oder Weise auch immer. Genauso untersage ich hiermit jede weitere Verarbeitung, Vervielfältigung, Verwertung meiner wissenschaftlichen Ausführungen / Ausarbeitungen oder Teilen (siehe Inhaltsverzeichnis) daraus.

31. Sakerfalke oder nördlicher Würgfalke oder Würgfalke
lat. Falco cherrug

Die Sakerfalken leben in den offenen Ebenen, Steppen, Wüsten, Höhen bis 2000 m, Waldsteppen und Berghängen Südosteuropas und Zentralasiens. Als Zugvögel ziehen die Sakerfalken über den Winter im September bis Oktober nach Südosteuropa, Ostafrika, Zentralchina, Iran bis Indien und kommen im März bis April wieder zurück. Die Sakerfalken sind an den Luftraum unter 50 m “angepasst”. Heute leben noch ca. 400 - 700 Paare. Die Unterart Falco cherrug cherrug ist in Zentraleuropa bis Südzentralsibirien und Kasachstan verbreitet.

In Weicks Buch „Die Greifvögel der Welt“ von 1980 werden 6 Unterarten beschrieben. Im 2006 erschienenen Buch „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ von Mebs und Schmitt wurden nur die Unterarten Falco cherrug cherrug und Falco cherrug milvipes anerkannt. Im 2009 erschienenen Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“ werden bereits wieder 4 Unterarten (Falco cherrug cherrug, Falco cherrug hendersoni, Falco cherrug coatsi, und Falco cherrug milvipes) als eigenständig aufgenommen.

Das Gefieder ist auf der Oberseite und den Flügeln bis einschliesslich Schwanz braun. Auf dem Schwanz sind mehrere hellbraune Binden. Die Flügelspitzen sind dunkelbraun. Die Flügel (Flügelspannweite: 104 bis 129 cm) sind lang und spitz. Der Kopf und die Unterseite sind hellcremefarben gefiedert. Unter den Augen geht jeweils ein kurzer dunkelbrauner Streifen nach unten. Die Iris ist dunkelbraun bis braun. Der Schnabel hat eine schwarze Spitze. Der Kehlkopf ist bei beiden weiss. Kurze braune Längsstreifen mustern diese Grundfärbung auf der Unterseite. Die Füsse sind gelb. Beim Männchen ist die Vorderseite brauner gefiedert. Die Grösse beträgt 46 bis 58 cm. Die Weibchen sind grösser als die Männchen. Das Männchen wiegt 0,7 kg und das Weibchen wiegt 1,0 bis 1,3 kg. Je nach Variation kann die Unterseite auch braun gefleckt gefiedert sein.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel, Säugetiere (wie beispielsweise Mäuse, Lemminge), Heuschrecken und Eidechsen.

Der Sakerfalke brütet in (verlassenen) Baumhorsten (von Saatkrähen, Kohlraben, Graureihern oder anderen Greifvögeln) in 15 bis 20 m Höhe, Felsnischen oder auf dem Boden. Ein Nest wird nicht gebaut. Die 2 - 6 rostfarben bis blassbraunen Eier, die rotbraun bis dunkelbraun gefleckt sind, werden vom Weibchen von März bis Mai gelegt. Weibchen und Männchen brüten die Eier in ca. 30 Tagen aus. Die nächsten 45 - 50 Tage werden die jungen Sakerfalken im Nest aufgezogen bis sie flügge sind. In den ersten Wochen jagt nur das Männchen. In den darauf folgenden 30 - 45 Tagen wird den Jungvögeln das Jagen beigebracht. Der Sakerfalke ist mit 2 - 3 Jahren geschlechtsreif.

Diese Fotos wurden in der Falknerei Adlerhorst aufgenommen.

Diese Fotos wurden im Zoo Kaiserslautern aufgenommen.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Rabenstein (Ahorntal / Fränkische Schweiz: Burg Rabenstein; links), in der Burgfalknerei Hohenbeilstein (mitte) und im Zoo München (vergl. 7. Leser-eMail; rechts) gemacht.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Lenggries (links), in der Falknerei Falkenstein (mitte) und im Sächsischen Jagdfalkenhof Schloss Augustusburg (rechts) gemacht.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden in der Falknerei Rabenstein (Fläming) (links), im Tierpark Hofgeismar-Sababurg (mitte) gemacht.

32. Unterart: ?-Sakerfalke
lat. Falco cherrug cyanopus

Diese Unterart des Sakerfalken, Falco cherrug (siehe dort) ist von Böhmen bis zur Wolga verbreitet. Im 2009 erschienenen Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“ wurde diese Unterart nicht als eigenständig anerkannt.

Die Unterseite, der Ober- und der Hinterkopf sind weiss grundgefiedert und mit feinen braunen kurzen Längsstreifen versehen. Die Unterseite ist zum Teil auch mit kräftigen braunen Längsstreifen versehen. Die Oberseite ist ab dem Hals braun gefiedert. Im Alter wird das Gefieder dunkelbrauner am Kopf und auf der Oberseite.

Das Weibchen legt ihre Eier in ein verlassenes Nest (eines Graureihers oder einer Saatkrähe) oder an einen Felsen.

Die oberen Fotos wurden im Bayrischen Jagdfalkenhof Schloss Tambach und die unteren Fotos in der Falknerei Schillingsfürst aufgenommen.

33. Unterart: Donau-Sakerfalke
lat. Falco cherrug ?

Der Donau-Sakerfalke, eine Unterart des Sakerfalken (siehe dort), ist an der Donau in den Ländern Österreich, Polen und Ungarn verbreitet. Im 2009 erschienenen Buch von Ferguson-Lees, Christie „Die Greifvögel der Welt“ wurde diese Unterart nicht als eigenständig anerkannt.

34. Unterart: ?-Sakerfalke
lat. Falco cherrug milvipes

Diese Unterart des Sakerfalken, Falco cherrug (siehe dort) ist in Zentralasien (Südzentralsibirien, Nordwestchina, Mongolei bis Tranbaikalien, bis zur Mandschurei) verbreitet. Als Zugvogel ist diese Unterart im Winter in Pakistan, Iran, Zentralchina und Nordwestindien anzutreffen.

35. Unterart: ?-Sakerfalke
lat. Falco cherrug hendersoni

Diese Unterart des Sakerfalken, Falco cherrug (siehe dort) ist in Pamir bis zum Himalaja, Hochplateau von Tibet, verbreitet.

Diese Fotos wurden in der Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg gemacht.

Diese Fotos wurden in der Falknerei Burg Hohenaschau gemacht.

Diese Fotos wurden in der Falknerei Burg Hohenaschau gemacht.

36. Altaifalke
lat. Falco altaicus (?früher: Altai-Sakerfalke, lat. Falco cherrug altaicus?)

Der Altaifalke ist an den Waldrändern, offenen Plateaus in Höhen bis zu 2750m in Südwestsibirien, der Nordwestmongolei, in Nordwestchina verbreitet. Im älteren Buch von Weick „Die Greifvögel der Welt“ findet man den altaicus-Typ bei der Unterart Falco cherrug milvipes (Gesamtverbreitungsgebiet: Mongolei, Südtransbaikalien, Westmanschurei). Im Zooschild „Altai-Sakerfalke, lat. Falco cherrug“ wird das Verbreitungsgebiet der Steppen und Waldsteppen der Türkei bis Nordchina angegeben.

Diese Fotos wurden in der Greifvogelpark / Falknerei Katharinenberg gemacht.

37. Fuchsfalke oder Fuchsturmfalke
lat. Falco alopex

Der Fuchsfalke lebt in den trockenen Savannen, Felswänden, in Höhen bis 2200m, Halbwüsten Afrikas, in Südmali, Elfenbeinküste bis Eritrea, Nordkenia, Nordostuganda und Westäthiopien.

Seinen Namen hat der Fuchsfalke von seinem Gefieder, denn dieses ist rot bis bräunlichrot bis fuchsrot. Mit Ausnahme von Kinn, Kehle und Wangen befinden auf dem Gefieder feine kurze schwarze Längsstreifen. Auf dem Schwanz befinden sich feine schwarze Binden. Die Unterseite ist heller grundgefiedert. Die Flügelspitzen sind schwarz. Die Augen sind hellgelbbräunlich.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere und Insekten.

38. Steppenfalk oder Steppenfalke oder Afrikanischer Turmfalke oder Weissaugenfalke
lat. Falco rupicoloides

Die Steppenfalken sind in den (offenen) Graslandschaften, Savannen, trockenen Buschlandschaften und Halbwüsten, in Höhen bis 2150m, in Südafrika in der grossen Unterart Falco rupicoloides rupicoloides in Angola, Westsambia, Westsimbabwe bis Südafrika, in der kleinen hellen Unterart Falco rupicoloides fieldi in Äthiopien, Nordwestsomalia und Eritrea und in der kleinen Unterart Falco rupicoloides arthuri in Südsudan, Norduganda, Nordtansania und Kenia verbreitet.

Das Gefieder ist hellrötlichbraun bis rötlichbraun grundgefiedert. Der Ober- und Hinterkopf sind mit kurzen dunkelbraunen bis schwärzlichen Längsstreifen (Schaftstrichen) versehen. Die Oberseite ist mit dunkelbraunen bis schwarzen Bändern versehen. Die Flügelspitzen sind schwärzlich. Die Iris bei den Altvögeln ist weiss und bei den Jungvögeln bräunlich. Der Schnabel ist schwarz. Die Kehle ist gelbbraun bis hellbräunlichrot grundgefiedert und mit schwärzlichen Schaftstrichen versehen. Die Unterseite ist bis zur Brust mit kurzen dunkelbraunen bis schwärzlichen Längsstreifen und ab der Brust mit dunkelbraunen bis schwärzlichen Querstreifchen versehen. Die Grösse beträgt 29 bis 37 cm. Der hellgraue bis graue Schwanz enthält schwarze Querbinden. Die Schwanzspitze ist weiss.

Das Weibchen legt 3-5 Eier in ein verlassenes Nest.

Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Sohns, www.sohns-wildlife.de , wurde das linke Foto verwendet.

Mit freundlicher Genehmigung von Sylvia Urbaniak, www.greifvogelhilfe-mg.de, wurde das obere Foto (Ausschnitt) verwendet.

zur Unterart Falco rupicoloides arthuri

Mit freundlicher Genehmigung von Elvira Wolfer, www.bushtrucker.ch konnten die Fotos der Unterart arthuri des Steppenfalken (links: aufgenommen: im Lewa Conservancy und rechtes aufgenommen: in der Serengeti) verwendet werden.

39. Madagaskarfalke oder Malegassen-Turmfalke oder Madagaskar-Turmfalke
lat. Falco newtoni

 Die Madagaskarfalken sind an den Waldrändern, bewaldeten Savannen, offenen Gegenden, Siedlungen, Kulturlandschaften in 2 Unterarten auf der Insel Madagaskar (Falco newtoni newtoni) und auf der Insel Aldabra (Falco newtoni aldabranus) in Höhen bis zu 2300m verbreitet. Die Madagaskarfalken wurden aber auch auf den Komoren und den Seychellen gesichtet.

Der Kopf, die Oberseite und die Flügel sind hellrotbraun bis rostrot bis rotbraun bis kastanienbraun bis bräunlichrot (am Kopf) und bis rötlichbraun (auf der Oberseite) grundgefiedert. Der Scheitel der Weibchen ist rostroter grundgefiedert. Der Kopf ist mit feinen grauen bis dunkelbraunen bis schwarzen Längsstreifen versehen. Die Spitzen der einzelnen Federn auf der Oberseite bei den Jungvögeln und Weibchen sind dunkelbraun bis schwarz, wobei der Federrand selbst sehr hellbraun ist. Die Männchen sind auf dem Oberrücken nicht und auf den Flügeln weniger (wie die Weibchen und die Jungvögel) gemustert. Die Flügelspitzen sind dunkelbraun bis schwärzlich bis schwarz. Der graue Schwanz ist schwarz gestreift. Die Iris ist rötlichbraun. Die Kehle ist weisslich.

Die Unterseite ist weisslich bis sehr hellbraun grundgefiedert. Auf der Brust befinden sich kurze dunkle graubraune bis dunkelbraune bis schwarze Flecken bis Streifen und ab dem Bauch dunkelgraubraune bis dunkelbraune Flecken. Die Hosen sind weisslich bis sehr hellbraun gefiedert. Die Grösse beträgt 25 bis 29 cm Grösse.

Auf der Insel Aldabra kann die Unterseite der Weibchen einfarbig weisslich bis reinweiss bis sehr hellbraun sein. Es sind auch dunkle Farbvarianten auf der Insel Madagaskar beobachtet worden, bei denen der Kopf grauer bis schwarz und die Unterseite rotbrauner grundgefiedert ist.

Zur Nahrung zählen kleine Säugetiere, Insekten, Reptilien und Vögel.

Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Sohns, www.sohns-wildlife.de , wurde dieses Foto verwendet.

40. Graubartfalke oder Australienrüttelfalke oder Australienturmfalk
lat. Falco cenchroides

Die Graubartfalken sind in den offenen Wäldern, offenen Landschaften, Graslandschaften, Buschlandschaften, Steppenlandschaften, in Höhen bis zu 2000m, Parklandschaften, Städten und Ackerlandschaften in der Unterart Falco cenchroides cenchroides in Australien, Tasmanien, den Inseln Lord-Howe, Norfolk und Christmas (und Neuguinea als Überwinterungsgebiet) und der Unterart Falco cenchroides baru in Neuguinea verbreitet. Die Graubartfalken wurden auch auf den umliegenden Inseln bereits gesichtet.

Das Gesicht des Männchens ist weisslich bis weiss. Unter den Augen geht jeweils ein dunkler, grauschwarzer Streifen nach unten. Die Iris ist braun. Der Schnabel ist blaugrau. Der Bartstreif ist grau. Der Ober- und der Hinterkopf sind grau grundgefiedert und mit feinen schwarzen Längsstreifen versehen. Die Oberseite ist hellrötlichbraun bis hellrötlichkastanienbraun grundgefiedert und mit schwarzen Flecken versehen. Die Handschwingen sind dunkelgrau bis schwärzlich. Der graue schlanke lange Schwanz hat eine breite schwarze Binde und eine weisse Spitze. Die Unterseite ist beige bis weisslich bis weiss grundgefiedert und mit braunen bis dunkelbraunen feinen Längsstreifen versehen. Die Grösse beträgt 28 bis 35 cm.

Das Weibchen ist im Vergleich zum Männchen auch auf dem Ober- und Hinterkopf hellrötlichbraun bis hellrötlichkastanienbraun grundgefiedert. Der Ober- und Hinterkopf sind auch mit feinen schwarzen Längsstreifen und die Oberseite ist mit vielen schwarzen Flecken versehen. Die Unterseite ist bräunlichroter grundgefiedert und mit vielen kurzen Längsstreifen versehen. Auf der Schwanzoberseite befinden sich im Gegesatz zum Männchen mehrere schwarze Binden.

Zur Nahrung zählen kleine Vögel, Mäuse, Reptilien und Insekten (Heuschrecken, Grillen).

Das Weibchen legt ihre 3-7 Eier auf einen Felsvorsprung, in ein Haus, ein velassenes Baunest oder in eine Baumhöhle.

Mit freundlicher Genehmigung von Rose Best, www.pwca.org.au konnte das Foto verwendet werden.

Die Fotos unterhalb dieser Zeilen wurden im Naturkundemuseum Coburg aufgenommen.

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